Einen Luftballon mithilfe von Backsoda und Essig aufblasen

Hier lernst du, wie du einen Luftballon mit haushaltsüblichen Kochzutaten aufblasen kannst. Luftballons, die auf diese Weise aufgeblasen werden, sind mit Kohlendioxid gefüllt, das bei der Reaktion der zwei chemischen Stoffe entsteht. Sie enthalten kein Helium und werden daher nicht schweben können.

Teil 1 von 2: Den Luftballon aufblasen

  1. Gieße etwas Essig in eine Plastikflasche. Nimm eine Wasserflasche aus Plastik oder eine andere Plastikflasche mit schmalem Hals. Gieße 2,5 bis 5 cm Essig in die Flasche. Benutze hierzu einen Trichter, wenn du einen hast, und nimm für optimale Ergebnisse 'white Vinegar'. Im deutschsprachigen Raum entspricht das in etwa dem Branntweinessig; man kann jedoch auch Essigessenz mit Wasser mischen, um das gleiche Ergebnis zu erhalten.
    • Du kannst es auch mit jeder anderen Essigart versuchen, doch das Aufblasen könnte dann länger dauern oder mehr Essig erfordern. Andere Essigarten sind zudem meistens teurer.
    • Essig kann Metallbehälter beschädigen, was dazu führen könnte, dass Lebensmittel oder Getränke, die in ihm aufbewahrt werden, einen unangenehmen Geschmack annehmen. Wenn du keine Plastikflaschen hast, verwende eine Flasche aus qualitativ gutem, rostfreien Stahl, um das Risiko, dass so etwas passiert, zu minimieren. Den Essig mit der gleichen Menge Wasser zu verdünnen, könnte ebenfalls helfen, ohne das Aufblasen des Luftballons zu verhindern.
  2. Benutze einen Trichter oder Trinkhalm, um etwas Backsoda in einen unaufgeblasenen Luftballon zu füllen. Es ist dir überlassen, welche Farbe und Form der Luftballon hat. Halte ihn locker am Hals fest, sodass die offene Seite zu dir zeigt. Wenn du einen Trichter hast, dann stecke ihn in die Öffnung und gib etwa zwei Teelöffel (30 ml) Backsoda in den Luftballon oder fülle den Luftballon einfach bis zur Hälfte mit Backsoda auf.
    • Wenn du keinen Trichter hast, dann kannst einen Trinkhalm aus Plastik in eine Packung Backsoda stecken. Lege dann einen Finger auf das Loch oben am Trinkhalm, stecke den Trinkhalm in den Luftballon und nimm den Finger vom Loch herunter. Klopfe leicht auf den Trinkhalm, damit das gesamte Backsoda herausfällt und wiederhole diesen Vorgang, bis der Luftballon zu mindestens 1/3 voll ist.
  3. Stülpe den Hals des Luftballons über den Flaschenhals. Achte darauf, dass du kein Backsoda verschüttest. Halte den Ballonhals mit deinen Händen fest und ziehe ihn über den Hals der mit Essig gefüllten Plastikflasche. Bitte einen Freund, die Flasche festzuhalten, wenn die Flasche oder der Tisch wackelig sind.
  4. Hebe den Luftballon leicht an, sodass er über der Flasche steht, und beobachte die Reaktion. Das Backsoda sollte aus dem Luftballon, durch den Flaschenhals und in den Essig am Flaschenboden fallen. Dort kommen die beiden Substanzen in Kontakt und reagieren sprudelnd miteinander, wobei sie sich zu anderen chemische Stoffe verwandeln. Einer dieser Stoffe ist Kohlendioxid, ein Gas, das nach oben steigen und den Luftballon aufblasen wird.
    • Schüttle die Flasche vorsichtig, um die beiden Mittel zu vermischen, wenn sich nur wenig Blasen bilden.
  5. Funktioniert es nicht, dann versuche es erneut mit mehr Essig oder Backsoda. Wenn es aufgehört hat zu sprudeln, der Luftballon aber noch immer nicht aufgeblasen ist, nachdem du bis 100 gezählt hast, dann leere die Flasche und probiere es noch einmal mit mehr Essig und Backsoda. Der Rückstand in der Flasche hat sich zu anderen chemischen Stoffen, hauptsächlich aber Wasser, entwickelt und kann daher nicht mehr verwendet werden.
    • Übertreibe es nicht. Die Flasche sollte niemals über ein Drittel mit Essig gefüllt sein.

