Mit einem Druckluftkompressor lackieren

Du kannst beim Lackieren mit einem Druckluftkompressor nicht nur Geld und Zeit sparen, sondern auch schädliche Umweltbelastungen durch Aeorsoltreibgase vermeiden. Beachte die folgenden Hinweise beim Lackieren mit einem Druckluftkompressor.

Methode 1 von 4: Die vorbereitenden Schritte

  1. Wähle deine Farbe und den Verdünner aus. Auf Öl basierende Farben und Lackierungen können am einfachsten mit einem Druckluftkompressor verarbeitet werden. Auch Acrylfarben und Latexfarben können gesprüht werden. Die Farbe erhält mit dem richtigen Verdünner eine bessere Viskostität und kann frei durch das Verteilerrohr bis zum Ventil und durch die Düse fließen.
  2. Bereite deinen Arbeitsbereich und dein Objekt vor, das du lackieren möchtest. Lege einen alten Lappen oder eine Plastikfolie auf den Boden oder decke Möbel entsprechend ab. Bei "fixierten" Objekten, wie die hier aufgezeigten Beispiele musst du die angrenzenden Oberflächen schützen und darauf achten, dass der Arbeitsbereich angemessen ventiliert werden kann.
    • Schütze die angrenzenden Oberflächen vor "Übersprühen", indem du sie mit Malerkrepp oder Zeitungspapier abdeckst. Bei windigem Wetter im Freien können Farbpartikel stärker verweht werden als du erwartest.
    • Stelle deine Farbtöpfe und den Verdünner auf eine passende Oberfläche, damit versehentliche Spritzer nichts beschädigen oder verunreinigen.
  3. Setze eine Maske oder ein Atemgerät auf. Trage außerdem eine Schutzbrille und Handschuhe. Sie schützen deinen Körper vor Verschmutzungen mit Farbe und verhindern, dass schädliche Dämpfe oder Partikel deine Gesundheit angreifen können.
  4. Bereite die Oberfläche zum Lackieren vor. Reibe, schleife oder bürste Rost und Korrosion von Metall. Entferne altes Öl, Staub oder Schmutz und stelle sicher, das die Oberfläche trocken ist. Wasche die Oberfläche. Für auf Öl basierende Farben kannst du Spiritus verwenden. Für Latex oder Acrylfarben kannst du Wasser und Seife benutzen. Spüle gründlich.
  5. Grundiere die Oberfläche wenn notwendig. Du kannst die Grundierung mit deinen Druckluftkompressor auftragen. Befolge die gleichen Arbeitsschritte wie bei Farbe oder trage die Grundierung mit einem Pinsel oder Roller auf. Nach Abschluss deiner vorbereitenden Arbeiten kannst du die Oberfläche schleifen und glätten.

Methode 2 von 4: Den Kompressor vorbereiten

  1. Schalte deinen Kompressor ein. Du brauchst etwas Druckluft zum Grundieren. Teste vor dem Lackieren, ob dein Gerät richtig funktioniert. Warte bis der Druck aufgebaut ist und bereite in der Zwischenzeit die Farbe vor. Der Kompressor sollte einen Mechanismus (Drehschalter) haben, an dem du den Druck für den Sprühstrahl richtig einstellen kannst. Andererseits kann die Farbe beim Steigen oder Fallen des Drucks ungleichmäßig austreten.
  2. Passe die Regulierung des Kompressors zwischen 12 und 25 PSI (Pfund pro Quadratinch) an. Der exakte Druck richtet sich nach deiner Düse. Du kannst die genauen Angaben für dein Gerät in der Betriebsanleitung (manchmal ist sie auch auf dem Gerät aufgedruckt) nachschlagen.
  3. Befestige die Kupplung der Luftdüse am Srüher. Achte darauf, dass sie fest sitzt. Du kannst die Enden mit Teflon umwickeln, damit die Verbindung luftdicht verschlossen ist. Das gilt nicht, wenn deine Ausrüstung (Sprüher und Düse) mit einer Schnellkupplung ausgestattet ist.
  4. Gib eine kleine Menge Farbverdünner in den Farbtank (das ist der Speicher an der Unterseite deiner Sprühpistole). Fülle ausreichend Flüssigkeit ein, damit der Ansaugschlauch eingetaucht ist.
  5. Öffne das Dosierventil leicht. Das ist normalerweise die untere der beiden Schrauben über dem Griff (Pistolengriff) deines Sprühers.
  6. Sauge an. Ziele mit der Düse in einen Mülleimer und drücke den Auslöser. Es dauert normalerweise ein paar Sekunden, bis das Sprühsystem die Flüssigkeit angesaugt hat. Zu Beginn wird lediglich Luft aus der Düse kommen. Nach einer Weile wird der Farbverdünner angesaugt. Wenn der Farbverdünner nicht aus der Düse läuft, musst du den Sprüher auseinanderbauen und nach einer Blockade oder losen Dichtungen an den Verbindungen des Ansaugschlauchs suchen.
  7. Leere den Farbtank mit dem restlichen Farbverdünner. Du kannst die Flüssigkeit mit einem Trichter in den Originalbehälter zurückfüllen. Spiritus und Terpentin (die beiden häufigsten Verdünner) sind entflammbare Lösungsmittel und sollten nur in den Originalbehältern aufbewahrt werden.

