Ein Pferd zügeln

Beim Reiten helfen Zügel, das Pferd bis zu einem gewissen Maße zu kontrollieren. Wenn du ein Pferd das erste Mal zügelst, kann es schwer sein; generell ist es aber ganz einfach. Ein wichtiger Punkt, der zu beachten ist, wenn du einem Pferd Zügel anlegst, ist, dass du darauf achtest, dass die Zügel nicht unbequem für das Pferd sind. Dieser Artikel erklärt dir Schritt für Schritt, wie du vorzugehen hast. Hinweis: Es gibt Hilfszügel und Zügel verschiedener Art. Dieser Artikel beschreibt, wie man ein Zügel anlegt.

Vorgehensweise

  1. Bereite dich und die Zügel vor. Du kannst zu diesem Zeitpunkt deinen Reithelm aufsetzen, wenn du möchtest.
  2. Binde dein Pferd sicher an. Dein Pferd sollte bereits einen Halfter tragen. Zum Anbringen von Zügel werden oft Nylon-Halfter mit niedrigem Profil verwendet, anstatt doppelte Lederhalfter.
    • Wenn eine Person das Pferd hält, wenn du es zum ersten Mal, ist das sehr hilfreich.
    • Scheue dich nicht einen erfahrenen Reiter um Hilfe zu bitten, wenn du dir unsicher bist, was zu tun ist.
  3. Messe die Zügel.
    • Beginne damit die Schließhaken der Zügel zu öffnen. Öffne nicht alle, es sei denn du willst die Zügel säubern. Öffne nur den Kappzaum( der Teil, der um das Maul geschnallt wird) und das Backenstück.
    • Platziere die Zügel (in der richtigen Größe) an der Seite des Pferdekopfes. Damit kannst du in etwa die die Höhe des Gebiss abschätzen und so sicher stellen, dass du das Pferd nicht verletzen wirst, wenn du die Zügel anbringst.
    • Wenn das Gebiss zu hoch oder zu tief ist, kannst du die Backenstücke auf die richtige Länge einstellen.
    • Lege die Zügel nochmals gegen den Kopf des Pferdes.
  4. Lege die Zügel an. Stelle dich neben das Pferd, sodass du nahe an der linken Schulter des Pferdes stehst.
    • Halte die Zügel in der linken Hand und den Halfter in der rechten. Ziehe das Zaumzeug über den Kopf des Pferdes. Führe die Zügel unter dem Kinn durch und bringe sie auf die Nase. Das hilft dabei den Kappzaum fern zu halten und das Pferd so nur das Gebiss ohne die Lederriemen annehmen kann.
    • Halte das Gebiss vor die Maulöffnung. Lege das Zaumzeug um den Nacken und halte das Gebiss in deiner linken Hand. Öffne das Maul indem du mit dem Daumen in die Maulspalte greifst und leichten Druck auf den Unterkiefer ausübst. Ein Trick dabei ist, die Lippe des Pferdes mit deinem Daumen etwas einzudrücken, um nicht gebissen zu werden (Pferde können dich beißen, aber sie werden sich nicht selbst beißen). Das Pferd lehnt das Gebiss womöglich ab, wenn es sehr kalt ist. Versuche zuvor also, das Gebiss in deinen Händen zu wärmen.
    • Setze den Halfter auf. Achte darauf, dass du nicht das Metallstück an die Zähne bringst, wenn du den Halfter hoch ziehst.
    • Ziehe den Halfter über die Ohren. Drücke dabei sanft die Ohren in die Ohrschlingen und ziehe das Stirnhaar raus. Bringe zu erst das Ohr, das näher bei dir ist, in die Ohrschlinge und dann das weiter entfernte. So kannst du im Falle, dass sich das Pferd wegdreht oder sich erschreckt. auf die andere Seite laufen und das zweite Ohr in die Schlinge bringen. So vermeidest du, dass das Pferd beim Einbringen des weiter entfernten Ohres zuckt und dich so verletzt.
    • Am besten machst du das ohne den Halfter zu entfernen bis du dir sicher bist, dass dein Pferd das Anbringen der Zügel akzeptieren wird ohne gesichert zu sein. Sobald die Zügel sitzen, kannst du den Halfter entfernen.
    • Prüfe den Sitz der Zügel wie in den folgenden Schritten beschrieben.
  5. Messe die Höhe des Gebiss. Öffne das Maul deines Pferdes. Das Gebiss sollte in den Maulwinkeln sitzen. Wenn nicht, passe die Länge der Backenstücke an.
    • Bringe das Backenstück auf der anderen Seite auf die selbe Länge, sodass sie auf beiden Seiten ausgeglichen sind.
    • Ein gutes Zeichen, um ein richtig angelegtes Gebiss zu erkennen, sind Fältchen um das Mail, wenn es geschlossen ist.
  6. Messe die Breite des Gebiss.
    • Lege auf beiden Seiten des Beißring einen Daumen an. Auf beiden Seiten sollte etwa ein Daumen breit Platz sein.
  7. Messe den Kehlriemen. Der Kehlriemen ist normalerweise mit dem Kopfstück verbunden. Es wird immer von links aufgezogen und sollte locker sitzen.
    • Wenn der Kehlriemen fest geschnallt wurde, sollte noch eine Faust zwischen Kehle und Riemen passen. So wird sicher gestellt, dass das Pferd nicht beim Atmen behinderst wird.
  8. Passe den Nasenriemen an.
    • Der Nasenriemen sollte so sitzen, dass unter die Jochbeinleiste noch zwei Finger passen. Stelle den Riemen gegebenenfalls richtig ein.
    • Prüfe den Sitz nochmals mit deinen Fingern. Du solltest zwei Finger unter den Nasenriemen stecken können, wenn er fest gezogen wurde. So kann das Pferd seinen Kiefer beim Reiten entspannen.
  9. Überprüfe den Strinriemen. Er sollte bequem um den Kopf liegen. Er sollte nie zu fest sitzen, da so das Kopfstück gezogen wird und die Ohren des Pferdes gezwickt werden. Der Stirnriemen sollte aber ebenfalls nicht zu locker sitzen, da er sonst nach hinten rutschen kann.
  10. Passe die Zügel an. Die Zügel sollten an die Größe deines Pferdes angepasst sein.
    • Wenn du die Zügel anhebst und dein Pferd den Kopf in seiner gewöhnlichen Position hält, sollten die freien Enden nicht die Beinfreiheit des Pferdes behindern. Wenn die Zügel zu kurz sind, kann sich dein Pferd nicht richtig bewegen.
    • Halte die Zügel während du den Halfter öffnest und entfernst.

