Auf Schlittschuhen rückwärts laufen

Rückwärtsfahren ist für Eiskunstläufer und Eishockeyspieler unabdingbar, aber es ist auch für jeden Hobbyläufer nützlich. Es ist gar nicht so schwierig, rückwärts übers Eis zu gleiten, auch wenn Balance, Geschwindigkeit und vor allem das Umdrehen etwas Übung brauchen. Am Anfang wirst du dich sicher mal auf die Nase legen, aber steh einfach wieder auf und mach weiter, dann hast du es in Nullkommanichts raus!

Methode 1 von 3: Rückwärts gleiten

  1. Stelle die Fußspitzen nach innen und mache Wellenbewegungen mit den Skates, um dich rückwärts zu bewegen. Das grundlegende Bewegungsmuster ist einfach: Du schiebst die Außenseiten deiner Schlittschuhe nach vorne und außen, drehst sie wieder zur Mitte hin ein und wiederholst diese Bewegung. Wenn deine Schlittschuhe auf dem Eis zeichnen könnten, würde es wellenförmig aussehen, etwa wie ein Kind das Meer malen würde.
    • Du kannst dir auch vorstellen, dass jeder deiner Schlittschuhe bei jeder Wiederholung der Bewegung ein S ins Eis schreibt.
  2. Beuge die Knie. Du kannst nicht rückwärts fahren, wenn du gerade stehst. Beuge die Knie ganz leicht, sodass sich dein Hintern dem Eis annähert. Den Oberkörper hältst du gerade, als würdest du auf einem Stuhl sitzen
    • Wenn du diese Bewegung gut beherrschst, solltest du in der Lage sein, ohne Schwierigkeiten einen Fuß zu heben und wieder aufzusetzen. Für den Anfang aber bleiben beide Füße auf dem Eis.
    • Am leichtesten geht es, wenn du eine Bande oder einen Hockeyschläger hast, um dich am Anfang festzuhalten.
  3. Halte die Schlittschuhe etwa schulterbreit auseinander. Deine Skates zeigen gerade nach vorne und deine Schultern bilden eine gerade Linie mit deinen Knöcheln. Das ist deine Mitte beim Eislaufen. Mit den Schlittschuhen schulterbreit auseinander hast du genug Kraft, um vernünftig Schwung zu holen. Halte dich mit beiden Händen an der Bande fest, damit du nicht das Gleichgewicht verlierst.
  4. Drücke dich von der Wand ab, um rückwärts zu fahren. Konzentriere dich darauf, deine Knie gebeugt und den Rücken gerade zu halten, während du dich an das Gefühl beim Rückwärtsfahren gewöhnst. Wenn du dich damit sicherer fühlst, kannst du dich auch leicht an einen Hockeyschläger lehnen.
    • Wenn du keinen Hockeyschläger hast, lege die Hände auf deine Knie.
  5. Drehe die Zehen nach innen, während du rückwärts gleitest. Bringe vorsichtig die Fußspitzen zusammen und du wirst spüren, wie deine Füße nach außen getrieben werden. Stelle dir das Eislaufen rückwärts so vor, als ob du mit deinen Fersen zuerst läufst – wenn du die Fußspitzen nach innen bringst, gehen die Fersen nach außen und der Rest deiner Schlittschuhe folgt ihnen.
    • Es muss kein großer Winkel sein. Es reicht, wenn du deine Füße ganz leicht eindrehst.
    • Das ist der Anfang einer der S-Bewegungen.
  6. Drehe deine Fersen nach innen, wenn du merkst, wie deine Beine auseinander gehen. An dieser Stelle haben die meisten Leute Angst: Deine Beine gehen auseinander, immer weiter, solange deine Zehen nach innen zeigen. Doch alles, was du nun tun musst, ist, die Füße mit den Fersen leicht nach innen drehen, und schon schließen sich deine Beine wieder.
    • Noch einmal, du musst keine großen Bewegungen machen. Drehe die Füße gerade so weit, dass du spüren kannst, wie deine Beine sich wieder einander nähern.
  7. Benutze deine Innenbeinmuskeln, um deine Füße wieder mittig unter deinen Körper zu ziehen. Mit den Fersen wieder zur Mitte hin gerichtet, ziehst du mit den Muskeln in der Leistengegend die Schlittschuhe wieder zurück auf die Linie mit deinen Schultern. Stelle dir vor, dass du deine Fersen dazu bringen willst, sich zu berühren, aber achte darauf, dass sie es in Wirklichkeit nicht tun.
    • Jetzt bist du in der Mitte des S angekommen.
    • Konzentriere dich darauf, deine Knie gebeugt zu halten – du hast dann mehr Kraft und Kontrolle über deine Schlittschuhe und bist flexibler.
  8. Bringe die Füße wieder zurück nach außen. Wenn du wieder an deinem Ausgangspunkt angekommen bist, mit den Füßen etwa schulterbreit auseinander, ist es an der Zeit, den Bewegungsablauf zu wiederholen. Drehe die Zehen nach innen und lasse sie anschließend wieder nach außen driften. Zieh sie wieder nach innen, wiederhole die Bewegung... Diese s-förmigen Bewegungen bringen dich von der Stelle.
  9. Halte dein Gewicht über den Füßen. Einer der häufigsten Anfängerfehler ist, sich zu weit nach vorne zu lehnen, bis das Körpergewicht irgendwo vorne über den Zehenspitzen hängt. Bleibe die ganze Zeit in einer sportlichen Haltung. Wenn du deine Hände auf die Knie legst und dich damit abstützt, lehnst du dich automatisch nicht so weit vor.
  10. Mach weiterhin diese S-Bewegungen, um dich rückwärts zu bewegen. Das ist die einfachste Art, wie du auf Schlittschuhen rückwärts fahren kannst. Nach und nach wirst du Schwung bekommen und dann kannst du mit Hilfe dieses einfachen Bewegungsablaufes elegant rückwärts gleiten. Achte darauf, nahtlos von einem Teil in den anderen überzugehen.
    • Fang an der Wand an, Knie gebeugt, Rücken gerade.
    • Drücke dich von der Wand ab, um Schwung zu bekommen.
    • Bringe die Zehen nach innen und bewege die Füße auseinander.
    • Ziehe die Beine wieder zusammen, indem du die Zehen nach außen schiebst und mit Beinen und Fersen nach innen ziehst.
    • Drehe die Zehen wieder Richtung Mitte, wenn deine Füße sich näher kommen.
    • Wiederhole diesen Bewegungsablauf, um rückwärts zu laufen.

