Katzensprache lernen

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Katzen ein kompliziertes Kommunikationssystem mit Hunderten von Vokalisierungen entwickelt haben, um Menschen zu sagen, was sie wollen und brauchen. Indem du verstehst, wie deine Katze mit dir kommuniziert und wie sie die menschliche Kommunikation interpretiert, kannst du eine differenziertere Beziehung zu deinem katzenhaften Begleiter entwickeln.

Methode 1 von 3: Die Körpersprache der Katze lesen

  1. Achte auf den Schwanz deiner Katze. Wie Hunde auch, kommunizieren Katzen mit der Stellung und Bewegung ihres Schwanz. Die Signale der Stellung des Schwanzes, zusammen mit den Geräuschen, richtig zu deuten, kann dir dabei helfen, die Bedürfnisse und Wünsche deiner Katze besser zu verstehen. Einige Stellungen des Schwanzes sind z.B.:
    • Schwanz gerade nach oben, mit einer Biegung am Ende: Das deutet „glücklich“ an.
    • Peitschender Schwanz: Deine Katze ist aufgeregt oder ängstlich.
    • Gesträubtes oder buschiges Fell am Schwanz: Deine Katze ist aufgeregt oder fühlt sich bedroht.
    • Vibrierender Schwanz: Deine Katze ist sehr aufgeregt und froh dich zu sehen.
    • Fell am Schwanz gesträubt und Schwanz zu einem N geformt: Das ist ein Zeichen extreme Aggression und wird z.B. während eines Kampfes oder bei Selbstverteidigung angezeigt.
    • Fell am Schwanz gesträubt, aber Schwanz niedrig gehalten: Deine Katze ist aggressiv oder hat Angst.
    • Schwanz niedrig gehalten und unter den Hinterleib gesteckt: Deine Katze hat Angst.
  2. Schaue der Katze in die Augen. Der Katze tief in die Augen zu schauen, kann eine Bindung zwischen euch herstellen und dir dabei helfen, ihre Gefühle zu erkennen. Sei aber vorsichtig, wenn du einer Katze ohne zu blinzeln direkt in die Augen schaust, kann das als eine aggressive Haltung interpretiert werden und der Katze ein unangenehmes Gefühl geben.
    • Wenn die Pupillen deiner Katze vergrößert sind, fühlt sie sich entweder sehr verspielt, ist aufgeregt, ziemlich verängstigt oder aggressiv; nutze andere Verhaltenshinweise, um genauer zu bestimmen, was zutrifft.
    • Wenn eine Katze dir direkt in die Augen schaut, zeigt das an, dass sie dir vertraut und sich in deiner Gegenwart wohlfühlt.
    • Wenn eine Katze langsam mit den Augen blinzelt, kann das Zuneigung signalisieren, die zeigt, dass die Katze sich bei demjenigen, in dessen Nähe sie ist, wohl fühlt.
  3. Achte auf andere Signale der Körpersprache. Katzen haben eine „fließendere“ Sprache als Menschen. Bestimmte Gesten werden mit Lauten unterstützt, um die Botschaft zu verstärken.
    • Eine Katze, die ihre Nase hebt und ihren Kopf leicht zurücklegt, sagt damit: „Ich erkenne dich“. In Fenstern sitzende Katzen können dich so grüßen, wenn du vorbeigehst.
    • Eine Katze, die ihre Ohren anlegt, kann damit ausdrücken: Angst, Furcht oder eine sehr verspielter Laune; das kann auch beobachtet werden, wenn sie etwas riechen, worüber sie mehr wissen möchten.
    • Eine Katze, die leicht ihre Zunge heraushängen lässt und sich über die Unterlippe leckt, zeigt an, dass sie besorgt oder ängstlich ist.
  4. Identifiziere kommunikatives Verhalten. Ein Teil der Kommunikation einer Katze mit dir, ist auch ihr Verhalten, wenn sie in deiner Nähe ist. Bestimmte Verhaltensmuster haben unter den meisten Katzen eine Bedeutung.
    • Sich an dir zu reiben bedeutet, dass die Katze dich als ihr Eigentum markiert.
    • Ein feuchter Nasenkuss ist eine Geste der Zuneigung, wenn die Katze ihre feuchte Nase an dich drückt. Das bedeutet, dass sie dich mag und sich in deiner Nähe wohlfühlt.
    • Eine Katze, die ihren Kopf, ihre Flanke und ihren Schwanz gegen einen Menschen oder ein Tier reibt, führt damit ein Begrüßungsritual durch.
    • Eine spielerische Kopfnuss zeigt Freundlichkeit und Zuneigung an.
    • Eine Katze wird am Gesicht einer Person riechen, um die Identität der Person aufgrund der Vertrautheit der Gerüche zu bestätigen.
    • Eine Katze knetet rhythmisch mit ihren Pfoten, immer abwechselnd zwischen der rechten und der linken, um Zufriedenheit, Befriedigung oder Verspieltheit auszudrücken. Dieses „Kneten“ ist ein Hinweis darauf, dass die Katze dich kennt und dir vertraut.
    • Eine Katze leckt dich, als ultimatives Zeichen ihres Vertrauens. Deine Katze sieht dich vielleicht als Teil ihrer Familie an und säubert dich, wie eine Mutter ihre Kätzchen.
    • Wenn eine Katze versucht dein Haar zu essen, will sie dich pflegen. Das bedeutet, dass sie dich wirklich liebt und dir vertraut.
    • Einige Katze zeigen ihre Liebe, indem sie das Verhalten ihres Besitzers kopieren. Du kannst das testen, indem du dich „tot stellst“. Die Katze wird an dir schnüffeln oder dich anstupsen und sich dann ebenfalls „tot stellen“.
    • Wenn deine Katze dich mit wenig Kraft beißt, ist das eine Warnung, dass du sie alleine lassen solltest.

