Aktivist werden

Aktivisten sind Menschen, welche die Notwendigkeit von Veränderungen erkennen, und ihre Zeit diesen widmen. Sie werden durch Leidenschaft und ihrer Vision einer besseren Zukunft angetrieben. Für manche Menschen ist Aktivismus etwas ganz Natürliches, während sich andere quasi dazu gezwungen sehen, wenn sie von einer Situation betroffen sind, die ihnen selbst, oder Menschen die sie lieben, schadet. Ganz egal, was deine Gründe sind, Aktivist werden zu wollen – du hast die Möglichkeit dazu, ganz egal wie alt du bist, was deine Mittel sind und woher du kommst. Es sind Menschen wie du, Menschen die glauben, dass sie etwas verändern können, die die Welt zum Besseren verändern. Siehe Schritt 1 um zu lernen, wie du Aktivist werden kannst.

Teil 1 von 3: Deine Motivation finden

  1. Finde deine Leidenschaft. Leidenschaften entstehen oft durch eine plötzliche Erkenntnis, die dein Leben für immer verändert. Sobald dich deine Leidenschaft gepackt hat, wird sie es sein, die deinem Aktivismus Kraft verleiht, auch wenn du manchmal beinahe aufgeben möchtest.
    • Sobald dir bewusst wird, dass irgendetwas auf der Welt in Ordnung gebracht, verändert oder verbessert werden sollte, wird dich dieses Bewusstsein nicht mehr loslassen. Du wirst die Notwendigkeit von Veränderung überall sehen und Verantwortungsbewusstsein entwickeln. Zum Beispiel könnte es sein, dass du herausfindest, dass ein Unternehmen in deiner Umgebung einen Fluss in der Nähe verschmutzt, und dich entscheiden, dass du etwas tun wirst, um das zu beenden.
    • Aktivisten sind leidenschaftlich genug um zu glauben, dass sie eine Veränderung bewirken können, wenn sie nur hart genug an einer Lösung arbeiten. Während viele Menschen sich von der Frage, „Was kann eine einzelne Person denn schon erreichen?” abhalten lassen, sind Aktivisten davon überzeugt, dass eine engagierte und ausdauernde Person einen Unterschied machen kann.
  2. Informiere dich über bereits existierende Bemühungen. Dein Ziel wird vielleicht schon von anderen auf lokaler, regionaler, nationaler oder internationaler Ebene verfolgt. Finde heraus, was es bereits gibt, was zu dir passt und wie du mit bestehenden Aktivitäten kooperieren oder diese unabhängig unterstützen könntest. Stelle dir selbst folgende Fragen:
    • Möchtest du in einer bereits bestehenden Gruppe freiwillig mitarbeiten oder deren Vorstand beitreten?
    • Möchtest du einen bezahlten Job bei einer Organisation, die Aktivismus betreibt, finden? Seiten wie idealist.org, ActivistJobBoard.com und OpportunityKnocks.org veröffentlichen Job-Inserate die mit wichtigen Zielsetzungen zu tun haben.
    • Gibt es, sofern du auf lokaler Ebene arbeitest, Ressourcen einer nationalen Organisation, die du verwenden könntest? Oft besteht die Möglichkeit, Ressourcen größerer Organisationen für Dinge wie Information, rechtliche Recherche, Flugblätter, Strategievorschläge und Beratung zu nutzen.