Methode 2 von 3: Den C Cut lernen

  1. Mit dem so genannten C Cut kannst du schneller rückwärts laufen. Er heißt so, weil deine Kufen kleine C-Formen auf dem Eis machen. Es ist die am häufigsten benutzte Art, schnell rückwärts übers Eis zu gleiten. Deine Knie sind dabei gebeugt, deinen Oberkörper hältst du aufrecht. Nun schiebst du abwechselnd deine Füße nach außen und machst dann einen sanften Bogen wieder nach innen.
    • Bleibe nah an einer Wand oder lehne dich auf einen Hockeyschläger, um dich am Anfang in Balance zu halten.
  2. Beuge die Knie und gehe in eine sportliche Haltung. Beuge die Knie nur so weit, dass du deine Füße schnell bewegen kannst. Es ist schwierig, mit gestreckten Beinen vollen Einsatz zu bringen. Du musst deine Schlittschuhe ganz leicht anheben und auf einem Fuß balancieren können. Für eine gute sportliche Haltung gilt:
    • Knie gebeugt.
    • Torso aufrecht, lass dich nicht hängen.
    • Rücken gerade.
    • Schultern locker.
  3. Stehe mit den Füßen schulterbreit auseinander, Fußspitzen nach vorne. Stehe so, dass du bequem das Gleichgewicht halten und eislaufen kannst.
  4. Mach kleine Schritte rückwärts. Tippele mit den Füßen, als ob du langsam rückwärts vor etwas zurückweichen würdest. Stelle dir vor, wie du dich mit jedem kleinen Schritt nach hinten schiebst und langsam Schwung bekommst.
    • Du kannst dich auch von einer Wand abstoßen, um ersten Schwung zu bekommen.
  5. Bewege die Fußspitzen nach innen. Während du mit den Füßen nach hinten schlurfst, drehe die Fußspitzen leicht zueinander. Du solltest jetzt wie von allein immer schneller werden.
  6. Drücke mit dem rechten Fuß nach rechts. Mit nach innen zeigenden Zehen drückst du nun den rechten Fuß unter deinem Körper weg. Das ist der obere Teil des C. Drücke aus der Mitte der Kufe, als ob du mit deinem Schlittschuh etwas über den Boden schieben würdest.
  7. Ziehe die rechte Ferse wieder zurück in die Mitte. Bringe den Schlittschuh wieder unter deinen Körper, geführt von deiner Ferse. Nachdem du den Fuß nach außen zur Seite geschoben hast, drehe die Ferse so ein, dass sie in Richtung deines linken Fußes zeigt. Deine Zehen drehen sich dann nach vorne und vervollständigen das C.
    • Dein Fuß sollte jetzt wieder genau dorthin zurückkehren, wo er am Anfang war, und beide Fußspitzen sollten wieder nach vorne zeigen.
  8. Stelle den rechten Schlittschuh gerade. Wenn du das C fertiggestellt hast, dreh deinen rechten Schlittschuh wieder nach vorne in die Ausgangsposition.
  9. Schiebe jetzt den linken Fuß nach vorne und nach links. Jetzt, da der rechte Fuß wieder in der Ausgangsposition steht, vollführst du die C-Form mit dem anderen Fuß, indem du ihn nach vorne und außen schiebst. Dreh ihn zurück in die Mitte und wiederhole die Bewegung. Wechsele dabei die Füße immer ab, um mehr Schwung zu bekommen.
  10. Bringe jetzt alles zu schnellen, kraftvollen Bewegungen zusammen. Dieses schnelle Rückwärtslaufen ist extrem wichtig für Eiskunstläufer und Eishockeyspieler, deshalb übe diese Schritte, bis du es richtig drauf hast.
    • Beginne in einer athletischen Position – Knie gebeugt, Oberkörper gerade, Füße zeigen nach vorne.
    • Schiebe eine Fußspitze nach außen und drücke dich damit ab.
    • Schiebe den Schlittschuh nach vorne und außen und benutze den anderen Fuß, um das Gleichgewicht zu halten.
    • Vollführe mit dem Fuß einen Bogen zurück zur Mitte, sodass er ein C aufs Eis schreibt.
    • Wiederhole die Bewegung mit dem anderen Fuß.
    • Wechsele die Füße ab, um Geschwindigkeit zu bekommen.

