Symptome von Prostatakrebs erkennen

Prostatakrebs belegt den fünften Platz unter den häufigsten Todesursache von Männern über 45 Jahren. In den USA gehört Prostatakrebs nach Lungenkrebs zu den führenden Todesursachen unter Männern und ist die am zweithäufigsten auftretende Krebsform nach Nicht-Melanom-Hautkrebs. Im Alter von 85 Jahren liegt das Risiko für eine Prostatakrebs-Diagnose bei eins zu fünf. Experten wissen immer noch nicht, wie diese Krebsform entsteht und welche Vorbeugungsmaßnahmen möglich sind. Obwohl eine Früherkennung dafür sorgen kann, dass mehr Behandlungsmöglichkeiten offen stehen und nach einer Behandlung eine höhere Remissionsrate erzielt werden kann, treten die Anzeichen und Symptome von Prostatakrebs meist erst in einem fortgeschrittenerem Stadium des Krebses in Erscheinung, weshalb frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen von großer Bedeutung sind. Der folgende Artikel wird dir dabei helfen, bestimmte Symptome von Prostatakrebs nach ihrem Auftreten zu erkennen, und dir die Wichtigkeit von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bewusster machen.

Vorgehensweise

  1. Informiere dich gründlich über Prostatakrebs. Die Prostatadrüse befindet sich hinter der Blase des Mannes und umschließt den oberen Teil des Harnleiters. Als Prostatakrebs bezeichnet man die Entwicklung eines bösartigen Prostatatumors, der im Allgemeinen langsam wächst und im Frühstadium oftmals keinerlei Symptome hervorruft. Diese Krebsform kann in zwei Formen auftreten:
    • Prostatakrebs im Frühstadium: Dieser wird auch als lokal begrenzter Prostatakrebs bezeichnet. Der Krebs ist auf die Prostata begrenzt und kann über mehrere Jahre präsent sein, ohne Probleme zu verursachen.
    • Fortgeschrittener Prostatakrebs: In diesem Stadium hat sich der Krebs außerhalb der Prostata ausgebreitet und ist in andere Teile des Körpers eingedrungen. Der Prostatakrebs kann dabei sowohl die Lymphknoten im Becken befallen als sich auch über die Blutbahn in andere Teile des Körpers ausbreiten, z.B. in die Lungen oder Knochen.
  2. Kenne dein eigenes Risiko. Obwohl alle Männer ein Risiko für Prostatakrebs besitzen, sind einige Männer besonders gefährdet. Dazu gehören:
    • Männer, deren Vater oder Bruder bereits an Prostatakrebs erkrankt ist. Das Risiko ist erhöht, falls dein Verwandter bereits in einem niedrigen Alter an Prostatakrebs erkrankt ist oder falls es bereits mehrere Fälle in der Familie gab.
    • Männer afrikanischer Abstammung besitzen ein höheres Prostatakrebs-Risiko als Männer europäischer oder asiatischer Abstammung.
    • Ältere Männer. Das Risiko für die Erkrankung an Prostatakrebs steigt ab dem 50. Lebensjahr sehr stark an. Über die Hälfte der neuen Prostatakrebs-Diagnosen betreffen Männer über dem 70. Lebensjahr.
    • Kontakt mit der Chemikalie "Agent Orange" erhöht dein Risiko für Prostatakrebs.
    • Während ein gewisser Zusammenhang zwischen einer Ernährung, die reich an tierischen Fettsäuren und arm an Obst, Gemüse und Fisch ist, und Prostatakrebs festgestellt wurde, gibt es bisher keine schlüssigen Beweise für umweltbedingte Faktoren oder Ursachen in der Lebensweise. Selbst ohne die Gewissheit, dass die Ernährung eine Rolle bei dieser Erkrankung spielen kann, solltest du dich deiner allgemeinen Gesundheit zuliebe gesund ernähren.
  3. Sei dir im Klaren darüber, dass unter Umständen keine Symptome auftreten. Viele Männer mit Prostatakrebs zeigen keinerlei Symptome. Falls Symptome in Erscheinung treten, achte auf folgende Dinge:
    • Schmerzen oder ein brennendes Gefühl während des Urinierens
    • Schwacher oder unterbrochener Urinfluss
    • Unfähigkeit zur Blasenentleerung
    • Regelmäßiges Urinieren, besonders nachts
    • Blut im Urin
    • Pausenlose Schmerzen im unteren Rückenbereich, Becken oder Oberschenkel.
    • Impotenz.
    • Beachte, dass die Symptome auch auf andere Krankheiten zutreffend sind. Du könntest also unter Umständen auch unter einer weniger ernsten Krankheit leiden wie beispielsweise einer vergrößerten Prostata (gutartige Prostatavergrößerung) oder einer Prostataentzündung (Prostatitis).
  4. Gehe zu einem Arzt, falls du eines der aufgelisteten Symptome erlebst oder besonders gefährdet bist. Da unter Umständen keine Symptome auftreten, ist es von großer Bedeutung, bei einem erhöhten Risiko die Notwendigkeit von Tests und Vorsorgeuntersuchung mit deinem Arzt zu besprechen. Falls du älter als 60 Jahre bist oder bereits Fälle von Prostatakrebs in deiner Familie aufgetreten sind, solltest du von deinem Hausarzt regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Sei dir allerdings im Klaren darüber, dass Tests auf Prostatakrebs nicht hundertprozentig zuverlässig sind und einige medizinische Experten nicht von der Notwendigkeit einer Untersuchung überzeugt sind. Tatsächlich gibt es Bedenken, dass eine Diagnose eine unnötige Behandlung nach sich ziehen kann, die ihren eigenen negativen Einfluss auf die Lebensqualität des Betroffenen hat. Andererseits lassen auch einige Männer im Alter von 35-40 Jahren einen Test durchführen, um einen PSA-Wert zu erhalten, der als Vergleichswert für zukünftige Untersuchungen im höheren Alter verwendet werden kann. Falls du dich nach Rücksprache mit deinem Arzt für eine Vorsorgeuntersuchung entscheidest, wirst du unter Umständen den folgenden Tests unterzogen:
    • Digital-rektale Untersuchung (DRU): Bei diesem Test zieht dein Arzt einen Handschuh an, trägt ein Gleitmittel auf und führt einen Finger in dein Rektum ein. Er tastet die Rückseite deiner Prostata ab, um sie auf ihre Größe zu untersuchen sowie Auffälligkeiten und ungewöhnlich verhärtete Bereiche zu finden.
    • Prostataspezifischer Antigen-Test (PSA-Test): Bei dieser Untersuchung wird eine kleine Blutprobe aus deinem Arm entnommen. Dein Arzt wird das Blut untersuchen, um festzustellen, ob deine PSA-Werte normal sind. Prostatakrebs kann dafür sorgen, dass große Mengen des prostataspezifischen Antigens in deinen Blutkreislauf gelangen Es gibt zuverlässige Beweise, dass ein PSA-Test für eine Frühdiagnose von Prostatakrebs geeignet ist.
    • Die Untersuchung und Behandlung von Prostatakrebs ist bei älteren Männern nur selten von Vorteil, besonders ab dem Alter von 75 Jahren.
    • Bei früher Behandlung ist die Prognose gut, , obwohl in einige Fällen unter Umständen aufgrund des langsamen Wachstumsfaktor des Prostatakrebses keine Notwendigkeit einer Behandlung besteht. Dein Arzt muss nach Analyse deines speziellen Falls entscheiden, ob eine Behandlung sinnvoll ist; es gibt keine universell anwendbare Behandlungsoption.

