Jemanden trösten auch wenn du denkst dass du hilflos bist

Eines der schlimmsten Gefühle ist es zu wissen, dass eine Person, die du liebst, verletzt ist und du nichts für sie tun kannst. Was sagst du, wenn du hilflos daneben stehst, während die Person den Kopf in den Armen begräbt und Probleme hat, mit ihrem Leben klarzukommen? Vielleicht kannst du ihr den Schmerz und Frust nicht abnehmen. Aber du kannst deine Sorge und Anteilnahme zeigen. Es ist niemals so, dass du nichts tun kannst. Manchmal hilft schon ein wenig Freundschaft.

Teil 1 von 3: Persönlich Trost spenden

  1. Umarme die Person, wenn das okay ist. Berührungen sind die allererste Universalsprache, die Menschen lernen. Wenn eine geliebte Person eine schwere Zeit hat, dann biete deine Berührung an und umarme die Person. Es klingt sehr einfach, aber für jemanden, der verzweifelt, ängstlich oder verärgert ist kann eine warmherzige Berührung wohltuend sein und sogar kardiovaskulären Stress lindern. Studien zeigen, dass als Reaktion auf weniger Stress die Umarmung die Anfälligkeit für Krankheiten vermindern kann.
    • Frage vorher nach, um sicherzugehen, dass eine Umarmung der richtige Weg ist um deine Freundin zu trösten. Manche mögen körperliche Gesten nicht.
    • Halte deine Freundin fest und streiche ihr über den Rücken. Wenn sie weint, dann lasse sie weinen.
  2. Ermutige die Person dazu, Emotionen auszudrücken. Wenn du bemerkst, dass es deiner Freundin schwer fällt zurückzuhalten, was sie fühlt, dann sage, dass es okay ist, Emotionen zu zeigen. Viele fühlen sich schuldig, wenn sie negative Emotionen ausdrücken. Andere haben Angst, dass sie dafür verurteilt werden, dass sie sich nicht "zusammenreißen" können. Sage deiner Freundin, das sie fühlen soll, was sie fühlt, und du sie dafür nicht verurteilst.
    • Sage so etwas wie: "Ich weiß, dass du gerade eine schwere Zeit durchmachst und will, dass du weißt, dass ich für dich da bin, um dir zuzuhören, wenn du ein offenes Ohr brauchst" oder "Wenn du weinen musst, dann tu das ruhig."
    • Psychologen betonen, dass das Erleben negativer Emotionen genauso wichtig wie das Erleben positiver Emotionen ist. Negative Gefühle lehren uns so viel über natürliche Hochs und Tiefs im Leben. Deshalb ist das Ausdrücken negativer Emotionen, statt sie zu unterdrücken, wichtig für unsere psychische Gesundheit.
  3. Biete an, mit der Person Zeit zu verbringen. Deine Freundin will vielleicht den ganzen Tag auf der Couch Reality TV schauen und Tratschblätter lesen. Sie will vielleicht darüber reden, was sie stört oder über gar nichts. Vielleicht will sie einkaufen gehen oder einfach nur schlafen. Nimm dir einige Stunden unterbrechungsfreie Zeit, um dich auf deine verletzte Freundin zu konzentrieren.
    • Mache keinen speziellen Plan, sondern sei einfach da. Deine Freundin hat vielleicht keine Lust auf irgendetwas oder fühlt sich überfordert damit, Entscheidungen zu treffen. Es ist dennoch eine gute Idee, einige Ideen vorbereitet zu haben, falls sie doch etwas machen will.
  4. Bringe einen Muntermacher mit. Wenn du weißt, dass etwas deine Freundin zum Lachen bringt, dann bringe es mit, um sie aufzuheitern.Sie fühlt sich dadurch vielleicht nicht besser, wird aber merken, dass du versuchst, ihr ein besseres Gefühl zu geben und sich über die Geste freuen.
    • Du kannst deiner Freundin beispielsweise eine gemütliche Decke mitbringen, unter die sie sich kuscheln kann, eine willkommene Ablenkung in Form einer Staffelbox ihrer Lieblingsserie (wenn sie darauf Lust hat) oder ihr Lieblingseis, wenn sie das braucht.
  5. Hilf deiner Freundin. Wenn deine Freundin trauert oder traurig ist, dann hat sie vielleicht nicht die Kraft, um das Haus sauber zu halten, einkaufen zu gehen oder mit dem Hund rauszugehen. Erledige Hausarbeiten wie diese um deiner Freundin zusätzlichen Stress abzunehmen. Denke außerdem praktisch und bring Dinge mit, die deine Freundin während dieser Zeit der Not brauchen.
    • Du kannst auch anrufen und fragen: "Ich weiß, dass du nach allem was war vielleicht keine Zeit hattest um einkaufen zu gehen. Was soll ich dir mitbringen?"
    • Darunter fallen beispielsweise Einwegteller und -servietten, sowie Kosmetiktücher und Kräutertee, wie Kamillentee.