    • Wenn du kein bestehendes Engagement für eine Sache findest, vermeide es, sie als nicht zu bewältigende Mammutaufgabe zu betrachten. Unterteile sie stattdessen in kleine Einheiten. Versuche, Menschen, die so denken wie du, mit an Bord zu ziehen. Dies ist heutzutage einfacher, da du dich auf Dinge wie Twitter, Facebook, Foren, Blogs, Websites, etc. verlassen kannst, um den Ball ins Rollen zu bringen.
  3. Finde heraus, was du tun kannst, um an dein Ziel zu gelangen. Egal ob dein Ziel mit Tierschutz, Umwelt, dem Gemeinschaftsgarten in deiner Nähe oder der dem globalen Wirtschaftssystem zu tun hat, ist es wichtig, genaue Vorstellungen darüber zu haben, welchen Beitrag du leisten kannst. Finde heraus, welche Fähigkeiten und Ressourcen du dem Ziel widmen kannst und wie viel Zeit du dafür verwenden möchtest.
    • Auch wenn es toll ist, Großes bewirken zu wollen, ist es auch wichtig, in kleinen Schritten zu denken. Schrittweise Veränderungen können genauso wichtig, und oft dauerhafter sein als enorme Veränderungen die schnell umgesetzt werden und für viele Menschen einen großen Schock bedeuten. Denke all die Möglichkeiten durch, wie du in deiner Schule, deinem Arbeitsplatz, deiner Gemeinde, deiner Stadt, deiner Region, deinem Land oder auf der ganzen Welt langsam Veränderungen bewirken könntest.
    • Entscheide, ob du ein radikaler Aktivist oder ein Reformer sein willst. Radikale Aktivisten sind Menschen, die kontinuierlich auf Veränderung drängen und Dinge wie Demonstrationen, Boykotte, Alternative Gipfeltreffen, etc. verwenden. Für gewöhnlich verfügen sie über ein gewisses Misstrauen gegenüber den Personen, die in den Organisationen sitzen, die sie verändern wollen. Reformer arbeiten jedoch gerne mit den Menschen, die Teil der Organisationen sind, die sie verändern wollen, zusammen und verwenden die Mittel der Demokratie um innerhalb der existierenden Strukturen soziale oder politische Veränderungen zu erzwingen.
  4. Informiere dich über Aktivismus. Eines der inspirierendsten und hilfreichsten Mittel um sich näher mit dem Aktivismus zu befassen ist, umfassend darüber zu lesen. Lies besonders Bücher von bekannten Aktivisten, welche das, was sie durch persönliche Erfahrung gelernt haben, teilen. Die Bücher, die in diesem Artikel genannt werden, sind ein guter Anfang. Lies danach gründlich über dein Ziel selbst, um sowohl die Probleme klar zu verstehen, als auch um über Taktiken, Ideen, Erfahrungen, Gewinne und Verluste und andere nützliche Informationen von Menschen, die bereits für den gleichen Zweck aktiv waren, zu erfahren.
    • Lies Bücher darüber, wie du mit Medien arbeiten und diese verwenden kannst. Diese Art von Büchern sind unschätzbar wertvoll um dein Verständnis von Medien zu verbessern und auch um zu vermeiden, dass du gegenüber Medienvertretern naiv wirkst. Es geht beim Aktivismus darum, Wissen zu vermitteln, Bewusstsein zu schaffen und die Leidenschaft von Menschen für eine Sache zu wecken. Obwohl du – speziell durch das Internet – einiges davon auch alleine machen kannst, sind die Medien ein wertvolles Werkzeug, wenn sie richtig eingesetzt werden. Tritt mit Menschen in Kontakt, die wissen, wie man Pressemeldungen und Beiträge schreibt und die Presse kontaktiert.