Methode 2 von 3: Mit deiner Katze kommunizieren

  1. Sprich mit deiner Katze. Wie bereits erwähnt, lernen Katzen ständig, wie man mit uns kommuniziert. Je mehr du mit deiner Katze kommunizierst, desto schneller wird sie lernen.
    • Deute Freundlichkeit mit einer leicht höheren Stimme an, und Unbehagen oder Aggression mit einer etwas tieferen Stimme.
    • Wiederholungen können dabei helfen, dass die Katze ein Wort mit einer Aktivität in Zusammenhang bringt. Wiederhole jedes Mal, wenn du schlafen gehst, das gleiche Wort, z.B. schlafen oder Bett. Die Katze wird den wiederholten Klang des Worts schließlich mit deinen Handlungen assoziieren, und vielleicht sogar vor dir ins Schlafzimmer gehen.
  2. Verwende nonverbale Hinweise. Katzen können dazu trainiert werden Wörter zu verstehen, aber sie können auch instinktiv nonverbale Hinweise verstehen. Wenn du ein warmes Umfeld mit klaren Erwartungen und wenigen Überraschungen erzeugst, kann das die anfängliche Bindung mit einer neuer Katze stärken.
    • Wenn du mit deiner Katze Augenkontakt herstellst und langsam blinzelst, wird sie normalerweise zu dir kommen, um sich streicheln zu lassen. Dies wird als eine sehr sanfte, unbedrohliche Geste empfunden.
    • Versuche der Katze nicht direkt in die Augen zu starren. Diese Geste sagt aus, dass du unfreundlich und aggressiv bist.
    • Wenn deine Katze irgendwohin gehen will, z.B. neben dich auf die Couch, aber unsicher scheint, klopfe leicht auf den Platz und verwende eine sanfte, beruhigende Stimme, um sie einzuladen.
    • Sei konsequent. Ein häufiger Fehler von Tierhaltern ist es, nein zu sagen und die Katze gleichzeitig zu streicheln. Dies ist sehr verwirrend für die Katze. Wenn deine Katze zum Beispiel weggehen soll, zeigt ein bestimmtes später und ein leichtes Wegdrücken, ohne Zeigen von Zuneigung, der Katze, dass ihre Gegenwart diesmal nicht erwünscht ist. Die meisten Katzen werden es zwei bis dreimal versuchen, in den persönlichen Raum von jemanden zu gelangen, oft aus verschiedenen Richtungen. Wenn du später sagst, habe Geduld.
    • Schreie eine Katze nie an oder werden körperlich. Das macht deine Katze nur ängstlich oder wütend und ist kontraproduktiv. Wenn du Unmut ausdrücken willst, sprich stattdessen mit einer harten Stimme. Der Katze wird das auffallen und sie wird es mit Unzufriedenheit verbinden.
  3. Gib deiner Katze Kommandos. Sei dabei mit dem Wortlaut, dem Ton und anderen damit einhergehenden Signalen konsistent. Damit machst du es euch beiden leichter den Kommandos zuzustimmen und ihnen eine klare Bedeutung zuzuweisen.
    • Entwickele einen Kommandoton, um ihn bei deiner Katze zu verwenden, wenn sie etwas tut, das du als falsch erachtest. Verwende eine natürliche Stimme, die leicht wiederholt werden kann, aber sich auch von deiner normalen Sprechstimme unterscheidet. Wenn du diese Stimme selten, aber ernsthaft verwendest, lernt deine Katze, die Stimme mit der Idee zu assoziieren, dass sie dir missfällt.
    • Sage nein durch einen kurzen und scharfen Pfeifton oder Fauchen. Dies ähnelt dem Ton, den sie selbst in „Katzensprache“ machen würde, um eine Korrektur oder Warnung auszusprechen. Damit kannst du deine Absicht der Katze klarer machen.
    • Mit Geduld können Katzen darauf trainiert werden auf Kommandos zu reagieren, ähnlich wie auch Hunde. Du kannst deiner Katze sogar beibringen dir die Pfote zu geben.

