Richtig für einen Test lernen

Prüfungen scheinen wie Pilze aus dem Boden zu schießen, nicht wahr? Kaum hast du eine erledigt, steht schon die nächste vor der Tür. Du solltest anfangen, den Prüfungen zu zeigen, wer der Boss ist und schon bald wirst du nur "Einser" und "Zweier" schreiben.

Methode 1 von 3: Sich eine erfolgreiche Lernroutine aneignen

  1. Erstelle einen Lernplan. Das Zeitmanagement ist entscheidend, wenn du für eine Prüfung oder Prüfungen lernst. Wenn du deine Zeit genau planst, fühlst du dich weniger gestresst und gehetzt. Du kannst vermeiden, Sonntagnacht um 3 Uhr büffeln zu müssen. Plane die Woche vor der Prüfung genau, um deine Zeit am effektivsten zu nutzen.
    • Schau dir genau an, wie viel du lernen musst und versuche auszurechnen, wie viel du jeden Tag/jede Woche lernen musst, um alles abzudecken. Du kannst schnell testen, wie lang du für eine Seite brauchst, und dann berechnen, wie viel Zeit du für alles brauchen wirst.
    • Versuche, über eine Woche verteilt zu lernen, nicht nur eine Nacht. Wenn du dir die Informationen immer wieder ansiehst, gelangen sie vom Kurzzeitgedächtnis (das fast sofort wieder verschwindet) zum Langzeitgedächtnis, wo du später wieder darauf zurückgreifen kannst. Im Idealfall solltest du dir deinen Lernstoff jeden Tag ein wenig ansehen.
  2. Fang so schnell wie möglich an. Wenn du alles im Griff hast, musst du dir keine Sorgen darüber machen, später etwas aufholen zu müssen. Lies die Aufgaben in den Schulbüchern, mach die Hausaufgaben und geh zum Unterricht. Allein zu lernen ist dann viel einfacher.
    • Organisiere ein Notizbuch und einen Ordner für den Unterricht. Deine Unterlagen sollten zusammen sein, damit es einfacher ist, wenn du sie zum Beispiel drei Monate später brauchst. Du solltest Zugang zu deinem Lehrplan haben, damit du ihn als groben Überblick für den Unterricht verwenden kannst. Denk daran, jeden Tag zu lernen und es nicht auf die letzte Minute hinauszuschieben!
  3. Frag deinen Lehrer, was du lernen sollst. Denk daran, dass jedes kleine Detail bei einer Prüfung eine Frage sein kann!
  4. Schlaf etwas. Wir haben dir bereits gesagt, dass du schlafen solltest, anstatt deinen normalen Ablauf so zu ändern, dass du zum Lernen früh aufstehst, da das deinen REM-Zyklus stört. Schlaf wenn möglich um die acht Stunden. Deine Noten (und deine Eltern) werden dir dafür danken.
    • Lern die schwersten Themen, ehe du schlafen gehst. Wenn du dann schlafen gehst, hat dein Gehirn Stunden Zeit, das Gelernte sinken zu lassen. Einfache Themen kannst du am Nachmittag lernen – die schweren Themen sollten über Nacht reifen, damit du sie dir am besten merken kannst.
  5. Nimm dir Zeit fürs Frühstück. Studien haben gezeigt, dass Schüler, die frühstücken, bei Prüfungen regelmäßig besser abschneiden. Aber du solltest etwas Leichtes und Gesundes essen – Eier, Speck und Käse im Magen tun dir nicht gut. Nimm Früchte, Gemüse, Vollkorn und leichte Milchprodukte zu dir.
    • Tatsächlich zeigen Studien, dass deine Ernährung die Woche davor ebenfalls eine Rolle spielt! Schüler, die viel Fett und Kohlenhydrate zu sich genommen haben, schnitten schlechter ab als diejenigen, die Früchte, Gemüse und komplexes Vollkorn gegessen haben. Tu dir, deinem Körper und deinem Geist einen Gefallen, indem du das Richtige isst. Wenn du das Richtige isst, bekommt dein Körper die Nährstoffe, die er braucht, und du kannst dir Informationen besser merken.
  6. Vermeide extreme Büffelei in letzter Minute. Die Nacht vor der Prüfung zu lernen macht es noch schwerer – dir fehlt Schlaf, du bist müde und dein Kopf kann nicht alles geben. Du solltest nicht riesige Mengen an Informationen in einer Nacht lernen. Du kannst so viele Informationen nicht auf einmal aufnehmen. Du wirst schlechter abschneiden.
    • Wenn dir die Logik nicht klar ist, glaube der Wissenschaft. Studien haben gezeigt, dass Personen, die spät in der Nacht viel lernen, durchschnittliche Noten schreiben. Wenn dir eine Drei reicht, dann lern so. Aber wenn du besser sein willst, vermeide es.
  7. Lerne gleich nach dem Aufstehen und direkt vor dem Schlafengehen. Am Morgen ist dein Geist frisch und klar. Auch wenn du vielleicht denkst, es funktioniert so nicht (so einfach!), scheint dein Verstand am Morgen mehr aufnehmen zu können. In der Nacht gibt dein Gehirn Chemikalien ab, um die Informationen fest in deinem Gedächtnis zu verankern. Daher ist es ein sicherer Tipp, wenn du direkt vor dem Schlafengehen (und nach dem Aufwachen) lernst. Wenn du die Muster deines Gehirns kennst, kannst du sie zu deinem Vorteil nutzen!
    • Forschungen haben gezeigt, dass Informationen besser behalten werden, je zeitlich näher sie zum Schlafen aufgenommen werden. Also wiederhole alles direkt vor dem Schlafengehen! Zudem wurde nachgewiesen, dass richtiger Schlaf dazu führt, dass man sich Dinge besser merkt. Erinnerst du dich, dass wir gesagt haben, du sollst nicht zu viel an einem Stück lernen? Da siehst du es.

