Aufhören, sich nutzlos zu fühlen

Um aufzuhören, dich nutzlos zu fühlen, musst du zuerst einmal herausfinden, woher dieses negative Gefühl eigentlich kommt. Sobald du das erledigt hast, kannst du diverse Schritte unternehmen, um dein Leben zu verbessern – egal, ob deine Nutzlosigkeitsgefühle von deinen zwischenmenschlichen Beziehungen herrühren oder durch stressige Situationen verursacht werden, die du gar nicht beeinflussen kannst. Was auch immer der Grund für deine Gefühle ist, die unten genannten Tipps sollten dir auf jeden Fall dabei helfen können, dein belastendes Gefühl der Nutzlosigkeit zum Verschwinden zu bringen.

Teil 1 von 3: Sich nützlich fühlen

  1. Versuche, den Ursprung dieser Gedanken zu lokalisieren. Ist es eine bestimmte zwischenmenschliche Beziehung, aufgrund derer du dich nutzlos fühlst? Kommen deine Gefühle der Nutzlosigkeit von einer bestimmten Situation, über die du keine Kontrolle hast? Fühlst du dich nutzlos, weil du den Eindruck hast, dass du weniger zur Gesellschaft beisteuerst als du eigentlich solltest? Wenn du die Gründe und Ursprünge für deine negativen Gefühle identifizieren kannst, ist das der erste nötige Schritt, um dein Gefühlsleben nachhaltig zum Positiven zu verändern.
    • Eine Methode, mit der du deine Gefühle näher beleuchten kannst, ist das Schreiben eines Tagebuchs. Denke über die oben genannten Fragen nach und versuche herauszufinden, was dich negativ beeinflusst.
    • Alternativ kannst du versuchen, mit einem vertrauenswürdigen Freund über deine Probleme zu sprechen. Wenn du deine Gefühle und Probleme laut aussprichst und beim Namen nennst, kann dir das oftmals dabei helfen zu erkennen, was in deinem Leben schiefläuft.
  2. Finde etwas, wofür du brennst. Finde heraus, worin du gut bist, indem du verschiedene Hobbies ausprobierst und Bücher liest. Finde heraus, was dich glücklich macht und was du mit deinen Fähigkeiten beitragen kannst, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.
    • Eine Möglichkeit, um deine Interessen näher zu beleuchten, sind Kurse und Weiterbildungen, z.B. an einer Volkshochschule. Diese Kurse sind relativ günstig, daher kannst du problemlos auch einmal ein ganzes Semester nur damit verbringen, herauszufinden, ob du diese eine Sache wirklich mit Leidenschaft verfolgst. Viele Volkshochschulen und ähnliche Bildungseinrichtungen bieten auch Abend- und Wochenendkurse, falls du voll berufstätig bist.
    • Alternativ kannst du Kurse in einem örtlichen Museum besuchen, falls du dich für Kunst und Geschichte interessierst.
    • Eine weitere Methode, um herauszufinden, was dich wirklich interessiert, wäre, ein Buch aus der Bibliothek auszuleihen. Bibliotheksgebühren sind meist sehr günstig und du kannst dir so viel Zeit lassen wie du möchtest, um dich ausführlich mit deinem gewählten Thema zu beschäftigen.
    • Wenn du andere Menschen treffen möchtest, die die gleichen Interessen haben wie du, kannst du dich auf sozialen Netzwerken, wie z.B. Facebook, umsehen, um Leute aus deiner Gegend zu finden, die sich für dieselben Dinge begeistern können.
  3. Tue jeden Tag etwas Nettes. Kaufe einem Fremden eine Tasse Kaffee. Bringe deinem Partner etwas, ohne dass er dich vorher darum bitten muss. Biete deinen Parkplatz jemandem an, der gestresst aussieht. Diese gewöhnlichen, kleinen Dinge, die du jeden Tag für andere Menschen tust, können bereits bewirken, dass du dich gebraucht und nützlich fühlst.
  4. Leiste Freiwilligenarbeit in deiner Gemeinde oder Stadt. Freiwilligenarbeit ist nicht nur eine großartige Methode, um sich nützlich und gebraucht zu fühlen, sondern ganz nebenbei kannst du damit sogar anderen Menschen helfen. Wenn du Bücher liebst, kannst du freiwillig in der Bibliothek mitarbeiten. Wenn du gerne mit Kindern arbeitest, kannst du anbieten, Kindern aus der Nachbarschaft nach der Schule vorzulesen.
