Mundgeruch loswerden

In vielen Situationen reicht es, Mundgeruch (Halitosis) vorübergehend zu überdecken. Wenn dir das aber nicht mehr genug ist und du deinen Mundgeruch endgültig loswerden willst, nimm dir die folgenden Anweisungen zu Herzen … oder sollten wir besser sagen: zu Mund?

Methode 1 von 4: Passe deine Mundhygiene an

  1. Putze dir regelmäßig deine Zähne. Zwei der Hauptgründe für Mundgeruch sind Bakterien und verfaulende Essensreste. In deiner fruchtbaren Mundlandschaft gibt es hunderte von Ecken und Risse, in denen sich diese störende „Fäulnis“ festsetzen kann.
    • Drücke eine Erbsen-große Menge Zahnpasta auf eine Zahnbürste mit weichen Bürsten und halte sie in einem 45 Grad Winkel zu deinem Zahnfleisch. Bürste alle Flächen deiner Zähne in kurzen, sanften Zügen. Achte dabei darauf, nicht zu fest aufzudrücken oder dein Zahnfleisch zu verletzen. Wenn richtig durchgeführt, sollte das Zähneputzen in etwa drei Minuten dauern.
    • Putze dir mindestens zweimal pro Tag deine Zähne und wasche dir den Mund mit Mundwasser aus. Verwende zumindest einmal pro Tag Zahnseide.
    • Achte darauf, dass du auch alle Bereiche in deinem Mund säuberst, inklusive des Zahnfleisch und deiner Zunge, nicht nur deine Zähne.
  2. Säubere deine Zunge. Zähneputzen alleine reicht nicht aus. Da deine Zunge eine relativ große Oberfläche hat und aus vielen Hügeln und Rillen besteht, können sich auf ihr mehr Bakterien absetzen, als in deinem gesamten restlichen Mund zusammen. Die Bakterie von deiner Zunge zu entfernen, kann dir sehr dabei helfen, deinen Mundgeruch zu reduzieren.
    • Du kannst dir eine spezielle Zungenbürste (auch Zungenschaber) besorgen oder einfach eine normale Zahnbürste mit weichen Borsten verwenden.
    • Bürste deine Zunge von hinten nach vorne und spüle zwischen jedem Zug mit Wasser nach.
    • Wenn du einen sensiblen Würgereflex hast, kann dir das Putzen der Zunge Probleme bereiten. Lies dir für ein paar Tipps diesen Artikel über den Würgereflex durch.
  3. Verwende jeden Tag Zahnseide. Zahnseide ist für deine Mundhygiene genauso wichtig wie Zähneputzen und sogar noch wichtiger für die Reduzierung von Mundgeruch. Mache es dir genauso zu einer Angewohnheit, über die du nicht nachdenken musst, wie das Zähneputzen selbst.
    • Dein Zahnfleisch könnte zu Beginn bluten, da sich Essensreste lösen, die seit wer weiß wie lange zwischen deinen Zähnen und deinem Zahnfleisch festgesteckt haben. Wenn du es wagst, kannst du nach einem Durchgang an der Zahnseide riechen. Du wirst schnell sehen (und riechen), woher der schlechte Atem gekommen ist.
  4. Verwende Mundwasser. Mundwasser hilft dabei, deinen Mund feucht zu halten und schlechten Atem zu verhindern.
    • Entscheide dich für ein Mundwasser mit Chlordioxid. Viele der Bakterien, die für deinen Mundgeruch verantwortlich sind, leben weit hinten auf deiner Zunge, so weit hinten, dass sie mit normalen Zahnbürsten oder Zungenschabern nicht entfernt werden können. Zum Glück kann ein kräftiges Gurgeln mit einem Chlordioxid-Mundwasser diese Bakterien neutralisieren.
    • Versuche, immer vor und nach dem Zähneputzen, der Zahnseide und der Reinigung der Zunge deinen Mund mit einem Mundwasser auszuspülen. Das soll sicherstellen, dass du alle Bakterien neutralisieren, die nach dem Prozess noch vorhanden sind.

