Eine Rinderfarm ins Leben rufen

Es gibt viele Gründe, warum eine Person Vieh aufziehen möchte. Manche halten sich große Herden zum Verkaufen, andere, um ihre Milch zu verkaufen. Einige halten Vieh, um es auf Messen und anderen Events zu zeigen. In der heutigen Wirtschaft entscheiden sich viele Familien dafür, Vieh für sich selbst zu halten. Egal ob du ein paar für die Bedürfnisse deiner Familie oder eine ganze Herde aufziehen möchtest, es gibt ein paar Grundlagen, wie man eine Viehaufzucht betreibt; vom Landkauf zum Auswählen der Tiere, die du halten möchtest.

Vorgehensweise

  1. Mache einen Businessplan. Mache eine SWOT-Analyse für dich und die Viehindustrie, der du beitreten wirst. Plane, welche Art von Kühen du möchtest, ohne auf Zuchten zu schauen und was für eine Art Bauernhof du betreiben möchtest.
    • Behalte im Gedächtnis, klein anzufangen. Gib dein Geld nicht in den ersten 2 Jahren aus, in denen du den Bauernhof oder die Ranch gekauft hast oder besitzt. Wenn Reparaturen nötig sind, tue das nur bei Dingen wie dem Zaun oder anderen Dingen mit der höchsten Priorität, wie das Haus oder die Scheune zu renovieren. Kaufe Maschinen nicht neu, sondern auf einer Auktion. Kaufe das Equipment und andere Gegenstände, die du jetzt brauchst, nicht alles was du willst. Das wirst du dir in den nächsten 5 bis 10 Jahren anschaffen können, wenn dein Unternehmen gewachsen ist.
    • Versuche, ein günstiger Produzent zu sein, da dies der sicherste Weg ist, Geld zu machen und der beste, wenn du nicht viel hast, mit dem du anfangen kannst!
  2. Suche dir die Gegend aus, in der du in den nächsten 10 bis 30 Jahren Vieh aufziehen willst. Das ist wichtig, weil du einen Ort finden musst, den du kennst oder sehr magst und wo du selbstbewusst genug bist, um deine Tiere dort aufzuziehen.
    • Der Ort kann so weit im Norden sein wie Alberta, Kanada, oder im Süden wie Uruguay, Südamerika. Faktoren wie Klima, Saisonunterschiede, Markt, Vegetation und Topographie weichen von Ort zu Ort ab.
  3. Wenn du eine Entscheidung getroffen hast, wo du beginnen möchtest, finde Land, das verkauft wird. Denke daran, dass du vielleicht etwas Geld leihen musst, mit einem Kredit oder einer Hypothek, falls du nicht genug Geld hast.
    • Landpreise steigen in Gegenden, in denen eine größere Bevölkerungsdichte herrscht. Land ist manchmal stärker nachgefragt und manchmal weniger.
    • Versuche, einen Bauernhof oder eine Ranch zu kaufen, die die Einrichtungen und Umzäunung für Vieh bereits hat.
  4. Finde mehr über den Ort heraus, an dem du interessiert bist. Kontaktiere die lokale Behörde, um mehr Informationen über den vorherigen Nutzen, Vegetation, Kapazitäten usw. des Landes zu bekommen. Besuche die Nachbarn und rede mit ihnen.
    • Oftmals geben dir die Nachbarn mehr Informationen als eine Behörde dir geben kann.
  5. Recherchiere und kaufe dann die Gegenstände, das Equipment und die Maschinen, die für dein Vieh nötig sind. Analysiere dein Unternehmen und deine finanzielle Situation, um herauszufinden, was du brauchst (nicht was du willst). Zäune, Wasserstellen und Futtertröge sind am wichtigsten. Ein Traktor, Ausstattung fürs Heumachen, Anhänger, und andere Gebäude sind auch wichtig.
    • Wenn du dich für einen Milchbetrieb entschieden hast, wirst du mehrere Gebäude brauchen sowie einen Melkstall, und zusätzlich noch Kalbeinrichtungen, eine Kalbscheune und eine Scheune für Kühe, die nicht gemolken werden.
      • Wenn du über die Pfosten entscheidest, die fürs Melken benutzt werden, gibt es Verschiedenes zu bedenken: Erstens, wurden die Kühe schon einmal gemolken und sind sie es gewohnt? Dann ist es am besten, das gleiche Gerät zu benutzen. Wenn du sie selbst aufziehst, recherchiere nach verschiedenen Geräten, um herauszufinden, welches in deiner Situation am besten ist.
    • Bei Mastvieh sind oft ein Zaun, ein paar Ställe und Wasserquellen alles, was du brauchst, vor allem, wenn du das Vieh mit Gras füttern willst. Die Ausnahmen sind, wenn du bereit bist, Geld für die Winterfütterung auszugeben und deine Kühe mit Korn versorgen willst oder ob du einen Fütterungsstall haben möchtest.