  5. Übe dich in Dankbarkeit. Konzentriere dich auf die positiven Dinge in deinem Leben. Indem du dich auf die guten Dinge in deinem Leben konzentrierst, wirst du vielleicht in der Lage sein, Gefühle der Nutzlosigkeit oder Wertlosigkeit leichter überwinden zu können. Dadurch kannst du erreichen, dass das Glas für dich immer halb voll und nicht halb leer ist, wodurch du glücklicher und optimistischer in die Zukunft sehen kannst.
    • Eine Möglichkeit, wie du dich auf die guten Seiten des Lebens konzentrieren kannst, ist ein Dankbarkeitstagebuch. Schreibe jeden Tag fünf Dinge aus deinem Leben auf, für die du dankbar bist. Manche Menschen nutzen soziale Medien wie Facebook für denselben Zweck – diese Menschen beschreiben in ihren Pinnwandeinträgen jeden Tag fünf Dinge, für die sie dankbar sind. Die Nutzung von sozialen Medien kann dir dabei helfen, in diesem Projekt motiviert zu bleiben, da du vermutlich positives Feedback von deinen Freunden bekommen wirst.
  6. Sage dir selbst positive Mantras vor. Manchmal kommen Gefühle der Nutzlosigkeit von einem zu geringen Selbstvertrauen. Du könntest das Gefühl haben, dass du der Welt nichts anzubieten hast. Allerdings solltest du jeden Tag etwas Zeit damit verbringen, dir selbst wieder ins Bewusstsein zu rufen, welche Dinge du im Leben richtig machst oder gut kannst. Du prägst das Leben anderer Menschen auf eine positive Art und Weise und das solltest du dir auch jeden Tag aufs Neue in Erinnerung rufen.
    • Eine Methode, um dich selbst aufzubauen, ist es, dir deinen Spiegel zu deinem Freund zu machen. Sieh dir jeden Morgen in die Augen und sage laut, was du an dir magst.
  7. Akzeptiere Komplimente. Auf dieselbe Art und Weise, wie du dir selbst positiven Zuspruch geben solltest, musst du lernen, auch positive Aussagen anderer Menschen anzunehmen, besonders wenn sie sich auf etwas beziehen, das du tust oder auf etwas, das dich als Person auszeichnet. Vielleicht hast du das Gefühl, dass du das Kompliment nicht verdient hast, allerdings meinen es andere Menschen für gewöhnlich ehrlich, wenn sie sich die Zeit nehmen, dir ein Kompliment zu machen. Denke über deine Leistungen nach, die andere Menschen dazu inspirieren, dir ein Kompliment dafür auszusprechen.
  8. Leiste deinen Beitrag in Angelegenheiten, die dir am Herzen liegen. Wenn es dir ein Anliegen ist, die Umwelt und die natürlichen Ressourcen zu bewahren, solltest du rausgehen und dich dafür einsetzen. Organisiere eine Demonstration. Schreibe Briefe. Sprich mit anderen Menschen darüber. Indem du für eine Sache kämpfst, an die du glaubst, wirst du dich weniger nutzlos fühlen, denn du setzt dich für eine gute Sache ein und hilfst damit deinen Freunden, deinem Land oder dem ganzen Planeten.
  9. Versuche, Dinge nicht mehr aufzuschieben. Halte dich von potentiellen Ablenkungen, wie z.B. deinem Computer, deinem Handy oder deinem Kühlschrank, fern. Wenn du ständig herumtrödelst, wirst du niemals etwas erreichen. Wenn du allerdings ein Ziel, das du dir gesetzt hast, erreicht hast, wirst du dich nützlicher und wertvoller fühlen. Beginne mit einer kleinen Aufgabe, z.B. ein Abendessen für deinen Freund oder Ehemann zu kochen, und wage dich langsam an größere Vorhaben heran, z.B. die Garage auszumisten.
  10. Kümmere dich gut um dich selbst. Stärke dein Selbstbewusstsein und versuche, deine Zeit und deine Fähigkeiten mehr wertzuschätzen. Du wirst niemals herausfinden, was der Sinn deines Lebens ist, wenn du dich nicht ausreichend um dich selbst kümmerst. Stelle dein Licht nicht unter den Scheffel und nimm dir ausreichend Zeit, um dich zu entspannen und auszuruhen, wenn du das Bedürfnis danach verspürst.
    • Ein Weg, wie du dich und deine Bedürfnisse wertschätzen kannst, ist es, einfach mal „Nein“ zu sagen, wenn dich jemand um etwas bittet, wofür dir die Zeit oder die Energie fehlt. Wenn du versuchst, auf allen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, wirst du nicht in der Lage sein, dich voll und ganz einer Aufgabe zu widmen.

