Tanzen ohne sich zu blamieren

Wenn es dir zu peinlich ist, in der Öffentlichkeit zu tanzen, entgeht dir vielleicht eine ganze Menge Spaß und energiegeladenes Feiern mit deinen Freunden. Dabei kostet es nicht viel Mühe, sich ein paar grundlegende Bewegungen anzueignen und sich auf die Tanzfläche zu begeben, wenn auch nur kurz, und es wird mit Sicherheit dafür sorgen, dass deine Freunde aufhören dich aufzuziehen weil du nicht tanzen willst. Mit ein bisschen Übung zuhause, dem Einstudieren von ein paar Grundschritten und der richtigen Attitüde wirst du bald deinen Weg auf die Tanzfläche finden, ohne dass du dich dabei blamierst.

Vorgehensweise

  1. Verschanze dich in einem Raum. Finde einen Raum, der groß genug zum Tanzen ist, ohne dass du dich an etwas stößt, und wo du von niemandem gestört wirst. Entferne alles was zerbrechlich ist und scheuche Haustiere aus dem Zimmer, wenn du befürchtest sie könnten auf schnelle Bewegungen und laute Musik schlecht reagieren. Besteche Geschwister, damit sie ins Kino gehen.
    • Dreh die Musik auf – wähle Musik bei der dir nach Tanzen zumute ist, und bei der du dich gut fühlst.
    • Zieh bequeme Kleidung an, in der du dich flexibel bewegen kannst. Trage keine Sachen, in denen dir heiß wird oder die dich beengen.
  2. Tanz vor einem Spiegel. Das ermöglicht dir, dich zu beobachten, und zu erforschen, welche Tanzbewegungen gut aussehen, und ebenso welche du lieber lassen solltest. Du solltest auch wissen, dass Spiegel die Eigenschaft haben, dir ein besseres Gefühl zu geben, weil man sich selbstsicherer fühlt.
    • Fange an zu tanzen und deine Bewegungen zu beobachten. Schenke vor allem den guten Schritten Beachtung.
    • Erlaube dir selber zu experimentieren und das zu machen, was sich zu der Musik gut anfühlt. So kannst du deinen eigenen Tanzstil finden.
  3. Wenn nichts gut aussieht, halte dich an die Grundlagen.
    • Bewege deinen linken Fuß nach links, nimm ihn zurück, strecke dann deinen rechten Fuß zur Seite. Nimm ihn zurück. Diese einfachen Bewegungen behältst du im Rhythmus der Musik bei, egal ob schnell oder langsam.
    • Eine andere Herangehensweise ist, einfach auf deine Füße zu zeigen und dich im Takt zu bewegen. Obwohl das nicht wirklich Tanzen ist, wird es zumindest so aussehen als seist du mit der Musik und mit dem Tanzen beschäftigt.
    • Bleibe entspannt. Lass deine Knie, Arme und Hände locker und kippe deine Hüfte leicht nach vorne.
    • Sieh dir DVDs an, um bestimmte Tänze zu erlernen, wo du weißt dass man dich auffordern wird mitzumachen. Wenn es sich um einen wirklich besonderen Anlass handelt, wie eine Hochzeit oder einen Jahrestag, kannst du in Erwägung ziehen, ein paar Tanzstunden zu nehmen um die Grundlagen zu erlernen. Auch wenn du nur den ersten Walzer tanzt ist das besser, als zu offenbaren dass es verlorene Liebesmüh ist zu versuchen dich zu überreden.
  4. Höre auf dich beim Tanzen unsicher zu fühlen. Für viele Leute besteht der Wunsch, sich vor dem Tanzen zu verstecken, zu einem großen Teil darin, dass sie fürchterlich befangen sind und sich Sorgen darüber machen, wie über sie geurteilt wird. Da das alles überwiegend in deinem Kopf stattfindet, und Tanzen ganz im Gegenteil für jeden etwas ist, egal wie ungeübt er ist, ist es eine gute Idee dich mit deinen Gedanken zu beschäftigen. Dinge über die du nachdenken kannst sind:
    • Spüre die Bewegungen. Statt dich zu sehr auf die jeweiligen Schritte zu konzentrieren, denke besser darüber nach, wie es sich anfühlt. Je mehr du zulässt, dass dein Körper das Denken übernimmt, desto mehr "Muskelgedächtnis" entwickelst du, und gleichzeitig zerbrichst du dir weniger den Kopf.
    • Nimm dir die Kritik der Leute nicht zu Herzen. Manche Leute werden über dich lachen, weil sie sich genauso für ihren eigenen Tanzstil schämen und sie meinen sie haben eine(n) Gleichgesinnte(n) gefunden - sie lachen also mit dir, nicht über dich. Andere bemängeln in guter Absicht etwas an dir mit der Erwartung, dass du, wenn du ihnen zuhörst, sogar den ein oder anderen Tanzschritt von ihnen lernen könntest; erkenne in diesem Fall die freundliche Geste und lerne von ihnen. Versuche es zumindest, und wenn du ihren Vorschlag nicht magst, musst du ja nicht dabei bleiben.
    • Trenne dich vom Spiegel. Ein Spiegel kann dazu führen, dass du befangener wirst und unzufriedener mit deinen Bewegungen. Wenn du den Eindruck hast, dass der Spiegel dich steifer werden lässt und du dich in Pose wirfst statt zu tanzen, dann ist der Spiegel nicht das Richtige für dich. Der Spiegel sollte deine Freude widerspiegeln, nicht deine angeborene Fähigkeit zu Tanzen einschränken.
  5. Bewege dich aus deinem Übungsraum in die Öffentlichkeit hinaus. Ziehe dich gut an; wenn dein Tanzen weiterhin nur solala ist, siehst du zumindest gut aus!
