Höhlen erforschen (Speläologie)

Höhlenforschung ist ein tolles Hobby für Abenteurer, die keine Angst vor engen Räumen, großen Höhen, Dunkelheit und Insekten haben. Obwohl man Höhlenforschung am besten lernt, indem man mit erfahrenen Höhlenforschern mitgeht und darauf achtet, welche Sicherheitsmaßnahmen sie ergreifen, findest du hier ein paar Tipps für den Anfang.

Vorgehensweise

  1. Gehe zusammen mit anderen. Selbst wenn du erfahren bist, solltest du „immer“ mit mindestens zwei anderen Personen auf Höhlentour gehen. Wenn ein Notfall auftritt, bei dem jemand verletzt wird, kann eine Person bei dem verletzten Gruppenmitglied bleiben, während die andere Hilfe holen geht.
    • Wenn du gerade anfängst, solltest du eine geführte Tour mit einem Profi unternehmen, der schon einmal in der betreffenden Höhle war. Noch besser ist es, wenn du in eine Höhle gehen kannst, bei der es regelmäßig geführte Touren gibt und die sich in einem staatseigenen Park befindet (z.B. der Carlsbad Caverns National Park in New Mexico).
  2. Besorge dir die richtige Ausrüstung. Unvorbereitet zu sein, kann Höhlenforschen zu einem üblen Erlebnis werden lassen und macht in einigen Fällen den Unterschied zwischen Leben und Tod aus.
    • Trage einen Helm mit Stirnlampe. Benutze neue Batterien und nehme zwei zusätzliche Lichtquellen mit (ebenfalls mit neuen Batterien). Und nein, deine Smartphone-Beleuchtung zählt nicht!
    • Trage Hosen und ein langärmliges Oberteil. In den meisten Höhlen ist es ganz schön kalt. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn du in eine enge Höhle gehst, damit du dir nicht die Haut aufreißt oder dich an scharfen Felskanten schneidest. Beachte, dass Höhlen oft ziemlich matschig sind und sich „Höhlenschlamm“ nicht gut aus den Kleidern entfernen lässt. Überlege dir, spezielle Kleidung anzuzihen (z.B. eine Art Schutzkleidung).
    • Wenn du auf enge Stellen treffen wirst (z.B. solche, an denen du kriechen oder dich winden oder durchquetschen musst), solltest du Knieschützer, Ellbogenschützer sowie Handschuhe tragen.
    • Trage enge und rutschfeste Schuhe.
    • Nimm Essen, Wasser und ein kleines Erste Hilfe-Set mit. Trage so wenig Gepäck, wie es die Sicherheit zulässt und benutze einen stromlinienförmigen Rucksack.
  3. Schau zurück. Da Höhlen aus der entgegengesetzten Richtung oft ganz anders aussehen und Passagen, von denen man gekommen ist, nicht wiedererkannt werden, verirren sich viele unerfahrene Höhlengänger, selbst wenn sie sich noch nahe am Eingang befinden. Schau gelegentlich zurück und mache ein geistiges Foto von deiner Umgebung, damit du dich auf dem Rückweg nicht verläufst. Wenn du deinen Weg markieren musst, benutze dazu kleine Stücke von buntem, reflektierendem Klebeband und nimm sie wieder mit, wenn du die Höhle verlässt.
    • Pfleile, die eingeritzt oder an die Wand gemalt sind, sollte man nicht beachten – sie stimmen meistens nicht und werden zudem als Vandalismus angesehen.
    • Nimm keine Schnur mit, in der Annahme, dass sie dich wieder zum Eingang zurückführen kann. Wenn die Höhle lang genug ist, um sich in ihr zu verirren, dann bräuchtest du dazu viel zu viel Schnur, um sie tragen zu können.
  4. Erforsche Höhlen auf eigenes Risiko. Wenn du Teile einer Höhle entdecken willst, die noch nicht dokumentiert sind, solltest du wirklich wissen, was du tust. Erfahrene Höhlengänger können Veränderungen der Temperatur, von Luftströmen und der Geologie wahrnehmen, um zu wissen, worauf sie sich zubewegen und nehmen sogar dann noch ein tödliches Risiko auf sich. Der neue Tunnel, denn du gerade aufgegraben hast, könnte in ein 100 Meter tiefes Gefälle münden oder die Stütze für eine Felsgruppe entfernen, die sich über dir befindet (wodurch dein Körper zu ihrer neuen Stütze wird).
  5. Verlasse die Höhle in dem Zustand, wie du sie betreten hast. Hinterlasse keine dauerhaften Spuren deines Besuchs. In einigen Höhlen kann das Berühren der natürlichen Strukturen dazu führen, dass diese sich nicht mehr weiterentwickeln. Aus diesem Grund ist das Tragen von Handschuhen eine gute Idee. „Hinterlasse nichts außer Fußspuren, nimm nichts mit außer Erinnerungen“.

Tipps

  • Höhlenforschen wird manchmal auch als Speläologie bezeichnet. Wenn du recherchierst, solltest du für bessere Ergebnisse beide Bezeichnungen benutzen.
  • Jede Höhle ist unterschiedlich. Erforsche deine und finde heraus, was die Einheimischen machen (und was einige Unglücksraben nicht gemacht haben), um immer auf der sicheren Seite zu bleiben.
  • Wenn du eine Karte der Höhle hast, nimm diese mit. Bestimme häufig deine Position, und nimm auch einen Kompass mit.

Warnungen

  • Nimm nicht deinen Helm ab, solange du dich bewegst. Er ist nicht dazu da, dass du aussiehst, wie in einer Fotostrecke für das National Geographic-Magazin. Es genügt, wenn dein Kopf für den Bruchteil einer Sekunde mit dem Fels zusammentrifft, um dich mit einer Gehirnerschütterung aus der Höhle tragen lassen zu müssen.
    • Gehe nicht in Höhlen, wenn du Angst hast vor Insekten (insbesondere Spinnen), engen Räumen (du magst kein MRT? Dann wirst du auch Höhlen nicht mögen), Höhen (es kann sein, dass du dich auf Felsvorsprüngen wiederfindest, mit nichts als einem Seil, um dich festzuhalten, oder auf winzigen Leitern oder in der Dunkelheit an einem Seil hängend) und Dunkelheit.
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