Methode 2 von 4: Verändere deine Angewohnheiten

  1. Kaue Kaugummi. Jeder Kaugummi kann dir mit deinem schlechten Atem helfen, da die Kaubewegung für zusätzlichen Speichel sorgt. Allerdings haben einige Kaugummis bessere Fähigkeiten im Kampf gegen den Mundgeruch als andere:
    • Kaugummis mit Zimtgeschmack scheinen besonders effektiv darin zu sein, die Bakterienzahl in deinem Mund zu reduzieren.
    • Schaue dich nach Kaugummis um, die mit Xylitol gesüßt wurden (Zucker füttert die Bakterien nur zusätzlich und kann zu weiteren Gerüchen führen). Xylitol ist ein Zuckerersatz, der besser dafür geeignet ist, die Vermehrung der Bakterien in deinem Mund zu verhindern.
  2. Halte deinen Mund feucht. Ein trockener Mund ist auch ein übel riechender Mund. Darum ist dein Mundgeruch morgens immer besonders schlimm; dein Mund produziert im Schlaf weniger Speichel. Speichel ist der Feind des schlechten Atems, da er die Bakterien und Nahrungsreste nicht nur physisch weg wäscht, sondern zudem noch antiseptisch wirkt und Enzyme enthält, die Bakterien abtöten.
    • Kaugummis regen die Speichelproduktion an (zusätzlich überdecken sie den Geruch). Pfefferminz regt hingegen die Speichelproduktion nicht an.
    • Trinke Wasser. Spüle mit dem Wasser durch deine Zähne – von der einen Seite zur anderen. Wasser regt nicht unbedingt die Speichelproduktion an, wäscht aber deinen Mund aus – und ist gut für dich. Lies dir diese zehn Tipps durch, wie du mehr Wasser trinken kannst.
    • Ein trockener Mund kann auch durch bestimmte Medikamente und Beschwerden verursacht werden. Sprich mit deinem Arzt über einen Medikamentenwechsel oder über die zugrundeliegende medizinische Ursache.
  3. Höre mit dem Rauchen oder dem Kauen von Tabak auf. Falls du noch einen weiteren Grund brauchst, um diese gefährliche Angewohnheit einzustellen – Tabak ist berüchtigt dafür, einen schlechten Atem zu verursachen.
    • Tabaksucht kann sehr schwer zu überwinden sein, also gehe auf diese hilfreiche Seite und lass dir mit Tipps und Ratschlägen helfen.
    • In manchen Fällen kann ein schlechter Atem auch ein frühes Anzeichen für Mundhöhlenkrebs sein, der durch das Rauchen oder das Kauen von Tabak verursacht wurde. Es ist unerlässlich, dass du sofort mit dem Rauchen aufhörst und dich von deinem Arzt auf diese sehr ernste Erkrankung hin untersuchen lässt.