    • Sieh dich auf der Tanzfläche um, um einen Eindruck davon zu bekommen, was die Anderen machen, bevor du mitmachst. Wenn sie schnell tanzen und du nur langsam tanzen willst, oder andersrum, warte bis sich das Tempo ändert.
    • Wenn du alt genug dafür bist, nimm einen Drink zu dir um locker zu werden, meide es aber dich zu betrinken, oder du wirst am nächsten Tag wirklich etwas haben, wofür du dich schämen musst. Wenn du nicht trinken kannst oder willst, probiere ein paar Atemübungen aus und sage dir selber dass du tanzen kannst, um ruhig zu bleiben und eine positive Einstellung zu bewahren. Sag dir selber: "Ich kann genauso gut tanzen wie diese Leute. Ich tanze gerne. Ich bin ein guter Tänzer."
    • Gehe zusammen mit einem Freund oder einer Freundin. Es ist immer einfacher, seinen Mut zusammen zu nehmen und etwas zu machen, das einem Sorgen bereitet, wenn man Unterstützung hat. Er oder sie kann dir helfen dich zu ermutigen und dich sogar auf die Tanzfläche führen, um dir Starthilfe zu geben.
  6. Wage dich aufs Parkett. Wenn die Tanzfläche spärlich besetzt ist, versuche dich neben jemanden zu stellen, dessen Tanzmoves viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ob sie gut sind oder schlecht. Das bedeutet, dass die Aufmerksamkeit bei jemand anderem als bei dir liegt, und du wirst nicht das Gefühl haben, dass viele Leute ihre Augen auf dich gerichtet haben. Es hilft auch zu verstehen, dass einige Leute auf der Tanzfläche sich genauso unsicher fühlen wie du, die meiste Zeit aber niemand andauernd beobachtet oder beurteilt was jeder Einzelne tut, schwimme also mit dem Strom.
    • Meide um jeden Preis Tanzkreise. Sorge dafür, dass du in sicherer Entfernung von der Mitte am äußeren Rand stehst und keine unnötige Aufmerksamkeit auf dich ziehst.
  7. Versuche so auszusehen als hättest du Spaß. Das trägt viel dazu bei, dass dein Tanzstil funktioniert; wenn du selber Spaß daran hast, kann jeder ungewöhnliche Schritt den du machst sogar kopiert werden, wenn jemand "auch etwas von dem haben will, was du hast" - Spaß! Lächle viel und lache von Zeit zu Zeit, und gehe immer mit der Musik.
    • Stelle Augenkontakt mit den Leuten um dich herum her. Starre nicht auf den Boden.
    • Verhalte dich, als ob du genau wüsstest, was du tust, und dein Selbstbewusstsein wird dir folgen.
    • Halte deine Hände zu jeder Zeit auf oder unter Schulterhöhe. Damit ist sicher gestellt, dass du nicht unabsichtlich einen anderen Tänzer anrempelst. Außerdem sind strampelnde Arme der sicherste Weg, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen!
  8. Mache mit den anderen mit. Sei vorsichtig, dass du nicht jemanden nachmachst, denn das wirkt unheimlich; lass dich einfach von der Menge und von der Musik leiten.
    • Wenn du einen Partner oder Freund dabei hast, folge ihren Bewegungen wenn du dir unsicher bist, was du tun sollst. Es wird denjenigen bestimmt nicht stören, wenn du dich ein wenig führen lässt.
    • Tritt anderen nicht auf die Füße. Halte dich an deinen persönlichen Raum.
  9. Verzichte auf verrückte Dancemoves. Wenn dich eine plötzliche Laune dazu verleitet, Breakdancen zu wollen oder die Moves vorzuführen, die Usher oder Justin Timberlake auf der Bühne machen, leg eine Pause ein! Mit so etwas wirst du schlagartig die Aufmerksamkeit auf dich ziehen und dich unweigerlich blamieren, außer du bist tatsächlich so begabt, diese Bewegungen ausführen zu können.
    • Andere Dinge die du besser nicht machst sind: Dich wie John Travolta in "Saturday Night Fever" aufführen, auf und ab springen, auf deiner Lippe kauen, den Can-can tanzen, Headbanging und laut rufen.
    • Fange keine Polonaise an. Wenn du bei einer mitmachen willst, dann mach das, aber sei nicht derjenige, der damit anfängt!
    • Vermeide es, Perreo (Grinding) zu tanzen. Außer wenn du die Person, mit der du tanzt, wirklich, wirklich gut kennst, kann der Perreo sehr peinlich sein oder dazu führen, dass dein Tanzpartner dich einfach stehen lässt.
  10. Wisse wann es Zeit ist aufzuhören. Wenn du eine Weile lang getanzt hast und deinen Spaß hattest ist es an der Zeit, die Tanzfläche zu verlassen, bevor du etwas Albernes machst. Die Idee die dahinter steckt, dass du dich an das Tanzen in der Öffentlichkeit gewöhnst ist, dass du es langsam angehst und kleine Schritte machst. Mit der Zeit wirst du weniger verlegen sein. Meide es, bei deinen ersten paar Malen auf der Tanzfläche zu viel zu machen, damit du weiterhin ein gutes Gefühl hast was dein Tanzen anbetrifft und du auch die Gelegenheit hast, dich hinzusetzen und dich zu unterhalten oder ein paar Cocktails zu probieren. Belohne dich, wenn dir das Tanzen gut gelungen ist; du hast dich getraut, es ausprobiert, und warst erfolgreich. Alles was du tun musst ist tatsächlich die Musik zu spüren.

