Disco tanzen

Disco war ein Musik- und Tanzstil, der sich 1970 in den Underground-Clubs von New York entwickelte und dann fast ein Jahrzehnt später weltweit ein riesiges Mainstream-Ding wurde. Der Siegeszug von Disco wird meist auf den Filmklassiker Saturday Night Fever von 1977 zurückgeführt. Als Modeerscheinung überdauerte Disco nicht lange und war 1980 schon wieder mehr oder weniger Geschichte , aber viele Menschen haben immer noch ihren Spaß daran, sei es als Workout, in Retro-Clubs oder auf Mottopartys.

Teil 1 von 3: Die Grundlagen

  1. Bewege dich! Bleibe permanent in Bewegung, solange die Musik läuft. Disco ist ein schneller Tanz mit jeder Menge Bewegung, egal ob du teilweise einer Choreographie folgst oder völligen Freestyle tanzt. Um dich einzugrooven und während du kompliziertere Moves planst, kannst du einige Durchgänge der folgenden Schritte tanzen:
    • Mach im Takt ein paar Schritte nach rechts, links, hinten und vorne. Beim Disco-Freestyle ohne Partner passt es am besten, wenn du jeweils drei Schritte machst.
    • Achte auf eine aufrechte und selbstbewusste Haltung. Stelle dir vor, dass du im Rhythmus der Musik wie ein Pfau stolzierst.
    • Wiege deine Hüften in Rhythmus.
    • Aktiviere deine Schultern. Du kannst zum Beispiel Shimmy tanzen, indem du deine Schultern abwechselnd gegengleich vor und zurück bewegst. Du kannst die Schultern beim Disco auch kreisen lassen. Was immer du tust, halte es immer einige Takte lang durch.
    • Deine Hände sollten sich irgendwo auf Schulterhöhe befinden und ebenso tanzen, wie der Rest von dir. Du kannst sie zum Beispiel entgegengesetzt zu deinen Schultern von einer Seite zur anderen bewegen. Während du einen Shimmy tanzt, solltest du sie allerdings eher ruhig halten, mit den Ellbogen nach unten. Ansonsten ist es völlig unwichtig, wie du deine Arme bewegst, solange dein Timing stimmt, und du jede Bewegung einige Takte lang wiederholst.
    • Achte einfach darauf, dass sich dein ganzer Körper bewegt. Um die unbändige Energie auszustrahlen, die Disco so eigen macht, reicht es nicht, wenn du nur deine Füße oder nur deinen Oberkörper bewegst.
  2. Zähle den Takt mit. Ein Großteil der choreographierten Disco-Tänze folgt einem Muster von drei oder vier Schritten pro Durchgang im Takt der Musik. Ein Beat ist eine Zeiteinheit bzw. ein Zeitintervall in der Musik. Klatsche oder tippe mit den Füßen zur Musik. Jeder Tap oder jedes Klatschen ist dabei ein Beat. Achte auch darauf, dass deine Schritte im Takt bleiben.
  3. Mach den Bump! Der Bump ist der wahrscheinlich einfachste Disco-Move, und er funktioniert am besten mit einem Tanzpartner. Schwinge dafür einfach deine Hüften im Rhythmus hin und her.
    • Bewege deine Hüften von einer Seite zur anderen, immer im Takt der Musik. Stimme deine Bewegungen mit deinem Tanzpartner ab, sodass ihr auf jeden zweiten Beat sanft mit den Hüften aneinanderstoßt.
    • Halte deine Hände in die Luft und bewege sie jeweils in die entgegengesetzte Richtung deiner Hüften.
    • Anders als bei anderen Disco-Moves solltest du hierbei beide Füße auf dem Boden lassen.
  4. Denk dir deine eigenen Moves aus. In der Disco-Frühphase basierte der Tanz auf früheren Stilen und war meist choreographiert, aber als Disco zur Modeerscheinung wurde, wurden die Bewegungen freier. Personalisiere deinen Tanz mit eigenen Verrenkungen, Drehungen und Tricks. Achte nur darauf, dass du einem durchgängigen Bewegungsmuster folgst und im Rhythmus der Musik bleibst.
    • Moderner Freestyle-Disco kann Saltos und andere akrobatische Trickelemente enthalten, insbesondere bei professionellen Wettkämpfen. Wenn du es drauf hast, kannst du ruhig alle paar Takte einen kleinen Trick einbauen.

