Beginnende Demenz erkennen

Einen geliebten Menschen dabei zu beobachten, wie er der Zerstörung durch Alzheimer oder andere Formen von Demenz zum Opfer fällt, kann einem das Herz brechen. Demenz ist ein Begriff, der verwendet wird, um eine Reihe von Symptomen zu beschreiben, die das tägliche Funktionieren beeinträchtigen und sich auf die Erinnerung, das Denken und die sozialen Fähigkeiten auswirken. Beinahe 11% der Demenz werden als potentiell umkehrbar angesehen. Potenziell rückgängig zu machende Demenzen sieht man wahrscheinlicher bei Patienten, die jünger als 65 Jahre alt sind. Depressionen, Schilddrüsenunterfunktion und B12-Defizit sind einige potentiell umkehrbare Ursachen von Demenz. Es gibt kein Heilmittel gegen Demenz, aber es gibt Behandlungen, die gegen ihre Symptome helfen mögen. Die Anzeichen der Entwicklung einer Demenz zu kennen kann ein Segen sein, weil du, wenn du weißt, was die Zukunft bereit hält, planen kannst, wie du einem geliebten Menschen dabei helfen kannst, mit ihren Auswirkungen umzugehen.

Methode 1 von 2: Die Anzeichen von Demenz beobachten

  1. Schaue nach Erinnerungsverlust. Jeder vergisst von Zeit zu Zeit Sachen. Personen, die an Demenz leiden, mögen jedoch Schwierigkeiten damit haben, sich an kürzliche Ereignisse oder an vertraute Wege und Namen zu erinnern.
    • Das Gedächtnis jedes Menschen ist anders, und gelegentliche Vergesslichkeit ist in der Durchschnittsbevölkerung üblich. Familienmitglieder und enge Freunde können Veränderungen im Verhalten am besten beurteilen.
    • Falls der Gedächtnisverlust einen Punkt erreicht, an dem er die alltäglichen Aktivitäten beeinträchtigt, bringe die Person für eine Einschätzung zum Arzt.
  2. Schaue nach Schwierigkeiten damit, Aufgaben zu erledigen, die vorher leicht erledigt werden konnten. Personen, die an Demenz leiden, mögen vergessen, die Mahlzeit zu servieren, die sie gerade gekocht haben, oder sie vergessen, dass sie sie überhaupt gekocht haben. Personen mit Demenz mögen Schwierigkeiten mit weiteren täglichen Aufgaben haben, wie etwa Kleidung anzuziehen. Achte im Allgemeinen nach offensichtlicher Abnahme in den täglichen Hygiene- und Bekleidungsgewohnheiten. Falls dir auffällt, dass die Person zunehmend Schwierigkeiten mit diesen üblichen täglichen Aufgaben hat, erwäge, zur weiteren Beurteilung zum Arzt zu gehen.
  3. Achte auf Probleme beim Gebrauch der Sprache. Es ist normal, dass Menschen nach dem richtigen Wort suchen. Menschen, die an Demenz leiden, werden jedoch oftmals nervös, wenn sie das richtige Wort nicht finden können. Das mag sie dazu veranlassen, der Person gegenüber, mit der sie reden, zu explodieren, was für beide Seiten frustrierend sein kann.
    • Veränderungen in der Sprache beginnen gewöhnlich mit der Schwierigkeit, sich an Wörter, Sprichwörter und Ausdrücke zu erinnern.
    • Es schreitet zu einem Abfall in der Fähigkeit fort, die Sprache anderer Personen zu verstehen.
    • Schließlich mag die Person unfähig sein, überhaupt noch verbal zu kommunizieren. An dieser Stelle kommunizieren Leute nur noch durch Gesichtsausdrücke und Gesten.
  4. Achte auf Anzeichen von Verwirrung. Personen mit Demenz leiden oftmals unter Verwirrung bezüglich räumlicher und zeitlicher Zusammenhänge. Das ist mehr als ein einfacher Gedächtnisverlust oder "Tüdeligkeit" – räumliche und zeitliche Verwirrung zeigt die Unfähigkeit, zu verstehen, wo die Person sich im Moment befindet.
