Saatgutbomben basteln

Saatgutbomben (die auch Saatgutbällchen genannt werden) sind nicht nur eine Spezialität von Guerilla-Gärtner – sie sind stattdessen eine großartige Weise, um Pflanzen aus Samen zu züchten, besonders auf großen Flächen oder in schlechten Böden. Saatgutbällchen mit reichhaltiger Erde zu verwenden verschafft den Samen einen Vorsprung beim Wachsen und verringert den Bedarf an Kunstdünger. Hier ist eine einfache Methode, um sie herzustellen.

Methode 1 von 2

  1. Kaufe oder ernte dein Saatgut. Kaufe oder Ernte qualitativ hochwertige Samen, von denen du weißt, dass sie auf einer großen Fläche oder in schlechten Böden gut wachsen werden und nicht allzuviel Aufmerksamkeit brauchen. Wähle keine Pflanzen, die ökologische oder andere Schäden hervorrufen können, wie Unkräuter, Neophyten (Pflanzen, die in Lebensräume von anderen Pflanzen eindringen) oder Pflanzen mit zerstörerischen Wurzelsystemen. Wenn du dir nicht sicher bist, finde heraus, welche Pflanzen in deiner Gegend oder Region ein Problem darstellen; verlasse dich nicht einfach auf allgemeine Informationen, denn manche Pflanzen könnten in ihrer natürlichen Umgebung ideal, aber in deiner Gegend ein wild wucherndes Unkraut sein.
    • Beachte den gesamten Lebensraum wenn du die Samen auswählst. Möchtest du Samen, die einen ganz neuen Lebensraum erschaffen oder möchtest du einfach welche, die nur ein paar Sorten Pflanzen oder Feldfrüchte enthalten? Heather C. Flores meint, dass von einer einzigen Sorte bis zu hundert verschiedenen Pflanzen, alles möglich ist.
  2. Weiche das Saatgut für eine Stunde oder über Nacht in einer schwachen Algenlösung oder in Kompost-Tee ein. Entferne Samen, die danach noch an der Oberfläche schwimmen – schwimmende Samen sind meistens kaputt oder beschädigt und werden nicht wachsen oder Pflanzen mit schwachem Genmaterial erzeugen.
  3. Bereite die Saatgutbomben vor. Es gibt viel Arten, um Saatgutbällchen herzustellen:
    • Methode 1. Kaufe oder besorge dir etwas reichhaltige Lehmerde oder eine andere Tonerde, aus der du einen festen Ball formen kannst. Die Erde sollte so beschaffen sein, dass Pflanzen in ihr wachsen können; achte darauf, dass sie nicht zu sauer ist. Forme aus der Lehmerde golfballgroße Bällchen, befeuchte sie mit Wasser, um sie geschmeidiger zu machen und drücke die Samen in die Bällchen. Du könntest die Samen auch auf die Erde streuen, bevor du die Bällchen formst, wenn dir das leichter fällt.
    • Methode 2: Verwende halbtrockenen „lebendigen“ (nicht sterilisierten) Kompost und roten Ton in Pulverform. Mische die Samenmischung, den Kompost und das Tonpulver im Verhältnis eins (Samenmischung) zu drei (Kompost) zu fünf (Ton). Forme runde Bällchen daraus und füge genug Wasser hinzu, damit die Masse geschmeidig wird. Sie sollte die Konsistenz von Plätzchenteig haben.
    • Methode 3. Stattdessen kannst du auch kleine, biologisch abbaubare Kartonschachteln, wie Eierschachteln, sammeln oder biologisch abbaubare Netze, wie alte Baumwollstrümpfe. Fülle die Eierschachteln mit einer Mischung aus Samen und Erde, wie oben beschrieben. Drücke die oberen Enden zusammen, sodass der Inhalt nicht herausfällt. Alte Strümpfe kannst du mit einer Mischung aus Samen und Erde füllen, sie dann dann drehen und auseinander schneiden, so als ob du Würste herstellen würdest.
    • Methode 4. Mische Sägespäne im Verhältnis 5 zu 1 mit Samen und füge einen schnell biologisch abbaubaren, ungiftigen und am besten lebensmittelechten Kleber und eine kleine Menge Seetangextrakt hinzu. Die Mischung sollte nicht nass, aber feucht genug sein, um einen Ball zu formen. Es ist besser, bei dieser Version in kleineren Serien zu produzieren.
  4. Lass die Saatgutbomben für 24 Stunden trocknen. Lege sie auf eine trockene Plane oder auf Zeitungspapier in einem geschützten Bereich, wie einem Schuppen.
    • Jetzt sind sie fertig und können verwendet werden.
  5. Pflanze die Saatgutbomben. Wenn du bereits ein Beet mit ausgegrabenen Reihen zum Pflanzen hast, lege im Abstand von ca. einem Meter je ein Saatgutbällchen ein, (oder halte dich an die Angaben des Saatgutherstellers), und decke sie dann mit der zuvor ausgegrabenen Erde zu.
    • Wenn du offenes Gelände mit Gras oder Bäumen wiederbepflanzen willst, kannst du die Saatgutbällchen einfach hinwerfen. Das wird eine zufälliger entstandene, realistischere Landschaft schaffen. Trotzdem solltest du die Bällchen danach eingraben, damit die Feuchtigkeit für die Samen erhalten bleibt.
    • Wenn du die Saatgutbomben lieber ein paar Wochen aufbewahren möchtest, finde dafür einen kühlen, dunklen und trockenen Ort. Bewahre sie nicht länger als ein paar Wochen auf. Es ist jedoch am besten, sie frisch zu verwenden, da die Samen zu sprießen beginnen könnten!
  6. Achte auf da Wachstum. Wenn richtig durchgeführt, werden die Jungpflanzen in 2-3 Wochen sichtbar sein. In wärmeren Gegenden kann das sogar noch schneller gehen. Der Prozess beschleunigt die Keimung nicht wirklich, aber die Jungpflanze hat an der Wurzel mehr Nährstoffe zur Verfügung und wird daher schneller und gesünder wachsen.