Methode 3 von 4: Das Lackieren

  1. Mische ausreichend Farbe für dein Projekt an. Nachdem du die Farbdose geöffnet hast, musst du deinen Lack gründlich durchrühren. Fülle ihn dann in einen separaten, sauberen Behälter. Wenn die Farbe für länger aufbewahrt wurde, ist es eine gute Idee, sie durch ein Farbsieb zu filtern, um Klumpen von harter Farbe zu entfernen. Sie können den Ansaugschlauch oder die Düse verstopfen und die Farbe kann nicht mehr fließen.
  2. Verdünne die Farbe mit einem passenden Verdünner. Das exakte Verhältnis zwischen Farbe und Verdünner richtet sich nach deiner Farbe, dem Sprüher und der Art der Düse. Normalerweise werden Farben mit 15% bis 20% verdünnt, damit sie eine gute Viskostität haben. Vergleiche die flüssige (dünne) Konsistenz von Farbe in Sprühdosen. Das gibt dir eine Idee davon, wie deine Farbe aussehen sollte.
  3. Fülle den Farbtank zu etwa 2/3 mit Farbe und befestige ihn am Sprüher. Er kann je nach Modell mit Klammern und Haken oder mit einem Schraubverschluss befestigt werden. Achte darauf, dass du den Farbtank sicher befestigst, damit er beim Sprühen nicht plötzlich abfällt.
  4. Halte den Sprüher etwa 12,5 cm bis 25 cm von der Oberfläche entfernt. Bewege die Sprühpistole in einer wischenden Bewegung parallel zur Oberfläche von einer Seite zur anderen. Wenn du diese Art von Farbapplikator noch nie zuvor benutzt hast, solltest du die Bewegung für einen Augenblick einüben, damit du ein Gefühl für das Gewicht und die Balance bekommst.
  5. Drücke den Auslöser und sprühe die Farbe. Halte den Sprüher in Bewegung während du den Auslöser drückst, um Tropfen und Nasen zu vermeiden, die leicht durch eine zu große Farbmenge auf einer Stelle entstehen.
    • Es ist am besten, ein Stück Abfallholz oder Karton zu besprühen, bevor du dich an die Hauptarbeit wagst. Auf diese Weise kannst du die Düse - wenn notwendig - anpassen und ein feineres Sprühmuster erzeugen.
  6. Überlappe jede Schicht leicht. Beim Überlappen der Schichten werden Flecken und hellere Stellen an den ausgedünnten Kanten deiner Farbe abgedeckt. Achte auf Tropfen und Nasen. Bewege die Düse schnell genug, damit die Farbe beim Sprühen nicht zu dick wird.
  7. Fülle den Farbtank immer wieder auf, bis dein Projekt abgeschlossen ist. Lasse den Sprüher nicht mit der Farbe darin liegen. Wenn du eine Pause brauchst, solltest du den Farbtank abnehmen und etwas Verdünner durch den Sprüher sprühen bevor du ihn beiseite legst.
  8. Lasse die Farbe trocknen und trage dann bei Bedarf eine zweite Schicht auf. Bei den meisten Farben ist eine gleichmäßig "feuchte", einfache Farbschicht ausreichend, jedoch wird die Farbe durch eine zweite Schicht haltbarer sein. Lasuren, Polyurethanlacke und andere glänzende Farben sollten geschliffen werden, um die Verbindung zwischen den Schichten zu verbessern.