    • Räumliche Verwirrung mag Personen, die an Demenz leiden, dazu veranlassen, Richtungen zu vergessen und zu glauben, Norden sei Süden und Osten sei Westen. Sie mögen los laufen und dann vergessen, wie sie an einen Ort gekommen sind und wie sie wieder dorthin zurückkehren müssen, wo sie hergekommen sind.
    • Zeitliche Desorientierung ist durch die Ausführung von Verhaltensweisen zu unangemessenen Zeiten gekennzeichnet. Das mag unauffällig sein – wie leichte Veränderungen in Essens- oder Schlafzeiten – aber es kann auch signifikanter sein. Eine Person mag mitten in der Nacht frühstücken und sich dann mitten am Tag bettfertig machen.
    • Räumliche Desorientierung mag Verwirrung in Bezug darauf verursachen, wo sich der Leidende befindet, was ihn dazu veranlasst, sich unangemessen zu verhalten. Er mag es aufgrund räumlicher Desorientierung schwer finden, übliche Aufgaben außerhalb seines Zuhauses auszuführen. Das kann sehr gefährlich sein, da die Person sich in Umgebungen außerhalb ihres Hauses nicht zurecht findet.
  5. Ignoriere keine verlegten Gegenstände. Personen, die an Demenz leiden, legen Gegenstände oftmals an Orte, die keinen Sinn ergeben. Zum Beispiel mögen sie eine Handtasche in den Gefrierschrank legen, oder den Deckel der Thermosflasche unten in den Keller.
  6. Beobachte Probleme mit abstraktem oder logischem Denken. Während eine normale Person gelegentliche Fehler dabei machen mag, ein Scheckbuch zu führen, könnte jemand, der an Demenz leidet, das Konzept der Zahlen vergessen. Er mag außerdem darin versagen, zu erkennen, dass ein pfeifender Teekessel bedeutet, dass das Wasser auf dem Herd kocht, und das ganze Wasser verdampfen lassen.
  7. Halte nach Veränderungen in der Stimmung oder Persönlichkeit Ausschau. Während Menschen von Zeit zu Zeit launisch sein mögen, könnten Personen, die an Demenz leiden, scharfe, rasche Stimmungsschwankungen haben. Sie können binnen Minuten von kichernd fröhlich zu auflodernd wütend übergehen, oder sie könnten allgemein reizbar oder paranoid werden. Personen, die an Demenz leiden, sind sich oftmals ziemlich bewusst, dass sie Schwierigkeiten mit gewöhnlichen Aufgaben haben, und das kann frustrierend sein. Das führt manchmal zu Ausbrüchen von Reizbarkeit, Paranoia oder ähnlichem.
    • Es ist wichtig, die Person nicht noch weiter aufzuregen, indem man wütend wird, da das für beide Personen kontraproduktiv ist.
  8. Sieh nach Anzeichen von Passivität. Die Person mag nicht mehr an Orte gehen wollen, an die sie gegangen ist, sich nicht mehr an Aktivitäten beteiligen, die ihr Spaß gemacht haben, oder Personen treffen, die sie immer getroffen hat. Wenn die alltäglichen Aufgaben schwieriger werden, mögen viele Personen immer introvertierter werden. Stattdessen mögen sie sich in einem ruhigen Lebensstil einrichten und sind unmotiviert, irgendetwas im Haus oder draußen zu tun.
    • Achte darauf, ob die Person Stunden damit verbringt, auf einem Stuhl zu sitzen und in die Luft zu starren oder fern zu sehen.
    • Schaue nach abfallender Aktivität, mangelhafter Hygiene und Problemen mit üblichen Alltagsaktivitäten.
  9. Vergleiche das gegenwärtige Verhalten mit dem, was du von der Person kennst. Die Diagnose von Demenz erfordert eine "Konstellation" aus schwankenden und auffällig abfallenden Verhaltensweisen. Ein einzelner Indikator allein reicht für eine Diagnose nicht aus. Bloß Sachen zu vergessen bedeutet nicht notwendigerweise, dass jemand Demenz hat. Schaue nach einer Kombination all der oben aufgeführten Symptome. Je besser du die Person kennst, desto einfacher ist es, Veränderungen in ihrem üblichen Verhalten zu bemerken.

