Apfelschnaps selber machen

Apfelschnaps und von Äpfeln „durchzogener” Brandy können zuhause schnell selber gemacht werden. Dafür musst du dir ein bisschen Mühe geben und brauchst viel Geduld. Apfelschnaps ist ein gegorener und destillierter Apfelwein. Der durchzogene Brandy hingegen bekommt durch den Prozess eine süße, würzige Note im Geschmack – wie Apfelkuchen. Der Brandy braucht weniger Zeit. Aber egal in welcher Laune du bist, das meiste der Arbeit kannst du an einem Nachmittag zuhause erledigen.

Methode 1 von 2: Apfelschnaps

  1. All deine Werkzeuge und deine Ausrüstungen müssen sterilisiert werden. Da der Gärungsprozess für den Schnaps die richtigen Bakterien aktivieren soll, ist es wichtig, dass auch nur diese Bakterien in dem Mix drin sind. Besonders der Gallonen-Behälter muss sehr gut sterilisiert sein.
    • Du kannst eine Jodlösung (Jodophor) verwenden. Diese kannst du fertig in Läden für Daheimbrauerei kaufen.
  2. Erhitz nun eine Gallone des Apfelweins (mittlere Hitze). Der Apfelwein sollte keine Konservierungsstoffe oder zugesetzten Zucker haben. Schließlich fügst du ja auch deinen eigenen Zucker hinzu. Nun kannst du die erste Gallone Apfelwein in den großen Topf kippen und diesen auf mittlerer Hitze erwärmen.
  3. Gib nun die fünf Pfund Zucker hinzu. Sobald die Gallone mit dem Apfelwein ungefähr 44 Grad erreicht hat, kannst du den Zucker einrühren – solange bis dieser „verschwunden“ ist.
  4. Als nächstes gibst du die Bierhefe hinzu. Sobald der Wein um die 49 Grad erreicht, musst du ihn wieder ein bisschen runterkühlen lassen bevor du die Hefe dazugeben kannst.
    • Temperaturen über 55 Grad werden die Hefe „töten” statt diese zu aktivieren. Temperaturen unter 40 Grad werden die Hefe überhaupt nicht aktivieren. Die richtige Temperatur ist also wichtig.
    • Folg den Anweisungen auf der Hefepackung, damit du weißt, wie lange die Hefe bei welcher Temperatur gären soll.
  5. Nachdem die angegeben Zeit abgelaufen ist, kannst du den Wein von der Hitzequelle nehmen. Dieser muss gut heruntergekühlt sein bevor du ihn in den luftdichten Gallonen-Behälter kippst, damit kein Druck entsteht.
    • Da der Wein nicht extrem heiß ist, brauchst du ihn nur fünf bis zehn Minuten herunterkühlen lassen.
  6. Während du darauf wartest, dass die Hefe und der Wein mit dem braunen Zucker herunterkühlen, kannst du den Rest des Apfelweins in den großen Behälter kippen.
    • Von der vierten Gallone kippst du nur ein bisschen rein, da der erhitzte Wein am Ende ein bisschen mehr sein wird als die ursprünglichen fünf Gallonen. Du willst schließlich nichts verschütten.
    • Es ist super, wenn du einen richtigen Braubehälter hast. Falls nicht, kannst du auch einen 5-Liter-Wasserkrug nehmen. Aber auch dieser muss sich komplett versiegeln lassen.
  7. Nachdem der erhitzte Wein bis zu zehn Minuten lang heruntergekühlt ist, kannst du den Rest davon in den Behälter kippen. Danach kannst du ein bisschen von der letzten Gallone hinzugeben, aber nicht alles. Der Behälter sollte immer noch ein paar Zentimeter Platz oben haben.
    • Da die Hefe vom Zucker gefüttert wird, wird es ein bisschen dampfen und außerdem wird Druck erzeugt. Sollte der Behälter also zu voll sein, findest du dich schnell in einem Chaos wieder.
