Keine Angst vorm Headhunter

Ein Headhunter, auch Anwerber oder ‚Kopfjäger‘ genannt, kann dich ein ganzes Stück weiterbringen wenn es zu einem neuen Job oder einem Jobwechsel kommt. Headhunter sind Dritt-Auftragnehmer und stellen dich für offene Stellen ein, bevor sie öffentlich ausgeschrieben werden. Wenn Firmen nach Führungskräften Ausschau halten, nehmen sie normalerweise einen Headhunter unter Vertrag. Dieser soll dann die Créme de la Créme unter potentiellen Kandidaten finden. Wenn du ein bisschen Insider-Wissen und Beziehungen zu guten Jobs willst, ist der Headhunter eine gute Wahl für dich. Mit ihm findest du heraus, wo du wie arbeiten kannst und grundlegende Fehler vermeidest.

Teil 1 von 3: Auf der Suche nach einem Headhunter

  1. Versuche erst mal zu verstehen, was ein Headhunter überhaupt tut. Wichtig: Headhunter sind keine Lebensberater, Karriereberater oder ähnliches. Ihre Aufgabe ist, die besten und klügsten Talente im Sinne der Firma, für die sie arbeiten, zu finden. Es geht nicht darum, „einen Job für dich zu suchen.“
    • Headhunter arbeiten als Dritt-Anwerber. Sie werden von Firmen unter Vertrag genommen und arbeiten auf Kommission – daher ist es nicht in ihrem Sinne nach eher ungeeigneten Kandidaten zu suchen. Der Kunde des Headhunters ist die Firma, die ihn anstellt, nicht der Jobsuchende selbst. Demnach gehört es nicht zu seinen Aufgaben, für jeden einen Job zu finden.
  2. Suche einen Headhunter aus deinem Bereich. Besonders oft eingesetzt werden sie im Gesundheitswesen, Wissenschaft und Technologie, Finanzwesen und Medizin. Meistens findest nicht du den Headhunter, sondern er – solltest du ein geeigneter Kandidat sein – setzt sich mit dir in Verbindung. Mögliche Headhunter findest du am besten im Internet oder in jeglichen Quellen für Jobsuchende.
    • Bleibe in engem Kontakt mit Business-Netzwerken und starte und/oder verbessere dein LinkedIn Profil. So hast du die besten Chancen, mit einem Anwerber in Kontakt zu kommen.
  3. Bevor du dich mit einem Headhunter triffst, mache aus deinem Lebenslauf einen, der hervorsticht. Es ist sehr wichtig, dass du einen detaillierten und professionellen Lebenslauf vorlegen kannst, damit deine Erfahrungen, Empfehlungen und Stellenbeschreibungen klar und offen sichtbar sind. Noch einmal, detailliert und herausstechend bedeutet nicht, dass du Teilzeitjobs oder veraltete Auslandsaufenthalte im Lebenslauf hast.
    • Anwerber werden dir nicht helfen, einen besseren Lebenslauf zu schreiben. Den musst du schon selber fertig in der Tasche haben, bevor du dich mit einem Headhunter triffst. Es ist deine Aufgabe, dem Headhunter zu zeigen, dass du für den Job geeignet bist – mache es ihm leicht. Der Anwerber wird dich nicht durch den gesamten Prozess führen – du musst aktiv sein.
  4. Schreibe ein Anschreiben. In einem kurzen Schreiben an den potentiellen Headhunter erklärst du, wo und wonach du suchst. Beim Abschluss machst du deutlich, dass du gerne deinen Lebenslauf schickst, sollte der Job mit deinen Qualifikationen und Erfahrungen zusammenpassen.
    • Prinzipiell ist es so, dass deine Daten nach einer Weile verschwinden. Selbst wenn du ein attraktiver Kandidat bist, behalten Headhunter deine Daten nicht im Archiv. Wie schon gesagt, es liegt nicht in ihrem Interesse, Bewerber mit Jobs zu versorgen. Sie wollen offene Stellen füllen. Solltest du keine Antwort bekommen, heißt das nicht zwingend, dass du ungeeignet bist. Warte eine Weile ab, aber nicht zu lange, und versuche es noch einmal.
    • Werde nicht zu ausschweifend. Wichtige Punkte und eine Zusammenfassung deiner Erfahrungen kannst du auf eine halbe Seite bringen. Die meisten Headhunters werden nicht allzu viel Zeit auf zu lange Briefe und Anschreiben verwenden. Packe die halbe Seite mit den wichtigsten Informationen voll.
  5. Rufe den Headhunter persönlich an. Manchmal ist es der einfachste Weg, wenn du herausfinden möchtest, ob du geeignet bist oder nicht. Selbst wenn du ein „Nein“ bekommst, ist es besser als wenn du ewig auf eine Antwort hoffst und wartest.

