Einem Hund beibringen draußen zu pinkeln

Etwa einer von vier Hunden, die von ihren Besitzern im Tierheim abgegeben werden, werden wegen Problemen mit der Stubenreinheit verlassen. Glücklicherweise ist es ziemlich einfach, einen Hund jeden Alters stubenrein zu machen. Es braucht nur Geduld, Beständigkeit und Verständnis von Seiten des Besitzers. Zu lernen, wie du einem Hund beibringst, sein Geschäft nur draußen zu verrichten, kann helfen, die Hunde aus den Tierheimen und die Haushalte glücklich zu halten.

Methode 1 von 4: Eine Routine für deinen Hund schaffen

  1. Halte einen "Terminplan" für die Toilettengänge deines Hunds ein. Eine tägliche Routine zu haben ist wichtig für Hunde jeden Alters, aber es ist besonders wichtig für jüngere Hunde. Ein Welpe kann seine Blase üblicherweise nur eine Stunde pro Monat seines Alters einhalten, was bedeutet, dass junge Welpen vielleicht einmal jede Stunde nach draußen müssen. Am besten etablierst du so schnell wie möglich eine Routine mit deinem Hund, um sicherzustellen, dass er keine Probleme hat.
    • Zusätzlich zum Zusammenhang zwischen der Anzahl der Monate und der Anzahl der Stunden, die ein Welpe warten kann, bis er nach draußen geht, ist es auch wichtig, dass du deinen Hund morgens als Erstes nach draußen lässt, während oder nach dem Spielen und nachdem er gefressen oder viel Wasser getrunken hat. Dies ist auch die maximale Dauer, die er einhalten kann (z.B. nachts). Wenn du einen Welpen stubenrein machst, ist es wichtig, ihm zu Trainingszwecken alle 20 bis 30 Minuten eine Toilettenpause zu ermöglichen.
  2. Lasse deinen Hund eine bestimmte Stelle für sein Geschäft haben. Ob du mit deinem Hund Gassi gehst oder ihn in einen umzäunten Bereich nach draußen lässt, es ist wichtig, dass dein Hund eine regelmäßige Stelle hat, wo er hinpinkelt. Dies kann ein Baum sein, an dem du in der Nähe deines Hauses vorbeikommst, oder eine bestimmte Stelle im Garten. Welche Stelle dein Hund auch auswählt, es ist wichtig, dass du ihm immer Zugang zu dieser Stelle gewährst, während du ihm beibringst, draußen zu pinkeln.

Methode 2 von 4: Gutes Verhalten belohnen

  1. Verwende bei Spaziergängen verbale Kommandos. Versuche ein verbales Kommando mit der gewählten Pinkelstelle deines Hunds oder irgendeiner Stelle, an der ihr direkt nach dem Verlassen des Hauses vorbeikommt, zu verbinden. Du kannst jedes Mal, wenn er an diese Stelle pinkelt, etwas sagen wie "Mach Pipi". Im Lauf der Zeit wird dein Hund das Kommando hören und sich an den damit verbundenen Akt des Urinierens erinnern.
  2. Lobe deinen Hund. Wann immer dein Hund dein Kommando "Mach Pipi" befolgt, wenn du ihn nach draußen lässt, lobe ihn sofort und gib ihm innerhalb von drei Sekunden nach dem positiven Verhalten ein Leckerli. Es ist wichtig, sofort nach positivem Verhalten zu loben oder zu belohnen, da es Hunden schwer fällt, Aktionen und Lob miteinander in Verbindung zu bringen, wenn zu viel Zeit verstrichen ist.
  3. Verringere langsam die Leckerlis. Wenn das Training deines Hund voranschreitet, möchtest du die Häufigkeit der Leckerlis langsam verringern, nachdem er sein Geschäft verrichtet hat, und sie schließlich ganz weglassen. Leckerlis sind ein wichtiger und hilfreicher Teil des frühen Trainings, aber deinen Hund jedes Mal mit Futter zu belohnen, wenn er sich erleichtert, sollte keine lebenslange Gewohnheit werden.