Tipps

  • Wenn du neues Zaumzeug kaufst, solltest du darauf achten, dass es Löcher hat, um die Länge einstellen zu können. Andernfalls wirst du nach einer Weile das Gebiss austauschen müssen.
  • Pferde nehmen das Gebiss besser an, wenn du ihnen gleichzeitig ein Leckerli anbietest oder das Gebiss einen guten Geschmack hat. Reibe zuvor also etwas Honig oder Minze darauf.
  • Wenn du deinen Daumen in das Maul des Pferdes einführst, schiebe ihn nach hinten, wo keine Zähne sind, sodass das Pferd dich nicht beißen kann. Wenn nach unten drückst, wird der Reiz es dazu bewegen, das Maul zu öffnen.
  • Wenn du mit deinem Pferd Probleme hast; wenn es z.B. seinen Kopf hoch hält,kannst du es am unteren Ende des Ohres drücken und es sollte seinen Kopf senken. Wenn es nicht darauf reagiert, kannst du eine Hand auf den Nasenrücken und die andere hinter das Ohr legen. Schüttle den Kopf behutsam und sage "Runter". Das Pferd sollte darauf reagieren.

Warnungen

  • Pferde können manchmal unberechenbare Tiere sein. Wenn du die Zügel anlegst, arbeitest du an den Zähnen. Passe also gut auf.
  • Lasse die Zügel nicht auf dem Boden liegen. Wenn das Pferd darauf tritt, kann es sich schnell verheddern und bringt so sich selbst und dich in Gefahr.
  • Binde dein Pferd niemals mit Zügeln an. Das Leder ist nicht stark genug, um einem Pferd stand zu halten. Wenn die Zügel reißen, können außerdem die Schließhaken gefährlichen werden.
  • Versuche nicht hinter einem Pferd zu laufen, es sei denn du hältst ausreichend Abstand. Wenn du seine Hufen checken willst, solltest du dich seitlich stellen.

Was du brauchst

  • Ein gezähmtes Pferd oder Pony
  • Passendes Zaumzeug
  • Ein Halfter
  • Reitstiefel
  • Reithelm
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