Teil 2 von 3: Trost aus der Entfernung spenden

  1. Kontaktiere die Person. Rufe deine Freundin an und drücke dein Beileid für das aus, was sie durchmacht. Werde nicht sauer, wenn deine Freundin dich nicht sofort zurückruft. Sie hat vielleicht keine Lust zu reden oder muss selbst Leute trösten. Sie wird dich zurückrufen, sobald sie kann. Sprich deine guten Wünsche in der Zwischenzeit auf die Mailbox.
    • Das könnte so klingen: "Hey X, es tut mir wirklich leid, was passiert ist. Ich verstehe, dass du beschäftigt bist oder gerade nicht reden willst. Aber ich wollte dich anrufen und dir sagen, dass ich an dich denke und da bin, wenn du etwas brauchst."
    • Viele wissen oft nicht, was sie einem trauernden Freund sagen wollen, weshalb sie nichts sagen. Selbst wenn du nicht die richtigen Worte findest, wird deine Freundin sich darüber freuen, dass du an sie denkst und wissen, dass dir wichtig ist, was sie durchmacht.
  2. Biete an vorbeizukommen. Oft sagt jeder trauernden Menschen: "Du kannst mich anrufen, wenn du mich brauchst." Die Person hat dann das Gefühl, sie wäre eine Bürde, wenn sie dich anruft und wird deshalb nie anrufen. Besser ist es ihr zu sagen, um welche Zeit sie dich anrufen soll, damit die Person weiß, dass sie auf deinen Trost zählen kann.
    • Hinterlasse eine Nachricht, um deiner Freundin zu sagen, dass du dich oft um sie kümmern wirst. Sage beispielsweise so etwas wie: "Ich werde dich Dienstag nach der Arbeit wieder anrufen, um mich nach dir zu erkundigen."
  3. Höre interessiert zu. Manchmal ist alles, was Leute brauchen, das Gefühl, dass ihnen jemand zuhört. Höre deiner Freundin zu. Nimm auf, was sie sagt: Tonfall, Wörter und Unausgesprochenes. Konzentriere dich und lasse dich nicht ablenken. Stelle klärende Fragen in Pausen, um zu zeigen, dass du dem Gespräch folgst.
    • Fasse zusammen, was du gehört hast, nachdem deine Freundin aufgehört hat zu reden und mache dann eine Aussage, die ihr versichert, dass du zugehört hast und für sie da sein wirst, auch wenn du nicht zaubern und ihr allen Schmerz nehmen kannst. Selbst eine reflektierende Aussage, wie "Ich verstehe, dass du traurig bist über ___. Ich fühle mich fürchterlich, weil dir das passiert ist, hoffe aber, dass du weißt, dass ich für dich da bin." kann viel bezwecken.
  4. Sende ein Pflegepaket. Du kannst deine Freundin vielleicht nicht besuchen, kannst aber dennoch versuchen, ihre Laune anzuheben oder ihr diese Zeit leichter zu machen, indem du ihr einige Dinge schickst, die sie braucht. Was du schickst hängt von der Situation und Person ab.
    • Wenn deine Freundin beispielsweise eine Trennung hinter sich hat, dann schicke ihr leckeres Essen und Klatschmagazine, um sie abzulenken. Wenn sie eine geliebte Person verloren hat, dann schicke ihr eine Sammlung trostspendender Zitate oder Bibelverse oder ein Buch darüber, nach einem Verlust neue Hoffnung zu finden.

