Eine überzeugende Eröterung schreiben

Eine dialektische Erörterung beschreibt eine bestimmte Sichtweise und liefert Beweise zu dieser. Diese Art Aufsatz ist einer linearen Erörterung ähnlich, aber die Logik stützt sich mehr auf Emotionen, als auf begründete Beweise. Auch ist das Gegenargument hier nicht wichtig. Egal, ob du eine Erörterung für den Unterricht schreibst oder einen Brief an die Zeitung schickst, wenn du ein gut ausgearbeitetes Argument mit einem stichhaltigen Beweis hast, ist deine Erörterung aussagekräftiger und effektiver.

Teil 1 von 3: Ideenfindung und Strukturierung

  1. Lege dein Thema fest und schränke es ein. Falls du die Erörterung für den Unterricht schreibst, ist das Thema vielleicht schon gegeben. Wenn du aber einen Zeitungsartikel oder Brief an einen Politiker schreibst, kannst du dir selbst überlegen, über was du schreibst. Versuche dein Thema einzuschränken, damit du über etwas relative bestimmtest schreibst.
    • Wenn du dich zum Beispiel dafür entscheidest über das Strafvollzugssystem in den USA zu schreiben, wirst du merken, dass das ein sehr großes Thema ist. Schränke es ein, um dich auf einen bestimmten Aspekt zu konzentrieren, zum Bespiel die Behandlung von älteren Häftlingen oder die Analphabetenquote unter den Insassen.
  2. Entscheide dich für deinen Blickwinkel. Da du jetzt ein Thema hast, kannst du darüber nachdenken, was du darüber sagen möchtest. Warum ist dir das Thema wichtig? Was ist deine Lösung für dieses Problem? So beginnst du mit der These oder dem Argument für deine Erörterung. Dialektische Erörterungen sprechen die Emotionen des Lesers an. Denke also über die emotionalsten Aspekte deines Themas nach.
    • Es kann hilfreich sein, mit jemandem über Ideen nachzudenken, da jeder andere Ideen zu einem Thema hat.
    • Wenn du zum Beispiel über die Massentierhaltung von Schweinen schreibst, könnte dein Standpunkt sein, dass du für ein Verbot dieser Haltung bist, weil sie unmenschlich ist.
  3. Sammle Ideen als unterstützende Beweise. Schreibe eine List mit verschiedenen Gründen auf, die deine These unterstützen. Einige Ideen sind vielleicht albern, aber schreibe sie trotzdem auf. Sie können ein wahren Kern haben, der dir später helfen kann.
    • Diese Gründe können in Emotionen verankert sein und an das moralische Verantwortungsbewusstsein oder die Moral des Lesers appellieren. Beweise für eine dialektische Erörterung müssen nicht zwingend fundierte Beweise sein.
  4. Wähle die 3-5 besten Beispiele aus. Du wirst wahrscheinlich nicht über jedes Beispiel schreiben können. Deshalb solltest du die besten und überzeugendsten Beweise nehmen.
  5. Schreibe einen groben Entwurf deiner These. Deine These oder dein Argument, worüber du in deiner Erörterung schreiben möchtest, leitet sich von deinem Blickwinkel auf das Thema ab. Die These sollte das „Was“ und „Wie“ deines Arguments beantworten. Das „Was” ist das Thema und das „Wie” ist der Blickwinkel.
    • Deine These zu unmenschlicher Haltung von Tieren könnte sich zum Beispiel so anhören: „Die Massentierhaltung von Schweinen sollte verboten werden, weil es eine grausame und quälende Tierhaltung ist. Durch diese Lebensbedingungen können sich ausserdem Krankheiten ausbreiten und die Lebensmittel verseuchen.“
    • Deine These kann sich verändern, während du an deiner Erörterung arbeitest. Deswegen ist es immer noch ein Entwurf.
  6. Schreibe eine Vorlage für deine Erörterung. Das wird dir helfen, deine Gedanken zu organisieren und deine Erörterung zu strukturieren. Die Vorlage kann mit römischen Zahlen (I, II, III, IV, etc.), normalen Zahlen oder Gliederungspunkten nummeriert werden. Schreibe Formulierungen und kurze Sätze auf, um deine Ideen zu Papier zu bringen.
    • Strukturiere deine Erörterung in fünf Absätze. Einen Absatz für die Einleitung, drei Absätze für die Beweise bzw. Argumente und einen Absatz für den Schluss. Es kann sein, dass deine Erörterung länger sein wird, vor allem, wenn du eine dialektische Erörterung schreibst, die mehr Informationen als Hintergrund für dein Thema benötigt.