Tipps

  • Es gibt einen neuen Test mit der Bezeichnung "PSA Watch", der innerhalb von zehn Minuten exakte PSA-Werte produziert. Es handelt sich dabei um ein tragbares Gerät, in das die Blutprobe eingelegt werden kann. Zehn Minuten später werden die Ergebnisse auf dem integrierten Bildschirm angezeigt. Du solltest deinen Arzt fragen, ob dieser Test verfügbar ist.
  • Eine Vorsorgeuntersuchung ist eine Möglichkeit zur Feststellung, ob weitere Untersuchungen auf Prostatakrebs notwendig sind. Medizinische Experten sind sich uneinig, ob Vorsorgeuntersuchungen unbedingt erforderlich sind. Aus diesem Grund solltest du selbst nach Rücksprache mit deinem Arzt entscheiden, ob du dich diesen Tests unterziehen möchtest.

Warnungen

  • Einige Formen von Prostatakrebs stellen aufgrund ihres rapiden Wachstums und ihrer Ausbreitung in andere Körperbereiche eine lebensgefährliche Bedrohung dar.
  • Vorsorgeuntersuchungen führen möglicherweise zu weiteren Tests und einer Behandlung von Prostatakrebs, obwohl dieser unter Umständen niemals Komplikationen verursacht – einige dieser Behandlungsmethoden können ernsthafte Nebenwirkungen mit sich bringen, z.B. Impotenz und Inkontinenz.
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