Methode 3 von 4: Stelle deine Ernährung um

  1. Verzichte auf stark riechendes Essen. Unsere Körper absorbieren den Geschmack und den Geruch der Lebensmittel, die wir zu uns nehmen. Besonders geruchsintensive Küche kann noch stundenlang in unserem Atem erkennbar sein. Erwäge, diese Lebensmittel ganz aus deiner Ernährung zu streichen oder dir zumindest direkt nach ihrem Konsum die Zähne zu putzen.
    • Gemüsesorten aus der „Lauch“-Familie, wie z.B. Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch, sind bekannt für ihren penetranten Geruch. Wenn du diese Lebensmittel isst – oder Gerichte, die mit ihnen zubereitet sind, wie z.B. Humus oder Curry – kann das deinen Atem besonders aromatisch machen. Diese Lebensmittel haben allerdings auch viele gesundheitliche Vorteile, anstatt sie also komplett zu streichen, versuche, den Konsum auf die Zeiten zu beschränken, in denen du alleine bist, z.B. bei einem Abendessen zu Hause.
    • Verstehe, dass selbst Zähneputzen nicht ausreicht, um den Geruch von rohem Knoblauch und anderen kräftigen Aromen zu eliminieren. Es ist nämlich so, wenn dein Körper diese Lebensmittel verdaut, dringt der Geruch in den Blutkreislauf ein und kommt irgendwann als schlechter Atem wieder aus dir heraus. Wenn deine Ernährung zu einem großen Teil aus diesen Lebensmittel besteht, reduziere sie (ohne komplett auf sie zu verzichten), um deinen schlechten Atem zu verbessern.
  2. Eliminiere oder reduziere den Konsum von Kaffee und Alkohol. Die chemischen Bestandteile dieser Getränke verändern das Milieu deines Mundes und machen es vorteilhafter für die Geruch verursachenden Bakterien.
    • Wenn du den Konsum dieser Getränke nicht vollständig einstellen kannst oder willst, achte immer darauf, dass du dir nach jedem Getränk den Mund mit Wasser oder einer Mischung aus einem Teil Backnatron und acht Teilen Wasser auswäscht und dir etwa 30 Minuten danach die Zähne putzt.
    • Du solltest dir nicht direkt nach dem Konsum von Kaffee oder einem alkoholischen Getränk (oder einem anderen säurehaltigen Getränk oder Lebensmittel) die Zähne putzen, da die in dem Getränk enthaltene Säure deine Zähne anfälliger macht und du sie durch das Zähneputzen beschädigen könntest.
  3. Nimm Kohlenhydrate zu dir. Wusstest du, dass du bei einer Niedrigkaloriendiät einen sogenannten „Keton-Atem“ bekommen kannst? Wenn dein Körper für Energie Fett statt Kohlenhydrate zersetzen muss, entstehen auch Ketone, wovon einige in deinen Mund abgegeben werden. Unglücklicherweise riechen Ketone schlecht und deswegen auch dein Atem. Wenn du auf einer strikten Kohlenhydrat-reduzierten Diät bist oder einer Diät, die das Verbrennen von Fett anstatt Kohlenhydrate erzwingt, solltest du darüber nachdenken, kohlenhydratreiche Snacks einzubauen, wie z.B. Äpfel oder Bananen.
    • Vitamin C-reiches Obst kann zusätzlich helfen, da es potentiell schädliche Bakterien abwehrt, die zu einem schlechtem Atem führen könnten.
    • Das gleiche kann dir beim Fasten passieren, egal ob aus religiösen Gründen oder weil du magersüchtig bist. Wenn du magersüchtig bist, ist ein schlechter Atem nur einer der Gründe, warum du mit dem Hungern aufhören solltest. Lies dir dazu diesen Artikel durch.

