Die Analdrüsen eines Hundes entleeren

Die Analdrüsen eines Hundes sind zwei weintraubenförmige Drüsen, die sich an beiden Seiten direkt unter dem Anus (Darmausgang) befinden. Die Pheromone oder Sexuallockstoffe, die sie absondern, liefern Hunden wichtige Informationen übereinander, wozu auch der jeweilige Gesundheitszustand, das Alter und das Geschlecht gehören. Dies erklärt, warum Hunde sich gegenseitig am Hinterteil beschnüffeln, wenn sie sich treffen, und darauf bestehen, jedes Hundehäufchen zu beschnuppern, das ihnen auf ihrem Morgenspaziergang begegnet. Manchmal kann sich die Flüssigkeit in den Analdrüsen aber ansammeln, sodass dein Hund sich am Anus leckt oder beißt und mit seinem Hinterteil vor oder nach dem Koten auf dem Boden entlang „schleift“. Dies kann bei jeder Rasse auftreten, kleine Hunde sind für Analbeutelerkrankungen jedoch besonders anfällig. Die Analdrüsen zu entleeren ist ein recht einfacher Vorgang, der zum Wohlbefinden und der Gesundheit deines Hundes beitragen kann. Zwar würde ein Tierarzt dies auch für dich tun, doch kannst du dir die Fahrt zur Tierarztpraxis sparen und es selbst richten. Bedenke jedoch, dass du einen Tierarzt konsultieren solltest, bevor du dies zum ersten Mal tust, da ein falsches oder unnötiges Ausdrücken zu gesundheitlichen Problemen führen kann.

Teil 1 von 2: Sich auf das Ausdrücken der Analdrüsen eines Hundes vorbereiten

  1. Achte auf bestimme Anzeichen für Analdrüsenprobleme. Wenn es Probleme mit den Analdrüsen gibt, kann dein Hund bestimmte Symptome zeigen, die du zu erkennen lernen solltest. Frage unbedingt auch einen Tierarzt dazu, wenn du mit diesem Problem noch keine Erfahrung hast. Die Symptome können auf andere ursächliche Probleme hinweisen, wie Parasiten, ein wundes Hinterteil aufgrund von Durchfall oder eine Lebensmittelallergie, daher wäre es gut, deinen Hund von einem Tierarzt untersuchen oder, falls erforderlich, behandeln zu lassen. Zu den typischen Symptomen für Analdrüsenprobleme gehören:
    • Mit dem Hinterteil über den Boden rutschen
    • Übermäßiges Lecken am Analbereich
    • Gelegentlicher Abgang des Inhalts der Analdrüsen zu unpassenden Momenten neben dem Koten (dir könnte ein fischiger Geruch, der von den Möbeln oder dem Analbereich deines Hundes ausgeht, auffallen)
    • Gerötete Hautstellen im Analbereich
    • Blut- oder Eiterausfluss um den Anus (dies ist ein Zeichen dafür, dass du deinen Tierarzt unverzüglich konsultieren solltest – versuche nicht selbst, die Analdrüsen zu entleeren).
  2. Lasse dir das erste Mal von einem Tierarzt zeigen, wie man die Analdrüsen ausdrückt. Wenn du deinem Hund noch niemals die Analdrüsen entleert hast, bitte deinen Tierarzt es dir zu demonstrieren. Er bzw. sie kann die erste Drüse entleeren und du kannst es dann bei der zweiten unter seiner/ihrer Aufsicht versuchen.
  3. Lege dir die benötigten Utensilien bereit. Normalerweise sollten drei bis vier feuchte Papiertücher und ein Paar Latex-Handschuhe ausreichen. Wenn du deinen Hund auch waschen möchtest, dann solltest du auch das jeweilige Shampoo oder die für Hunde geeignete Seife, die du gewöhnlich benutzt, zur Hand haben, sowie auch einige Handtücher.
    • Latex-Handschuhe sind Gummihandschuhen für den Haushaltsgebrauch zu bevorzugen, da sie dünner und empfindlicher sind und du mit ihnen die Drüsen genauer abtasten und ausdrücken kannst.
  4. Werbe am besten eine Hilfsperson an. Du kannst diesen Vorgang zwar auch alleine durchführen (wenn sich dein Hund kooperativ zeigt), es wäre aber hilfreich, jemand vor Ort zu haben, der den Hund hält, während du an ihm arbeitest.
  5. Ziehe dir alte Kleidung an. Die Pheromone, die von den Analdrüsen abgesondert werden, riechen sehr unangenehm und stark. Es wäre daher eine gute Idee, alte Kleidungsstücke überzuziehen, die du einfach abstreifen und waschen kannst.
  6. Halte den Hund in einem kleinen Raum. Oft eignet sich das Badezimmer gut für diesen Zweck, insbesondere, wenn du deinen Hund gewöhnlich in der Badewanne wäschst. Du solltest lediglich sicherstellen, dass dein Hund sich nicht befreien und während des Vorganges wegrennen kann.
    • Der Hund sollte sich auf einer leicht zu reinigenden Oberfläche befinden.
    • Da der Vorgang recht unsauber verlaufen kann, ist es meistens klug, das Ausdrücken mit einem Bad zu verbinden.