Methode 2 von 3: Effektiv lernen

  1. Gründe eine Lerngruppe. Laut der Duke Universität bestehen die effektivsten Lerngruppen aus 3 bis 4 Personen. Einer sollte der Leiter oder Vertreter sein – er sorgt dafür, dass die Gruppe auf dem richtigen Weg bleibt. Bring ein paar Snacks und etwas Musik mit und einige dich mit den anderen vorher, was gelernt werden soll. Wenn ihr über den Inhalt redet, liest du ihn, siehst ihn, hörst ihn und sprichst ihn laut aus – so kannst du ihn dir viel besser merken.
    • Es ist eine gute Idee, den ersten Teil eurer Lerneinheit an Konzepten zu arbeiten. Diese werden oft ignoriert. Diskutiert über die Konzepte des Stoffes der aktuellen Woche oder die Hauptpunkte in der Prüfung. Wenn ihr darüber diskutiert, werden sie viel interessanter (und leichter zu merken) sein. Arbeitet dann an speziellen Problemen. Wenn ihr die Konzepte versteht, werden die Probleme viel leichter verständlich.
  2. Lerne an mehreren verschiedenen Orten. Neuere Studien haben gezeigt, dass sich dein Gedächtnis verbessert, wenn du Informationen in verschiedenen Umgebungen aufnimmst. Wissenschaftler sind sich nicht ganz sicher, warum das so ist, aber es hat damit zu tun, dass die Information bereichert wird und Assoziationen mit verschiedenen Stimuli erstellt werden (so wird die Information tiefer verschlüsselt). Zuhause, in der Bibliothek, das geht alles!
    • Wenn du dort lernen kannst, wo die Prüfung stattfindet, dann mach das. Wenn du schon einmal vom kontextabhängigen Gedächtnis gehört hast, weißt du, worum es geht. Dein Gehirn erinnert sich an Informationen eher an dem Ort, an dem sie aufgenommen wurden. Wenn die Lerngruppe also im Klassenraum lernen kann, dann macht das!
    • Vermeide es, durch die Umgebung abgelenkt zu werden, und benutze Hintergrundgeräusche, um ablenkende Geräusche abzublocken.
  3. Mach beim Lernen Pausen. Egal ob du zuhause oder in der Schule lernst, denk daran, ab und an eine Pause zu machen. Trink etwas, mach einen kleinen Spaziergang oder iss einen Snack. Aber achte darauf, dass deine Pause nur fünf bis zehn Minuten dauert. Lass sie nicht zu lang werden, sonst wirst du von deiner Aufgabe abgelenkt und lernst nicht!
    • Denk daran, dass du nur eine Pause machst, damit dein Gehirn die Informationen verarbeiten kann, die es bereits aufgenommen hat. Deine Aufmerksamkeit wird sich verbessern und du erinnerst dich viel besser. Das bedeutet nicht, dass du nachlässig wirst – du lernst nur so, wie es für dein Gehirn am besten ist.
    • Nutze die Pausen, um aufzustehen und kurz spazieren zu gehen. Geh nach draußen und gönn dir etwas frische Luft. Dein Gehirn braucht Sauerstoff, um bestmöglich zu funktionieren.
  4. Iss sogenannte Power Foods. Neuere Studien haben gezeigt, dass Kakao dem Gehirn richtig gut tut. Dunkle Schokolade hat denselben Effekt, aber achte darauf, dass sie über 70% Kakao enthält. Also schnapp dir die Tasse oder den Riegel und hab kein schlechtes Gewissen!
