Bei einem Vorstellungsgespräch eine Kündigung erklären

Wenn du bei deinem letzten Job gekündigt wurdest, macht dich der Gedanke womöglich ganz schön nervös, diese Kündigung deinem potenziellen neuen Arbeitgeber zu erklären. Du willst schließlich gut dastehen. Gleichzeitig willst du dich aber auch sicher nicht beim Schwindeln erwischen lassen. Was auch immer zu deiner Kündigung geführt hat, es ist wichtig, dass du offen und ehrlich damit umgehst. Du wirst lernen müssen, wie man negative Ereignisse in einem positiven Licht erscheinen lässt, damit dein Interviewer über deine frühere Kündigung hinwegsehen kann.

Methode 1 von 2: Die schwierigen Fragen elegant beantworten

  1. Sei ehrlich. Wenn du gefragt wirst, warum du in deinem letzten Job aufgehört hast, dann solltest du am besten einfach ehrlich sein. Wenn du dir Geschichten ausdenkst, wirst du dadurch nicht gerade vertrauenswürdig und verantwortungsbewusst wirken.
    • Denke darüber nach, was dein letzter Arbeitgeber sagen würde, wenn dein Interviewer ihn anrufen würde, um sich deine Geschichte bestätigen zu lassen. Es ist sehr wichtig, dass du nichts sagst, was dein ehemaliger Arbeitgeber nicht guten Gewissens bestätigen könnte. Wenn du wegen einer Verfehlung gekündigt wurdest, steh dazu und behaupte nicht, dass du von dir aus gekündigt hättest.
    • Es ist wichtig, dass du die Frage zulässt und thematisierst. Wenn du ihr auszuweichen versuchst, indem du das Thema wechselst, machst du dich nur verdächtig.
  2. Bleib bei den Fakten. Werde nach Möglichkeit nicht emotional, wenn du deine Kündigung erklärst, auch wenn du dich sehr ungerecht behandelt fühlen solltest. Liefere eine kurze Erklärung, was genau zu deiner Kündigung geführt hat, und belasse es dabei.
    • Wenn du dich stur an die Fakten hältst, vermeidest du damit auch, dass du so wirkst, als ob du dich übertrieben zu entschuldigen versuchen würdest. Du solltest natürlich in einem vernünftigen Maße Verantwortung für deine Kündigung übernehmen, aber wenn du in einem Vorstellungsgespräch nach Entschuldigungen suchst, wirkst du sehr verzweifelt.
    • Anstatt zu sagen „Mein Boss war sehr gemein zu mir, und ich konnte mit dem Druck nicht mehr umgehen, deshalb habe ich einige blöde Fehler gemacht, und ich weiß, dass das dumm war“, solltest du lieber so etwas sagen wie „Mein ehemaliger Boss und ich haben sehr unterschiedliche Arbeitsstile. Er braucht den Druck von herannahenden Deadlines, während ich Projekte lieber so bald wie möglich abschließe. Aus diesem Grund konnte ich es ihm nicht immer recht machen“.
  3. Zeige niemals mit dem Finger auf jemanden. Ein potenzieller Arbeitgeber wird dir kaum glauben, wenn du versuchst, die ganze Schuld auf deinen früheren Boss zu schieben, ohne selbst auch nur die geringste Verantwortung übernehmen zu wollen. Du solltest unbedingt auch ein kurzes Statement dazu abgeben, welche Rolle du selbst bei der Kündigung gespielt hast – und wenn du nur sagst, dass du eben nicht der richtige Kandidat für den Job oder das spezifische Unternehmen warst.
    • Sage niemals so etwas wie „Na, aber es hat doch jeder hier und da mal gegen die Regeln verstoßen. Ich hab nur das Pech gehabt, dabei erwischt zu werden“. Jemand anderen für deine eigenen Fehler verantwortlich zu machen, ist selbstgerecht und zeugt nicht von großem Verantwortungsbewusstsein.
