Linoleum entfernen

Linoleum ist ein kostengünstiger und leicht zu verlegender Fußbodenbelag, den man häufig in Küche, Foyers, Cafés oder Konferenzräumen findet. Linoleum wird entweder halb oder voll verklebt. Bei einer kompletten Verklebung ist die gesamte Bodenfläche mit Kleber bestrichen, während bei der halben Verklebung nur die äußeren Kanten und Ecken verklebt sind. Die Entfernung von Linoleum ist für gewöhnlich recht einfach und kann von jedem Laien erledigt werden. Die nachfolgenden Tipps sollen dir bei dieser Arbeit helfen.

Teil 1 von 3: Den Linoleumbelag entfernen

  1. Räume den Arbeitsbereich. Alle großen Gegenstände, Möbelstücke und andere Hindernisse müssen vor dem Beginn deiner Arbeit weggeräumt werden.
  2. Schneide das Linoleum mithilfe eines Cuttermessers in etwa 50 cm breite Streifen. Die Entfernung von kleineren Streifen ist wesentlich einfacher als direkt den ganzen Belag entfernen zu wollen.
  3. Erhitze den Linoleumbelag mit einer Heißluftpistole, um es vor der Entfernung aufzuweichen. Um den Belag möglichst weich und biegsam zu machen, solltest du ihn in abschnittsweise mit einer Heißluftpistole erhitzen. Dadurch wird das Entfernen sehr viel einfacher.
    • Was kannst du tun, wenn du keine Heißluftpistole hast? Ein Fön kann für diese Zwecke zwar funktionieren, aber es ist wahrscheinlich, dass er nicht genug Hitze erzeugt, um diese Arbeit effektiv verrichten zu können. Versuche es und schaue, ob die höchste Einstellung deines Föns die Entfernung des Belags erleichtert.
  4. Ziehe die Streifen vom Boden ab. Nutze dafür einen Spachtel. Hebe die Ecken an und ziehe den Streifen komplett ab. Die starre Außenschicht sollte sich leicht ablösen lassen, aber wenn das Linoleum bei der Installation komplett verklebt wurde, kann es passieren, dass große Flächen mit Klebstoffresten am Boden übrig bleiben, die zusätzliche Aufmerksamkeit erfordern.
  5. Du kannst diesen Vorgang auch automatisieren, indem du ein oszillierendes Werkzeugsystem mit einer starren Abziehklinge verwendest. Reibe ein wenig Vaseline auf die Abziehklinge, damit sich diese nicht verklebt wird. Beginne dann damit, die automatische Abziehklinge unter die vorgefertigte Fuge zu schieben und das Linoleum mit der freien Hand anzuheben. Folge der Fuge, bis der ganze Belag entfernt ist. Abhängig von der Art des verlegten Linoleums, kann dieser Vorgang schneller gehen als eine Entfernung mit der Hand.

