Ein verdorbenes Ei erkennen

Kennst du das? Du bist gerade mitten beim Backen oder Kochen und stellst auf einmal fest, dass deine Eier schon über dem Verfallsdatum sind. Oder du hast einen Packung Eier, auf der kein Verfallsdatum steht und bist dir nicht sicher, ob du sie nicht besser wegwerfen solltest. Zum Glück lassen sich verdorbene Eier relativ leicht identifizieren. Dieser Artikel zeigt dir, wie du verdorbene Eier von guten unterscheiden kannst, und gibt dir einige Tricks, um ihre Frische zu bestimmen.

Methode 1 von 3: Die Frische der Eier testen

  1. Lege das fragliche Ei in eine Schüssel oder ein breites Glas mit kaltem Wasser und finde heraus, ob es schwimmt. Jedes Ei hat eine kleine Lufttasche in seinem Inneren. Wenn mit der Zeit die Schale immer poröser wird, gelangt mehr und mehr Luft ins Innere des Eis. Je mehr Luft ins Ei gelangt, desto größer wird diese Lufttasche und desto besser schwimmt das Ei.
    • Wenn das Ei seitlich auf dem Grund der Schüssel liegt, ist es auf dem Gipfel seiner Frische.
    • Wenn das Ei auf einem Ende steht, aber immer noch den Boden berührt, ist es ein wenig über seinen Zenit, kann aber trotzdem sicher verzehrt werden.
    • Wenn das Ei schwimmt, ist es nicht mehr frisch. Das bedeutet nicht automatisch, dass es verdorben ist und nicht mehr gegessen werden kann. In diesem Fall solltest du das Ei aufschlagen und nach Anzeichen dafür Ausschau halten (oder riechen), dass es verdorben ist.
  2. Halte das Ei an dein Ohr, schüttle es und achte auf ein schwappendes Geräusch. Ein Ei verliert mit der Zeit an Feuchtigkeit und Kohlendioxid, der Eidotter trocknet nach und nach aus und schrumpft, und die Luftblase im Inneren wird größer. Eine größere Luftblase sorgt für mehr Raum im Inneren des Eis, wodurch die verbliebenen Bestandteile hin und her rutschen können und für ein „Schwappen“ im Ei sorgen.
    • Ein frisches Ei sollte keine großen Geräusche machen (wenn überhaupt welche), wenn du es schüttelst.
    • Ein Schwappen im Ei bedeutet nur, dass das Ei schon älter ist und nicht zwangsweise, dass es ungenießbar ist.
  3. Schlage das Ei auf einem Teller oder in einer großen Schüssel auf und überprüfe die Qualität des Eidotters und des Eiweiß. Die Unversehrtheit des Eis nimmt mit dem Alter ab, wodurch es weniger gut zusammenhält, als ein frisches Ei. Achte darauf, ob das Ei auf dem Teller weit auseinander läuft oder ob es relativ kompakt zusammenhält. Ein Ei, das sich weit verteilt oder etwas wässrig wirkt, hat dünneres Eiweiß und ist schon ein wenig über seinem Zenit.
    • Wenn der Eidotter flach ist und leicht bricht, ist das Ei alt.
    • Wenn der Eidotter sich leicht bewegen lässt, bedeutet das, dass die Hagelschnüre (die dickeren Eiweißfäden, die den Dotter an seinem Platz halten) schwächer werden und das Ei schon älter ist.
    • Schaue dir die Farbe des Eiweiß an. Ein trübes Weiß deutet auf ein frisches Ei hin. Ein klares Weiß bedeutet, dass das Ei schon älter ist (es kann aber trotzdem noch genießbar sein).