Methode 3 von 4: Boxentraining aufnehmen

  1. Wähle die richtige Box. Boxentraining ist eine tolle Methode, wenn du versuchst, deinen Hund stubenrein zu machen. Hunde sehen ihre Box als Art Zufluchtsort in deinem Haus an und kein Hund möchte seinen Zufluchtsort freiwillig verschmutzen. Boxen sind jedoch keine schnelle Lösung. Das Boxentraining braucht Zeit und Geduld und du musst sicherstellen, dass sich dein Hund in seiner Box wohlfühlt.
    • Boxen gibt es in verschiedenen Materialien und Ausführungen. Es gibt welche aus Plastik, die üblicherweise zum Reisen verwendet werden, und es gibt welche aus Metall mit faltbarem Rahmen. Wähle eine Art Box, die deinen Bedürfnissen am ehesten entspricht, und stelle sicher, dass es etwas ist, das dein Hund nicht so leicht zernagen und zerstören kann, wenn dies bei deinem Tier ein Problem ist.
    • Wähle die richtige Größe. Eine Box sollte idealerweise gerade groß genug sein, dass ein ausgewachsener Hund aufrecht darin stehen, sich darin umdrehen und mit ausgestreckten Beinen hinlegen kann. Wenn eine Box zu groß ist, kann es sein, dass dein Hund eine Ecke der Box als Toilette benutzt. Wenn sie zu klein ist, ist dein Hund eingeengt und hat es nicht bequem.
    • Wenn dein Hund noch jung ist und du davon ausgehst, dass er noch wächst, sprich mit deinem Tierarzt über die richtige Größe der Box, die zur zu erwartenden Körpergröße deines Hundes passt.
  2. Führe deinen Hund langsam an seine Box heran. Wenn du versuchst, deinen Hund ohne richtige Einführung in eine Box zu schubsen, bekommt er vielleicht ein Trauma und Angst vor der Box. Am besten führst du ihn langsam an eine neue Box heran, indem du deinen Hund dazu ermutigst, die Box zu erforschen und in sanftem, versicherndem Tonfall sprichst, wenn er sich der Box nähert.
    • Versuche, die Tür zur Box offen zu lassen und lege regelmäßig Leckerlis in die Box. Lege die Leckerlis anfangs in die Nähe der Tür und dann immer weiter in die Box hinein.
    • Lasse deinen Hund die Box erforschen, wann immer er will. Lasse die Tür offen, so dass er das Gefühl hat, dass er nach Belieben hinein und heraus kann.
  3. Fange an, deinem Hund seine Mahlzeiten in der Box zu füttern. Sobald dein Hund sich daran gewöhnt hat, sich in seine neue Box hineinzuwagen, solltest du damit anfangen, ihm sein Futter in der Box zu geben. Dies wird ihm helfen, sich daran zu gewöhnen, als Teil seines täglichen Lebens in seine Box zu gehen.
    • Schließe die Tür der Box, während dein Hund frisst. Wenn du damit anfängst, wirst du die Box wieder aufmachen wollen, sobald dein Hund fertig gefressen hat, so dass er keine Angst bekommt. Du kannst dann langsam die Dauer steigern, während der du die Tür geschlossen hältst, und alle paar Tage eine oder zwei Minuten hinzufügen.
    • Wenn dein Hund anfängt zu winseln, jaulen oder bellen, lasse ihn nicht sofort heraus. Warte, bis er aufhört sich aufzuspielen, bevor du die Box aufmachst. Wenn du die Tür jedes Mal aufmachst, wenn er bellt, wird er anfangen zu denken, dass das Bellen ihn immer rausbringt, wenn er will.
    • Sobald dein Hund bequem etwa eine halbe Stunde ohne Zwischenfall in der Box bleibt, ist es sicher, ihn in der Box zu lassen, wenn du für kurze Besorgungen das Haus verlässt, und du könntest erwägen, ihn über Nacht in der Box zu lassen. Gehe davon aus, dass es mehrere Wochen dauert, bis sich dein Hund damit wohlfühlt, in der Box alleine gelassen zu werden.
  4. Fange an, deinen Hund regelmäßig in der Box einzusperren. Nachdem dein Hund gezeigt hat, dass er kurze Zeiten alleine gelassen werden kann, kannst du anfangen, ihn in der Box zu lassen, wenn du das Haus verlässt. Am besten schiebst du es so lange hinaus, deinen Hund in die Box zu stecken, bis du fast fertig bist, um aus dem Haus zu gehen. Ansonsten wird er vielleicht nervös und versteht nicht, warum er eingesperrt ist, während du noch zuhause bist.
    • Lasse deinen Hund nach draußen, um sich zu erleichtern, direkt bevor du ihn in die Box sperrst. Wenn dein Hund nicht ausreichend Zeit draußen bekommt, bevor er eingesperrt wird, könnte dies die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ihm ein Missgeschick passiert, während du nicht zuhause bist.
    • Verwende die Box nie als Bestrafung. Du möchtest nicht, dass dein Hund die Box damit verbindet, angeschrien oder bestraft zu werden. Solange du ihn weiterhin in seiner Box fütterst und die Box nur zu Trainingszwecken nutzt (z.B. um zu verhindern, dass er das Haus zerstört, während du nicht zuhause bist), sollte er nur positive Assoziationen mit der Box haben.