Methode 3 von 3: Höre deiner Katze zu

  1. Verstehe, wie und warum Katzen kommunizieren. Sprechen ist grundsätzlich nicht die bevorzugte Kommunikationsform deiner Katze. Die „Muttersprache“ einer Katze besteht aus einem komplexen System von Düften, Gesichtsausdrücken, komplexer Körpersprache und Berührungen. Katzen verstehen schnell, dass du ihre nonverbalen Signale nicht verstehst, deswegen versuche sie sich in „unserer“ Sprache auszudrücken. Indem sie darauf achten, welches Geräusch, welche Handlung von uns bewirkt, lernt eine Katze ständig, wie sie um etwas bitten oder etwas fordern kann.
  2. Achte auf die Situation. Wenn du darauf achtest, was die Katze gerade tut, wenn sie miaut, kannst du auch unterscheiden, welche Laute mit welcher Bitte (oder Protesten) einhergehen. Auch wenn das spezifische Miauen von Katze zu Katze variieren kann, werden bestimmte Arten normalerweise mit einer bestimmten Emotion in Zusammenhang gebracht:
    • Ein Kurzes Miauen wird als Standardbegrüßung und grundsätzlicher zur Kenntnisnahme verwendet.
    • Mehrmaliges Miauen zeigt eine aufgeregte Begrüßung an. Dir fällt vielleicht eine enthusiastische Begrüßung mit zunehmendem Miauen auf, wenn du für längere Zeit weg warst.
    • Ein Miauen in mittlerer Tonlage signalisiert eine Bitte um etwas, wie Futter oder Wasser.
    • Ein langgezogenes mrrraaauuu ist eine Forderung nach etwas.
    • Ein tiefes MRRRaaauuuu zeigt Eine Klage, etwas Unangenehmes oder die Vorbereitung auf einen Kampf an.
    • Ein MIIIIAAAAuuu, mit etwas tieferer als mittlerer Tonhöhe, ist eine dringendere Bitte um etwas, wie z.B. Futter
  3. Erkenne häufig vorkommende, nicht-miauende Kommunikation. Auch wenn Miauen das Geräusch ist, das wir am häufigsten mit der Kommunikation von Katzen assoziieren, machen Katzen doch auch oft andere Geräusche.
    • Schnurren, ein kehliges vibrierendes Geräusch, lädt zu nahem Kontakt oder Aufmerksamkeit ein. Auch wenn Katzen aus den verschiedensten Gründen Schnurren können, wird es doch meistens mit Wohlbehagen in Verbindung gebracht.
    • Fauchen ist das deutlichste Zeichen einer Katze für Aggression oder Selbstverteidigung. Es zeigt an, dass die Katze unglücklich ist, sich bedroht fühlt, Angst hat, kämpft oder sich auf einen Kampf einstellt.
  4. Achte auf andere spezielle Laute. Auch wenn andere Laute vielleicht seltener vorkommen als Miauen, Fauchen oder Schnurren, sie zu verstehen kann dabei helfen, die Kommunikation einer Katze besser und vollkommener zu verstehen.
    • Ein hohes RRRRAUU! zeigt oft Wut, Schmerz, oder Angst an.
    • Ein klapperndes Geräusch kann ein Zeichen für Aufregung, Angst oder Frustration sein.
    • Ein Zirpen, eine Mischung zwischen einem Miauen und einem Schnurren mit einer ansteigenden Tonlage, ist ein freundliches, grüßendes Geräusch, das oft von einer Katzenmutter zum Rufen ihrer Kätzchen verwendet wird.
    • Ein lautes Kläffen oder riiiiaaaaauuuuuu-Geräusch kann plötzlichen Schmerz andeuten, z.B. wenn du aus Versehen auf den Schwanz der Katze getreten bist.

