Bluescreen in Windows beheben

Ein Bluescreen-Fehler, auch bekannt als Blue Screen of Death (BSOD), kann ein frustrierendes Erlebnis sein. Die Fehlermeldung gibt meist nie die eindeutige Fehlerursache an und erweckt den Anschein, dass der lästige blaue Bildschirm zufällig erscheint. Folge dieser Anleitung, um die Fehler zu diagnostizieren und zu beheben, die solche Bluescreens verursachen.

Methode 1 von 3: Diagnose des Problems

  1. Stelle fest, ob du in letzter Zeit irgendwelche Änderungen vorgenommen hast. Die häufigste Ursache für einen Bluescreen sind kürzliche Veränderungen an der Hardware oder den Einstellungen des Computers. Oftmals steht der Fehler in Verbindung mit Treibern, die installiert oder aktualisiert wurden. Bei Treibern handelt es sich um Software, die es deiner Hardware erlaubt, mit Windows zu kommunizieren.
    • Da theoretisch unendlich viele Hardware-Konfigurationen möglich sind, ist es unmöglich, Treiber für jedes mögliche System zu testen. Das bedeutet, dass ein Treiber manchmal nach der Installation kritische Fehler verursacht, wenn er mit der Hardware kommunizieren will.
  2. Überprüfe die internen Bauteile deines Computers. Manchmal kann eine lockere Verbindung im Inneren deines Computergehäuses einen Bluescreen verursachen. Öffne dein Gehäuse und überprüfe, ob alle Kabel fest verbunden sind und alle Karten richtig in ihren Steckplätzen sitzen.
    • Bei Laptops erweist sich das als schwieriger. Du kannst die Festplatte und den Arbeitsspeicher überprüfen, um sicherzugehen, dass sie richtig verbunden sind. Entferne die Verkleidung an der Rückseite, die deine Festplatte und den Arbeitsspeicher abdeckt. Drücke die Komponenten mit etwas Kraft in ihre Steckplätze.
  3. Überprüfe die Temperatur deiner Bauteile. Überhitzung kann Fehlfunktionen deiner Hardware verursachen. Die Grafikkarte ist das Bauteil, welches am häufigsten zu heiß wird, gefolgt vom Prozessor.
    • Du kannst die Temperatur entweder im BIOS oder mit entsprechender Software unter Windows auslesen.
  4. Teste deinen Arbeitsspeicher. Eine häufige Ursache von Systemabstürzen ist ein fehlerhafter RAM-Riegel. Wenn dein Arbeitsspeicher fehlerhaft ist, nimmt die Stabilität deines Systems ab. Du kannst deinen RAM mithilfe des Programms "memtest86" testen. Dieses Programm kannst du kostenlos im Internet herunterladen. Zum Ausführen musst du es auf eine bootfähige CD brennen.
    • Starte deinen Computer neu und führe das memtest-Programm aus. Dieses wird automatisch damit beginnen, den Arbeitsspeicher deines Computers zu testen. Dieser Vorgang kann einige Minuten dauern. Für die besten Resultate solltest du mehrere Testdurchläufe abwarten. Memtest läuft solange weiter, bis du es manuell abbrichst.
  5. Teste deine Festplatte. Führe das chkdsk-Dienstprogramm auf deiner Festplatte aus, um nach Fehlern zu suchen und mögliche Probleme zu beseitigen. Eine kaputte Festplatte kann Bluescreens aufgrund von beschädigten Dateien verursachen. Um chkdsk auszuführen, öffne deinen Arbeitsplatz und klicke mit der rechten Maustaste auf das Laufwerk, das du scannen möchtest. Wähle aus dem Dialogmenü die Option "Eigenschaften" aus.
    • Wechsle im Fenster "Eigenschaften" zur Registerkarte "Tools".
    • Klicke im Abschnitt "Fehlerüberprüfung" auf "Jetzt Prüfen". Windows fordert dich anschließend auf, den Computer neu zu starten, damit die Überprüfung des Laufwerks beginnen kann.
  6. Entferne alle unnötigen Bauteile aus deinem Computer. Eine Möglichkeit, um das Problem einzugrenzen, ist das Ausbauen jeglicher nicht zwingend notwendiger Hardware. Wenn der Fehler dadurch verschwindet, hast du die Gewissheit, dass es an einem der ausgebauten Teile liegt.
    • Ein Desktop-PC benötigt Mainboard, CPU, Festplatte, Netzteil, RAM und eine Tastatur. Schließe deinen Monitor falls möglich an den Monitor-Port deines Mainboard an, damit du deine Grafikkarte ebenfalls ausbauen kannst. Alle anderen Bauteile können zur Eingrenzung des Fehlers entfernt werden.
    • Wenn dein Computer nach dem Ausbauen der unwichtigen Bauteile fehlerfrei läuft, baue die Teile einzeln wieder ein, bis die Fehlermeldung erneut auftritt. Dadurch kannst du ermitteln, welche Hardware deinen Computer zum Absturz bringt.
    • Diese Methode funktioniert nicht auf Laptops, da sich die Bauteile nicht (ohne großen Aufwand) entfernen lassen.