  8. Verschließ den Behälter nun mit dem Deckel, an dem die Luftschleuse ist. Mit dieser kannst du den Druck ablassen, ohne dass Luft von außen in den Behälter gelangt. Die Lucke solltest du so an den Deckel anbringen, wie es die Anweisungen vorgeben.
    • Die Luftschleuse kannst du bestimmt in dem gleichen Laden, in dem du auch die Hefe gekauft hast, finden.
    • Innerhalb der Luftschleuse braucht diese ungefähr ein Gramm Wasser. Dadurch kann das Gas durch das Wasser nach außen dringen aber von außen kommt keine Luft herein.
  9. Nun muss die Flüssigkeit für sechs bis zehn Tage an einem kalten Ort gelagert werden, damit der Apfelwein gären kann. Je länger du der Hefe erlaubst „sich zu füttern“, desto höher wird der Alkoholgehalt im Schnaps sein. Nah an den zehn Tagen bekommt der Apfelschnapp mehr „Biss“.
    • Wenn du einen transparenten Wasserkrug benutzt, musst du diesen wirklich an einem dunklen Ort lagern. Zu viel Sonnenlicht kann die Hefe „töten“.
    • Gib dem Behälter jeden Tag einen kleinen Schlag/Klaps. Nicht stark schütteln. Durch den kleinen Klaps entlädt sich der Druck nach oben an die Oberfläche.
  10. Desinfizier nun den Apfelweinbehälter und den Schlauch. Sobald du längstens zehn Tage lang gewartet hast, ist der Schnaps bereit für die Flasche. Fang an, die ursprünglichen Gallonen zu sterilisieren. Dafür kannst du wieder die Jodlösung verwenden. Säubre auch den kleinen Schlauch mit dem du den Schnaps umfüllen willst.
  11. Nun kannst du umfüllen. Auf dem Grund wirst du eine Ablagerung der Hefe sehen, halt den Schlauch über der Ablagerung und befördre den Schnaps nun aus dem großen Behälter in die sterilisierten kleinen Gallonen.
    • Leg die Deckel bereit, damit du die Gallonen versiegeln kannst
    • Du kannst den Schnaps nun kühlstellen, damit die Hefe abstirbt. Dann hast du einen Alkoholgehalt von ca. 20 %. Du kannst aber auch ein bisschen Wasser in dem Schnaps abfrieren lassen, in diesem Fall kann sich der Alkoholgehalt sogar verdoppeln.
  12. Sobald der Schnaps komplett umgefüllt ist, frier diesen ein. Der Inhalt sollte wirklich hart gefroren sein, bevor du zum nächsten Schritt übergehst.
  13. Nachdem die Behälter wirklich gefroren sind, öffne diese, stell sie auf den Kopf und lass die Flüssigkeit in Einweckgläser tröpfeln. Da Wasser schon viel früher als Alkohol gefriert, wird all die Flüssigkeit, die in die Gläser tropft, konzentrierter Schnaps sein. Wahrscheinlich füllst du mehrere Gläser. Der Inhalt schmilzt langsam.
    • Du wirst sehen wie die gefrorenen Teile ihre Karamellfarbe verlieren sobald der Alkohol herunterläuft und nur noch das Eis übrig bleibt.
    • Das Ganze kann bis zu zwei Stunden dauern – sei geduldig.
    • Wenn du das Wasser wirklich so gut wie möglich trennen willst, kippe den Inhalt der Gläser zurück in die Gallonen (entfern das geschmolzene Wasser zuvor) und frier alles nochmal ein. Nachdem du das zwei bis dreimal gemacht hast, wirst du merken, dass der Inhalt kaum noch oder gar nicht mehr gefriert. Nun liegt der Alkoholgehalt bei ungefähr 40 %.
  14. Der Schnaps ist nun zum Trinken bereit. Genieß ihn in Maßen!

