Cha Cha tanzen

Der Cha-Cha ist ein beliebter afro-kubanischer Tanz, der oft bei Turnieren getanzt wird. Musik für Cha-Cha steht im 4/4-Takt bei etwa 30 Takten pro Minute (120bpm), mit einem mittleren bis schnellen synkopierten Gefühl. Cha-Cha ist grundsätzlich ein Paartanz, was bedeutet, dass ein Führender (traditionell – aber natürlich nicht notwendigerweise – der Mann) den Fluss des Tanzes kontrolliert und den Geführten leitet, die Figuren bestimmt, etc., während der Geführte (traditionell die Frau) sich den Bewegungen und dem Timing des Führenden anpasst.

Vorgehensweise

  1. Dies ist der Grundschritt, auch bekannt als Side Basic oder Chassé-Grundschritt. Wir beschreiben ihn hier aus der Perspektive des Führenden (für den Geführten ist es beinahe identisch; der offensichtliche Unterschied ist der, dass der Geführte einen Schritt nach hinten macht, wenn der Führende einen Schritt nach vorn macht, und umgekehrt). Beachte, dass andere Schemata des Cha-Cha einige der Elemente des Grundschrittes mit hübscheren Elementen ersetzen. Im Grundschritt wird folgendermaßen gezählt: ZWEI – DREI – CHA-CHA-CHA oder ZWEI – DREI – VIER und EINS, wenn du weißt, wie man Taktschläge zählt.
  2. Wiegeschritt vorwärts mit deinem linken Fuß. Ein „Wiegeschritt“ ist ein Schritt (in diesem Fall vorwärts), bei dem du dein ganzes Gewicht auf den Fuße verlagerst (in diesem Fall auf den linken) OHNE dabei den stehenden Fuß zu bewegen oder zu heben, um anschließend das Gewicht wieder auf den anderen Fuß (in diesem Fall auf den rechten) zurück zu verlagern. Detaillierte Beschreibung:
    • Kleiner Schritt nach vorn mit dem linken Fuß auf ZWEI, Gewicht auf den linken Fuß.
    • Gewicht zurück auf den rechten Fuß auf DREI.
  3. Wechselschritt nach links, also „cha-cha-cha“ nach links, auch Chassé“ genannt. Wechselschritt bedeutet, dass du einen Schritt machst, dann deine Füße zusammenbringst und dein Gewicht auf den Fuß verlagerst, den du gerade bewegt hast, und dann einen weiteren Schritt mit dem ursprünglichen Fuß machst. Also so: Schritt, zusammen, Schritt – als ob ein Fuß den anderen jage würde und ihn bei jedem zweiten Schritt einholen würde. Achte darauf, dass zusammen bedeutet, dass du tatsächlich fühlen kannst, dass sich deine Füße berühren. In diesem Fall geht unser Wechselschritt nach links, er besteht also aus drei schnellen Schritten nach links (aus Sicht des Führenden) über zwei Taktschläge. Zusammenfassung:
    • Mach mit deinem linken Fuß bei VIER einen winzigen Schritt nach links. Das ist das erste „cha“ des „cha-cha-cha“.
    • Bringe den rechten Fuß hinterher, direkt neben den linken, und verlagere dein Gewicht auf den rechten Fuß; das machst du auf dem halben Taktschlag zwischen VIER und EINS. Das ist das zweite „cha“.
    • Mach mit dem linken Fuße auf EINS einen weiteren Schritt nach links. Das ist das letzte „cha“ im „cha-cha-cha“. Der Schritt darf etwas größer sein als die vorherigen, denn er reflektiert die Betonung auf dem ersten Taktschlag der Musik. Dies ist aber keine festgelegte Regel.
  4. Wiegeschritt zurück mit dem rechten Fuß. Dies funktioniert wie der Wiegeschritt vorwärts, nur dass du den anderen Fuß benutzt und zurück gehst statt vor. Detaillierte Beschreibung:
    • Kleiner Schritt zurück auf den rechten Fuß auf ZWEI. Wie beim Wiegeschritt vorwärts legst du dein Gewicht komplett auf diesen Fuß, nimmst aber den anderen Fuß nicht hoch. Die linke Ferse kann sich etwas heben, aber bewege den Fuß nicht und nimm ihn nicht vollständig hoch.
    • Gewicht nach vorne auf den linken Fuß auf DREI.
  5. Wechselschritt nach rechts. Das funktioniert wie der Wechselschritt nach links, nur dass es nach rechts ausgeführt wird.
    • Winziger Schritt nach rechts mit dem rechten Fuß auf VIER.
    • Bringe den linken Fuß hinterher, sodass er den rechten berührt, und verlagere dein Gewicht auf den linken Fuß. Das passiert auf dem halben Taktschlag zwischen VIER und EINS.
    • Schritt nach rechts auf EINS.
  6. Wiederholung ab "Wiegeschritt nach vorn mit links". An diesem Punkt ist dein linker Fuß hoffentlich frei und in der Lage, den Vorwärtsschritt auszuführen, nach dem du wieder den Wechselschritt nach links machst – und so weiter.