Tipps

  • Familienmitglieder und Freunde, die dich nicht unterstützen, können zuhause bleiben.
  • Denke daran, dass schon dich hinaus zu wagen und den Leuten zu zeigen, was du drauf hast, mutig genug ist.
  • Beginne mit einer kleineren Party unter Freunden wo getanzt wird und wo du dich vollkommen wohl fühlst. So kannst du lernen, dich nicht so sehr auf dich zu konzentrieren, sondern Spaß in einer kleinen Gruppe zu haben. Du wirst bald merken, dass niemand ein perfekter Tänzer ist, das Wichtigste ist der Spaß an der Sache!
  • Es ist eine schlechte Idee, eine einzige Person nachzumachen, aber wenn zwei oder drei Leute mitmachen, kannst du auch einsteigen. Niemand wird es merken und andere werden mit dir mitmachen, wie du mit ihnen. Es ist ein sicherer Schritt, eine Bewegung weiterzuleiten die gerade gut ankommt, besonders wenn du selber es spontan magst.
  • Es ist sexy, die Bewegungen deines Partners aufzunehmen und sie zu spiegeln, während ihr dabei Augenkontakt haltet. Wenn dein Tanzpartner dich dazu angestiftet hat mitzutanzen, wird das als Enthusiasmus und Flirten gewertet, besonders wenn er oder sie ernsthaft mit dir flirtet. Wenn er es nicht ernst meint, versuche auch du nicht zu sehr zu flirten, außer du machst es als spaßige Einlage. Es gibt einen Unterschied zwischen Augenkontakt der aussagt "du hast meine Aufmerksamkeit" und solchem der sagt "du bist heiß".
  • Wenn du versuchst, deine Befangenheit beim Tanzen zu überwinden, denke an die Vorteile, die Tanzen hat. Studien belegen dass Tanzen wohltuende und sogar therapeutische Auswirkungen hat, es bekämpft zum Beispiel Nervosität, Depression, Feindseligkeit und wirkt sogar einem öden Sexleben entgegen.
  • Gesellschaftstänze eignen sich gut, wenn du eine Frau bist; lass dich von dem Mann führen und versuche ihm nicht auf die Füße zu treten. Stell dich nur nicht auf seine Zehen, denn dann wird er wissen, dass du nicht den blassesten Schimmer hast, was du da tust. Bewege einfach deine Füße einen nach dem anderen wie auf einer Schachtel.

Warnungen

  • Dafür braucht man starke Nerven, sollte aber jemand über dich lachen, benimm dich albern und mache bewusst lustige Bewegungen. Hör zu, wie sich das Lachen verändert - spöttisches Lachen und tiefe Bewunderung hören sich vollkommen unterschiedlich an, außerdem erntet spöttisches Lachen nie eine Runde Applaus am Ende. Wenn Leute klatschen und dich ansehen bedeutet das, dass sie dachten du warst absichtlich lustig; verneige dich, setz ein Lächeln auf und hab Spaß.
  • Wenn du es kannst und willst, kannst du Breakdancen oder einen Flip machen, du solltest dich aber vorher dehnen und in dich gehen, besonders wenn das letzte Mal schon eine Weile her ist. Weißt du was wirklich peinlich wäre? Wenn du dir vor aller Augen einen Muskel zerren würdest!
  • Meide den Ententanz, den Opa-Tanz und das Headbangen.
  • Wenn du Headbangen willst, triff dabei niemanden mit deinem Kopf und verpasse ihnen keinen Kopfstoß.

Was du brauchst

  • Musik
  • Genug Platz zum Tanzen
  • Einen Spiegel (optional)
  • Einen Partner (optional)
Information
Users of Guests are not allowed to comment this publication.