Inhalte von einer Festplatte auf eine neue Festplatte kopieren

Schließe an deinen PC eine neue (optional größere) Festplatte an und kopiere darauf exakt eine bestehende Festplatte. Die neue Festplatte wird identisch mit dem Original und auch bootfähig sein (wenn die Quelle dies auch war). Am Ende kann die neue Festplatte die alte ersetzen, als zusätzlicher Speicher verwendet werden oder vom PC komplett entfernt und anderweitig verwendet werden.

Vorgehensweise

  1. Lies diesen Artikel (inklusive aller Tipps und Warnungen) genau und komplett durch, bevor du beginnst.
  2. Entscheide, von welcher Festplatte der PC hochfahren soll.
  3. Bestimme die Art der Schnittstelle des IDE-Controllers. Es gibt mehrere Arten (SCSI, IDE etc.). Dieser Artikel diskutiert die zwei am häufigsten vorkommenden: parallele (PATA) und serielle (SATA) IDE-Typen.
  4. Suche oder erstelle die Festplatten-„Setup-“ oder „Installations-“Diskette oder CD (Sieh bei den Tipps unten nach für anklickbare Links). Lade die neueste Version dieser Software von der Homepage des Herstellers herunter, wenn sie bei der Festplatte nicht mit dabei war. Erstelle ein Medium, das vom PC unterstützt wird, wenn du es von einer Webseite herunterlädst. Eine Diskette wird nicht funktionieren, wenn im PC kein Diskettenlaufwerk installiert ist.
  5. Gib die Setup-Disc in das entsprechende Laufwerk des PCs, der die neue Festplatte erhalten soll.
  6. Suche oder lade die Dokumentation der Festplatten des PCs. Wenn das Setup-Programm der Festplatte über eine CD-ROM (oder den Download eines CD-Image) auf den PC geladen wurde, dann ist die Information höchstwahrscheinlich auf der Festplatte verfügbar. Disketten-Versionen enthalten diese Informationen aufgrund von Platzbeschränkungen wahrscheinlich eher nicht. Drucke die Festplatten-Informationen und dieses Wiki als Referenz für später aus, wenn der PC ausgeschaltet ist. Diese Informationen wirst du benötigen, um die Jumper korrekt zu setzen, wenn sie nicht auf dem Etikett der Festplatte aufgedruckt sind. Schreib dir die Marke und die Type des bestehenden und des neuen Laufwerks auf den Ausdruck.
  7. Melde dich ab und schalte den Strom aus.
  8. Bestimme und ändere (wenn nötig) die bestehende Boot-Reihenfolge mit einer der unten stehenden Methoden (das Abstecken und Herausnehmen der bestehenden Festplatten aus dem Gehäuse könnte notwendig sein, um die Jumper ansehen und ändern zu können):
    • Parallele IDE-Festplatten (genannt PATA, IDE oder PIDE) werden durch Jumper auf der Festplatte und Verbindung von IDE-Kabeln gesetzt. Wähle aus den folgenden Typen:
    • Master/Slave (M/S): Setze den Jumper auf der Festplatte auf „MASTER“, wenn es das Boot-Laufwerk sein soll und auf „SLAVE“, wenn es nicht das Boot-Laufwerk sein soll. Stell sicher, dass du die Dokumentation BEIDER Laufwerke für die korrekte Position der Jumper überprüfst. Alle IDE-Laufwerke bieten eine Auswahl „M/S“. Eine Festplatte muss als Master und die andere muss als Slave ausgewählt werden, wenn sie mit einem einzelnen IDE-Kabel an das Motherboard (oder IDE-Controllerboard) verbunden werden. Die Alternative:
    • Cable Select (CS): Setze den Jumper bei BEIDEN Laufwerken auf „Cable Select (CS)“ und stecke den Stecker am Ende des Kabels in das Boot-Laufwerk und den Stecker in der Mitte des Kabels in das Nicht-Boot-Laufwerk. Nicht jedes IDE-Laufwerk bietet die „CS“ Auswahl. Wenn zwei Festplatten an einem IDE-Kabel hängen, dann müssen beide mit jeweils derselben Methode gesetzt werden (M/S oder CS). Verbinde nie über dasselbe IDE-Kabel ein Laufwerk, bei dem der Jumper auf M/S gesetzt wurde mit einem Laufwerk, bei dem der Jumper auf CS steht. Unabhängig von der Master/Slave oder Cable Select Identifikationsmethode muss das verbleibende Ende des Kabels mit der IDE-Verbindung auf dem Motherboard (oder IDE-Controllerboard) verbunden werden, welche die geringste Nummer aufweist. Konsultiere die Anleitung des Motherboards (oder des IDE-Controllerboards), wenn die Kennzeichnung nicht direkt auf dem Board aufgedruckt ist. Normalerweise sind die Ports mit IDE0 und IDE1 gekennzeichnet. IDE0 ist die geringste Portnummer und sollte verwendet werden.
