Glas bemalen

Wie bei den meisten Farben üblich, gibt es Glasmalfarben auf Basis von Wasser oder Öl. Glasmalerei macht besonders viel Spass, weil die glatte Oberfläche Farben brillant zur Geltung bringt und weil Glas insgesamt viele Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Wenn du die Grundlagen von Glasmalerei lernen möchtest, bist du hier genau richtig!

Teil 1 von 3: Vorbereitung

  1. Nimm die Farbe genau in Augenschein. Bei Glasmalfarbe solltest du auf Transparenz, Farbpalette, Beständigkeit und Handhabung achten.
    • Transparenz: Wie durchscheinend ist die Farbe, die du kaufen möchtest? Glasmalfarbe gibt es sowohl in transparent also auch deckend. In der Regel werden deckende Farben auf Basis von Acryl hergestellt und transparente auf Basis von Kunstharz. Bei transparenten Farben hast du häufig die Wahl zwischen glänzend und matt.
    • Farbpalette: Suche nach einer Farbkarte mit Beispielbildern der Farbe auf Glas, denn häufig sehen die Farben auf der Farbkarte anders aus, als die direkt auf das Glas aufgetragenen.
    • Beständigkeit: Die Haltbarkeit mancher Farben lässt sich durch Backen im Backofen erhöhen. Das wird besonders interessant bei Gebrauchsgegenständen wie Weingläsern.
    • Handhabung: Wie leicht lässt sich die Farbe auftragen? Benötigst du spezielle weitere Materialien oder kannst du selber Schablonen erstellen?
  2. Farbauswahl. Du hast die Wahl zwischen verschiedenen Farben. Für dekorative Glasmalerei lassen sich die Farben in drei Kategorien einteilen:
    • Lackfarben, die auf Glas und anderen glatten Oberflächen verwendet werden können.
    • Acrylfarben, denen man vor Gebrauch etwas beimischen muss, um sie auf Glas verwenden zu können.
    • Spezielle lösemittelhaltige Farbe.
    • Beachte, dass gute Qualität ihren Preis hat. Günstige Farbe mag die richtige Wahl für den Anfang sein, wenn du erst einmal schauen willst, ob dir Glasmalerei liegt. Bei Ausstellungsstücken oder hochwertigen Materialien empfiehlt es sich, in qualitativ hochwertige Farben zu investieren. Günstige Farbe lässt sich häufig weniger gut auftragen, ist weniger licht- und witterungsbeständig und leuchtet nicht so brillant.
  3. Die Wahl des Pinsels. Du benötigst keine speziellen Pinsel. Benutze ruhig die Pinsel, die du bereits hast- Haarpinsel oder Borstenpinsel, aus synthetischen Haaren oder gemischten Haaren. Manche bevorzugen Echthaarpinsel, da sie sehr weich sind. Grundsätzlich können aber alle Pinsel verwendet werden, die sich für die Farbe eignen.
    • Benutze Kunsthaar- oder Echthaarpinsel nach Wahl. Kunsthaarpinsel eignen sich für eine gröbere Optik, während Echthaarpinsel weiche Übergänge und regelmäßige Farbverteilung ermöglichen.
  4. Das Glas säubern. Stelle vor Beginn sicher, dass das Glas staub- und fettfrei ist.
  5. Lies und befolge die mitgelieferte Anleitung. Bei manchen Glasmalfarben muss vorher eine Grundierung und hinterher eine Schutzschicht aufgetragen werden. Einfach drauflos malen kann nach hinten losgehen!

Teil 2 von 3: Malen

  1. Lege das Motiv mit Bleiband aus. Dazu kannst du nach Wahl Bleiband oder Konturblei verwenden. Benutze eine Schablone, ein Gel Medium oder male Freihand.
    • Alternativ kann man auch Permanentmarker für die Umrisse benutzen. Die Linien werden unsichtbar, nachdem sie übermalt und gebacken wurden. Blei und Farbe vermischen sich ebenfalls nicht.
  2. Benutze eine Pipette, um Farbe in jedem Bereich aufzutragen. Du hast diese Möglichkeiten: Tropfe die Farbe in die einzelnen Bereiche. Wenn du feststellst, dass du Lücken ohne Farbe hast, dann kannst du die Farbe durch vorsichtiges Hin- und Herstreichen mit einem Zahnstocher verteilen. Dadurch lassen sich auch kleine Luftbläschen wegwischen, die beim Auftragen der Farbe entstanden sind.
  3. Fülle das Motiv mit Glasmalfarbe aus. Das aufgetragene Blei verhindert, dass sich die Farben unkontrolliert verteilen.
    • Benutze eine Schablone zum Aufkleben. Diese Schablonen werden auf der Rückseite des Glases aufgebracht und lassen sich so einfach abmalen.
  4. Benutze einen Schwamm (optional). Mit einem Schwamm lässt sich die Farbe gleichmäßig und eben auftragen. Er eignet sich somit besonders beim Ausfüllen von sehr großen Flächen oder Bemalen von ganzen Gegenständen.

Teil 3 von 3: Brennen

  1. Die Farbe fixieren. Im Backofen eingebrannte Farben halten länger als einfach getrocknete. Wenn dir das Brennen zu aufwendig ist, lassen sich Alternativen finden.
    • Farben auf Harzbasis können entfernt werden, solange sie nicht gebrannt wurden. Wenn du diese Farbe benutzt und dich vermalst, dann kannst du sie einfach wieder entfernen. Die Farbe wird wirklich erst permanent haltbar, nachdem sie gebrannt wurde.
  2. Folge den Anleitungen auf den Malsets für das Brennen. Verschiedene Farben haben verschiedene Brennvorgaben, sieh also genau nach, bevor du dein Glas in den Ofen schiebst.
    • Es gibt Gläser, die erst nach 30 Minuten bei ca. 150°C richtig gebrannt sind. Lasse das Glas nach dem Brennen gut abkühlen.

Tipps

  • Bedenke, dass die meisten Motive von der Rückseite, also von der Seite, die du nicht bemalt hast, betrachtet werden. In diesem Fall brauchst du dir keine Sorgen machen, wenn du ein bisschen über den Bleirand gemalt hast. Der Betrachter sieht den Bleirand, und dieser verdeckt den Ausrutscher einfach.
  • Halte Terpentinersatz oder Ähnliches bereit, damit du Fehler schnell korrigieren kannst.

Warnungen

  • Vergiss beim Kauf der Farbe nicht, dass es transparente und matte Farben gibt. Schau lieber zwei Mal hin, damit du am Ende den Farbton und Effekt bekommst, den du erreichen möchtest. Es ist ärgerlich und teuer, wenn du die Farbe neu kaufen musst.
  • Wenn du die Farbe verdünnen möchtest, dann achte darauf, langsam zu rühren. Schütteln oder starkes Rühren bringt Luftblasen in die Farbe, die sich kaum wieder entfernen lassen und beim Malen stören.
  • Es ist empfehlenswert, die Farbe in der richtigen Konsistenz aufzubewahren. Sie sollte nicht zu dünn sein aber auch nicht so dick, dass sie klumpt.
  • Lass das Glas unbedingt abkühlen, bevor du es berührst.
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