Methode 2 von 3: Auswertung der Fehlermeldung

  1. Stelle deinen Computer so ein, dass er nach dem Auftreten des Bluescreens anhält. Oftmals fährt der Computer bereits neu hoch, bevor du eine Chance hattest, die Inhalte des Bluescreens näher zu betrachten. Deswegen musst du deinen Computer so einstellen, dass er beim Bluescreen anhält, damit du dir die notwendigen Informationen notieren kannst.
    • Öffne die Systemeigenschaften. Um dorthin zu gelangen, drücke die Windows- und die Pause-Taste auf deiner Tastatur. Das funktioniert in allen Versionen von Windows.
    • Klicke auf "Erweiterte Systemeinstellungen". Benutzer von Windows XP befinden sich bereits in diesem Menü.
    • Klicke im Abschnitt "Starten und Wiederherstellen" auf "Einstellungen".
    • Entferne im Abschnitt "Systemfehler" das Häkchen neben "Automatisch Neustart durchführen". Klicke auf "Anwenden", um deine Änderungen zu speichern. Wenn das nächste Mal ein Bluescreen auftritt, wird ihn dein Computer anzeigen und solange anhalten, bis du ihn manuell neu hochfährst.
  2. Jetzt musst du nur noch warten, bis dein System erneut abstürzt. Wenn der Bluescreen das nächste Mal auftaucht, notiere dir die Informationen auf dem Bildschirm. Gib diese Daten online in eine Suchmaschine ein, um zu sehen, welches Programm oder welches Bauteil diese Fehlermeldung produzieren könnte:
    • The problem seems to be caused by the following file: - Notiere dir die angezeigte Datei sowie die darunter beschriebene Fehlermeldung.
    • STOP - Kopiere die erste Code-Zeile nach der STOP-Nachricht.