Teil 2 von 2: Die Analdrüsen äußerlich ausdrücken

  1. Positioniere den Hund stehend vor dir. Sein Hinterteil sollte zu dir zeigen. Wenn du eine Hilfsperson hast, sollte sie den Hund festhalten, indem sie einen Arm um seinen Hals legt und den anderen auf die Körperseite, sodass sie den Hund eng am Körper hält.
  2. Hebe den Schwanz des Hundes an und rolle ihn auf, um seinen Anus zu entblößen. Du solltest eine angenehm zu haltende Stellung einnehmen und dich mit dem Hinterteil des Hundes auf einer Höhe befinden.
    • Zwar sollte der Vorgang nicht allzu lange dauern (etwa fünf Minuten), doch könnte das erste Mal etwas mehr Zeit und Geduld erfordern. Achte daher darauf, dass du dich in einer angenehmen Position befindest.
    • Der Vorgang wird deinem Hund nicht wehtun, doch wenn die Drüsen besonders stark geschwollen oder eingeklemmt sind, kann es sein, dass dein Haustier sein Hinterteil mehr als sonst zu schützen versucht. Gehe behutsam vor und achte auf die Körpersprache deines Tieres.
  3. Versuche deinen Hund nicht zu verängstigen. Sprich mit ihm, streichle ihn und versuche, das Ganze so entspannt wie möglich zu gestalten. Du selbst solltest auch entspannt bleiben: Es wird dazu beitragen, dass alles glattgeht.
  4. Lokalisiere die Analdrüsen. Lege zwei Finger (Daumen und Zeigefinger) auf beide Seiten des Anus. Die Analdrüsen befinden sich unter der Haut, direkt unter dem Anus, etwa auf vier und acht Uhr. Volle Drüsen wirst du als leichte, etwa kirschgroße Wölbungen fühlen können, wenn du direkt unter dem Anus leicht nach innen drückst.
    • Um die Drüsen entleeren zu können, muss an der richtigen Stelle gedrückt werden. Wenn du keine „Kirschen“ spüren kannst, fühlst du entweder an der falschen Stelle oder die Drüsen müssen nicht entleert werden.
    • Manchmal kann auch nur eine Drüse voll sein. Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass die Drüsen an sich normal arbeiten, eine nun aber entzündet oder eingeklemmt ist. Rufe deinen Tierarzt in so einem Fall vor dem Versuch den Analbeutel zu leeren an. Eine Antibiotikakur könnte erforderlich sein.
  5. Melke die Drüsen nach oben und innen zum Anus hin. Behalte dazu Daumen und Zeigefinger auf den Drüsen und übe sanften Druck nach oben und innen in Richtung Anus aus. Du solltest nicht pausenlos drücken, sondern sanft pulsieren. Übe nicht zu viel Druck aus: Mehr als du auf dein geschlossenes Auge ausüben würdest, darf es nicht sein.
  6. Achte am Hinterteil des Hundes auf herausfließende Flüssigkeit. Wenn du das Melken richtig anstellst, sollte die Flüssigkeit in langsamen Tropfen herauskommen.
    • Falls nichts herauskommt, versuche die Position deiner Finger etwas zu verändern.
    • Die Flüssigkeit riecht stark nach Fisch und kann in der Konsistenz von klar und flüssig bis bräunlich und grießig reichen.
