Identität der eigenen Person wechseln

Wenn du von Gewalt in deiner Partnerschaft betroffen bist oder Zeuge in einem Strafprozess, kann ein Gericht dir helfen, eine neue Identität anzunehmen. Lies weiter, wenn du wissen möchtest, wie du deinen Namen ändern und eine neue Sozialversicherungsnummer bekommen kannst. So bereitest du dich für einen Neuanfang in deinem Leben vor. (Anmerkung: Das hier beschriebene Prozedere bezieht sich auf die USA.)

Methode 1 von 3: Deinen Namen ändern

  1. Wähle einen neuen Namen. Entscheide dich für einen Namen, den du dir gut merken kannst und den du magst. Übe deine neue Unterschrift, damit du dich an das Gefühl deines neuen Namen gewöhnen kannst. Trainiere auch, dich mit deinem neuen Namen vorzustellen. So bekommst du am ehesten ein Gefühl dafür, ob sich das natürlich anfühlt oder nicht.
    • Wenn du eine Namensänderung anstrebst, weil du vom Bankrott bedroht bist und gerne vorgeben würdest, jemand anderes zu sein, wird das leider nicht möglich sein. Dein neuer Name darf auch keine registrierte Marke, Zahlen oder Symbole beinhalten. Ein Name, der unanständige Wörter beinhaltet, wird ebenso wenig akzeptiert werden.
    • Überlege dir, ob ein ganz gewöhnlicher Name nicht das Beste wäre. Wenn du nicht möchtest, dass man dich leicht findet, ist es keine schlechte Idee, deinen Namen in „Klaus Schmid“ oder „Karin Müller“ zu ändern.
  2. Beantrage eine Namensänderung bei den Behörden deines Bundeslandes. Die meisten Bundesländer verlangen, dass du ihnen gute Gründe lieferst, warum du deinen Namen ändern möchtest. Gehe zum Amtsgericht oder schaue auf der Webseite des zuständigen Gerichts nach, welche Formulare du ausfüllen musst. Fülle die Formulare aus, lasse sie von einem Notar beglaubigen und reiche sie über einen Beamten des Amtsgerichts an der zuständigen Stelle ein. Dein Antrag wird von einem Richter angeschaut werden, du musst ihn also genau ausfüllen und deine Gründe korrekt und vollständig angeben.
    • Wenn du Migrationshintergrund hast, ein ehemaliger Gefangener oder ein Anwalt bist, brauchst du eine eidesstattliche Erklärung, die du deinem Antrag beilegst.
  3. Gehe zu der Anhörung, die darüber entscheidet, ob du deinen Namen ändern kannst. Die meisten Anhörungen sind relativ unkompliziert, aber der Richter hat vielleicht die eine oder andere Frage an dich. Versuche, alle Fragen wahrheitsgemäß und klar zu beantworten. Lege dar, warum du deinen Namen ändern möchtest.
    • Wenn der Richter deinen Antrag ablehnt, besorge dir eine Kopie des richterlichen Entscheides und versuche es noch einmal.
    • Wenn der Richter deinen Antrag gutheißt, bekommst du eine gerichtliche Bestätigung, dass du deinen Namen ändern kannst. Wahrscheinlich wird dir der zuständige Beamte dieses Papier aushändigen. Fertige eine Kopie dieser Bestätigung an, die du zu deinen Akten legen kannst.
  4. Ändere deinen Namen auf allen Rechtsurkunden. Mit der Bestätigung deiner Anhörung kannst du einen neuen Fahrausweis oder einen neuen Pass beantragen, mit denen du dich ausweisen kannst. Vergiss nicht, den Namen auf deinen Fahrzeugpapieren und allen anderen öffentlichen Dokumenten zu ändern. Wenn du dies beizeiten machst, wird es sehr viel einfacher sein, eine neue Sozialversicherungsnummer zu beantragen.