Teil 2 von 3: Arbeite mit dem Headhunter zusammen

  1. Sei so ehrlich wie möglich. Vergiss nicht, den Job bekommst du nicht vom Headhunter persönlich. Du musst ihn also nicht beeindrucken wie bei einem Vorstellungsgespräch. Stattdessen musst du beweisen, dass du Qualifikationen für die offene Stelle hast. Sei offen und freundlich, wenn es zur Gehaltsfrage, zu deinen Erfahrungen und weiteren Qualifikationen kommt. Es macht keinen Sinn, Zeit zu verschwenden, wenn du für den Job schlichtweg nicht geeignet bist.
    • Sei vorbereitet und in guter Form bevor es zum eigentlichen Bewerbungsgespräch geht. Du repräsentierst dich selbst und den Headhunter. Die Firma wird den Headhunter nicht erneut unter Vertrag nehmen, solltest du wie ein ungeeigneter Kandidat wirken.
  2. Rudere ein bisschen zurück. Das Ziel des Headhunters ist es, das passende Gegenstück für die offene Stelle zu finden. Dir steht offen, wie du für dich wirbst, aber bedenke, der Headhunter bevorzugt ein präzises und informatives Stück. Es geht um einen guten Lebenslauf, einen kurzen Klappentext und, gegebenenfalls, um ein paar Hintergrundinformationen – am Telefon oder persönlich. Gib dir Mühe: Es kann immer passieren, dass sich dadurch eine weitere Chance für eine andere Stelle ergibt, die noch viel besser zu dir passt.
    • Gehe nicht davon aus, dass Headhunter sich lobend über deinen Lebenslauf äußern. Manchmal erinnern sie sich noch nicht einmal. Im Durchschnitt bekommt jeder Lebenslauf einen streifenden Blick von maximal zehn Sekunden.
  3. Frage nach Insider-Informationen. Frage deinen Headhunter so viel wie möglich bevor das richtige Interview stattfindet. Frage ihn nach Fehlern, die andere Kandidaten vor dir gemacht haben. Besonders wenn der Headhunter schon einmal mit der Firma zusammengearbeitet hat, kann dir das eine Menge helfen.
    • Erwarte keine Überdosis an Insider-Informationen. Selbst wenn du zusätzliche Infos hast, bleibt es nach wie vor deine Aufgabe, dich im Bewerbungsgespräch gut zu verkaufen. Der Headhunter kann dich zum Wasser führen, aber trinken musst du schon selbst.
    • Du sollst ehrlich sein – versuche das auch von deinem Headhunter zu fordern. Diese wollen meistens eine gute Auswahl an Kandidaten bekommen, das heißt auch, es sollten ein paar mehrere zur Auswahl stehen. Das klappt allerdings nicht immer und deswegen wählt der Anwerber auch mal Kandidaten, die vielleicht nicht hundertprozentig geeignet sind. Der Grund ist, dass Firmen sich öfter und positiver an Headhunter erinnern, wenn diese mehrere Kandidaten angeworben haben, anstatt „den einen.“
  4. Bleibe immer organisiert und behalte den Überblick. Es ist dein Job, den Job zu bekommen. Noch einmal, Headhunters kümmern sich nicht darum, was du für die Bewerbung brauchst etc. Ein paar wenige Headhunter bieten dir vielleicht eine bisschen Hilfe mit dem Prozess an, erwarten kannst du es aber nicht. Es liegt in deiner Hand. Arbeite selbstständig, jede Hilfe von außen sollte nur das Sahnetüpfelchen sein.