    • Halte dich bloß auch nicht zu lange mit deinen Fehlern und Verfehlungen auf. Fasse dich kurz und wechsele dann zu deinen positiveren Eigenschaften.
  4. Beschwere dich nicht. Es ist nie eine gute Idee, während eines Vorstellungsgesprächs über deinen früheren Chef herzuziehen, ganz egal, was die Umstände waren.
    • Gib dir die größte Mühe, ruhig und gefasst zu bleiben, auch wenn du dich immer noch über die Kündigung ärgerst. Du möchtest doch sicher nicht, dass man dich für nachtragend hält.
  5. Spare dir sämtliche Erklärungen, wie ungerechtfertigt sie Kündigung gewesen ist. Auch wenn du das Gefühl hast, dass du diskriminiert und zu Unrecht gekündigt wurdest, solltest du normalerweise den Interviewer besser nicht wissen lassen, dass du deswegen vor Gericht ziehen wirst oder mit dem Gedanken spielst. Es ist technisch gesehen unzulässig, dich deswegen nicht einzustellen, aber es kann für einen potenziellen neuen Arbeitgeber dennoch ein rotes Tuch sein. Du willst deinem möglichen zukünftigen Chef ja nicht den Eindruck vermitteln, dass es ihn letztlich in rechtliche Schwierigkeiten bringen könnte, dich einzustellen.
  6. Zeige, dass du aus deinen Fehlern gelernt hast. Wenn du anerkennen kannst, was in deinem letzten Job falsch gelaufen ist, musst du auch kommunizieren können, welche Lehren du für dich aus dieser Erfahrung gezogen hast. Sprich darüber, wie du daran menschlich und professionell gewachsen bist und wie du heute mit der Situation umgehen würdest, wenn sie dir erneut begegnen würde.
    • Wenn du gefeuert wurdest, weil du dich nicht an die Regeln gehalten hast, dann erkläre dich in etwa so: „Mir war nicht klar, dass die Übertretung dieser Regel solch gravierende Konsequenzen für mich haben würde. Aber dieser Zwischenfall hat mir geholfen, mich zu einem verantwortungsbewussteren und respektvolleren Mitarbeiter zu entwickeln. Mir ist die Tragweite meines Fehlers nun bewusst, und ich empfinde als Folge daraus mehr Respekt für das Unternehmen, meine Position darin und die Verantwortung, die mit dieser Position verbunden ist.“
    • Mach unmissverständlich klar, dass dir dieser Fehler nie wieder passieren wird.
    • Sei aber auch nicht übertrieben kritisch mit dir selbst, sonst wirkt es schnell so, als hättest du kein Selbstbewusstsein und würdest verzweifelt um einen Job betteln. Sprich offen und auf eine unaufdringliche und positive Art darüber, was du gelernt hast, ohne falsche Bescheidenheit. Du sollst dich immer noch selbst verkaufen, aber nicht unter Wert.
  7. Umgib Negatives mit Positivem. Wenn du etwas sagen musst, was einen negativen Beigeschmack hat, um eine Kündigung erklären zu können, dann achte unbedingt darauf, dass du diese negative Aussage mit positiven Anmerkungen unterfütterst, damit sie nicht mehr so negativ klingt.
    • Wenn du beispielsweise gefeuert wurdest, weil du schlecht mit den anderen Kollegen klargekommen bist, dann verpacke diese Aussage geschickt zwischen zwei Statements dazu, wie enthusiastisch du warst und welche Lektion du dabei über Teamwork gelernt hast.
  8. Leite die Aufmerksamkeit auf deinen weiteren Werdegang. Wenn du bisher nur einmal gefeuert wurdest und dein Lebenslauf ansonsten „sauber“ aussieht, solltest du dich auf deine bisherigen Erfolge konzentrieren und damit deutlich machen, dass gefeuert zu werden wirklich eine große Ausnahme für dich war.