    • Informiere dich über die legislativen, administrativen und rechtlichen Vorgänge in deinem Land oder deiner Region. Zu wissen, wie man Gesetzesänderungen bewirken und die Legislative optimal ausnutzen kann, ist für jeden Aktivisten wichtig.
  5. Wähle deine Methode, um aktiv zu werden. Aktivismus kann hunderte von Formen annehmen, und du solltest darauf achten, dass du deine eigenen Talente und Ressourcen so optimal wie möglich einsetzt. So kannst du am besten entscheiden, wie du deine Ziele als Aktivist am sinnvollsten entscheiden, wie und in welchem Zeitrahmen du deine Ziele erreichen willst, und ob du alleine arbeiten willst oder nicht. Ziehe Folgendes in Betracht:
    • Möchtest du alleine arbeiten? Als Einzelperson Aktivist zu sein ist heutzutage leichter als nie zuvor, da du Foren, Videos, Fotos , Websites, Blogs, Soziale Netzwerke und sogar Werbung verwenden kannst, um deine Botschaft an die Menschen zu bringen. Der Nachteil ist jedoch, dass du dich als Einzelkämpfer einsam fühlen kannst und sehr viel arbeiten musst. Du gerätst manchmal dabei vielleicht ins Zweifeln, ob du auf dem richtigen Weg bist, oder ob die Sache die Mühe wert ist.
    • Möchtest du gemeinsam mit anderen Menschen arbeiten? Du könntest einer bereits existierenden Gruppe beitreten oder deine eigene Gruppe gründen, und Kollaborateure finden. Einige Vorteile davon, Teil einer Gruppe zu sein, sind der erweiterte Einflussbereich, mehr Ressourcen, Netzwerke und mehr Leidenschaft. Es ist auch eine exzellente Möglichkeit um zu lernen, mit anderen zu arbeiten und deine Konfliktlösungskompetenzen zu verbessern – beides Fähigkeiten die nicht immer leicht zu perfektionieren sind! Du möchtest vielleicht auch lose mit Anderen zusammenarbeiten, ohne eine dauerhafte Struktur zu errichten, indem du zum Beispiel Kollaborateure dazu einlädst, in einem gemeinsamen Blog zu posten oder eine halbjährliche Zeitschrift herauszugeben.
    • Möchtest du deinen Zweck durch Schreiben, Unterrichten, Sprechen, Planung von Veranstaltungen oder Kunst unterstützen? Oder vielleicht bist du großartig im Gestalten von Websites, Blogs oder Podcasts? Schätze deine Talente, die Zeit und die Ressourcen, die du dafür hast, realistisch ein.
  6. Sei bereit zu arbeiten, ohne sofort dafür belohnt zu werden. In vielen Fällen arbeiten Aktivisten jahrelang an Projekten, ohne wirkliche Veränderungen zu sehen. Gesetze, soziale Normen und andere Faktoren können es sehr schwierig machen, sofortige Veränderungen zu bewirken. Es ist klug, sich bewusst darüber zu sein, dass du innerhalb deines Lebens vielleicht den Weg für Veränderungen bereiten wirst, ohne diese jedoch selbst zu erleben. Sich darüber im Klaren zu sein kann helfen, Frust, Negativität und Verbitterung über dein Ziel zu mindern.