Teil 3 von 3: Versuche übliche Fehler zu vermeiden

  1. Der Headhunter erledigt nicht die komplette Arbeit für dich. Sie wollen die freie Stelle füllen, aber nicht zwangsläufig mit dir. Siehe den Headhunter als eine Art Ergänzung zu deiner restlichen Jobsuche.
    • Headhunter sind relativ universell, aber nicht Spezialist für alles. Sie urteilen nicht darüber, wer ihrer Meinung nach der beste Kandidat ist, sondern wer der beste Kandidat für die Firma sein könnte. Anders ausgedrückt: Nur weil du ein erfahrener wissenschaftlicher Forscher bist, denke nicht, dass der Headhunter eine Ahnung davon hat, was du eigentlich tust.
  2. Bringe nicht zu viele Informationen auf einmal auf den Tisch. Es ist keine gute Idee, deinen Anwerber mit dicken Mappen, langen Empfehlungsschreiben, Zeugnissen und Beurteilungen von vorherigen Arbeitgebern zu überfluten. Vergiss nicht, den Job gibt dir nicht der Headhunter und er kennt sich mit deinem Gebiet wahrscheinlich gar nicht so genau aus. Es geht um glaubwürdige Erfahrungen und Qualifikationen. Das reicht erst mal, den Rest brauchst du für später im Bewerbungsgespräch.
  3. Kündige deinen Job nicht zu früh. Üblicherweise arbeiten Headhunters nicht mit arbeitslosen Kandidaten. Sie schauen eher nach voll beschäftigten und attraktiven Kandidaten, die idealerweise auf der Suche nach einer Veränderung sind. Du bist interessanter für Firmen, wenn sie dich praktisch „wegklauen“. Außerdem bringt es dich in eine bessere Position, wenn es zur Gehaltsfrage kommt. Solange du nur in Kontakt und im Gespräch mit dem Headhunter bist, behalte deine Arbeit, auch wenn du nicht so glücklich damit sein solltest.
  4. Frage deinen Headhunter kein Loch in den Bauch. Bleibe nur weiter dran, wenn der Headhunter deine Rückfragen positiv beantwortet. Schreibe keine neue Mail in der nächsten Woche, weil du auf eine Antwort hoffst. Sonst wirst du für immer auf die „schwarze Liste“ bei dem entsprechenden Headhunter gesetzt. Headhunters sind extrem beschäftigt und ausgelastet – sie haben daher keine Zeit sich mit Leuten zu beschäftigen, die nicht den Voraussetzungen der Stelle entsprechen. Versuche zu fühlen, wenn du dich zurückziehen solltest.
    • Sobald du anfängst mit einem Headhunter zu arbeiten, konzentriere dich und behalte den Überblick. Aber: spamme den Anwerber nicht mit 30 Mails pro Tag zu, nur um zu fragen, ob schon was für dich gefunden wurde. Es liegt in ihrem Interesse Stellen zu füllen, also werden sie sich auch bei dir melden, wenn du ein geeigneter Kandidat für eine Stelle sein solltest. Übe dich in Geduld.
  5. Lass dich nicht auf dem Arm nehmen. Es kann passieren, dass sich Leute bei dir melden und behaupten Headhunter zu sein. Sie fragen dich eine Menge über deinen Lebenslauf und persönliches, können dir aber keine Jobinformationen geben. Meistens handelt es sich dabei um Betrüger, auch ‚scam artists‘ genannt. Manche von ihnen können tatsächlich Headhunter sein. Sie stellen Fragen über die Firmen, für die du arbeitest oder gearbeitet hast, um einen Fuß in die Tür dieser Firmen zu bekommen. Bei den anderen handelt es sich meistens um Diebe.
    • Gehe dem möglichen Einbrecher nicht auf den Leim. Bevor du zu viel sagst, bestehe darauf, genaue Jobinformationen der angeblich freien Stelle zu bekommen. Frage auch danach, wo sich die Firma befindet. Sag ihm, dass schon andere Headhunter mit dir zusammenarbeiten und du daher wissen möchtest, was z. B. der erste Buchstabe der Firma ist. Solltest du dich mit den Firmen in deiner Umgebung auskennen, mache ein Ratespiel mit der Person am Telefon. Sollte diese sich weigern, lege auf.

Tipps

  • Headhunters sind oft spezialisiert. Wähle einen aus, der in deinen Bereich passt, wie z. B. Gesundheitswesen, Wissenschaft und Technologie, IT Branche, Medizin.
  • Halte deinen aktuellen Lebenslauf bereit, bevor du dich mit einem Headhunter in Verbindung setzt.
  • Frage Freunde oder andere Kontakte, sich deinen Lebenslauf anzuschauen und frage sie nach Verbesserungsvorschlägen.
  • Erwarte vom Headhunter nicht, dir einen Job zu besorgen. Sie wollen die Stelle füllen, aber nicht zwangsläufig mit dir. Für dich sollten sie eine Ergänzung zur Jobsuche, die du ohnehin machst, sein.
  • Rechtliche Anwerber sammeln keine Lebensläufe für ihre eigene Datenbank. Warum? Weil sie nach passenden Kandidaten für die offene Stelle suchen. Du kannst ihnen beweisen, dass du ein guter Kandidat bist. Dabei geht es um einen guten Lebenslauf und prägnante Informationen sowie gegebenenfalls zusätzliche Hintergrundinfos am Telefon oder persönlich. So können sich die Anwerber ein besseres Bild verschaffen. Und manchmal ergibt sich dadurch eine andere offene Stelle für dich, die viel besser zu dir passt.
  • Bevor du darauf drängst, sämtliche Details über den Job zu bekommen, frage den Headhunter nach seiner website. So kannst du sehen, ob es sich um einen rechtlichen Anwerber handelt. Beim ersten Kontakt werden Headhunter dir nicht den Namen der Firma verraten, da sie sich selber schützen müssen. Ra

Warnungen

  • Gebe niemals persönliche Informationen wie Versicherungsnummern, Bankdaten, den Geburtsnamen der Mutter oder Namen von vorherigen Arbeitgebern heraus. Diese Informationen sollten nur persönlich an die entsprechende Firma gegeben werden, nachdem du den Job bekommen hast.
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