Teil 2 von 3: Zwischenmenschliche Beziehungen pflegen

  1. Hör anderen Menschen besser zu. Konzentriere dich aktiv aufs Zuhören. Das soll heißen, dass du dich wirklich darauf konzentrieren sollst, was die andere Person zu sagen hat, anstatt dir schon einmal gedanklich zurechtzulegen, was du als nächstes sagen wirst. Zeige Interesse an den Dingen, die die andere Person gesagt hat und antworte auf eine Art und Weise, die zeigt, dass du aufmerksam zugehört hast.
  2. Sei dankbar und wertschätzend. Erkenne, was die Menschen in deinem Leben für dich tun. Diese Anerkennung wird ihnen zeigen, dass dir bewusst ist, was sie für dich tun und dass du ihre Mühen wertschätzt.
  3. Sei für die Menschen in deinem Leben da. Deine Gegenwart und Aufmerksamkeit ist eines der besten Geschenke, das du deinen Liebsten machen kannst. So kannst du ihnen vermitteln, dass sie dir sehr am Herzen liegen.
  4. Zelebriere, was die anderen Menschen in deinem Leben einzigartig macht, anstatt sie zu beschämen. Anstatt deinen Freund auszulachen, wenn er weinen muss, solltest du ihm versichern, dass du seine emotionale Offenheit wertschätzt. Anstatt dich über deine Freundin lustig zu machen, weil sie beim Kochen wild durch die Küche tanzt, solltest du einfach mittanzen.
  5. Befreie dich von Beziehungen, die schädlich für dich sind. Manche Beziehungen werden niemals funktionieren, ganz egal, wie hart du daran arbeitest. Wenn eine andere Person emotionalen Missbrauch betreibt oder sich einfach keine Zeit für dich nehmen will, ist es vermutlich an der Zeit, sich langsam von dieser Person zu entfernen. Vielleicht wirst du dich in dieser Situation nutzlos fühlen, weil du den Eindruck hast, versagt zu haben. Allerdings ist es viel wahrscheinlicher, dass du mit dieser anderen Person einfach nicht kompatibel bist und nicht, dass du nicht genug zu dieser Beziehung beigetragen oder nicht ausreichend dafür gekämpft hast. Vielleicht hat die andere Person auch gravierende Probleme, denen sie sich erst stellen muss, bevor er oder sie in der Lage ist, eine funktionierende zwischenmenschliche Beziehung einzugehen. Aus diesem Grund solltest du dir nicht die Schuld für das Scheitern der Beziehung geben.