Methode 4 von 4: Mit Missgeschicken umgehen

  1. Bestrafe deinen Hund nicht für Missgeschicke. Dein Hund wird unausweichlich gelegentliche Missgeschicke haben, selbst nachdem du ihn erfolgreich stubenfrei gemacht hast. Missgeschicke können während des Trainings häufig vorkommen. Es ist wichtig daran zu denken, dass es keine Absicht deines Hundes ist und dass er schließlich lernen wird, dies nicht zu einer Gewohnheit zu machen.
    • Schreie deinen Hund NICHT an und reibe nicht sein Gesicht in die Sauerei, wenn er ein Missgeschick hatte. Dies hilft nicht, dass dein Hund aus seinen Fehlern lernt, und kann dazu führen, dass er Angst vor dir bekommt. Gehe locker mit Missgeschicken um und hab Geduld mit deinem Tier.
  2. Unterbrich Missgeschicke drinnen, wenn du sie siehst. Jedes Mal, wenn du siehst, dass dein Hund ins Haus pinkelt, mache ein erschreckendes Geräusch (klatsche z.B. in die Hände oder sage "Geh raus!"). Bringe deinen Hund dann nach draußen und lobe ihn, wenn er sein Geschäft draußen zu Ende bringt.
  3. Reinige Missgeschicke gründlich. Hunde haben einen scharfen Geruchssinn und es kann geschehen, dass sie die Stelle eines früheren Missgeschicks mit einer akzeptablen Stelle für ihren Toilettengang in Verbindung bringen, wenn der Geruch nicht ordentlich beseitigt wird. Dies kann bei jüngeren Welpen besonders problematisch sein. Verwende einen Enzymreiniger, um Gerüche nach Missgeschicken drinnen gründlich zu beseitigen.
    • Wenn du einen Garten hast, kannst du Missgeschicke drinnen als Trainings-Tool nutzen. Jedes Mal, wenn du ein Missgeschick drinnen säuberst, bringe das mit Urin durchweichte Papiertuch nach draußen an die dafür vorgesehene Pinkelstelle deines Hunds. Lege das Papiertuch draußen auf den Boden und beschwere es mit einem Stein oder Stock. Sobald dein Hund seinen Urin auf den Papiertüchern riecht, wird er seinen Toilettengang fest damit in Verbindung bringen, nach draußen zu gehen. Sobald dein Hund die Lektion gelernt hat und sich wieder draußen erleichtert, kannst du die verschmutzten Papiertücher entfernen.
  4. Erkenne potenzielle Probleme. Wenn es deinem Hund schwerfällt, sich zurückzuhalten, sich drinnen zu erleichtern, ist es möglich, dass er unter einer Krankheit oder einem emotionalen Problem leidet. Sprich mit deinem Tierarzt, um zu bestimmen, ob dein Hund eines der folgenden Probleme hat:
    • Eine Infektion des Harntrakts
    • Eine Präferenz für bestimmte Oberflächen (das Verlangen, sich nur auf bestimmten Arten von Oberflächen oder Texturen zu erleichtern)
    • Angst vor dem nach draußen gehen
    • Trennungsangst
    • Markieren von Haushaltsgegenständen mit Urin
    • Unterwürfiges oder Urinieren aus Aufregung

Tipps

  • Das Training braucht bei manchen Hunden vielleicht länger, aber Hunde jeden Alters können stubenrein gemacht werden. Hab Geduld und ermutige/lobe gutes Verhalten.
  • Wenn dein Hund sein Geschäft immer noch drinnen verrichtet, musst du ihn vielleicht häufiger nach draußen lassen. Wenn er bei einem Spaziergang nach zehn Minuten und länger noch kein Geschäft gemacht hat, gehe wieder zurück ins Haus, aber lasse ihn angeleint. Gehe dann nach zehn bis fünfzehn Minuten für einen weiteren Spaziergang nach draußen. Wiederhole dies, bis dein Hund draußen sein Geschäft verrichtet.
  • Wenn du ums Haus herum Missgeschicke findest, beaufsichtigst du deinen Hund vielleicht nicht gut genug.
  • Wenn dein Hund Missgeschicke in seiner Box hat, ist die Box vielleicht zu groß oder du lässt ihn nicht oft genug hinaus.
  • Sprich mit deinem Tierarzt, wenn du vermutest, dass dein Hund vielleicht eine Erkrankung hat, die zu übermäßigem Urinieren oder Koten führt. Wenn medizinische Ursachen ausgeschlossen sind, möchtest du vielleicht mit einem Hundetrainer oder einem Verhaltensspezialisten sprechen, um das Problem anzugehen.
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