Teil 2 von 3: In Reih und Glied den Bus Stop tanzen

  1. Synchronisiert euch in einer großen Gruppe. Als Gruppentanz tanzt man den Bus Stop am besten, indem man sich in Reihen oder einem Block aufstellt. Die ganze Gruppe sollte zu Beginn in die gleiche Richtung schauen und dann die Schritte simultan ausführen.
    • Wenn du alleine auf der Tanzfläche bist, kannst du aber auch einen Solo-Bus Stop aufs Parkett legen. Für den Tanz an sich braucht man keinen Partner.
    • Der Bus Stop wird manchmal auch Hustle genannt. Dazu muss aber gesagt werden, dass es viele Disco-Tänze gibt, die so bezeichnet werden. Die ersten Variationen dieses Tanzes waren Paartänze, später waren es jedoch überwiegend Solotänze, manche Formen des Hustle - wie eben der Bus Stop – sind dazu gedacht, dass man sie in größeren Gruppen oder Reihen von Solotänzern tanzt. Jede dieser Varianten hat nochmal regionale und kulturelle Variationen. Es gibt also nicht den Hustle.
    • Der Bus Stop oder Hustle, den wir hier beschreiben, ist ein dreischrittiger Gruppentanz, der seine Popularität einem Tanz aus dem Film Saturday Night Fever verdankt.
  2. Kicke mit deinem rechten Fuß nach vorne und klatsche. Diese beiden Bewegungen werden gleichzeitig ausgeführt. Dies ist der erste Schritt, den du auf den Beat ausführst. Das erste Klatschen hilft der Gruppe, sich aufeinander abzustimmen, indem es einen „Startbeat“ vorgibt. Wenn du merkst, dass du aus dem Rhythmus kommst, findest du im nächsten Durchgang durch das Klatschen leicht in die Choreographie zurück.
  3. Mach drei Schritte zurück und dann vorwärts. Gehe beginnend mit dem rechten Fuß drei Schritte zurück. Anstatt einen vierten Schritt zu machen, machst du mit dem linken Fuß nur einen Tap zurück, ohne dein Gewicht darauf zu verlagern (das nennt man auch Touch). Dann machst du beginnend mit deinem linken Fuß drei Schritte nach vorn.
  4. Wiederhole die letzten paar Schritte in die gleiche Richtung. Fange wieder mit Klatschen und Kick an. Mach noch einmal drei Schritte zurück. Mach wieder einen Tap mit deinem linken Fuß, bevor du dann drei Schritte vorwärts gehst, um wieder in deine Startposition zu gelangen.
  5. Mach einen Kreuzschritt nach rechts und dann einen nach links. Mach mit dem rechten Fuß einen gleitenden Schritt nach rechts hinten. Kreuze deinen linken Fuß darüber und mache anschließend noch einen Schritt mit dem rechten Fuß, sodass deine Füße wieder „richtig herum“ stehen. Zuletzt schließt du mit dem linken Fuß. Danach machst du die Bewegung andersherum noch einmal, fängst also mit dem linken Fuß an und setzt ihn nach links hinten.
  6. Mach einen Schritt zur Seite und schließe deine Füße. Mache mit dem rechten Fuß einen Schritt nach rechts und bringe den linken Fuß hinterher. Dann mache mit links einen Schritt nach links und bringe den rechten Fuß hinterher. Schlage anschließend zweimal die Hacken zusammen. Beende diesen Teil, indem du mit dem rechten Fuß einen Tap nach vorn machst und ihn dann zu einem Tap nach hinten schwingst.
  7. Mach mit deinem rechten Fuß einen Tap nach hinten und nach vorne. Schwinge deinen rechten Fuß nach vorne und mache zwei Taps, dann nimm ihn wieder zurück und mache noch zwei Taps. Dann noch einen nach vorne und einen nach hinten. Zum Schluss schließt du deine Füße.
  8. Drehe dich nach links und wiederhole alle Schritte. Führe alle Bewegungen nun in die neue Richtung aus. Beginne mit dem Klatschen und dem Kick, und beende den Durchlauf mit einer weiteren Drehung nach links. Wiederhole diesen Ablauf, bis du entweder einmal in alle vier Richtungen getanzt hast oder der Song zu Ende ist.