Teil 3 von 3: Sei nicht angreifend

  1. Tu nicht so als würdest du es verstehen. Verschiedene Leute reagieren auf Lebenssituationen unterschiedlich. Selbst wenn du eine ähnliche Situation durchlebt hast wie deine Freundin solltest du nicht sagen: "Es fühlt sich nach einer Weile nicht mehr so schlimm an. Als ich das durchgemacht habe, habe ich ___." Deine Freundin will wissen, dass ihre Gefühle gehört und nicht klein geredet werden. Zeige stattdessen Mitgefühl.
    • Mitgefühl bedeutet, dass du die schmerzlichen Gefühle der anderen Person wahrnimmst, indem du dich in ihre Lage versetzt. Selbst wenn du denkst, dass du weißt, wie es ist, solltest du nicht verallgemeinern, wie die Erfahrung für deine Freundin ist, denn das hier ist neu, selten und schmerzhaft. Um Unterstützung und Mitgefühl zu zeigen, kannst du sagen: "Ich verstehe, dass du verletzt bist. Ich wünschte, ich könnte etwas für dich tun."
  2. Behalte deinen Ratschlag für dich. Wenn wir sehen, dass Leute die wir lieben verletzt sind, dann wollen wir oft schnell eine Lösung finden. In manchen Fällen ist das Einzige, was den Schmerz lindern kann, Zeit und Hoffnung. Du fühlst dich machtlos, weil du keine praktische Hilfe anbieten kannst, deine Freundin wird deine Anwesenheit aber viel mehr zu schätzen wissen, als deinen Ratschlag.
  3. Bringe keine leeren Klischees. In harten Zeiten sind Leute für Plattitüden, die keinen Trost spenden, unzugänglich und sie machen alles nur schlimmer. Mache diese nicht unterstützenden Kommentare von Grußkarten nicht:
    • Alles passiert aus einem Grund.
    • Zeit heilt alle Wunden.
    • Es hat so sein sollen.
    • Es könnte schlimmer sein.
    • Was passiert ist, ist passiert.
    • Manches ändert sich nie.
  4. Hinterfrage, wie deine Freundin spirituellen Trost aufnimmt. Das Angebot für deine Freundin zu beten oder ihr zu sagen, sie soll beten, wirkt wie eine harmlose Geste. Wenn deine Freundin Atheistin oder Agnostikerin ist, dann helfen religiöse Praktiken ihr nicht. Versuche deiner Freundin so zu helfen, wie es ihr nützt, und biete deine Anwesenheit und deinen Trost so an, dass es ihr hilft.

Tipps

  • Deprimiere dich nicht selbst. Bleibe für diese Person stark. Es hilft nicht, wenn du dich auch herunterziehen lässt. Die Person braucht Unterstützung und keine weitere, weinende Person.
  • Lade dir nicht zu viel auf. Wenn du dich nicht um dich selbst kümmerst, dann kannst du dich nicht um andere kümmern. Belaste dich nicht selbst und laste dir nicht das Leben anderer auf. Halte die Balance, um die Person zu unterstützen, sie sich aber auch in ihrem eigenen Tempo erholen zu lassen.
  • Sei vorsichtig bei deiner Wortwahl, denn Leute sind in diesen Situationen besonders sensibel. Achte darauf, dass du nicht über die Gefühle oder Probleme der Person urteilst, zu steif oder komisch bist oder nicht gut zuhörst.
  • Versichere und sage der Person, wie sehr sie geliebt wird.
  • Verurteile die Person nicht. Selbst wenn du denkst, dass es um etwas geht, aus dem die Person "herauskommen" kann. Gib deiner Freundin Zeit, um auf ihre Art und Weise zu heilen.

Warnungen

  • Manchmal wollen Leute nicht umarmt werden, reden oder in der Nähe anderer Personen sein. Wenn das so ist, dann gib der Person Freiraum und überlege, wie du ihr am besten helfen kannst.
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