Methode 2 von 3: Ein verdorbenes Ei identifizieren

  1. Schlage das Ei auf und achte darauf, ob es einen Geruch verströmt. Das ist der beste Hinweis auf ein verdorbenes Ei. Ein verdorbenes Ei verströmt einen penetranten, faulen Geruch, wenn du es aufschlägst. Der Schwefelgeruch wird offensichtlich, sobald die Schale gebrochen ist (und vielleicht sogar schon vorher), und du solltest das Ei wegwerfen.
    • Ein verdorbenes Ei hat einen fauligen Geruch, unabhängig davon, ob es roh oder gekocht ist.
  2. Zerteile das Ei in kleine Portionen und untersuche die Farbe. Die Farbe des Eidotters kann je nach der Ernährung der Henne, die es gelegt hat, unterschiedlich ausfallen, also hat die gelbe oder orange Schattierung des Eidotters nichts mit der Frische zu tun. Schaue dir stattdessen das Eiweiß (oder Albumin) etwas genauer an. Wenn es pink, grün oder schillernd ist, könnte das Ei von Pseudomonas-Bakterien befallen sein und ist nicht zum Verzehr geeignet. Wenn du schwarze oder grüne Flecken im Inneren des Eis entdeckst, wurde es von einem Pilz infiziert und sollte weggeworfen werden.
    • Wenn der Eidotter eines hartgekochten Eis von einem grünen Ring umgeben ist, bedeutet das, dass das Ei zu lange oder in einem sehr eisenhaltigen Wasser gekocht wurde. Solche Eier kannst du trotzdem unbesorgt essen.
    • Sollte ein blutiger oder fleischiger Fleck auf dem Ei sein, kann es trotzdem sicher verzehrt werden und ist deswegen nicht kontaminiert oder verdorben. Ein Blutfleck entsteht, wenn bei der Bildung des Eis ein Blutgefäß reißt. Das hat nichts mit der Frische des Eis zu tun.