Methode 2 von 2: Apfeldurchzogener Brandy

  1. Schäl und schneid rote Äpfel und füll zwei Tassen mit den Scheiben. Auch wenn dieser Brandy technisch gesehen kein Schnaps ist, Brandy und Apfel passen gut zusammen. Es ist einfach eine Alternative zum hausgemachten Schnaps. Zwei volle Tassen mit Apfelscheiben genügen.
  2. Nimm dir nun einen Topf. Gib die Äpfel zusammen mit den Zimtstangen und den zwei Teelöffeln Wasser zusammen in den Topf und fang an zu rühren.
  3. Erwärm den Topf bei mittlerer Hitze für zehn Minuten. Das reicht um die natürlichen Aromen freizulassen und um eventuelle Keime abzutöten.
    • Während des Erhitzens solltest du den Mix abdecken.
  4. Gib nun die 2 1/2 Tassen (580 ml) Zucker dazu und rühr weiter. Solange bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  5. Schalt den Herd nun aus und stell den Mix beiseite zum Abkühlen. Dieser muss zwar nicht auf Raumtemperatur hinunterkühlen, aber gut genug, damit er in einer luftdichten Flasche keinen Druck erzeugen kann.
  6. Füll deinen Mix in einen großen, luftdichten Glasbehälter, sobald dieser auf eine leicht warme Temperatur heruntergekühlt ist.
    • Der Behälter muss luftdicht versiegelt werden können.
    • Kipp nun den gesamten Mix in den Behälter.
  7. Gib zwei Tassen (480 ml) Brandy hinzu.
  8. Nun kommt die letzte Zutat des Rezepts: Die drei Tassen (720 ml) trockenen Weißwein gibst du ebenfalls zu der Flüssigkeit dazu.
  9. Nun versiegelst du den Behälter und lagerst ihn an einem kalten, dunklen Ort.
  10. Als nächstes musst du drei Wochen lang warten. Geduldig zu sein ist wichtig. Der Infusionsprozess braucht Zeit.
    • Alle drei Tage solltest du den Behälter schütteln, damit die Ablagerungen aufgerüttelt und die Zutaten vermischt werden.
  11. Nach drei Wochen kannst du den Behälter öffnen, aber halt: Noch nicht trinken. Die Flüssigkeit muss durch zwei Lagen Mulltücher (Seihtuch) gefiltert werden, damit jegliche Ablagerungen entfernt werden.
  12. Auch jetzt ist der Brandy noch nicht fertig. Die gefilterte Flüssigkeit muss nun in eine Glasflasche, die versiegelt werden kann.
  13. Denk dran, Geduld ist wichtig. Wart zwei Wochen. Die Flaschen sollten wieder an den kalten, dunklen Ort. Geschüttelt werden müssen sie dieses Mal nicht.
  14. Nun darfst du die Flasche öffnen und ein Glas des Inhalts genießen. Deine Geduld und Arbeit haben sich gelohnt.

Zutaten

Apfelschnaps
  • 5 Gallonen frischen Apfelsaft (ohne zusätzlichen Zucker oder Konservierungsstoffe)
  • 5 Pfund braunen Zucker
  • 1 Paket Bierhefe
  • 1 5-Gallonenbehälter (muss versiegelt werden können)
  • 1 Gärungsluke (Luftschleuse)
  • 1 großer Topf
Brandy mit Äpfeln
  • 2 Tassen rote Äpfel (geschält und in Scheiben geschnitten)
  • 3 Zimtstangen
  • 2 Teelöffel (30 ml) Wasser
  • 2 1/2 Tassen Zucker
  • 2 Tassen (480 ml) Brandy
  • 3 Tassen (720 ml) trockener Weißwein

Tipps

  • Der unverwechselbare Geschmack von Apfelbrandy ist ein köstliches Extra für viele Menüs. Z. B. kann der Brandy etwas Besonderes für Desserts (Kuchen, Eis, Torte) sein oder als Zutat für die Kruste von Koteletts dienen.
  • Apfelbrandy wird auch oft in Cocktails, die einen destillierten Likör brauchen, verwendet. Z. B. in „Manhattan“ und „Old Fashioned.“
  • Brandy hat zwischen 35 und 60 % Alkoholgehalt.
  • Das Wort Brandy kommt von dem holländischen Wort „brandewijn” und bedeutet „verbrannter Wein”. Dieser Ausdruck wiederum entstand dadurch, dass Brandy eine klar destillierte Spirituose mit verbranntem (karamellisiertem) Zucken ist. So entstehen die Farbe und der Geschmack.

Warnungen

  • Zu viel von den beiden leckeren Getränken ist nicht gut und kann deinen Körper vergiften. Genieß in Maßen!
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