Teil 2 von 3: Gehört werden

  1. Sprich über deine Ansichten. Aktivismus beginnt damit, im täglichen Leben mit Freunden, Familie und Menschen, die du triffst, zu sprechen. Wenn du dich mit Leidenschaft für etwas einsetzt, fällt es schwer, aufzuhören, darüber zu sprechen. Drücke dich frei aus und beginne ernsthafte Gespräche mit Menschen zu deinem Thema. Ziele dabei darauf ab, Menschen zu informieren und Verbündete zu gewinnen.
    • Sei mutig. Zögere nicht, zu dem Mädchen, das im Café eine Zeitschrift liest, hinzugehen. Sie sucht vielleicht genau nach der Gruppe, die du gründen wirst.
    • Beachte jedoch, nicht Menschen deine Meinung aufzuzwingen, die nichts davon hören wollen. Nachdem du deine Botschaft ausgesprochen hast, benötigen manche Menschen Zeit um diese zu verarbeiten. Erwarte nicht, dass sich jeder sofort deinem Ziel anschließt.
  2. Verteile Flugblätter. Gestalte ein Flugblatt mit den wichtigsten Informationen über dein Ziel, den Namen deiner Organisation, die Zeit und den Ort wo ihr euch trefft und alles andere, wovon du möchtest, dass andere Menschen es erfahren. Hänge die Flugblätter in deiner Schule oder in deiner Stadt (aber informiere dich zunächst darüber ob und wo das erlaubt ist; du willst keine Strafe riskieren), schwarzen Brettern der Gemeinde oder in Kaffeehäusern auf.
    • Zusätzliche zu Flugblättern könntest du Buttons, Postkarten, Aufkleber oder andere Materialien verteilen um deine Sache bekannt zu machen.
    • Wenn du deine Materialien austeilst, sei bereit, mit Menschen zu diskutieren und ihre Fragen über deine Sache zu beantworten.
  3. Errichte einen Informationsstand. Finde heraus, ob du dafür einen Tisch mieten kannst, zum Beispiel in deiner Schule, deiner Universität, oder irgendwo in der Umgebung, wie bei einem Supermarkt oder im Park. Halte eine Anmeldeliste, Informationen über deine Organisation und bunte Poster, um Menschen anzulocken, bereit. Kleinigkeiten zum Verschenken wie Aufkleber sind auch keine schlechte Idee. Sei bereit dafür, Menschen zu informieren, die bei dir stehenbleiben und mehr über deine Sache erfahren möchten.
  4. Praktiziere Schreibtisch-Aktivismus. Dieser Begriff bezeichnet Aktivismus, den du bequem von zuhause aus erledigen kannst; alles was du dafür brauchst ist ein Computer. Poste Nachrichten auf Facebook und in Blogs über deine Sache um deine Freunde zu informieren. Werde auf Twitter aktiv und nimm an Konversationen teil, die deine Leidenschaft betreffen.
  5. Lade einen Redner in deine Gemeinde ein. Tritt mit jemandem in Kontakt, der für die gleiche Sache arbeitet. Ein Autor, Professor, den Chef einer NGO oder ein Musiker, der sich auch als Aktivist betätigt sind gute Wahlen. Plane den Vortrag der Person in einem Veranstaltungssaal in deiner Gemeinde und betreibe mit Flugblättern und Facebook-Nachrichten Werbung für die Veranstaltung.
    • Schulen, Universitäten, Buchläden, Konzerthallen oder Gemeindezentren sind alles gute Orte, um einen Vortrag zu veranstalten.
    • Vergiss nicht, Informationsmaterial zur Hand zu haben und eine Anmeldeliste bereitzuhalten, auf dem du die E-Mail-Adressen der Besucher notierst um sie über deine künftigen Veranstaltungen zu informieren.
  6. Rechne mit abweichenden Meinungen. Veränderungen bereiten den meisten Menschen sorgen und können dazu führen, dass sie auf nicht immer freundliche oder konstruktive Weise reagieren. Es ist für Aktivisten die an einer Sache arbeiten nichts ungewöhnliches, mit unterschiedlich starker Negativität umgehen zu müssen. Das Wichtigste dabei ist, dich zusammenzureißen und gegenüber Andersdenkenden stark zu bleiben.
    • Wenn die abweichenden Meinungen jedoch von Menschen innerhalb deiner Gruppe kommen, ist es eine gute Idee, deine Ansichten zu hinterfragen, und ihren Argumenten genauer auf den Grund zu gehen. Stelle fest, ob sie Recht haben und hinterfrage deine Herangehensweise unter Einbeziehung der abweichenden Meinungen. Das bedeutet nicht, dass du deine Herangehensweise ändern musst, außer du willst das, aber offen für andere Meinungen zu sein wird am Ende dazu führen, dass dein Aktivismus stärker und effektiver wird.
    • Andere Meinungen von Menschen, die mit deiner Sache nichts zu tun haben, sind zu erwarten. Du stellst den Status Quo in Frage. Du wirst viele Dinge erleben, unter anderem, dass Menschen dein Wissen/deine Legitimität/deine Fakten/deinen Respekt und manchmal sogar deine geistige Gesundheit in Frage stellen. Bleib ruhig und behalte einen kühlen Kopf. Manche der anderen Meinungen werden offensichtlich einfach nur der Verzögerung, Beschönigung und Verschleierung der Tatsachen dienen. Manchmal wird es jedoch subtiler, boshafter und verletzender sein. Sei dir bewusst, wann du antworten und wann du nichts sagen solltest, und wann du deinen Anwalt einbeziehen solltest. Wenn du dich auf irgendeine Weise bedroht fühlst, wende dich an die Polizei.