Tipps

  • Lateinbewegungen sind in etwa fünf Milliarden mal einfacher, wenn du möglichst kleine Schritte machst.
  • Übe! Es braucht etwa dreihundert Wiederholungen, damit ein Bewegungsablauf ins motorische Gedächtnis übergeht, aber es dauert bis zu zehntausend Wiederholungen, bevor es absolut instinktiv wird.
  • Bringe deine Füße beim Chassé zusammen. Zusammen . Es sieht schlampig getanzt aus, wenn du den Chassé nicht ordentlich ausführst. Das geht übrigens sehr viel leichter, wenn der erste Schritt sehr, sehr, sehr klein ausfällt. Erwähnten wir bereits, dass du kleine Schritte machen solltest?
  • Cha-Cha ist einer der komplexeren Gesellschaftstänze. Das Schema ist kompliziert (wenn auch nicht so kompliziert wie Lindy Hop oder West Coast Swing), und das Tempo ist ziemlich hoch (wenn auch nicht so hoch wie beim Wiener Walzer). Dieser Artikel kann eine Anleitung sein, aber es ist wirklich schwierig, einen Tanz nach einer Beschreibung zu lernen. Mach einen Kurs oder such dir jemanden, der dir den Cha-Cha beibringen kann. Ein Gruppenkurs ist wesentlich günstiger als Privatstunden.
  • Mach kleine Schritte. Noch kleiner. Nein, noch kleiner.
  • Schau nicht auf deine Füße; halt den Kopf gerade. Traue deinem Gefühl, du weißt, wo deine Füße sind. Wenn du sie unbedingt sehen musst, benutze einen körperlangen Spiegel, den du so hinstellst, dass du auf deine Füße schauen kannst, ohne den Kopf absenken zu müssen. Widerstehe der Versuchung, nach unten zu sehen. Senke nicht einmal den Blick, um unauffällig auf den Boden zu sehen, denn dann wird sich auch dein Kopf unbewusst ein wenig neigen.
  • Der Hüftschwung in den lateinamerikanischen Tänzen ist schwierig zu lernen, und wahrscheinlich unmöglich zu lernen, wenn man nur eine Textbeschreibung hat, aber du kannst mit deinen Füßen anfangen, die eine wichtige Rolle beim „Erzeugen“ dieses Hüftschwungs spielen. Wenn du deine Füße unter Kontrolle hast, kannst du die Knie hinzunehmen. Damit deine Füße und Knie etwas tun, was ansatzweise nach einer lateinamerikanischen Bewegung aussieht, solltest du immer dann, wenn du dein Gewicht von einem Fuß WEG nimmst, die Ferse dieses Fußes heben, sodass sich das Knie beugt, aber den Ballen fest auf dem Boden lassen. Dann schiebst du den Fuß in seine neue Position, mit dem Ballen immer noch auf dem Boden, bringst dein Gewicht dann wieder zurück auf den Fuß und streckst das Knie, sodass sich die andere Ferse fast von allein hebt, wenn das Gewicht von dem Fuß genommen wird. In anderen Worten: Du machst die Schritte auf den Fußballen, setzt aber flach auf den Fuß auf, wenn du dein Gewicht verlagerst (oder "Ballen-flach, Ballen-flach, Ballen-flach", wie du bis zum Erbrechen hören wirst, wenn du jemals einen Rumba- oder Cha-Cha-Kurs machst). Der Fuß mit dem Gewicht darauf steht immer flach mit gestrecktem Knie, der Fuß ohne Körpergewicht darauf berührt zwar den Boden, aber mit angehobener Ferse und leicht gebeugtem Knie. Kein Fuß verliert jemals komplett den Bodenkontakt.
  • Führen und Sich-führen-lassen werden durch eine feste Verbindung der Tanzpartner an Armen/Schultern/Rücken bei aktivierter Muskulatur erreicht. Die Tänzer binden sich so durch einen Rahmen aneinander, der es dem Führenden ermöglicht, beide als eine Einheit zu bewegen. Der Geführte muss nicht vorher wissen, welche Tanzbewegungen der Führende ausführen wird.
  • Wenn du den Grundschritt verinnerlicht hast, kannst du einige fortgeschrittenere Bewegungen in deinen Ablauf einbauen. Dies setzt natürlich voraus, dass du der Führende bist, denn dieser gibt den Ablauf vor. Das am leichtesten in einem Text zu beschreibende Schema ist vermutlich Passing Basic oder Progressive Basic . Das funktioniert so: Nachdem du den Wiegeschritt rückwärts auf den rechten Fuß und zurück auf den linken Fuß beendet hast, mach ein cha-cha-cha vorwärts (drei schnelle Schritte rechts-links-rechts; dies tritt an die Stelle des Chassé nach rechts. Dann mach einen normalen Wiegeschritt vorwärts auf den linken Fuß (und verlagere normal auf den rechten Fuß zurück), mach ein cha-cha-cha rückwärts (links-rechts-links) statt des Chassé nach links, und dann machst du zu guter Letzt einen Wiegeschritt rückwärts auf den rechten Fuß und gehst in die Ausgangsposition zurück. Dann kannst du diesen Ablauf entweder wiederholen oder ein Chassé nach rechts machen (also in den Grundschritt zurückkehren). Zusammenfassend: Die Wiegeschritte im Passing Basic sind identisch mit denen im Side Basic/Grundschritt; der einzige Unterschied ist, dass der eigentliche cha-cha-cha -Teil vorwärts und rückwärts getanzt wird statt seitwärts. Man nennt es „Passing Basic“, weil deine Füße tatsächlich aneinander vorbeigehen, statt nur wieder zusammengebracht zu werden.