Tipps

  • Wenn du eine eher mürrische Katze hast, sprich sanft mir ihr und versuche eure Verbindung jeden Tag zu festigen. Das kannst du machen, indem du die Katze bürstest, sie fütterst oder mit ihr spielst.
  • Manchen Katzen gefällt es am Bauch gestreichelt zu werden, aber die meisten fürchten sich davor ihre verletzliche Unterseite zu zeigen. Diese Angst musst du langsam und mit Geduld abarbeiten. Viele Katzen haben weniger Probleme mit ihrer Brust als mit ihrem Bauch. Streichle die Brust deiner Katze jeden Tag ein wenig, aber höre sofort damit auf, wenn du fühlst, wie sie sich versteift. Sie wird dir mit der Zeit mehr vertrauen. Diese Vorgehensweise ist am besten, wenn die Katze noch jung ist.
  • Behandle deine Katze mit Liebe und Respekt, und sie wird ein sehr glücklicher und liebevoller Gefährte und Freund.
  • Siamesische und andere orientalische Katzen sollen besonders gesprächig sein, wohingegen langhaarige Rassen dazu neigen, stiller zu sein. Es gibt jedoch natürlich immer Ausnahmen.
  • Wenn du eine Devon-Rex-Katze hast, spiele viel mit ihr. Devon Rex ist eine sehr verspielte Katzenrasse.
  • Wenn eine Katze schnurrt, bedeutet das nicht immer, dass sie glücklich ist. Sie könnte auch Schmerzen oder Angst haben.
  • Wenn du deine Katze absetzt, achte darauf, dass ihre Pfoten sicher auf dem Boden sind, bevor du loslässt. Dadurch zeigst du deiner haarigen Freundin, dass sie sich bei dir sicher fühlen kann, dass sie sich auf dich verlassen kann und sich nicht unsicher fühlen oder plötzlich springen müssen. Wenn du das durchgehend machst, verhinderst du vielleicht Verletzungen im höheren Alter, wenn sie für Verletzungen anfälliger ist.

Warnungen

  • Urinieren, spritzen und markieren (Kot an einer markanten Stelle zu platzieren) sind oft der Versuch einer Katze, ihr Territorium zu markieren, wenn sie das Gefühl hat, dass dieses bedroht wird. Es kann auch ein Zeichen für eine Infektion der Harnwege oder Blase, oder andere ernste gesundheitliche Probleme sein. Wenn es ein Problem ist, muss die Katze evtl. behandelt /kastriert/ sterilisiert oder von anderen Katzen getrennt werden. Frage deinen Tierarzt.
  • Halte deine Katze vorsichtig, nicht fest, wenn du sie hochnimmst. Sie zu fest zu halten, kann als Zeichen von Aggression angesehen werden, was zu ernsten Kratzern und Verletzungen führen kann.
  • Alle Katzen sollte sterilisiert oder kastriert werden, sobald sie alt genug dafür sind, um Verhaltensprobleme und ungewollte Kätzchen zu verhindern. Besonders männliche Katzen sollte kastriert werden, bevor sie sexuell ausgereift sind, um zu verhindern, dass sie sich an das Markieren gewöhnen. Bedenke allerdings, was du deiner Katze damit antust.
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