    • SATA-Laufwerke haben keine Jumper, um einen Master oder Slave zu bestimmen. Die Identifizierung der Laufwerke wird durch die Verbindung des Boot-Laufwerks mit der am niedrigst bezeichneten SATA-Verbindung auf dem Motherboard (oder SATA-Controllerboard) durchgeführt. Da das SATA-Interfacekabel nur einen Stecker an jedem Ende aufweist, werden Festplatten-Identifikations-Jumper nicht benötigt, sondern durch die Nummer des SATA-Ports, an den sie angeschlossen werden, bestimmt. Das eine Ende des SATA-Kabels wird mit der Festplatte, das andere Ende mit dem Motherboard (oder SATA-Controllerboard) verbunden. Das Boot-Laufwerk sollte mit dem Verbindungspunkt verbunden werden, der mit SATA0 gekennzeichnet ist (oder der niedrigst verfügbaren SATA-Port-Nummer). Das Nicht-Boot-Laufwerk sollte mit dem nächsthöheren verfügbaren SATA-Punkt verbunden werden.
  9. Verbinde sowohl das Datenkabel (PATA oder SATA) als auch das Stromkabel mit jedem Laufwerk. Ein Laufwerk, welches nicht beide Verbindungen aufweist, kann nicht identifiziert oder als verfügbar erkannt werden.
  10. Installiere die Festplatten wieder mit gerade so vielen Schrauben, die notwendig sind, damit sie leicht wieder für Änderungen der Einstellungen etc. herausgenommen werden können. Die Installation wird später fertiggestellt, wenn der Prozess abgeschlossen wurde.
  11. Greif auf das BIOS des PCs zu. Stell sicher, dass der PC alle Festplatten erfolgreich erkannt hat. Führe Korrekturmaßnahmen durch, wenn der PC Probleme hat, die Laufwerke zu erkennen. Die Dokumentation der Festplatten kann dir bei der Lösung dieser Probleme helfen. Es ist sehr wichtig, dass du dir die Größe des belegten Speichers der Festplatten notierst, da diese später im Installations- und Kopierprozess keine bekannten Namen wie C oder D haben werden. Es wird entscheidend sein, dass du weißt, welche Festplatte mit Daten vollgeschrieben ist und welche leer ist, um die Daten korrekt zu kopieren.
  12. Bestätige und ändere (wenn nötig) die Boot-Reihenfolge, um dem PC zu ermöglichen, von dem Laufwerk zu booten, welches das Medium aus dem vorigen Schritt enthält.
  13. Speichere und verlasse die BIOS Setup-Seite. Der PC wird den Bootprozess vom neuen „Setup-“ oder „Installations-“ Medium beginnen.
  14. Folge dem Prozess, um die Installation fortzusetzen oder zu überprüfen. Der Bildschirm sollte alle Informationen über die verbundenen Laufwerke zeigen. Vergleiche die Daten auf dem Bildschirm mit dem, was du vorhin auf den Ausdruck geschrieben hast. Stell sicher, dass die Informationen übereinstimmen. Hier wird die Quelle identifiziert (das Laufwerk mit den zu kopierenden Daten) und das Ziel (das Laufwerk, auf das die Daten kopiert werden sollen). Wenn du unsicher über die Quelle und das Ziellaufwerk bist, STOPP. Wenn du hier die falsche Wahl triffst, dann werden die falschen Daten die „guten Daten“ überschreiben und diese werden dann verloren sein. Wenn du die Identifikation der Laufwerke zufriedenstellend abgeschlossen hast, mach mit dem Setup des neuen Laufwerks weiter.
  15. Suche die „Laufwerk-zu-Laufwerk“ Kopieroption. Kopiere die Daten der Quellfestplatte auf die Zielfestplatte. Die Dauer des Kopierprozesses hängt von der Größe der Daten auf der Quellfestplatte ab. Das Ziellaufwerk muss größer als das Quelllaufwerk sein.
  16. Melde dich ab und ändere die BIOS-Einstellungen wieder, wie sie ursprünglich waren. Wenn das erledigt ist, entferne das Medium aus dem Laufwerk (wenn das noch nicht geschehen ist) und fahr den Computer normal wieder hoch. Unterbreche den Boot-Prozess, um in die BIOS-Einstellungen wie vorhin zu kommen. Ändere die Einstellungen (die Boot-Reihenfolge im Speziellen) wie sie ursprünglich waren, dann speichere und verlasse das Menü. Der PC sollte hochfahren (vom neuen Laufwerk, wenn dieses als Boot-Laufwerk festgelegt wurde). Überprüfe den Inhalt beider Laufwerke, wenn der Bootprozess abgeschlossen wurde und du in Windows (oder in einem anderen Betriebssystem) bist. Wenn du zufrieden bist, kann die originale Festplatte gelöscht, formatiert oder (nach dem Herunterfahren des PCs) auch entfernt werden. Wenn du sie entfernst, kann sie für Notfälle sicher aufbewahrt werden, wenn du sie löschst, kann sie in ein externes Gehäuse eingebaut und als externe Festplatte verwendet werden.
  17. Sichere alle Laufwerke im PC-Gehäuse. Lege die Kabel so, dass sie die Luftzirkulation am wenigsten behindern und fixiere die Abdeckungen wieder auf das PC-Gehäuse.