Methode 3 von 3: Mit Crossovers die Richtung ändern

  1. Benutze Crossovers, um beim Rückwärtslaufen die Richtung zu ändern. Crossover-Schritte sind eine simple Möglichkeit, sich herumzubewegen. Du kreuzt dabei einfach die Füße übereinander und behältst den Schwung in der Bewegung bei.
    • In dieser Erklärung beziehen sich alle Beispiele auf eine Bewegung nach ‘’’rechts’’’. Um dich nach links zu bewegen, mach einfach alles genau andersherum.
  2. Stehe gerade, mit leicht gebeugten Knien. Crossovers funktionieren vorwärts und rückwärts, aber zum Üben solltest du aus dem Stand beginnen.
  3. Hebe den linken Fuß hoch und über den rechten. Stelle den Schlittschuh wieder aufs Eis, sodass deine Beine sich an den Knien kreuzen.
    • Du solltest jetzt ungefähr so aussehen, wie ein kleines Kind, das ganz dringend auf die Toilette muss.
  4. Bringe den rechten Fuß jetzt hinter die linke Wade. Löse den Knoten in deinen Beinen auf, indem du den rechten Fuß hinten um den linken herumbewegst und ihn wieder aufs Eis setzt. Du solltest jetzt wieder in der Ausgangsposition stehen.
  5. Wiederhole diese Bewegung, um dich auf einer horizontalen Linie zu bewegen. Du kannst mit diesen Crossovers quasi seitwärts fahren.
    • Wenn es gut klappt, versuche es mal andersherum, indem du den linken Fuß hinter den rechten bringst und dann den rechten Fuß über den linken hebst.
  6. Beginne langsam rückwärts zu gleiten. Stoße dich von einer Wand ab, vollführe perfekte S-Linien oder gib mit den C Cuts richtig Gas. Hol ordentlich Schwung und dann genieße es, rückwärts übers Eis zu gleiten.
  7. Mach einen Crossover, um die Richtung zu ändern. Während du dich rückwärts bewegst, kreuze das linke Bein vor dem Körper und öffne die Beine wieder mit dem rechten Fuß. Wenn du das richtig machst, solltest du dich seitwärts bewegen, ohne rückwärts Schwung zu verlieren.
    • Stelle dir die Bewegung vor, die du machst, wenn du nach rechts losrennst. Dein linkes Bein macht einen Schritt nach rechts und dein rechtes Bein folgt direkt dahinter.
    • Übungseinheit: Mache zwei "C Cuts", einen mit jedem Bein, und dann einen Crossover. Dann machst du wieder zwei Cuts, gefolgt von einem Crossover in die andere Richtung.
    • Übungseinheit: Skate rückwärts an der Bande der Eisfläche entlang und benutze Crossovers, um in den Kurven die Richtung zu ändern. Übe im Uhrzeigersinn und gegen den Uhrzeigersinn, damit du es in beide Richtungen lernst.

Tipps

  • Beginne an einer Wand, damit du besser die Balance halten kannst.
  • Halte beim Eislaufen immer die Knie leicht gebeugt.

Warnungen

  • Achte darauf, dass du genug Platz zum Üben hast – wenn du noch Anfänger bist, ist es schwierig, sich umzudrehen und anzuhalten, was zu bösen Zusammenstößen führen kann.
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