    • Kaffee und Tee – etwas Koffein – schadet auch nicht. Energie zu haben ist wichtig, um Informationen aufzunehmen. Aber übertreib es nicht, sonst kannst du ein paar Stunden später nicht mehr!
    • Fisch, Nüsse und Olivenöl (alle mit viel Omega-3) sind ebenfalls gut für dein Gehirn. Dein Essen vor der Prüfung sollte voll davon sein und dein Gehirn wird für Meisterleistungen bereit sein.
  5. Das Lernen soll Spaß machen. Schreib die Infromationen auf Karteikarten und dekoriere sie dann. Achte darauf, dass du auf die Karten keinen ellenlangen Text schreibst, denn sonst kannst du ihn nicht mehr identifizieren. Du kannst dich selbst und andere mit den Karten testen oder mit ihnen lernen, wärhend du auf den Bus wartest, zum Unterricht gehst oder einfach Zeit totschlägst.
    • Du kannst dir Dinge auch leichter merken, wenn du sie mit einer verrückten Geschichte in Verbindung bringst. Versuchst du dir zu merken, dass der einzige Krieg, der nur währen der Amstszeit eines Präsidenten stattfand, der Erste Weltkrieg war und dass es sich bei dem Präsidenten um Woodrow Wilson handelt? Nun, Woodys Initialen sind WW, also stell ihn dir auf der Welt vor mit einem dieser riesigen Schaumfinger auf der Hand. Oder stell dir einen großen Wilson Volleyball vor, der wie die Erde angemalt ist, und zwischen den USA und Deutschland hin und her springt. Was auch immer.
    • Diagramme und Bilder kann man sich leichter merken als langweilige, lange Sätze. Wenn du es interaktiver und visuell angenehmer gestalten kannst, dann mach das. Es wird sich auszahlen.
    • Verwende auch Gedankenstützen! Dein Gehirn kann sich nur begrenzt etwas merken (es scheint, als sei die magische Zahl 7), also wenn du einen ganzen Haufen Informationen in ein Wort packen kannst, kannst du dir mehr merken.
  6. Teile den Inhalt auf. Am besten machst du das mit deinen praktischen Textmarkern. Nimm Gelb für Begriffe, Rosa für Daten, Blau für Statistiken etc. Wenn du lernst, solltest du dir die Zeit nehmen, die verschiedenen Arten von Informationen herauszufiltern, damit dein Gehirn nicht mit Zahlen, Daten oder schwer zu verarbeitenen Informationen überhäuft wird. Du würdest nicht Fußball trainieren, indem du den ganzen Tag nur Freistöße schießt, oder?
    • So sollte es beim Lernen einfach sein, die großen Konzepte von den feineren Details zu unterscheiden. Wenn du den Text überfliegst, solltest du dich auf die großen Themen konzentrieren. Wenn du dann intesiv lernst, kümmere dich um die Details.
    • Es hat sich gezeigt, dass es tiefere, länger anhaltende Eindrücke im Gehirn hinterlässt, wenn man in einer Lerneinheit unterschiedliche Themen lernt. Aus dem gleichen Grund machen Musiker Tonleitern, Stücke und Rhythmen und Sportler Kraft-, Geschwindigkeits- und Techniktraining. Also geh an einem Nachmittag alle Farben an!