Teil 3 von 3: Zum Anführer werden

  1. Organisiere Menschen. Sobald du gelernt hast, was es bedeutet, Aktivist zu sein, möchtest du vielleicht deine eigene Gruppe gründen und Organisator werden. Du wirst entschlossene Menschen zusammenbringen und einen handfesten Aktionsplan erstellen müssen. Entscheide von Anfang an, was dein Ziel ist: Möchtest du eine Reihe an Aktivitäten in Angriff nehmen um ein bestimmtes Ziel zu erreichen und die Gruppe auflösen, wenn es erreicht ist? Möchtest du eine langfristige Gruppe gründen, die an mehreren Projekten arbeitet, welche mit einem bestimmten Thema zu tun haben? Oder möchtest du nur an einer einzigen Aktion zusammenarbeiten, zum Beispiel um eine Demonstration oder eine Spendensammlung zu koordinieren?
    • Schreibe deine Ziele auf und entwirf einen allgemeinen Plan, der aufzeigt, was du brauchst, was du erreichen möchtest, und welche Schritte du setzen musst, damit das gelingt.
    • Gründe eventuell eine Website oder Facebook-Seite um den Überblick über die Ziele und Mitglieder der Gruppe zu behalten.
    • Wenn du die Gruppe für lange Zeit zusammenhalten willst, brauchst du einen guten Namen.
  2. Halte Meetings ab. Sich regelmäßig zu treffen ermöglicht dir, deine Ziele zu verfolgen und das Engagement jedes Einzelnen für das gemeinsame Projekt zu koordinieren. Stelle sicher, dass du den Treffpunkt im Vorhinein reservierst, egal ob es sich dabei um einen tatsächlichen Ort, eine Telekonferenz oder einen Chatroom handelt. Mögliche Treffpunkte sind Klassenzimmer, öffentliche Bibliotheken, private Wohnungen von Gruppenmitgliedern, Parks, Gemeinderäume, Jugendtreffs, Cafés, Pfarrzentren, etc.
  3. Schaffe Unterkomittees um die Arbeit zu teilen. Wenn an deiner Gruppe viele Leute beteiligt sind, oder sich viele freiwillige für einen bestimmten Zeitraum gemeldet haben, kann es sinnvoll sein, Unterkomittees zu gründen. Diese können besonders großen Gruppen nützen, sich mit mehreren Projekten gleichzeitig beschäftigen oder mit verschiedenen Aktionen auf das gleiche Ziel hinarbeiten. Hier findest du einige Beispiele von Unterkomittees, die du für große Einzelprojekte wie Benefizkonzerte, karitative Läufe oder Protestmärsche brauchen könntest:
    • „PR/Pressearbeit”: Dieses Unterkomittee ist für die komplette Reklame, besonders vor der Veranstaltung, zuständig. Sie kümmern sich auch um jegliche Werbung, die in Schul- oder Lokalzeitungen, im Radio oder im Fernsehen geschaltet werden. Sie reservieren Tische für Sitzungen und helfen, Banner und Plakate zum Aufhängen in der Umgebung zu gestalten. Sie sind auch gleichzeitig die Kontakte zur Presse, die sich darum kümmern, die nötige Aufmerksamkeit der Medien für die Veranstaltung zu bekommen.
    • „Netzwerke“: Dieses Unterkomittee tritt mit anderen Organisationen, Unternehmen in der Umgebung und allen anderen, die die Veranstaltung durch Werbeeinschaltung, Finanzieren und Sachspenden wie Nahrungsmittel oder Räumlichkeiten, etc. unterstützen könnten.
    • „Logistik“: Dieses Unterkomitte kümmert sich um alle praktischen Angelegenheiten wie die Termine, die Buchung von Bands oder anderen Auftretenden, die Beschaffung von nötiger Ausrüstung und Dienstleistungen, die erforderlichen Genehmigungen, Parkplätze, Verpflegung, etc.
    • „Finanzen“: Dieses Unterkomittee behält das Budget der Veranstaltung im Auge und stellt sicher, dass alles rund läuft, was mit Geld zu tun hat. Die Aufgaben sind unter anderem die Erstellung eines Budgets, die Bezahlung der Darsteller und Dienstleister, die Festlegung der Preise auf der Veranstaltung, die Organisation von Spenden und die Feststellung des Finanzierungsbedarfs durch Spenden vor der Veranstaltung.