  6. Entscheide, welche Art Vieh du aufziehen willst, gemäß deinem Budget und deinen Zielen. Die beliebtesten sind Melkvieh oder Mastvieh. Denke daran, dass es viel zeitintensiver und kostspieliger ist, Melkvieh aufzuziehen als Mastvieh und dass es dafür viel mehr Equipment braucht, aufgrund von Regelungen der Regierung.
  7. Recherchiere die verschiedenen Zuchten, die du aufziehen willst. Entscheide über die Art der Zucht im Hinblick auf deine Ziele für den Bauernhof oder die Ranch.
    • Wenn du einen Mastbetrieb aufbauen möchtest, beginne mit einer Rasse, die für ein gutes Temperament bekannt ist und nicht sehr arbeitsintensiv. Hereford, Red Poll, Shorthorn, Galloway und Britische Weiße sind solche Rassen, die für ihren Sanftmut berühmt sind.
      • Wenn du darauf bestehst, Angusrind zu züchten, aufgrund der Nachfrage auf dem Markt, sei bitte sehr vorsichtig bei der Auswahl. Sieh dir für weitere Informationen an, wie man schwarzes Angusrind aufzieht.
    • Wenn du einen Melkbetrieb aufmachen willst, sind die besten und beliebtesten Rassen Holstein, Jersey und Brown Swiss. Guernseys und Ayrshires sind für dich vielleicht auch gut, wenn du in Nordamerika bist.
  8. Beginne mit einer Handvoll Kühen. Gehe nicht aufs Ganze und kaufe so viele Kühe, wie du auf dem Land unterbringen kannst. Kaufe gute Kühe, mit einer guten Bestätigung, Temperament, Zuchtfähigkeiten und Futter-Verwertung (neben anderen Eigenschaften) und vermeide Kühe, die dünn aussehen und fast zusammenbrechen. Färsen können eine Option sein, wenn du 2 Jahre lang darauf wartest, deren Kälber zu verkaufen; eine andere Option ist es, eine aufgezogene Kuh mit einem Kalb an ihrer Seite zu haben, da du das Kalb in einem oder zwei Monaten verkaufen kannst und dann ein paar Monate wartest, bis die Kuh wieder kalbt. Erfahrene Kühe sind meist einfacher zu handhaben als Färsen.
    • Vermeide es, einen Bullen zu kaufen, wenn du nur 4 oder 5 weibliche Kühe hast; kaufe einen Bullen nur dann, wenn du mindestens 10 Kühe hast oder du kannst die künstliche Befruchtung nicht mehr durchführen. Wenn du nur 2 oder 5 Kühe hast, ist künstliche Befruchtung am billigsten und am besten (aber nicht immer am effektivsten). Wenn du die künstliche Befruchtung nicht benutzen willst, miete dir einen Bullen oder finde einen anderen Viehzüchter, der bereit ist, deine Kühe für ein paar Monate zu behalten, sodass sein Bulle sie befruchten kann.
  9. Denke über die Größe des Weidelandes nach, das für deine Viehzucht benötigt wird. Entscheide, ob das Land, das du bereits besitzt, ausreichend ist oder ob du weiteres Weideland kaufen oder pachten musst.
    • Entscheide, ob du Heu für das Vieh anbaust oder es kaufst. Stelle sicher, dass du nur die höchstmögliche Qualität verwendest.
    • Denke daran, dass Futterkosten fast 26% der Kosten einer Viehzucht ausmachen. Genügend Land zu haben, auf dem das Vieh im Sommer grasen kann, reduziert die Kosten immens sowie wenn du Heu mit hoher Qualität anbaust. Denke auch an deine Pläne fürs Grasen, wie zum Beispiel Wintergrasen, wenn du das Heu nicht die ganze Zeit kaufen oder machen willst. Wintergraspläne weichen von Gegend zu Gegend ab, sei dir also deiner Optionen bewusst.
  10. Beginne, deine Finanzen, Zucht/Kälber, Gesundheit/Spritzen, Käufe/Verkäufe und Vorräte gut zu dokumentieren. Die wichtigsten Aufnahmen sind deine Finanzen, weil diese entscheiden, ob deine Unternehmung dir Nettoeinkommen oder Verlust einbringt. In Kanada ist es gesetzlich vorgeschrieben, alle Tiere deines Bauernhofs zu dokumentieren sowie Informationen über jedes einzelne Tier, das gekauft, verkauft oder geboren wurde, zu sammeln.
  11. Das Wichtigste, habe Spaß! Es ist ein stressiger und fordernder Lebensstil, aber du wirst immer viel lernen und beschäftigt damit sein, deine Herde zu füttern und gesund zu erhalten.