Methode 4 von 4: Erkenne, wann du dir medizinischen Rat einholen solltest

  1. Sprich mit einem Arzt. Wenn du die oben beschriebenen Schritte sorgfältig durchgeführt hast und dein schlechter Atem immer noch anhält, könnte ein medizinisches Problem die Ursache dafür sein.
    • Mundgeruch ist ein Anzeichen dafür, dass etwas in deinem Körper nicht in Ordnung ist. Wenn eine veränderte Hygiene und Ernährung deinen schlechten Atem nicht verbessert haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein anderes Ungleichgewicht, eine Infektion oder eine Erkrankung in deinem Körper die Ursache dafür ist.
  2. Achte auf Mandelsteine. Dabei handelt es sich um Klumpen von verkalktem Essen, Schleim und Bakterien, die sich in deinen Mandeln festsetzen und wie kleine weiße Punkte aussehen. Sie werden oft mit einer Halsentzündung verwechselt, sind aber manchmal auch zu klein, um überhaupt im Spiegel entdeckt zu werden.
    • Mandelsteine sind meistens harmlos, können aber einen stinkenden Atem verursachen. Wenn dir ein weißer Punkt im Bereich deiner Mandeln auffällt, versuche, ihn mit einem Wattebausch ganz sanft wegzuwischen (achte darauf, nicht deinen Würgereflex auszulösen und drücke nicht zu fest). Wenn er sich mit einem Wattebausch abwischen lässt und eher flüssig oder schleimig ist, hast du wahrscheinlich eine Mandelentzündung; wenn er sich aber nicht ablösen lässt oder als ein solider Klumpen weißen Materials herauskommt, dann ist es wahrscheinlich ein Stein. Rieche daran und du bist dir sicher.
    • Dir fällt vielleicht auch ein metallischer Geschmack im Mund auf oder ein Widerstand beim Schlucken.
  3. Finde heraus, ob du eine diabetische Ketoazidose hast. Wenn du Diabetes Typ 2 hast, kann das dazu führen, dass dein Körper Fett anstelle von Glucose verbrennt, wodurch Ketone freigesetzt werden - eine Chemikalie, die schlechten Atem verursachen kann.
    • Mundgeruch kann auch durch Metformin ausgelöst werden, einem Typ 2 Diabetes Medikament. Solltest du Metformin einnehmen, sprich mit deinem Arzt über alternative Behandlungsmethoden.
  4. Ziehe andere potentielle Übeltäter in Betracht. Eine Vielzahl an Krankheiten können Mundgeruch auslösen, unter anderem folgende:
    • Trimethylaminurie. Wenn dein Körper eine Chemikalie namens Trimethylamin nicht verarbeiten kann, wird es in deinen Speichel abgegeben, wodurch schlechter Atem entsteht. Es wird zudem in deinen Schweiß abgesondert, also könnte ein strenger Körpergeruch eine Begleiterscheinung sein.
    • Infektion: Verschiedene Typen von Infektion wie eine Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Mageninfektion können in schlechten Atem resultieren. Es ist wichtig, dass du alle ungewöhnlichen Symptome von deinem Arzt untersuchen lässt, auch dieses.
    • Eine Nierenerkrankung oder ein Nierenversagen: Besonders ein metallischer oder Ammoniakgeschmack und Geruch im Atem kann auf ernsthafte Probleme mit den Nieren hindeuten. Gehe sofort zum Arzt, wenn du diese Symptome aufweist.

Tipps

  • Knabbere zwischen den Mahlzeiten Äpfel oder Karotten, um steckengebliebenes Essen aus deinen Zähnen zu entfernen.
  • Ersetze alle sechs Wochen deine Zahnbürste, damit sich keine Bakterien auf ihrer Oberfläche anlagern.
  • Ersetze deine Zahnbürste spätestens nach drei Monaten.

Warnungen

  • Es können sich tiefe Tasche um die Basis von Zähnen bilden, die nicht regelmäßig mit Zahnseide behandelt werden. Diese sind voll mit verfaulten Essensresten und Keimen, die zu einem schlechten Atem führen können – und dazu, dass sich ein Abszess bildet (schmerzhaftes, infiziertes Zahnfleisch).
  • Wenn du Haustiere hast, sei vorsichtig mit Kaugummis, die Xylitol enthalten – dieses kann für Hunde giftig sein.
  • Vermeide Zahnverlust, indem du deine Zähne all sechs Monate professionell reinigen lässt. Das verhindert eine Anhäufung von Zahnstein oder Konkremente (eine Form von gehärteter Zahnablagerung) und anderen Mineralien aus deinem Speichel, die den Zahnbelag härten. Diese Ablagerungen beschädigen nach und nach die Verbindung zwischen dem Zahnfleisch und den Zähnen und sorgen mit den Jahren dafür, dass immer mehr Zähne lose werden und sich ekelhafte Abszesse bilden.
Information
Users of Guests are not allowed to comment this publication.