Methode 4 von 4: Die Reinigung

  1. Gieße die nicht verbrauchte Farbe aus. Wenn du eine größere Farbmenge übrig hast, kannst du sie in die ursprüngliche Dose zurückfüllen. Denke daran, dass die Farbe bereits verdünnt ist. Wenn du sie beim nächsten Mal benutzt, solltest du diesen Umstand berücksichtigen und entsprechend weniger Farbverdünner verwenden.
    • Epoxy Farben und Zweikomponentenfarben sollten nicht wieder in den alten Behälter zurückgefüllt werden. Sobald sie gemischt sind, müssen sie verarbeitet oder entsorgt werden.
  2. Spüle den Ansaugschlauch und den Farbtank mit Farbverdünner aus. Wische die überschüssige Farbe ab.
  3. Fülle den Farbtank zu etwa einem Viertel mit Farbverdünner. Wirbele die Flüssigkeit herum und sprühe sie durch die Düse, bis die Flüssigkeit klar ist. Wenn zuviel restliche Farbe im Farbtank oder dem Sprühaufsatz war, musst du diesen Schritt möglicherweise ein paar Mal wiederholen.
  4. Entferne das Kreppband und Zeitungspapier aus deinem Arbeitsbereich. Ziehe das Kreppband ab, sobald die Farbe getrocknet ist. Wenn du es zulange kleben lässt, kann sich der Kleber verfestigen und ist schwieriger zu entfernen.

Tipps

  • Lackiere entweder horizontal oder vertikal, aber versuche bei einem Projekt nicht, in beide Richtungen zu sprühen, weil die Oberfläche eine schwache Textur annehmen kann, die bei Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln sichtbar sein wird.
  • Reinige den Farbsprüher immer gründlich nach jedem Gebrauch. Bei getrockneten, auf Öl basierende Farben kannst du Azeton oder Lackverdünner verwenden.
  • Lies die Gebrauchsanleitung für deinen Sprüher. Du solltest die Kapazität, die Viskosität und die Art von Farben kennen, die du mit deinem Sprüher auftragen willst. Die auf dem Foto sichtbaren Einstellungen sind für diese Art von Sprüher relativ üblich. Das obere Kontrollventil reguliert das Luftvolumen. Das untere Ventil steuert den Fluss der Farbe. Die Spitze der Düse wird mit einem geschraubten Ring gehalten und das Sprühmuster kann durch Drehen von vertikal zu horizontal gewechselt werden.
  • Mische genügend Farbe für das komplette Projekt, weil eventuelle nachfolgende Farbmischungen etwas unterschiedlich sein können.
  • Du kannst - im Gegensatz zu Sprühdosen - selbst gemischte Farben mit deinem Druckluftsprüher verwenden. Die Umwelt wird weniger verschmutzt und du sparst Geld. Allerdings werden flüchtige organische Verbindungen freigesetzt, die als Lösungsmittel in den meisten Farben verwendet werden.
  • Benutze einen katalytischen Reduzierer für Autolacke. Das ist eine spezielle Formel. Sie wirkt beschleunigend auf die Trockenzeit und verhindert Tropfen ohne den Glanz, die Farbe oder den Lack zu beeinträchtigen.
  • Verdünne auf Wasser basierende Farben mit warmen Wasser, das eine Temperatur von etwa 50° C hat. Verdünne Acrylfarbe nur mit 5% Flüssigkeit, wenn du heißes Wasser verwendest.
  • Für ein besseres Ergebnis kannst du einen Luftstromfilter oder einen Trockner benutzen, um Schmutz und Feuchtigkeit aus dem komprimierten Luftstrom zu filtern. Diese Accessoires kannst du für etwas mehr als 80 € kaufen.

Warnungen

  • Kuppele den Luftschlauch niemals ab, solange der Kompressor geladen ist.
  • Trage deine Atemmaske für eine Weile nach dem Lackieren. Zahle den Preis (25 €) für eine gute Atemmaske (zum Lackieren), um Infektionen in der Lunge vorzubeugen. Gute Atemmasken filtern alle Dämpfe der Farbe und du wirst die Farbe nicht einmal riechen können, wenn du im Haus arbeitest.
  • Lackiere nur in gut gelüfteten Bereichen.
  • Einige Produkte enthalten stark entflammbare Lösungsmittel. Das gilt besonders für Lacke oder "trocken gesprühte" Farben. Vermeide Spritzer und offene Flammen. Achte darauf, dass sich Dämpfe nicht in engen Bereichen verdichten können.

Was du brauchst

  • Maske (oder Atemmaske)
  • Schutzbrille
  • Handschuhe
  • Kreppband
  • Zeitungspapier oder Schutzplane
  • Druckluftkompressor mit Regulierung (und - vorzugsweise - Trockner)
  • Luftschlauch und Kupplung
  • Sprühpistole
  • Farbe und Verdünnung
  • Schleifpapier
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