Tipps

  • Lade wann immer möglich die neueste Software herunter. Die Hersteller aktualisieren regelmäßig die „Setup-“ oder „Installations-“Software. Western Digital's “Data Lifeguard Tools 11.2 for Windows” beispielsweise (die WD Windows Setup-Software) erlaubt einer neuen Festplatte lediglich, zum System als primärer (IDE0 Port) Slave oder sekundärer (IDE1 Port) Master oder Slave hinzugefügt zu werden. Fahre den PC normal hoch, bis Windows geladen wurde. Starte dann das „Setup“, in dem du dann die Möglichkeit hast, ein Laufwerk zu partitionieren, formatieren und optional zu kopieren. Wenn das abgeschlossen wurde, verbinde das neu kopierte Laufwerk mit IDE0 als Master (über die Jumper-Einstellungen auf M/S oder CS), was dem PC ermöglicht, von der neuen Festplatte zu booten. Lade Software von diesen beliebten Herstellern herunter:
    • [Western Digital]
    • [Seagate]
    • [Maxtor].
  • Gewinne zusätzlichen Speicherplatz, indem du ein Boot-Laufwerk durch ein größeres Laufwerk ersetzt. Die alte Festplatte kann als zusätzlicher Speicher dienen, als Windows „Swap-Laufwerk“ oder es kann aus dem PC entfernt und in einem externen Gehäuse für den portablen Gebrauch verwendet werden.

Warnungen

  • Die Software eines Herstellers muss in einem System verwendet werden, an das zumindest eines der angeschlossenen Festplatten von diesem Hersteller stammt (Seagate-Software wird nicht auf einem System funktionieren, an das nur WD-Festplatten angeschlossen sind und umgekehrt).
  • Datenkabelstecker sind gekennzeichnet, um eine inkorrekte Orientierung zu verhindern, wenn sie eingesteckt werden. Mit genug Kraft ist es jedoch möglich, diese von unten nach oben einzustecken. Flache Daten- oder „Riffel“-Kabel, wie jene, die verwendet werden, um Floppys, CD/DVD-ROM, PATA und andere Laufwerke zu verbinden, haben normalerweise einen Identifikator, der längs am äußersten Kabel entlangläuft und eine andere Farbe, einen Streifen etc. aufweist. Dieser Identifikator wird mit dem #1 Pin (oben links) des Plug and Jack verbunden. Es kann auch sein, dass sich eine kleine Lasche in der Mitte des Plastiksteckers befindet, der hineinpasst in eine Aussparung bei den Steckern der Festplatte und beim Motherboard (oder bei der Controllerkarte). Ein falsches Einstecken wird zu verbogenen oder gebrochenen Pins führen.
  • Stromverbindungen haben ein ähnliches Schutzschema, welches mit genug Kraft überwunden werden kann. Wenn ein inkorrekt verbundenes Laufwerk mit Strom versorgt wird, kann das normalerweise zu permanenten Schäden führen, sodass das Laufwerk ersetzt werden muss.
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