Jede Physikaufgabe lösen

Du hast keine Ahnung, wie du bei einer Physikaufgabe anfangen sollst? Es gibt ein einfaches und logisches Schema, wie du bei einer Physikaufgabe vorgehen kannst.

Vorgehensweise

  1. Beruhige dich. Es ist nur eine Aufgabe, nicht das Ende der Welt!
  2. Lies dir das Problem einmal vollständig durch. Wenn es eine besonders lange Aufgabe ist, lies und verstehe es in Abschnitten, bis du wenigstens ein grobes Verständnis davon hast, was vor sich geht.
  3. Zeichne eine Skizze. Es kann gar nicht oft genug betont werden, wie viel einfacher eine Aufgabe wird, wenn sie aufgezeichnet wird. Im Idealfall willst du das Problem freischneiden (ein Freikörperbild zeichnen), aber selbst wenn du nur deine Vorstellung davon, wie sich das Problem in deinem Kopf gestaltet, aufzeichnest (z.B. eine Tabelle), macht es die Lösung des Problems einfacher. Du bekommst oft auch schon Punkte dafür, die Aufgabe richtig aufzuzeichnen. Wenn du damit fertig bist, versuche die Zeichnung in Bewegung zu bringen, wie z.B. in einem Film. Das ist nicht unbedingt notwendig, gibt dir aber ein deutlicheres Verständnis davon, was in der Aufgabe wirklich passiert.
  4. Schreibe alle gegebenen Informationen auf der Seite unter dem Begriff „Gegeben“ oder „Bekannt“ auf . Wenn du z.B. zwei Geschwindigkeiten gegeben hast, bezeichne die erste V1 und setze sie gleich des ersten gegebenen Wertes. Bezeichne die zweite als V2 und setze sie gleich mit dem zweiten gegebenen Wert.
  5. Überprüfe die Aufgabe auf unbekannte Variablen. Stelle dir selbst die Frage, „nach was suche ich?“ und „was sind unbekannten Variablen in diesem Problem“? Schreibe diese auch auf die Seite, unter dem Begriff „Gesucht“ oder „Unbekannt“.
  6. Schreibe die Formeln auf, von denen du denkst, dass sie auf die Aufgabe angewandt werden können. Wenn du die Möglichkeit hast, Formeln nachzuschauen, an die du dich nicht genau erinnerst und die auf das Problem anwendbar wären, dann tu das und schreibe sie auf.
  7. Entscheide dich für die richtige Formel. Manchmal gibt es verschiedene Formeln für die entsprechenden Variablen und du weißt vielleicht nicht, welche du anwenden sollst. Daher musst du dich, wenn du dir die Formel einprägst, auch an die Bedingungen erinnern, unter denen sie angewandt werden. Zum Beispiel: v = u + at, kann nur angewandt werden, wenn die Beschleunigung konstant ist. Also in einer Frage, in der die Beschleunigung nicht konstant ist, wirst du diese Gleichung nicht anwenden müssen. Das kann auch grundsätzlich dabei helfen, das Thema besser zu verstehen.
  8. Löse die Gleichung. Nimm deine Formel und versuche immer nach einer Variabel aufzulösen. Versuche jeweils nach jeder Variabel unter der „Gesucht“ Kategorie aufzulösen. Fange mit den Variabeln an, die du leicht bestimmen kannst.
  9. Wiederhole den letzten Schritt für jede unbekannte Größe. Wenn es bei einer nicht klappt, versuche es mit anderen zuerst, dann kannst du sie vielleicht später mit mehr Informationen bestimmen.
  10. Mache einen Rahmen oder einen Kreis um deine Antwort, oder unterstreiche sie, um deine Arbeit ordentlich zu machen.

Tipps

  • Es wird gesagt, dass das Material wie eine Pyramide aufgebaut ist. Neue Informationen stapeln sich auf alten. Ein besserer Gedanken ist, wenn man diesen erweitert, indem man sagt „Das Material ist wie eine Pyramide aus Ranken; die Informationen bauen aufeinander auf, sind aber auch untereinander verflochten. Betrachte kein Themengebiet für sich alleine als isolierten Block; sie sind alle vermischt und zusammengewachsen in ein komplettes Thema.
  • Viele Leute haben berichtet, dass sie, wenn sie ein Problem eine Weile liegen lassen und danach wieder dazu zurückkehren, oftmals eine neue Perspektive auf das Problem bekommen und es auf einen einfachen Weg lösen können.
  • Versuche die Aufgabe zuerst zu verstehen.
  • Wenn eine Aufgabe besonders schwierig ist, versuche es zunächst mit ein paar einfacheren aus dem selbem Themengebiet. Du kannst so vielleicht einen Weg finden, sie zu lösen.
  • Behalte eine positive Einstellung! Wenn es dir hilft, kannst du ein wenig tagträumen; dadurch kannst du dich entspannen und dich wieder voll auf deine Aufgabe konzentrieren.
  • Wenn du einen Physiktest hast, versuche es mit Kaugummikauen oder iss ein wenig Popcorn, um deine Nerven zu beruhigen. Du wirst alle deine nervösen Gedanken einfach aufessen .
  • Denke daran, der Physikteil der Aufgabe ist es herauszufinden, nach was du auflösen musst, die Skizze zu machen und dich an die Formel zu erinnern. Der Rest ist nur Algebra, Trigonometrie und/oder Rechnen, je nach Schwierigkeitslevel deines Kurses.
  • Wenn du Probleme mit einer Aufgabe hast, schadet es sicher nicht nachzufragen. Suche dir Hilfe, wenn du welche benötigst. Dafür ist dein Lehrer/Tutor da, auch wenn er das Gegenteil glaubt. Oder frage einen Freund oder Mitstudenten/-schüler; sie haben vielleicht eine andere Perspektive, die bei dir die Glühbirne über dem Kopf anschalten kann. Wenn möglich, versuche ihr Vorgehen zu verstehen und herauszufinden, wo deine Probleme liegen und warum. Dann, wenn du weißt was zu tun ist, versuche dich zu verbessern.
  • Löse nach Variabeln auf! Wenn du herausgefunden hast, wie du die Aufgabe mit Variabeln lösen kannst, kannst du nachher immer noch die Zahlen einsetzen. Wenn du direkt mit Zahlen löst, erhöhst du nur die Wahrscheinlichkeit etwas durcheinanderzubringen, wenn du all die Zahlen in deinen Taschenrechner hämmerst. Denke daran, Zahlen sind ungenau, Variabeln sind exakt.

Warnungen

  • Physik ist für viele Leute nicht einfach, also lass dich von einer Aufgabe nicht unterkriegen.
  • Wenn ein Lehrer von dir verlangt, dass du eine Aufgabe freischneiden sollst, dann gehe sicher, dass du genau das machst.

Was du brauchst

  • Schreibutensilien (bevorzugt einen Bleistift oder einen löschbaren Stift irgendeiner Sorte)
  • Papier
  • Taschenrechner mit allen Funktionen, die du brauchst.
  • Ein Verständnis aller Gleichungen, die du für die Aufgabe benötigst. Oder es genügt auch eine Liste von ihnen, wenn du nur lebend durch den Kurs kommen willst.
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