    • Falls der Ausfluss blutig oder besonders zähflüssig ist, solltest du aufhören. Bringe deinen Hund schnellstmöglich zum Tierarzt, da es sich um eine Einklemmung oder Entzündung handeln kann.
  7. Höre auf, wenn nach ein paar Versuchen nichts herauskommt. Du könntest es an einem anderen Tag erneut versuchen. Wiederholtes Melken kann schmerzhaft sein und zu Quetschungen führen, die das Problem lediglich verschlimmern würden. Die Drüsen könnten aber auch eingeklemmt sein – ein Zustand, der tierärztliche Hilfe erfordert.
    • Erzwinge das Entleeren nicht. Es kann bei großen Hunden schwierig sein, die Analbeutel durch Drücken zu entleeren, weil sie sich tiefer im Inneren befinden. Sollte dies zutreffen, dann stelle den Versuch ein, da du deinen Hund verletzen könntest. Hole dir stattdessen tierärztliche Hilfe, da es sein könnte, dass die Analbeutel mithilfe einer inneren Anwendung, bei der ein behandschuhter Finger in das Rektum geführt wird, ausgedrückt werden müssen. (Eine solche Behandlung sollte am besten von einem Experten ausgeführt werden).
  8. Melke weiter, bis die Drüsen leer sind. Du wirst merken, wenn sie leer sind, da die Analbeutel dann kaum noch zu ertasten sind und keine Flüssigkeit mehr herausgedrückt werden kann.
  9. Wische das Hinterteil deines Hundes mit einem Papiertuch ab. Gehe dabei sehr behutsam vor, da es sich für deinen Hund aufgrund der geschwollenen Drüsen unangenehm anfühlen kann.
  10. Gib dem Hund ein Leckerli. Lobe deinen Hund, streichle ihn und belohne ihn für seine gute Mitarbeit.
  11. Wasche das Hinterteil des Hundes. Wische das Hinterteil des Hundes mit einem Papiertuch ab und wasche ihn dann gründlich.
    • Sollte dein Hund zu diesem Zeitpunkt nicht baden wollen, dann achte darauf, ihm zumindest das Hinterteil zu waschen und abzuspülen, bevor du ihn wieder laufen lässt.
  12. Drücke die Drüsen nicht öfter als notwendig aus. Zu häufiges Entleeren kann mehr Schaden anrichten als Gutes und zu Reizungen und dem Verlust des Muskeltonus in der Drüsen führen, sodass sie nicht mehr normal arbeiten können.
    • Du solltest dies nicht öfter als ein paar Mal pro Jahr machen müssen. Wenn dein Hund aber häufig Probleme mit den Drüsen hat, solltest du deinen Tierarzt konsultieren.
    • Obwohl Hundefriseure Analdrüsen oft regelmäßig ausdrücken, ist dies nur dann zu empfehlen, wenn Probleme mit den Drüsen vorhanden sind.

Tipps

  • Hunde haben oft mehr Energie nach Beendigung der Behandlung.
  • Solltest du wegen des Vorganges irgendwelche Zweifel hegen, konsultiere bitte deinen Tierarzt, ehe du einen Versuch startest.
  • Die Ballaststoffaufnahme deines Hundes zu steigern (mit Kürbis aus der Dose, Kleie oder dergleichen) kann ihm dabei helfen, seine Analdrüsen selbst während des normalen Kotabganges zu entleeren, sodass er deine Hilfe nicht mehr benötigen wird.
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