Methode 3 von 3: Prüfungsangst reduzieren

  1. Mach eine Probeprüfung. Das ist aus zwei Gründen hilfreich: A) Du wirst beim richtigen Test weniger nervös sein (was entscheidend für deine Note sein kann) und B) wirst du besser abschneiden. Eine kürzlich duchgeführte Studie an der UC Berkeley hat gezeigt, dass Schüler, die über Informationen getestet wurden, die sie gerade gelernt haben, besser waren als diejenigen, die dokumentieren sollen, was sie gerade lernen.
    • Also bereite eine Probeprüfung vor und lass einen Freund das Gleiche machen! Dann könnt ihr euch gegenseitig benoten und daraus Nutzen ziehen. Und wenn du deine ganze Lerngruppe dafür begeistern kannst, noch besser. Je echter es sich anfühlt, desto besser vorbereitet wirst du dich am Prüfungstag fühlen und sein.
  2. Wiederhole am Morgen der Prüfung den Stoff – wenn das deine Nerven beruhigt. Dies ist aus genau den gleichen Gründen gut, die wir schon beim vorhergehenden Schritt genannt haben. Du möchtest so ruhig und entspannt wie möglich sein und eine Wiederholung direkt vor der Prüfung sorgt dafür. Zudem erinnerst du dich an die Informationen (erinnerst du dich, dass das Gehirn direkt nach dem Aufstehen klarer denkt?). Also schau dir auf dem Weg zum Unterricht die Karteikarten ein letztes Mal an.
    • Schau dir nur die leichten Sachen an. Du tust dir keinen Gefallen, wenn du dir in den zehn Minuten die großen, schweren Konzepte anschaust. Du machst dich dann nur verrückt – das ist genau das Gegenteil von dem, was du willst! Mach dein Gehirn nur für das Kommende bereit.
  3. Komm vor dem Unterricht in die richtige Stimmung. Manche Schüler gehen sogar so weit, dass sie vor dem Unterricht meditieren. Yoga hilf ebenfalls! Alles, das deine Atmung entspannt und dich in die richtige Stimmung versetzt, hilft. Was wäre das bei dir?
    • Ziehe in Betracht, dir klassische Musik anzuhören. Auch wenn sie dich nicht schlauer macht (wie manche Menschen gedacht haben), kann sie dein Erinnerungsvermögen verbessern. Wenn du es genau wissen willst, hör dir Musik mit 60 BpM an. Dann hast du am meisten davon.
    • Natürliche Hintergrundgeräusche wie Regen, Wind, Wasser und ruhiges Knistern von Feuer kann den gleichen vorteilhaften Effekt haben und dich in Stimmung bringen.
  4. Sei früh da. Wenn du rennst, rennst, rennst, bist du gestresst, auch wenn du den Stoff kennst. Sei früh da, lege deine Utensilien zurecht, frag einen Freund Fragen (und lass ihn das Gleiche tun), schnapp dir ein Kaugummi und mach es dir bequem. Es ist Zeit, es der Herausforderung zu zeigen.
  5. Erledige erst die einfachen Fragen. Du stresst dich ganz leicht und wirst nervös, wenn du dich auf die Fragen konzentrierst, die du nicht weißt. Du machst dir über die Zeit Gedanken und darüber, warum du nicht genug gelernt hast. Lauf nicht in diese Falle – bearbeite die Fragen, die du weißt. Dann kannst du danach die schweren Sachen angehen.
    • Je länger du an einer Frage sitzt, desto mehr zweifelst du an dir. Du solltest deiner Intuition trauen. Du hast hart gearbeitet! Zweifle nie an dir. Denk daran, dir nachher alles noch einmal durchzulesen.

Tipps

  • Nimm jedes Wochenende deine Notizen mit nach Hause und fasse die Notizen pro Fach zusammen. Wenn die Prüfung naht, bist du mit deinen Notizen schon gut vorbereitet.
  • Trink viel Wasser, iss und schlaf genug, damit du bei der Prüfung ausreichend Energie hast. Zudem kann Magenknurren sehr ablenken.
  • Denk daran, alles nochmal zu lesen und zu erklären. Das ist vor allem für einen Mathetest wichtig.
  • Schlaf genug und du wirst erfrischter sein. Wenn du Zeit hast, nimm eine Dusche, hör dir etwas Musik an oder schau die Karteikarten durch. Wenn du welche hast. Wenn nicht, schau dir deine Notizen an. Trink Wasser und iss nichts Süßes, da du dann zu viel Energie hast und es dir beim Test schwerfällt, ruhig zu sitzen.
  • Geh ein Konzept nach dem anderen durch und fang mit dem schwersten an. Teste dich dann. Versuche, die Fragen schwerer als die tatsächlichen Testfragen zu machen.
  • Wenn du am Abend genug gelernt hast, solltest du dich belohnen. Spiel ein paar Videospiele oder gönn dir etwas Besonderes.
  • Lies bei der Wiederholung laut vor.
  • Wenn du einen Absatz gelesen hast, erstelle eine Mind Map mit allen Dingen, an die du dich erinnern kannst. Schau dann, ob du alle Punkte erwähnst. Wenn nicht, markiere dir die Punkte, die du vergessen hast, als wichtig, da du sie wahrscheinlich auch in der Zukunft vergessen wirst.
  • Kau beim Lernen immer eine bestimmte Geschmacksrichtung Kaugummi. Kau dieselbe Geschmacksrichtung auch bei der Prüfung. Das hilft dir, dich an das zu erinnern, was du gelernt hast.
  • Datiere deine Notizen. Wenn du die Notizen von letztem Donnerstag leicht finden kannst, spart dir das Zeit.

Warnungen

  • Wenn du dir Sorgen machst, bist du nicht so zuversichtlich wegen der Prüfung. Stress dich nicht, es ist nur eine Prüfung. Eine von viel zu vielen!
  • Warte mit dem Lernen nicht bis zur letzten Minute. Wenn du in der Nacht lernst, kann dein Gehirn zu müde werden, und du wirst während der Prüfung alles vergessen, was du gelernt hast.
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