  4. Lerne, deine Botschaften effektiv zu verkünden. Eine Sache, die gestresste, überarbeitete Menschen mit Geldsorgen gar nicht hören können, ist, dass was immer sie tun, falsch und schrecklich ist. Diese Art der Nachrichtenüberbringung führt nur dazu, dass die Leute dem Überbringer am liebsten an den Kragen gehen würden und sich sofort von der Nachricht abwenden. Daher solltest du, während du natürlich an deiner Leidenschaft festhältst, auch einen Sinn für Höflichkeit, Respekt und ein grundsätzliches Verständnis der Motivationspsychologie haben. Kurz gesagt, niemand mag es, wenn ihm gesagt wird, dass sein jeweiliger Lebensstil falsch ist und du würdest das sicher auch nicht gerne hören. Konzentriere dich stattdessen darauf, die Menschen darüber zu informieren, welche gesellschaftlichen und persönlichen Angewohnheiten heutzutage keinen Sinn mehr haben UND biete Alternativen die realistisch und machbar sind.
    • Habe ein positive Vision, eine die zeigt wo du „dafür” und nicht nur, wo du „dagegen” bist.
    • Vergiss nicht, dass Angst oft der Verursacher von Abwehr ist. Angst vor Jobverlust oder Einbußen beim Lebensstil sind zwei bestimmte Ängste, die Abwehr gegen die Botschaften von Aktivisten auslösen. Wenn du keine brauchbaren, machbaren Alternativen bietest, die die Menschen die sie betreffen auch respektieren, solltest du nicht überrascht sein, wenn dir die Menschen nicht zuhören.
    • Schaffe eine ganzheitliche Vision, und nicht nur kleine Einzelteile davon. Wie stellst du dir die Zukunft vor, in denen die Veränderungen, für die du dich einsetzt, umgesetzt wurden? Verdeutliche dieses Bild so, dass sich die Leute es selbst ausmalen können.
  5. Mach Pläne für die Zukunft. Ein guter Aktivist denkt an die Zukunft und das Leben, nachdem die Ziele erreicht wurden. Was passiert als Nächstes? Wird die Veränderung, die du bewirkt hast, mit ständiger Arbeit aufrechterhalten werden müssen? Oder wird sie sich – sobald sie einmal erfolgreich umgesetzt ist – selbst erhalten, stärken und festigen? Darüber im Vorhinein nachzudenken könnte deine Taktik verändern, wenn du dir Sorgen machst, dass es nicht reicht, nur die Veränderung zu bewirken.
  6. Arbeite dich nicht zu Tode. Aktivisten leiden oft an Burn-Out, besonders dann, wenn Unmengen leidenschaftlichen Einsatzes keine sichtbare Veränderung zeigen. Wenn du müde, ausgelaugt und mit deiner Weisheit am Ende bist, kann dein Aktivismus leicht negativ werden. Pass gut auf dich selbst auf, um zu verhindern, dass das passiert, denn du wirst nicht erfolgreich sein, wenn du erschöpft und verbittert bist.
    • Schlafe ausreichend. Mach Pausen vom Aktivismus um auf frische Gedanken zu kommen, wo du hinwillst.
    • Wenn du bemerkst, dass du über den Mangel an Leidenschaft Anderer verbittert bist, betrachte das als Warnzeichen, dass du ein bisschen Abstand gewinnen und die Richtung und den Zweck neu überdenken solltest.
    • Rechne mit Stillstand. Manchmal wirst du das Gefühl haben, dass all deine Bemühungen umsonst waren, oder dass die Dinge einfach nicht mehr vorankommen. Alles was mit Fortschritt zu tun hat, macht solche Phasen durch; mit ihnen zu rechnen und zu wissen, wie sie überwunden werden können ist wichtig. Brich aus der Stagnation aus indem du neue Verbindungen knüpfst und deine bestehenden Herangehensweisen mit neuen kombinierst.