Methode 2 von 2: Die Kündigung möglichst belanglos erscheinen lassen

  1. Schäme dich nicht für eine betriebsbedingte Entlassung. Das ist nicht das Gleiche wie gefeuert zu werden. Dein Interviewer wird auch wissen, dass deine Entlassung höchstwahrscheinlich überhaupt nichts mit deiner Leistung zu tun hatte, sondern mit der finanziellen Situation des Unternehmens. Wenn du aus betrieblichen Gründen entlassen wurdest, musst du dir im Vorstellungsgespräch wirklich keine Gedanken machen.
    • Wenn du entlassen wurdest, dann stelle das im Vorstellungsgespräch heraus, indem du sagst „Meine Position wurde eingespart“ oder „das Unternehmen hat viele Angestellte entlassen, weil es finanzielle Schwierigkeiten hatte“.
  2. Sei nicht zu hart mit dir selbst. Selbst wenn du wegen irgendeines Fehlers gekündigt wurdest, solltest du deswegen nicht zu hart mit dir selbst ins Gericht gehen. Es würde sich nur negativ auf dein Selbstbewusstsein auswirken und dich deinem Interviewer gegenüber inkompetent wirken lassen.
  3. Sprich mit deinem früheren Arbeitgeber. Je nachdem, wie genau die Dinge bei deinem letzten Job geendet haben, wird dein ehemaliger Boss dich vielleicht sogar unterstützen. Sprich mit ihm darüber, ob er dir eine Referenz für deine Suche nach einem neuen Job schreiben würde. Selbst wenn du gefeuert wurdest, gibt es sicher trotzdem noch einige positive Dinge über dich zu sagen, und vielleicht könnt ihr eine Erklärung für deine Kündigung finden, mit der ihr beide leben könnt.
    • Dafür wirst du aber wahrscheinlich zu deinen Fehlern stehen müssen. Wenn du also gefeuert wurdest, weil du wenig produktiv warst, dann gestehe deine Fehler ein und erkläre, was du daraus gelernt hast. Dein ehemaliger Arbeitgeber wird vielleicht bereit sein, dich zu empfehlen, wenn er sieht, dass du deine Lektion gelernt hast.
    • Wenn du von deinem Vorgesetzten keine Unterstützung bekommst, kannst du vielleicht noch auf eine Referenz von einem Kollegen oder Geschäftspartner hoffen. Hab keine Angst, danach zu fragen.
    • Solltest du natürlich einen sehr schlimmen Fehler gemacht haben, etwa bei deiner Firma geklaut oder einen Kollegen angegriffen hast, dann sieht es allerdings recht finster aus für eine Empfehlung.
  4. Spar dir die Details. Du musst in deinem Lebenslauf oder Anschreiben nicht erwähnen, warum du in deinem letzten Job aufgehört hast, wenn nicht explizit danach gefragt wird. Wenn du darum gebeten wirst, schriftlich dazu Stellung zu nehmen, fasse dich kurz und gehe nicht in die Details. Du kannst dann während des Vorstellungsgesprächs immer noch Genaueres dazu sagen.
    • Es gibt Fälle, in denen du vielleicht das Gefühl hast, dass es besser wäre, eine Kündigung von dir aus zu erklären, bevor du darauf angesprochen wirst. Das bleibt natürlich dir überlassen, aber du solltest dir bewusst sein, dass es vermutlich leichter sein wird, dich in einem persönlichen Gespräch zu erklären als in ein paar Sätzen in einem Bewerbungsschreiben.
  5. Werte deinen Lebenslauf auf. Wenn du nach der Kündigung eine Weile arbeitslos warst, machst du dir vielleicht Sorgen, wie deine zeitweilige Situation in deinem Lebenslauf aussehen wird. Aber anstatt es nach vertrödelter Zeit aussehen zu lassen, kannst du deinem potenziellen neuen Arbeitgeber zeigen, dass du die zeit sinnvoll genutzt hast, um deine Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
    • Wenn möglich solltest du deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen, indem du dich weiterbildest, Kurse besuchst, vielleicht sogar einen höheren Abschluss machst oder ein Zertifikat erwirbst.
    • Versuche dich als Freelancer oder Berater. Du wirst vielleicht nicht viel zu tun bekommen, aber es wird die Lücke füllen und dich wie eine echte Führungspersönlichkeit aussehen lassen.
    • Freiwillige Arbeit kann einen Lebenslauf stark aufwerten, besonders dann, wenn sie einen Bezug zu deinem Arbeitsfeld hat.
  6. Strahle Professionalität aus. Wenn du willst, dass dein potenzieller neuer Arbeitgeber deine Kündigung ignoriert, dann kannst du kaum etwas Besseres tun, als besonderes Augenmerk auf deine professionelle Wirkung zu legen. Gib dem Interviewer nicht den geringsten Grund, an deinen Fähigkeiten zu zweifeln.
    • Beachte die Regeln und Etikette für Vorstellungsgespräche. Ziehe dich angemessen an, sei überpünktlich und schalte dein Handy aus.
    • Informiere dich gründlich über das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, und sei darauf vorbereitet, Fragen zu den Anforderungen des Jobs und der ganzen Branche zu beantworten.

Tipps

  • Je positiver und selbstbewusster du bist, desto weniger wird der potenzielle neue Arbeitgeber etwas Verfängliches hinter deiner Kündigung vermuten.
  • Gefeuert zu werden ist nicht das Ende der Welt. Gib die Suche nach dem perfekten Job deshalb nicht auf!
  • Bringe immer zum Ausdruck, dass du dankbar dafür bist, was du aus früheren Erfahrungen lernen durftest, wie auch immer sie schlussendlich ausgegangen sind.
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