Methode 2 von 2: Die Anzeichen bestätigen

  1. Mache dich mit einigen Demenzarten vertraut. Demenz ist eine breit variierende Krankheit und sieht von einem Patienten zum anderen anders aus. Zu großen Teilen bist du in der Lage, vorherzusagen, wie der Patient fortschreitet, indem du die Ursache der Demenz berücksichtigst.
    • Alzheimer-Demenz schreitet allmählich fort, gewöhnlich im Laufe von Jahren. Die genaue Ursache ist unbekannt, aber es sind Plaques und Strukturen namens neurofibrillare Knoten in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten gefunden worden.
    • Lewy-Körper-Demenz: Eiweißablagerungen, genannt Lewy-Körper, entwickeln sich in den Nervenzellen des Gehirns und verursachen ein Nachlassen im Denken, im Gedächtnis und in motorischen Fähigkeiten. Es mögen auch Halluzinationen auftreten und zu ungewöhnlichem Verhalten führen, wie etwa mit jemandem zu reden, der nicht da ist.
    • Multi-Infarkt-Demenz: Demenz tritt auf, wenn ein Patient mehrere Schlaganfälle erleidet, die eine Gehirnarterie blockieren. Personen, die an dieser Art der Demenz leiden, mögen Symptome haben, die eine Weile gleich bleiben und dann schlimmer werden, wenn sie zusätzliche Schlaganfälle haben.
    • Frontotemporale Demenz: Teile des frontalen und temporalen Lappens des Gehirn schrumpfen, was Veränderungen der Persönlichkeit oder der Fähigkeit, Sprache zu gebrauchen, verursacht. Diese Art der Demenz neigt dazu, im Alter zwischen 40 und 75 aufzutreten.
    • Normaldruck-Hydrozephalus: Eine Flüssigkeitsansammlung übt Druck auf das Gehirn aus, was eine Demenz verursacht, die allmählich oder abrupt kommt, je nachdem, wie schnell der Druck ansteigt. Ein CT oder MRT erbringt den Nachweis dieser Art der Demenz.
    • Creutzfeldt-Jakob-Krankheit: Das ist eine seltene und tödliche Gehirnstörung, von der man glaubt, dass sie von einem ungewöhnlichen Organismus namens "Prion" verursacht wird. Obwohl man annimmt, dass die lange Zeit vorhanden sein mag, bevor sich Symptome zeigen, kommt die Krankheit sehr plötzlich. Eine Biopsie des Gehirn enthüllt Prion-Proteine, von denen man glaubt, dass sie die Ursache der Krankheit sind.
  2. Gehe mit der Person zum Arzt. Falls du meinst, dass du eine "Konstellation" von Verhaltensänderungen und Symptomen siehst, brauchst du eine Experten-Einschätzung. In einigen Fällen ist ein Hausarzt in der Lage, Demenz zu diagnostizieren. Öfter muss der Patient zu einem Spezialisten überwiesen werden, wie etwa zu einem Neurologen oder Gerontologen.
  3. Bringe die medizinische Vorgeschichte des Patienten mit. Diese sollte einen detaillierten Bericht darüber enthalten, wie und wann sich die Symptome entwickelt haben. Auf der Grundlage dieser Bewertung mag ein Arzt Tests anordnen, wie ein Blutbild oder Tests auf Blutzucker- oder Schilddrüsenhormonwerte. Diese Tests sind spezifisch für die Art der Demenz, auf die dein Arzt testet.
  4. Informiere den Arzt über alle Medikamente, die eingenommen wurden.ref>http://www.psychiatrictimes.com/dementia/agitation-elderly</ref> Bestimmte Kombinationen aus Medikamenten mögen die Symptome der Demenz nachahmen oder dazu beitragen. Manchmal verursacht das Vermischen nicht zusammengehöriger Medikamente, um verschiedene Krankheiten zu behandeln, demenzähnliche Symptome. Diese Art, Medikamente zu vermischen, kommt bei älteren Personen häufig vor, also achte darauf, dass du eine akkurate Medikamentenliste hast.
    • Einige Klassen üblicher Medikamente, die Probleme verursachen können, sind: Benzodiazepine, Beta-Blocker, selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren, Neuroleptika und Diphenhydramine (unter anderem).
  5. Sei auf eine vollständige körperliche Untersuchung vorbereitet. Eine körperliche Untersuchung mag eine Störung identifizieren, die sich mit Demenz überschneidet oder dazu beiträgt. Beispiele verwandter Beschwerden sind unter anderem Herzinfarkt, Schlaganfall, Nährstoffdefizite oder Nierenversagen. Variationen bei jedem dieser Faktoren mögen einen Hinweis auf die Art der Demenz geben, die behandelt werden muss.
    • Der Arzt mag außerdem eine psychiatrische Einschätzung vornehmen, um Depressionen als zugrunde liegende Ursache der Symptome eines Patienten auszuschließen.
  6. Erlaube dem Arzt, kognitive Fähigkeiten einzuschätzen. Das mag Tests auf Gedächtnis, Mathematik und Sprachfertigkeiten beinhalten, einschließlich der Fähigkeit zu schreiben, zu zeichnen, Gegenstände zu benennen und Anweisungen zu befolgen. Diese Tests schätzen sowohl kognitive als auch motorische Fertigkeiten ein.
  7. Lege eine neurologische Einschätzung vor. Diese Einschätzung deckt Gleichgewicht, Reflexe, sensorische und weitere Funktionen bei dem Patienten ab. Das wird gemacht, um andere Störungen auszuschließen und behandelbare Symptome zu identifizieren. Der Arzt mag außerdem einen Gehirn-Scan anordnen, um zugrunde liegende Ursachen wie Schlaganfälle oder Tumoren zu identifizieren. Die Hauptformen der verwendeten Bildgebungen sind MRTs und CT-Scans.
  8. Verstehe, ob die Demenz umkehrbar ist oder nicht. Die Demenz, die aus bestimmten Ursachen entsteht, kann manchmal durch ärztliche Versorgung behandelt und rückgängig gemacht werden. Andere sind jedoch progressiv und irreversibel. Es ist wichtig, zu wissen, in welche Kategorie der Patient fällt, damit du für die Zukunft planen kannst.
    • Potentiell reversible Ursachen von Demenz sind unter anderem Schilddrüsenunterfunktion, Neurosyphilis, Vitamin-B12-/Folat-Defizit/Thiamin-Defizit, Depressionen und subdurale Hämatome.
    • Irreversible Ursachen von Demenz sind unter anderem Alzheimer, Multi-Infarkt-Demenz und HIV-Demenz.

Warnungen

  • Einige Personen, die an Demenz leiden, mögen ihre Symptome verleugnen, ebenso wie ihre Familienmitglieder.
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