Methode 3 von 3: Beheben des Problems

  1. Fahre deinen Computer im abgesicherten Modus hoch. Falls Windows sich aufgrund des Bluescreens nicht starten lässt, dann versuche, im abgesicherten Modus hochzufahren. Dort hast du unter Umständen die Möglichkeit, den Fehler zu beheben. Drücke beim Hochfahren wiederholt auf die F8-Taste, bis das Windows-Boot-Menü erscheint. Wähle die Option "Abgesicherter Modus mit Netzwerktreibern", um deinen Computer in einer abgespeckten Version von Windows zu starten. Darin hast du Zugriff auf den Geräte-Manager, das Internet und andere Systemwerkzeuge.
  2. Lasse deinen Computer auf Viren überprüfen. Manchmal sind Viren und Malware die Ursache von deinem Bluescreen-Problem. Stelle sicher, dass du die aktuellste Version von deinem Antivirenprogramm installiert hast und führe einen vollständigen Systemscan durch, um jegliche Bedrohungen ausfindig zu machen.
  3. Repariere deine Windows-Installation. Das ist eine schnelle Alternative zur vollständigen Neuinstallation von Windows, da es nur die wichtigen Systemdateien kopiert. Diese Methode ist nützlich, wenn eine wichtige Datei beschädigt wurde und dadurch Abstürze verursacht werden.
    • Um eine Reparatur durchzuführen, lege deine Windows-CD ein und boote deinen Computer von ihr. Wähle im Setup aus, dass du deine Windows-Installation reparieren möchtest. Daraufhin werden deine alten Windows-Systemdateien gelöscht und von neuen ersetzt. Du verlierst keine persönlichen Daten.
  4. Mache Treiber-Updates rückgängig. Falls das Problem durch die Hardware verursacht wird, solltest du als Erstes versuchen, die Treiber-Updates rückgängig zu machen. Dabei wird eine ältere Version deiner Treiber-Software installiert, wodurch der Gerätekonflikt möglicherweise beseitigt wird.
    • Öffne zunächst deinen Geräte-Manager. Dazu kannst du das Startmenü öffnen und mit der rechten Maustaste auf Arbeitsplatz/Computer klicken. Wähle "Eigenschaften" und dann "Geräte-Manager". Falls du Windows 8 verwendest, drücke Windows + X und wähle den Geräte-Manager aus der Liste aus.
    • Wähle die Hardware, für die du ältere Treiber installieren willst. Möglicherweise musst du dafür einige Kategorien erweitern, um das Gerät zu finden. Klicke mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Gerät und wähle "Eigenschaften".
    • Klicke auf die Registerkarte "Treiber". Wähle die Option "Vorheriger Treiber" und bestätige, dass du den vorherigen Treiber installieren möchtest.
    • Sobald der alte Treiber installiert ist, verwende deinen PC ganz normal, um zu überprüfen, ob der Fehler erneut auftritt. Aktualisiere den Treiber NICHT erneut, bevor eine neuere Version veröffentlicht wurde.
  5. Mache Windows-Updates rückgängig. Falls die Installation von alten Treibern keine Lösung für das Problem gebracht hat, solltest du es in Betracht ziehen, eine ältere, funktionierende Installation von Windows wiederherzustellen. Dadurch kannst du herausfinden, ob die Windows-Updates verantwortlich für die Bluescreens sind.
    • Öffne die Systemwiederherstellung. Suche dazu am besten in der Suchleiste deines Startmenüs nach "Systemwiederherstellung". Öffne das Programm und wähle ein Datum aus dem Kalender, an dem das Problem noch nicht aufgetreten war.
    • Dadurch werden alle Updates und Einstellungen auf den Stand des ausgewählten Datums zurückgesetzt und alle danach installierten Windows-Updates entfernt. Verwende diese Methode, um festzustellen, ob ein bestimmtes Windows-Update für deine Systemfehler verantwortlich ist.
  6. Räume Speicherplatz auf deiner Festplatte frei. Wenn du nicht ausreichend freien Speicherplatz auf der Festplatte mit deiner Windows-Installation hast, kann das zu Systemabstürzen führen. Entferne unnötige Dateien und Programme, falls du weniger als 15% freien Speicherplatz hast.
  7. Installiere neue Updates und Treiber. Falls das Zurücksetzen deiner Treiber und Updates nicht funktioniert hat, könnte die Installation der neuesten Treiberversionen und Updates (wenn sie nicht bereits installiert sind) möglicherweise Abhilfe verschaffen. Überprüfe im Systemprogramm "Windows Update", ob es neue Updates für dein System oder deine Hardware gibt.
    • Öffne dein Startmenü und suche nach "Windows Update". In Windows 8 drückst du die Windowstaste, um zum Metro-Interface zu wechseln, und gibst dort "Windows Update" ein.
  8. Installiere Windows neu. Wenn du die Fehlerursache nicht lokalisieren konntest, solltest du es mit einer Neuinstallation von Windows versuchen, um deinen Computer zurückzusetzen. Stelle sicher, dass du Sicherungen von deinen wichtigen Dateien angelegt hast, da deine Festplatte bei diesem Vorgang formatiert wird.
    • Falls der Bluescreen durch ein fehlerhaftes Bauteil verursacht wird, ist eine Neuinstallation von Windows keine Lösung. In diesem Fall musst du die Hardware austauschen, die das Problem verursacht.
  9. Ersetze fehlerhafte Bauteile. Falls aktualisierte Treiber und Windows-Updates den Fehler nicht behoben haben, musst du möglicherweise ein Bauteil ausbauen und ersetzen. Bei einem Laptop ist dieser Schritt sehr bedenklich, da der Ausbau und das Ersetzen von Hardware, abgesehen vom Arbeitsspeicher, äußert schwierig und teuer sein kann.
    • Falls der RAM-Test auf einen fehlerhaften Arbeitsspeicher hindeutet, solltest du den fehlerhaften RAM-Riegel schnellstmöglich ersetzen.
    • Wenn die Überprüfung deiner Festplatte Fehler anzeigt, solltest du eine Sicherung deiner Daten anlegen und eine neue Festplatte einbauen. Wenn sich deine Windows-Installation auf der alten Festplatte befunden hat, musst du Windows neu installieren.
    • Falls die Ursache bei deiner Grafikkarte liegt, könnte ein Ersatz kostspielig werden. Öffne dein Gehäuse und tausche die alte Karte gegen die neue aus. Bei Laptops ist es fast ausgeschlossen, dieses Problem zu beheben.

Tipps

  • Wenn die STOP -Fehlermeldung erscheint, versuche zunächst alle nicht benötigten Bauteile auszubauen. Wenn dein Computer erfolgreich hochfährt, beginne die Fehlersuche bei den Hardware-Treibern und aktualisiere sie bzw. installiere sie neu.

Warnungen

  • Führe keine Änderungen am Systemstart oder der Registry durch, wenn du nicht das nötige Fachwissen besitzt.
  • Bevor du eine Reparatur deiner Installation durchführst oder deinen Computer zur letzten funktionierenden Konfiguration zurücksetzt, solltest du deine Daten im abgesicherten Modus auf eine externe Festplatte kopieren.
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