Methode 3 von 3: Datum und Uhrzeit verwenden

  1. Überprüfe das „letzte empfohlene Verkaufsdatum“ auf der Verpackung, sollte es aufgedruckt sein. In einigen Ländern (z.B. der Schweiz oder den USA) wird auf die Verpackung der Eier ein „zu verkaufen bis“, „nicht verkaufen nach“ oder „abgelaufen bis“ Datum aufgedruckt. In Deutschland ist dieser Aufdruck freiwillig. Das Datum liegt maximal 30 Tage nach dem Datum, an dem die Eier verpackt wurden. Eier, die gut gekühlt wurden und nicht zerbrochen sind, sollten mindestens einen Monat über dieses „letzte empfohlene Verkaufsdatum“ hinaus frisch bleiben.
    • In Amerika wird dieses Datum als Monat/Tag aufgedruckt. Ein Ei, das bis zum 15ten März verkauft werden muss, wird also als 03/15 ausgezeichnet. In der Schweiz wird das vollständige Datum aufgedruckt, also 15.03.2016.
    • „Letztes empfohlenes Verkaufsdatum“ bezieht sich auf das Datum, bis wann das Ei öffentlich zu erwerben sein darf. Nach diesem Datum sollte das Ei aus dem Regal genommen werden. Es bedeutet nicht, dass das Ei nach diesem Datum verdorben oder verfault ist.
  2. Überprüfe das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung. In Deutschland müssen Eier auf ihrer Verpackung mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum („mindestens haltbar bis“) versehen werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum errechnet sich vom Datum des Legens plus 28 Tage. Nach diesen 28 Tagen sind die Eier mindestens noch zwei Wochen verwendbar, sollten aber nur noch gekocht und nicht mehr roh verwendet werden.
    • Innerhalb des Mindesthaltbarkeitsdatum sollten Eier bedenkenlos verwendbar sein. In dieser Zeit haben sie die besten Konsistenz, den besten Geschmack und die besten Bindungs- und Verdickungseigenschaften. Es bedeutet nicht, dass die Eier nach diesem Datum verdorben oder verfault sind. Manchmal wird zusätzlich noch das Legedatum selbst aufgedruckt. Sind Eier als „Extra“ oder „Extra Frisch“ ausgezeichnet, muss das Legedatum aufgedruckt sein und es dürfen höchstens neun Tage seitdem vergangen sein.
  3. Verwende den dreistelligen Code, um herauszufinden, wann die Eier verpackt wurden (gilt nur für die USA). In den USA ist der Aufdruck eines „letzten empfohlenen Verkaufsdatums“ oder eines Mindesthaltbarkeitsdatum nicht landesweit vorgeschrieben (einiges Staaten schreiben es vor, andere verbieten es sogar), allerdings müssen alle Eier mit einem Verpackungsdatum ausgezeichnet werden. Dieses Datum wird meist als dreistellige Zahl aufgedruckt, die den Julianischen Kalender repräsentiert. Das bedeutet, Eier die am ersten Januar verpackt wurden, werden als 001 ausgezeichnet, Eier die am 15ten Oktober verpackt wurden als 288 und Eier vom 31sten Dezember als 365.
    • Das Datum findest du meistens am Boden oder Rand des Behälters. Dort sollte zuerst der Betriebscode (ein Buchstabe P für „plant“ und eine Zahl) stehen - der einen Hinweis darauf gibt, wo die Eier verpackt wurden - und daneben findest du das Verpackungsdatum.
    • In der Europäischen Union müssen auch die Eier selbst mit einem Verpackungsdatum beschriftet werden. Selbst wenn die Eier einzeln und nicht in einem Karton verkauft werden, muss der Kunde Zugang zu dieser Information haben.
  4. Wirf alle Eier weg, die gekühlt und anschließend für mindestens zwei Stunden bei Raumtemperatur gelagert wurden. Sobald ein Ei einmal in einem Kühlschrank gekühlt wurde, muss es unbedingt auf derselben Temperatur gehalten werden. Ein kühles Ei in einer wärmeren Umgebung beginnt zu schwitzen, wodurch Bakterien auf der Außenseite des Eis wachsen können. Da Eierschalen porös sind, können diese Bakterien auch manchmal durch die Schale gelangen und das Ei kontaminieren.
    • Um Temperaturveränderungen zu verhindern, bewahre deine Eier im kühlsten Teil deines Kühlschranks auf, nicht in der Tür. Die Temperatur in der Türe verändert sich durch das ständige Öffnen und Schließen leicht, wodurch es passieren kann, dass die Eier anfangen zu schwitzen.
    • Wenn du die Eier ungewaschen und bei Raumtemperatur erhältst, musst du sie auch nicht einkühlen. In vielen Ländern, besonders in Osteuropa, werden Eier bei Raumtemperatur gelagert. Das ist sicher, da die Hennen vor dem Legen der Eier gegen Salmonellen geimpft wurden.
  5. Halte dich an die Verpackungsvorschriften, wenn du eigene eierlegende Hühner hast. Wenn du eigene eierlegende Hühner hast und dich fragst, wie lange du die Eier verwenden kannst, bevor sie schlecht werden, solltest du dich an die allgemeinen Richtlinien für Frische halten. In Deutschland wird davon ausgegangen, dass Eier mindestens 28 Tage nach dem Legen unbedenklich verwendet werden können. Du kannst aber relativ sicher davon ausgehen, dass du deine Eier für mindestens zwei Monate verwenden kannst, ohne dass sie schlecht werden.
    • Wenn du dir nicht sicher bist, wie lange du deine frischen Eier schon hast oder du der Ansicht bist, dass sie schon älter als zwei Monate sind, lerne die Anzeichen für verdorbene oder alte Eier zu erkennen. So kannst du leicht entscheiden, ob du sie noch in deinem Essen verwenden solltest.

Warnungen

  • Sollten die Eier von sehr hoch gefährdeten Personen (also junge Kinder oder Senioren) verzehrt werden, solltest du nur wirklich frische Eier verwenden. Auch wenn Eier normalerweise auch noch zwei Wochen nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar sind, solltest du bei Personen mit geschwächten und noch nicht voll ausgebildetem Immunsystem besonders vorsichtig sein und dich nur an die frischsten Eier halten.
Information
Users of Guests are not allowed to comment this publication.