Tipps

  • Beginne klein. Beginne mit nur ein paar Kühen oder Färsen, und wenn du mehr Erfahrung gesammelt hast, kannst du die Herde wachsen lassen.
  • Versuche, deine Unternehmung so günstig wie möglich zu führen; versuche, ein ganzjähriges Grasen-Programm einzuführen, wenn möglich, und lasse die Kühe außerhalb des Stalls und das ganze Jahr auf der Weide.
  • Dokumentiere alles gut, vom Züchten und Kalben bis zur Gesundheit und den Finanzen.
  • Zäune, Wasser und Futter sind oberste Priorität und sollten betrieblich geregelt sein, bevor du dein Vieh kaufst. Nutze die Wasserspender, die für deine Gegend am besten sind: in Gegenden, wo der Winter zwischen 4 und 6 Monaten im Jahr vorherrscht, sind zum Beispiel automatische Wasserspender mit wärmenden Funktionen am besten.
    • Stelle sicher, dass das Vieh die ganze Zeit Zugang zum Wasser hat. Im Winter musst du das Wasser mehrmals täglich überprüfen, dass sich keine Eisschicht darüber bildet.
  • Rede mit dem örtlichen Tierarzt über Gesundheitsprogramme für Herden und andere Anreize. Das sollte gleich nachdem du deine Tiere gekauft hast gemacht werden.
  • Kaufe mehr Heu als du brauchen wirst. Es gibt nicht zu viel Heu.
  • Es gibt keine beste Rase. Kaufe die Rasse, die dir am besten gefällt oder von der du denkst, dass du den meisten Gewinn machst. Angusrind könnte dann gut sein, wenn du in einer Gegend lebst, wo der Markt Angusring verlangt. Brahman kann am besten sein in Gegenden mit Hitze, Feuchtigkeit und Insekten.
    • Denke an die Standards, die von Organisationen vorgegeben sind, wenn du dir Vieh aussuchst und kaufst. Schaue nach den gesündesten Tieren in der Herde, wenn du privat einkaufst, oder der gesündesten Gruppe mit dem besten Verhalten auf einer Auktion. Denke an solche Dinge wie Bestätigung, Wachsamkeit, Ausgeglichenheit und wünschenswerte Eigenschaften.
  • Kaufe das, was du brauchst , nicht was du willst .
  • Teste dein Futter auf Nährwertstoffe. Kenne die Zeit, wann deine Kühe die meisten Nährwertstoffe brauchen und wann am wenigsten.
  • Vermeide es, einen Bullen zu kaufen. Künstliche Befruchtung wurde dafür erfunden, die Kosten und Gefahren eines Bullen niedrig zu halten.
  • Behalte nicht alle Kälber von den erstmalig kalbenden Färsen. Diese werden nicht so gut sein wie die Kälber von älteren Kühen.
  • Frage nach und habe den örtlichen Tierarzt auf der Kurzwahl, falls Gesundheitsprobleme oder Notfälle auftreten, die du nicht alleine behandeln kannst.
  • Besuche Ausverkäufe für benutzte Ausstattung. Schaue auf den schwarzen Brettern in Futtergeschäften und anderen Läden nach guten Deals.
  • PLANE, plane, plane! Plane, welches Vieh du suchst, ohne dass du dir IRGENDWELCHE Rassen ansiehst, was für einen Bauernhof oder Ranch du haben willst und wie du diesen führen willst und schreibe deine Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Ängste auf.

Warnungen

  • Sei immer vorsichtig, wenn du mit Kühen und Bullen arbeitest. Kenne die Zeichen.
  • Erinnere dich an Murphy's Gesetz: Alles, was schiefgehen kann, wird schiefgehen.
  • Vieh aufzuziehen kann manchmal ein harter, ermüdender Job sein. Es kann sehr stressig sein, du wirst Blut schwitzen, weinen und es wird Zeiten geben, wo du alles bereust.
  • Mache nichts, wovon du denkst oder weißt, dass du es nicht schaffst.
  • Traue niemals einem Bullen, auch wenn er noch so sanftmütig zu sein scheint.
  • Vieh zu züchten ist kein 5-Tage-Job. Es ist ein 24/7/365 Tage Job. Kühen und Vieh wissen nicht, wann Ferien sind, wann du Urlaub brauchst oder wann Weihnachten ist; und sie werden sich auch nicht dafür interessieren.
  • Vieh ist schneller und stärker als du. Kühe können sehr gefährlich sein, wenn sie ihr Kalb beschützen; Bullen sind unberechenbar, wenn du die Signale nicht siehst oder kennst. Bullen sind am gefährlichsten, wenn sie in einer Herde von Kühen sind und es Paarungszeit ist, weil sie dich als Rivalen sehen.
  • Vermeide kranke, abgemagerte und generell ungesunde Tiere bei den ersten Käufen, auch wenn sie dir leid tun und du sie "retten" willst. Es gibt einen Grund, warum sie zum Schlachten verkauft werden, meistens sind das Gründe, die niemand heilen kann.
  • Gib dein Geld nicht komplett in den ersten beiden Jahren für die neueste Ausstattung oder die teuersten Geräte aus. Du wirst früher daran zerbrechen als du denkst.
    • Mit anderen Worten: Versuche, so weit wie möglich aus den Schulden heraus zu bleiben.
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