Tipps

  • Sei kreativ! Aktivismus muss sich nicht immer nur um große Veranstaltungen drehen. Blogger können durch ihr Schreiben zu Aktivisten werden, Lehrer können ihre Schüler dazu ermutigen, ihre Überzeugungen zu hinterfragen, Künstler können aktivistische Untergrundkunst in ihrer Umgebung hinterlassen, Computerexperten können ein Online-Magazin gestalten, etc.
  • Wenn du mit Anderen arbeitest, beachte die Bedürfnisse der Gruppe. Sei zu Kompromissen bei Einzelheiten, wenn auch nicht bei deinen Grundsätzen bereit.
  • Lerne Spenden zu beschaffen. Auch wenn du aus eigener Tasche Aktivist sein kannst, gibt es wenige Sorten von Aktivismus, die völlig kostenlos sind. Künstler brauchen Material, Blogger müssen fürs Webhosting bezahlen, einzelne Protestanten benötigen Schilder. Für manche Arten von Aktivismus kannst du sogar Subventionen bekommen, sofern du weißt, wie du einen Antrag schreiben musst.
  • Starke, von oben nach unten (oder unten nach oben) organisierte Strukturen garantieren, dass alles glatt läuft. Vergiss nicht, deine Schritte zu dokumentieren, deine Pläne mit der Zeit anzupassen, und oft zu kommunizieren.
  • Ziehe es in Betracht, zusätzliche Produkte zu verkaufen, um mehr Geld einzunehmen, wenn du eine große Veranstaltung organisierst. Du kannst T-Shirts drucken lassen, Kuchen verkaufen oder Bücher zum jeweiligen Thema verkaufen.

Warnungen

  • Sei dir über die Konsequenzen bewusst, wenn du vorhast, zivilen Ungehorsam zu begehen. Steck eine Visitenkarte eines Anwalts ein, wenn du glaubst, dass du vielleicht verhaftet werden könntest.
  • Achte auf Diskriminierung innerhalb der Aktivistengruppe. Leider ist es nicht ungewöhnlich, dass Personen, die für eine Sache kämpfen, sich anderen gegenüber überlegen fühlen. Beispiele dafür sind Sexismus in Gruppen für die Rechte Homosexueller und Rassismus bei weißen Feministinnen. Erlaube niemals, dass sich Rassismus, Sexismus, Misogynie, Homophobie, Diskriminierung von Behinderten, etc. innerhalb deiner Gruppe ausbreiten. Achte auf die Bedürfnisse Anderer und habe ein offenes Ohr für Sorgen, die dir noch nicht in den Sinn kamen. Sorge dafür, dass deine Veranstaltungen für alle offen sind und informiere dich darüber wie sichere Umgebungen (Safe Spaces) geschaffen werden können, wenn du dich damit noch nicht auskennst.

Was du brauchst

  • Hintergrundinformationen zum Thema
  • Bücher über Aktivismus
  • Ressourcen (Zeit, Geld, Dinge)
  • Internetzugang
Information
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