Methode 2 von 2: Tiefkühlbomben

  1. Finde gute Pflanzenerde. Befeuchte diese stark.
  2. Fülle die einzelnen Hohlräume eines Eiswürfelbehälters zur Hälfte mit nasser Erde. Gib 1 – 3 Samen darauf und bedecke sie mit sehr nasser Erde.
  3. Gefriere sie mit der niedrigstmöglichen Temperatur deiner Tiefkühltruhe.
  4. Wenn sie gefroren sind, nimm die „Erde-Saatgut-Würfel“ heraus. Tauche sie in biologischen Dünger, um sie damit zu umschließen. Friere sie wieder ein, bis sie sehr kalt sind.
  5. Nimm sie aus der Gefriertruhe. Gib sie mit etwas Trockeneis in eine kleine Kühlbox.
  6. Geh raus und wirf die Würfel dorthin, wo du möchtest, dass deine Pflanzen wachsen.

Tipps

  • Es ist besser, die Saatgutbällchen einzugraben, damit sie nicht an der Oberfläche zerfallen oder von Wildtieren gefressen werden, was passieren könnte, wenn du sie einfach herumliegen lässt.
  • In sehr kleinen Bereichen oder bei kleinen Mengen ist es nicht wirklich die Mühe wert, Saatgutbällchen zu machen. Es ist besser, Kompost durch Umgraben in die Erde einzuarbeiten und die Samen auf die traditionelle Weise zu pflanzen. Saatgutbomben ergeben nur Sinn, wenn du große Flächen bearbeiten willst und keine Saatgut-Traktoren, aber stattdessen viele helfende Hände zur Verfügung stehen.
  • Vernetze dich mit Gruppen von Freiwilligen, die sich der Wiederbepflanzung von Brachflächen mit heimischen Pflanzen widmen. Das ist auch eine tolle Art, um neue Leute kennenzulernen.

Warnungen

  • Mach nichts illegales oder ethisch unverantwortliches. Viele Unkräuter, die Landschaften zerstört haben, sind ursprünglich von übereifrigen Gärtnern gepflanzt worden.
  • Wenn du Sägespäne benutzt, stelle sicher, dass diese nicht aus exotischem, möglicherweise giftigem oder druckbehandeltem Holz gewonnen wurden.
  • Purer Kompost sollte nicht die einzige feste Komponente deiner Saatgutbällchen sein; ungemischt ist er zu stark.
  • Saatgutbomben sind in trockenen, heißen Klimazonen nicht immer praktisch, weil sie sich in Staub verwandeln werden, ohne der Pflanze ausreichend lange Feuchtigkeit zu bieten, damit diese überleben kann.
  • Du solltest nicht ohne Erlaubnis Saatgutbomben auf Land abwerfen, das dir nicht gehört. Bitte vorher um Erlaubnis.

Was du brauchst

  • Die richtige Mischung Pflanzenerde
  • Behälter, um die Erde zu mischen
  • Behälter, um Saatgutbomben zu formen (nicht unbedingt notwendig)
  • Bereich zum Trocknen, der mit Plastikplane oder Zeitung abgedeckt ist
  • Fläche, wo du die Saatgutbomben pflanzen kannst
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