Warnungen

  • Es gibt eine regionale und kulturelle Unterschiede beim Cha-Cha. Einige davon sind klassische Gesellschaftstänze, andere eher Street Dance. Die verschiedenen Versionen und Varianten zu vergleichen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, genauso wie der Versuch, festzustellen, welcher der authentische oder richtige Cha-Cha ist. Dieser Artikel konzentriert sich auf den Cha-Cha, wie er auch bei Turnieren getanzt wird.
  • In der Tanzszene solltest du generell nicht ablehnen, wenn dich jemand bei einem Tanzevent zum Tanz auffordert. Und du solltest nicht eifersüchtig werden, wenn jemand anders deinen Partner oder deine Partnerin auffordert. Es ist in diesen Kreisen ganz normal, und die Höflichkeit gebietet es sogar, dass Männer alle Frauen mal auffordern, auch anderer Leute Ehefrauen und Freundinnen.

Was du brauchst

  • Musik: Gute Songs für den Cha-Cha sind zum Beispiel "Sway" von den Pussycat Dolls (oder Dean Martin oder Michael Buble oder Julie London), "Todo, todo, todo" von Daniela Romo (oder von einem der zig anderen Interpreten, die diesen Song aufgenommen haben), "Let's Get Loud" von Jennifer Lopez, "Save the Last Dance For Me" von Michael Buble, oder du gibst bei YouTube einfach Cha-Cha-Musik ein.
  • Einen Partner: Theoretisch kannst du die Schritte auch allein lernen, aber du kannst nicht führen oder folgen lernen, wenn du es nicht übst, und das geht nun einmal nur mit einem Partner aus Fleisch und Blut.
  • Glatten, ordentlichen Boden: Natürlich ist der klassische Tanzboden aus Hartholz optimal, aber es geht auch auf anderem Boden. Fliesenboden funktioniert gut, aber die Füße können nach einer Weile etwas wehtun. Auf Teppichboden hingegen kann man sich nicht so gut drehen, und wenn du länger auf deinem Teppichboden herumtanzt, wirst du dich wundern, wie schnell du ihn durchgetanzt hast.
  • Schuhe, die leicht gleiten und sich drehen, das heißt Schuhe mit glatten Sohlen. Du braucht nicht unbedingt Tanzschuhe im engeren Sinne; schicke Schuhe mit Ledersohle sind super. In Sneakers tanzt es sich nicht so gut (obwohl es tatsächlich Tanzsneakers gibt, und sie funktionieren auch wirklich, aber sie sind sehr teuer – und wer will schon in Sneakers zum Tanzen gehen?). Flipflops sind tabu, weil man sie zu leicht verliert.
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