Teil 2 von 3: Die Einleitung schreiben

  1. Beginne die Erörterung mit einem guten Aufhänger zum Thema. Das soll deine Erörterung für die Leser interessant machen und sie dazu bringen, mehr zu lesen. Es kann eine erstaunliche Statistik sein, eine rhetorische Frage, ein Zitat oder eine kurze Anekdote. Du kannst damit beginnen, dem Leser einen Überblick zu verschaffen und dann zu deiner These hinarbeiten. Du kannst auch anders beginnen und mit etwas bestimmtem anfangen, um dann auf deine These zu kommen.
    • Ein Beispiel: „In den USA gibt es 25% mehr Häftlinge als in China. Damit liegen die USA weltweit vorne.“
  2. Schreibe selbstbewusst und präzise. Du nimmst mit deiner Erörterung Stellung, egal wofür du sie schreibst. Mache selbstbewusste und bestimmte Angaben und halte dich kurz, wenn es möglich ist. Dein Ziel ist es, die Leser für dein Thema zu interessieren und ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass du weißt wovon du redest.
    • Dialektische Erörterungen sind am effektivsten, wenn sie die Meinung mit den Fakten vereinen, um die Leser von ihrem Standpunkt zu überzeugen.
  3. Benutze keine schwachen Einleitungssätze. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für eine Einleitung, die häufig verwendet werden, aber oft zu ungenau oder breit gefächert sind oder zu viele Informationen enthalten und so vom Argument ablenken. So könnten einige dieser Einleitungen aussehen:
    • Die Lexikon-Definition: Die Definition eines Wortes, z.B. Sklaverei, deiner Erörterung hinzuzufügen, ist eine ineffektive Art dein Thema vorzustellen. Ein Beispiel dafür wäre: „Der Duden definiert Sklaverei als ‘(besonders früher) völlige wirtschaftliche und rechtliche Abhängigkeit eines Sklaven von einem Sklavenhalter‘ und als ‘(oft abwertend) starke Abhängigkeit von jemandem oder etwas‘ oder ‘(oft abwertend) harte, ermüdende Arbeit‘.”
    • Die sehr ausführliche Einleitung: Dialektische Erörterungen sollen eine Lösung für ein Problem finden. Wenn man sie dabei mit der gesamten Menschheit verbindet, kann das eher kontraproduktiv sein. Ein Beispiel hierfür wäre: „Menschen töten und essen Tiere seit Anbeginn der Zeit.”
    • Die Referats-Informationen: Wenn du eine dialektische Erörterung über ein Buch schreibst, kann man leicht auf die Idee kommen die Einleitung mit Informationen zum Buch, wie dem Titel, Namen des Autors, Erscheinungsjahr, etc., zu füllen. Diese Dinge sind jedoch normalerweise irrelevant für deine These, außer du beziehst dich aus einem bestimmten Grund auf diese Informationen. Ein Beispiel wäre: „Frederick Douglass schrieb seine Autobiografie, Narrative of the Life of Frederick Douglass, An American Slave, im Jahr 1845. Sie wurde 1986 von Penguin Books herausgegeben. Darin beschreibt er sein Leben.”
  4. Schreibe deine These. Deine These, die du schon entworfen hast, zeigt welche Position du vertrittst und wie du sie vertreten wirst. Du kannst hier und da noch Worte verändern, damit die These besser zur Einleitung passt. Sie kann sich auch etwas verändert haben, seitdem du sie entworfen hast.
  5. Komme nochmal zur Einleitung zurück, wenn du den Rest der Erörterung geschrieben hast. Es kann sein, dass du während des Schreibens andere Ideen hast oder bestimmte Beweise nicht mehr aufzählen möchtest. Das kann den Blickwinkel der Erörterung verändern. Aufgrund dieser Veränderungen kann es sein, dass du die Einleitung und These noch einmal überarbeiten musst.

Teil 3 von 3: Den Rest der Erörterung schreiben

  1. Erarbeite dein Argument. Nutze deine besten Beweise als Unterstützung für deine Einleitung und These. Halte dich an die Vorlage, die du erstellt hast, damit du nicht durcheinander kommst. Mache konkrete Beispiele, aber in deinen eigenen Worten. Für jeden Beweis schreibst du einen Absatz (wenn du eine Erörterung mit fünf Absätzen schreibst).
    • Achte darauf, dass deine Beweise die These unterstützen. Falls du anfängst abzuweichen, wirf einen Blick auf deine Vorlage.
  2. Füge Übergänge ein. Zwischen jedem Absatz brauchst du mindestens einen Satz, der sie verbindet, damit dein Text logisch bleibt. Sonst könnte sich deine Erörterung wie eine Aufzählung unverbundener Absätze lesen. Übergänge helfen dem Leser dabei, Informationen und Beweise zu verstehen.
  3. Schreibe einen Schluss. Zähle deine These und Beweise erneut auf. Der Schluss sollte die Erörterung mehr als nur zusammenfassen. Überlege dir etwas originelles und kreatives, das gut zum Thema passt, um deine Erörterung zu beenden.
    • Vermeide vage, allumfassende, nichtssagende Aussagen. Versuche sinnvoll und gleichzeitig knapp und bestimmt zu schreiben.
  4. Überarbeite und korrigiere deine Erörterung. Nachdem du mit der ersten Fassung fertig bist, solltest du eine Pause machen und sie dir dann noch einmal durchlesen. Achte besonders auf die Einleitung und den Schluss. Behalte sie im Hinterkopf, während du den Rest durchliest. Unterstützt dein Argument die These? Hast du etwas aufgezählt, das der These widerspricht?
    • Möglicherweise musst du die Wortwahl deiner These verbessern. Verfeinere den Satz, um das, was du sagen willst, genau und präzise auszudrücken.
  5. Lies deine Erörterung Korrektur und überprüfe die Rechtschreibung. Achte darauf, dass keine Fehler vorhanden sind, da diese von der Qualität und Effektivität der Erörterung ablenken können. Die Grammatik und Rechtschreibung müssen fehlerlos sein, damit die Erörterung so überzeugend wie möglich ist.
  6. Bitte jemanden deine Erörterung zu lesen. Dadurch wirst du unlogische Absätze und unverständliche Übergänge erkennen. Es sollte jemand sein, der sich mit Grammatik gut auskennt, um so Grammatik- und Rechtschreibfehler zu verbessern.

Tipps

  • Eine dialektische Erörterung muss nicht unbedingt in schriftlicher Form bleiben. Sie kann als Vorlage für etwas anderes genutzt werden, wie zum Beispiel eine Dokumentation, einen Podcast, TV-Nachrichten, etc.
  • Wenn du die Erörterung für den Unterricht schreibst, dann frage deinen Lehrer, ob du in der ersten Person oder der zweiten Person schreiben kannst. In einer dialektischen Erörterung wird meistens die erste oder zweite Person benutzt.
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