Teil 3 von 3: Den New York Hustle tanzen

  1. Suche dir einen Partner. Bevor Disco in den späten Siebzigern durch die Decke ging, war es in erster Linie ein Paartanz. Wenn du keinen Partner hast oder einfach alleine üben willst, kannst du die Schritte natürlich auch allein machen, wie es dir Spaß macht. So kannst du prima üben, bis du den Tanz mehr oder weniger auswendig kannst.
  2. Schaue deinen Partner an. Steht relativ nah aneinander, sodass ihr beide noch ohne Probleme einen Schritt zurück gehen könnt, ohne euch loslassen zu müssen. Es gibt zwei hauptsächlich gebräuchliche Arten, geschlossen zu tanzen:
    • Die traditionelle geschlossene Pose, die man aus vielen Paartänzen kennt. Der Führende und der Folgende halten sich auf einer Seite an der Hand, normalerweise die rechte Hand des Folgenden und die linke Hand des Führenden. Der Führende hält den Folgenden zudem noch fest, indem er seine rechte Hand auf den Rücken des Folgenden legt. Der linke Arm des Folgenden liegt auf dem rechten Oberarm oder der Schulter des Führenden.
    • Haltet euch einfach an beiden Händen. Eure Ellbogen bleiben leicht gebeugt.
  3. Macht einen Tap zur gleichen Seite. Wenn du führst, machst du mit de linken Fuß einen Tap nach links, ohne dein Gewicht zu verlagern. Wenn du folgst, spiegele die Bewegung deines Partners mit deinem rechten Fuß.
    • Du kannst auch einen Tap auf der Stelle nach hinten machen.
  4. Schließe deine Füße wieder. Wenn du führst, bringe deinen linken Fuß wieder neben deinen rechten und verlagere dein Gewicht darauf. Wenn du folgst, stimme deinen rechten Fuß auf den linken Fuß deines Partners ab. Vergiss nicht, darauf zu achten, dass ihr immer synchron bleibt.
  5. Gehe zurück. Wenn du führst, mach mit deinem rechten Fuß einen Schritt zurück und bringe den linken hinterher. Wenn du folgst, spiegelst du die Bewegung deines Partners, indem du zunächst mit dem linken Fuß einen Schritt zurück machst und mit dem rechten schließt. Beide Teile dieses Schrittes werden sehr schnell innerhalb eines Beats ausgeführt.
  6. Mach drei Schritte. Die nächsten drei Schritte sind abhängig davon, wohin der Führende sich bewegen will.
    • Wenn du führst, mach einen Schritt mit deinem rechten Fuß. Normalerweise wird dieser Schritt nach vorne gemacht, um wieder näher an deinen Partner heranzukommen. Du kannst aber auch einen Tap auf der Stelle oder einen Schritt zurück machen. Dann machst du einen Schritt mit dem linken Fuß und wieder einen mit dem rechten. All diese Schritte können vorwärts, rückwärts oder auf der Stelle ausgeführt werden.
    • Wenn du folgst, mach die gleichen drei Schritte wie dein Partner, nur eben mit dem entgegengesetzten Fuß.
  7. Wiederhole diese Schrittfolge. Geh wieder zurück in die geschlossene Position und wiederhole die Abfolge. Der Führende kann dabei den Tanz in eine bestimmte Richtung über die Tanzfläche leiten. Wiederhole oder wiederholt die Schritte bis zum Ende des Songs.
  8. Setze alle paar Durchläufe einen Akzent mit einer Figur. Du kannst dir eine von unzähligen etablierten Figuren aussuchen oder deine eigenen erfinden. Manche Figuren eignen sich auch hervorragend dafür, sie hintereinander auszuführen. Dies sind einige der bekanntesten Figuren:
    • Dishrag: Die Tänzer fassen sich (eventuell auch über Kreuz) an beiden Händen, der Führende hebt die Arme, und der Folgende dreht sich darunter.
    • Drehung: Der Führende hebt einen Arm und bleibt an Ort und Stelle, während der Folgende sich unter dem Arm gegen den Uhrzeigersinn um sich selbst dreht.
    • Butterfly: Die beiden Tänzer halten sich offen an beiden Händen und gehen umeinander herum und drehen sich dabei im oder gegen den Uhrzeigersinn.

Tipps

  • Früher Disco war typischerweise ein Paartanz, der zu einem großen Teil auf dem Swing basiert. Wenn du ein paar coole Swing-Moves im Bandstand-Stil drauf hast und lieber mit einem Partner tanzt, kannst du dich auch zu Disco so bewegen.
  • Disco als Musik- und Tanzstil wurde außerdem vom Latin-Dance beeinflusst. Besonders beliebt waren dabei der Cha-Cha-Cha und der Boogaloo.Wenn du einen anderen Lateintanz wie Salsa oder Mambo tanzen kannst, kannst du auch auf Bewegungen aus diesen zurückgreifen.
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