Teil 2 von 3: Entfernen des Klebstoffs bzw. des Zwischenbelags

  1. Bei älterem Linoleum solltest du es in Erwägung ziehen, kleinere Stücke aus dem Klebstoff bzw. dem Zwischenbelag zu entfernen, und diese auf Asbest hin untersuchen zu lassen. Viele ältere Linoleumböden enthalten Asbest, welches gefährlich sein kann, wenn es eingeatmet wird. Obwohl es Möglichkeiten gibt, um Asbest fachgerecht und sicher zu entfernen, könnte es einfacher (und letztendlich sicherer) sein, wenn du es von einem Fachmann durchführen lässt.
    • Du solltest beim Entfernen des Bodens auf jeden Fall eine Schutzbrille und Atemmaske tragen, um zu verhindern, dass Asbestpartikel in deinen Körper gelangen. Diese solltest du unabhängig davon tragen, ob du denkst, dass dein Boden Asbest enthält.
    • Eine weitere Möglichkeit, um den Umgang mit einem möglicherweise asbesthaltigen Linoleumboden sicherer zu gestalten, ist den Boden vor der Entfernung zu befeuchten. Trockenes Asbest steigt sehr schnell in die Luft auf, selbst wenn du es nicht sehen kannst. Bei feuchtem Asbest geht das nicht so schnell. Sei allerdings vorsichtig beim Befeuchten des Bodens, falls sich darunter ein Holzfußboden befindet. Schaue dir dazu die nächsten Schritte an.
  2. Bei empfindlicheren Unterböden solltest du den Klebstoff bzw. den Zwischenbelag mit einem Spachtel abkratzen. Du musst möglicherweise mittleren bis extremen Druck aufwenden, abhängig von der Stärke des Klebstoffs. Dieser Vorgang kann sehr zeitaufwendig sein, aber du riskierst dadurch nicht, Unterböden aus Hartholz zu beschädigen.
    • Du kannst versuchen, eine Heißluftpistole und eine oszillierende Abziehklinge zu verwenden, um den Klebstoff zu entfernen, so wie du es bei dem Linoleumbelag getan hast. Allerdings könntest du feststellen, dass es schwierig ist, die Abziehklinge unter den Klebstoff zu bekommen. Trotz allem weicht die Heißluftpistole den Klebstoff auf, wodurch sich dieser leichter entfernen lässt.
  3. Bei beständigeren Unterböden kannst du den Klebstoff mit kochend heißem Wasser einweichen und dieses für etwa 15 Minuten absorbieren lassen. Noch einmal der Hinweis: Verwende nur dann Wasser, wenn der Unterboden aus Beton oder ersetzbarem besteht ist. Bei jeder Art von Holz besteht beim Kontakt mit Wasser die Gefahr des Verziehens, weshalb du bei Hartholz-Unterböden besonders vorsichtig sein solltest.
    • Folgendermaßen bekommst du das kochende Wasser auf den Klebstoff bzw. den Zwischenbelag, ohne dabei ein Chaos oder eine Überflutung anzurichten. Lege Bereiche des Bodens mit Handtüchern aus — Handtücher, die du nicht mehr unbedingt brauchst. Gieße das heiße Wasser über die Handtücher, so dass diese zwar den Großteil des Wassers absorbieren, aber der Klebstoff trotzdem erhitzt wird. Warte 15 Minuten, bis du die Handtücher wieder entfernst.
    • Kratze dann den Klebstoff mit einem Spachtel ab. Für angefeuchteten Klebstoff kannst du eine größere Spachtel verwenden, da er sich leichter lösen lässt als trockener Klebstoff.
  4. Ein netter kleiner Trick ist, einen Dampf-Tapetenablöser zu verwenden. Du kannst solch ein Gerät im Baumarkt billig ausleihen. Lass das Dampfgerät sich für eine Weile aufwärmen. Bearbeite dann einen einzelnen Bereich des Klebstoffs für 60 bis 90 Sekunden mit Dampf. Bewege das Gerät dann zu einem benachbarten Abschnitt und beginne im vorhergehenden Bereich damit, den Klebstoff abzukratzen.
    • Dieser Vorgang ist ziemlich schnell, im Vergleich zu der trockenen Methode. Ein 30 m² Boden sollte weniger als zwei Stunden in Anspruch nehmen.

Teil 3 von 3: Deine Arbeit abschließen

  1. Auf hartnäckige Stellen solltest du ein Beizmittel auftragen. Achte dabei auf die Anweisungen des Herstellers. Die meisten chemischen Beizmittel enthalten die gleichen aktiven Inhaltsstoffe wie Abbeizer für Farbe und können im Baumarkt gekauft werden.
  2. Schabe den behandelten Klebstoff mit einem Spachtel ab, um das restliche Material zu entfernen. Da der Großteil des Klebstoffs bereits entfernt sein sollte, bevor du das Beizmittel anwendest, sollte dieser Vorgang ziemlich einfach sein.
  3. Fege oder sauge den jetzt freiliegend Unterboden ab, um lose Reste zu entfernen. Dein Boden sollte jetzt glänzen und bereit für einen neuen Belag sein.

Tipps

  • Fliesen-, Laminat- oder Vinylfußböden können direkt über einem vorhandenen Lioleumbelag verlegt werden, wenn der alte Boden glatt und fest verbunden ist.

Warnungen

  • Bodenbeläge, die vor 1980 ausgelegt wurden, können Asbest enthalten. Deshalb solltest du entsprechende Vorsichtsmaßnahmen beachten, wenn du mit fragwürdigem Material hantierst.
  • Sorge für eine ausreichende Belüftung und folge den Sicherheitsanweisungen, wenn du mit Lösemitteln arbeitest.

Was du brauchst

  • Cuttermesser
  • Arbeitshandschuhe
  • Spachtel
  • Heißes Wasser
  • Chemisches Beizmittel
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