Teil 3 von 3: Mit Stresssituationen fertigwerden

  1. Tue alles, was in deiner Macht steht. Manchmal im Leben liegt es nicht in deiner Hand, eine Situation zu ändern – deine Mutter wird immer noch krank sein, egal, was du tust. Allerdings kannst du immer für sie da sein. Du kannst dich um sie kümmern, wenn sie dich braucht. Du kannst ihr Unterstützung und Aufmunterung geben. Zwar wirst du die Situation nicht auf eine Art und Weise beeinflussen können, wie du das gerne möchtest, allerdings kannst du zumindest irgendetwas tun, um deine Gefühle der Nutzlosigkeit zu lindern.
  2. Wenn du dich mitten in einer stressigen Situation wiederfindest, solltest du kurz innehalten und tief durchatmen. Du kannst beten, meditieren oder einfach nur ein paar tiefe Atemzüge nehmen. Egal, welche Methode du wählst: Nimm dir einen Moment nur für dich und versuche, ruhiger und entspannter zu werden. Akzeptiere, dass du keine Kontrolle über die Situation hast.
  3. Konzentriere dich darauf, was gut läuft und arbeite daran, diesen Dingen mehr Platz in deinem Leben einzuräumen. Vielleicht ist deine Mutter krank, allerdings kannst du diese Situation nutzen, um mehr Zeit mit ihr zu verbringen und deine Beziehung zu ihr zu verbessern.
  4. Sprich mit anderen Menschen über deine Gefühle, die sich auch in deiner Situation befinden. Auch wenn es nichts an der Situation an sich ändern wird, wird es dir und deinen Leidensgenossen bewusst machen, dass ihr mit eurer schwierigen Situation nicht alleine seid, wodurch du andere unterstützen und aufmuntern kannst. Außerdem eröffnest du dadurch einen Raum für Diskussionen und Gespräche, wodurch deine Leidensgenossen auch eine Möglichkeit erhalten, über ihre Gefühle zu sprechen.
  5. Überprüfe dich selbst, ob du Anzeichen einer Depression zeigst. Langandauernde Stresssituationen können zu einer Depression führen und deine Gefühle der Nutzlosigkeit könnten sich als Symptom dieser Erkrankung bemerkbar machen, besonders, wenn du gleichzeitig auch noch andere Symptome bemerkst.
    • Zu den Symptomen einer Depression gehören Konzentrationsschwierigkeiten, pessimistische Gefühle, ein Desinteresse an Dingen, die du eigentlich gerne magst, extreme Müdigkeit, ständige Traurigkeit und manchmal sogar körperliche Symptome, wie z.B. Kopf- oder Bauchschmerzen.
    • Nur weil du dich manchmal traurig fühlst, heißt das noch nicht, dass du an einer Depression leidest. Eine echte Depression zeichnet sich dadurch aus, dass die Zeitspanne, in der du Gefühle des Desinteresses und der Trauer erlebst, über eine längere Zeit andauert. Wenn du den Eindruck hast, dass die Symptome beginnen, dein ganzes Leben zu bestimmen, könntest du an einer Depression leiden.
  6. Gehe zum Arzt, wenn du die Befürchtung hast, an einer Depression zu leiden. Wenn du wirklich depressiv bist, wirst du vielleicht dementsprechende Medikamente brauchen. Möglicherweise wäre es auch empfehlenswert, eine Therapie zu machen, um diverse Probleme in deinem Leben besser verarbeiten zu können, was sich auch positiv auf deine Nutzlosigkeitsgefühle auswirken wird. Denke immer daran: Eine Depression ist kein Zeichen von Schwäche! Eine Depression kann von einem traumatischen Ereignis in deinem Leben verursacht werden oder du könntest an einem chemischen Ungleichgewicht leiden, das behandelt werden muss, um die Depression in den Griff zu bekommen. Außerdem können bestimmte Medikamente, deine Gene und andere Probleme, wie z.B. bestimmte Krankheiten, das Auftreten einer Depression begünstigen.

Tipps

  • Wenn du anderen hilfst, wirst du dich nützlich und gebraucht fühlen.
  • Erkenne, welchen Beitrag du für andere Menschen leistest.

Warnungen

  • Konsultiere unverzüglich einen Arzt, wenn du dich um deine mentale Gesundheit sorgst.
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