Methode 2 von 3: Deine Sozialversicherungsnummer ändern

  1. Fülle das Formular aus, um eine neue Sozialversicherungsnummer zu beantragen. Gib dabei deinen neuen Namen an. Formulare zur Beantragung einer neuen Sozialversicherungsnummer (in den USA) findest du hier: http://www.socialsecurity.gov/online/ss-5.pdf Für andere Länder informierst du dich am besten bei der zuständigen Behörde.
    • Auf dem Antrag musst du angeben, wie alt du bist (und das auch belegen können). Lege eine Kopie deiner Geburtsurkunde oder deiner Adoptionspapiere bei. Du kannst auch Kopien von religiösen Zertifikaten beilegen.
    • Du wirst deine Identität belegen müssen. Dazu brauchst du deinen neuen Fahrausweis oder deinen neuen Pass. Wenn du diese Dokumente noch nicht hast, kannst du auch die richterliche Bestätigung deiner Namensänderung beilegen.
  2. Gehe beim Sozialversicherungsbüro deiner Gemeinde vorbei. Gib das ausgefüllte Formular zusammen mit den Belegen für deine Identität ab. Bereite dich darauf vor, dass du deinen Fall einem Beamten erklären musst. Das Sozialversicherungsbüro wird dir eine neue Sozialversicherungsnummer anbieten, wenn du eine oder mehrere der folgenden Anforderungen erfüllst:
    • Wenn du Opfer häuslicher Gewalt geworden bist, unter Belästigungen gelitten hast oder wenn dein Leben sonst irgendwie in Gefahr ist.
    • Wenn aufeinanderfolgende Ziffern in der Sozialversicherungsnummer von Mitgliedern derselben Familie Verwirrung oder Verwechslungen verursachen.
    • Wenn mehr als eine Person die gleiche Sozialversicherungsnummer besitzt.
    • Wenn du religiöse oder kulturelle Einwände gegen die Ziffern oder Ziffernfolge deiner Sozialversicherungsnummer hast.
    • Wenn du Opfer von Identitätsdiebstahl geworden bist und es dich in Gefahr bringt, deine bisherige Sozialversicherungsnummer weiterhin zu brauchen.
  3. Überlege dir, mit dem Gerichtsvollzug Kontakt aufzunehmen. Wenn du ein Opfer von Missbrauch bist und deinen Namen ändern willst, um deinem Peiniger zu entkommen, dann musst du dem Gericht mitteilen, dass dein Leben in Gefahr ist, wenn du nicht eine neue Identität bekommst. Das Gericht kann dir die Dokumente beschaffen, die du brauchst, um eine neue Sozialversicherungsnummer zu bekommen.

Methode 3 von 3: Deine neue Identität anwenden

  1. Sei darauf vorbereitet, dass du ganz von vorne anfangen musst. Deine Kreditvergangenheit ist blütenweiß und du hast keinen Lebenslauf mehr, den du vorweisen könntest. Du wirst keine Arbeit haben oder Referenzen, die du angeben kannst. Du wirst auch keine Zeugnisse vorweisen können oder Diplome von abgeschlossenen Ausbildungen. Jede Person, die deine neue Identität überprüft, wird erstaunt sein, dass nichts über dich zu finden ist.
  2. Trainiere, dich mit deinem neuen Namen vorzustellen. Übe deinen neuen Namen zu schreiben und auszusprechen. Du möchtest ja um jeden Preis vermeiden, dass dir aus Versehen der alte Name über die Lippen schlüpft. Lege dir eine neue Familien- und Lebensgeschichte zu und übe, sie zu erzählen.
  3. Nimm neue Gewohnheiten an, ändere deinen Kleidungsstil und verhalte dich allgemein anders, als du das bisher getan hast. Vielleicht entwickelst du plötzlich neue kulinarische Vorlieben oder legst dir sogar ein neues Hobby zu. Es ist vielleicht keine schlechte Idee, dein Haar zu färben, farbige Kontaktlinsen zu tragen oder die Kontaktlinsen gegen eine Brille einzutauschen, damit man dich weniger schnell erkennt. Vielleicht musst du dir auch einen neuen Beruf suchen.
  4. Ziehe weit weg von deinen Freunden, deiner Familie und deiner ehemaligen Firma. Erzähle niemandem, wohin du gehst und wie dein neuer Name lautet. Brich jeglichen Kontakt zu deinem früheren Leben ab, damit du nicht das Risiko eingehst, dass jemand aus deinem früheren Leben deine neue Identität verrät.
  5. Halte dich bedeckt. Es gibt Ämter, die wissen, wer du bist und eine Akte deiner Identitätsänderung haben. Deine alte Identität könnte aufgedeckt werden, wenn du verhaftet oder verklagt wirst oder die Aufmerksamkeit der Medien auf dich ziehst.

Tipps

  • Ändere deinen Namen, bevor du eine neue Sozialversicherungsnummer beantragst.
  • Wenn du deine Sozialversicherungsnummer änderst, geht jegliche Information, die mit deiner alten Nummer verbunden war, verloren. Es kann sein, dass du Leistungen, die du mit deiner alten Nummer bekommen hast, nicht mehr bekommst.

Warnungen

  • Falle nicht auf Angebote auf dem Internet herein, die dir versprechen, dass du deine Identität ändern kannst. Die meisten dieser Angebote sind betrügerisch und illegal.
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