Teil 2 von 2: Wie es funktioniert

  1. Chemische Reaktionen verstehen. Nahezu alles um dich herum besteht aus Molekülen oder anderen chemischen Substanzen. Häufig reagieren zwei Molekülarten miteinander, spalten sich auf und bilden andere Molekülketten aus den entstandenen Stücken.
  2. Erfahre mehr über Backsoda und Essig. Die Reagenzien oder Stoffe, die in der sprudelnden Reaktion, die du gesehen hast, miteinander reagiert haben, sind Backsoda und Essig. Im Gegensatz zu vielen anderen Mitteln in deiner Küche sind diese zwei einfache, chemische Stoffe -- keine komplizierten Mischungen aus mehreren chemischen Stoffen:
    • Backsoda ist ein anderer Ausdruck für das Molekül Natriumhydrogenkarbonat.
    • 'White vinegar' ist eine Mischung aus Essigsäure und Wasser. Nur die Essigsäure reagiert mit dem Backsoda.
  3. Lies mehr über die Reaktion. Backsoda ist eine Substanz, die zu den Basen gehört. Essig, oder Essigsäure, gehört zu der Substanzgruppe der Säuren. Basen und Säuren reagieren miteinander, brechen teilweise auseinander und bilden dann andere Stoffe. Man bezeichnet dies als „Neutralisation“, da das Endprodukt weder Base noch Säure ist. In diesem Fall sind die neuen Substanzen Wasser, eine Salzart und Kohlendioxid. Das Kohlendioxid, ein Gas, verlässt die flüssige Mischung, breitet sich über die Flasche hinaus aus und bläst dabei den Luftballon auf.
    • Säuren und Basen zu definieren kann zwar kompliziert sein, doch kannst du die Unterschiede zwischen den ursprünglichen Substanzen und dem „neutralisierten“ Ergebnis vergleichen und offensichtliche Veränderungen erkennen. Essig hat zum Beispiel einen starken Geruch und kann verwendet werden, um Fett und Schmutz aufzulösen. Nachdem er mit Backsoda reagiert hat, riecht er weniger stark und hat lediglich die gleiche, reinigende Wirkung wie Wasser.
  4. Sieh dir die chemische Formel an. Wenn du dich ein wenig mit Chemie auskennst oder neugierig bist, wie Wissenschaftler Reaktionen beschreiben, sieh dir die unten stehende Formel an, welche die Reaktion zwischen Natriumhydrogenkarbonat NaHCO3 und Essigsäure H C2H3O2(aq)NaC2H3O2 beschreibt. Kannst du herausfinden, wie sich jedes Molekül gespalten und neu geformt hat?
    • NaHCO3(aq) + HC2H3O2(aq) → NaC2H3O2(aq) + H2O(f) + CO2(g)
    • Die Buchstaben in den Klammern geben den Zustand an, in dem sich die Stoffe während und nach der Reaktion befunden haben: (g)asförmig, (f)lüssig oder wässrig (aq) von lateinisch 'aqua' (Wasser). „Wässrig“ bedeutet, dass sich der Stoff im Wasser aufgelöst hat.

Tipps

  • Diese Methode kannst du dir auch für selbstgemachte Papp- oder Plastikraketen zunutze machen, und wenn du die richtige Mischung gefunden hast, können sie ein ganzes Stück weit fliegen. Der Grund, warum sie weggeschossen werden, ist, dass in der Reaktion Gas entsteht und sich dadurch Druck aufbaut.

Warnungen

  • Wenn der Luftballon vollständig aufgeblasen ist, die Flüssigkeit aber noch sprudelt, dann könnte der Luftballon platzen. Entscheide dann schnell, ob du noch Zeit hast, den Ballon von der Flasche zu ziehen oder ob du lieber dein Gesicht schützen solltest, bevor er zerplatzt!

Was du brauchst

  • Luftballon
  • Essig
  • Backsoda (auch Natron oder Bullrich-Salz genannt)
  • Flasche mit schmalem Hals
  • Trichter oder Trinkhalm
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