Mit Selbstvertrauen singen

Unter der Dusche ein Lied zu trällern und vor Menschen zu singen sind zwei vollkommen verschiedene Dinge. Wenn du zu viel darüber nachdenkst, werden dir vor deinem Publikum die Nerven flattern und es wird sich alles andere als gut anfühlen. Aber mit der richtigen Technik kannst du diese Selbstzweifel einfach wegpusten und deine Stimme zum Besten geben; und das mit vollem Selbstvertrauen.

Teil 1 von 2: Die Grundlagen legen

  1. Finde dein Genre. Wenn du die ganze Zeit klassisch oder Pop gesungen hast, aber eigentlich eine richtig gute Jazzstimme hast, hast du dich vielleicht bereits vom ersten Tag an in die falsche Richtung geführt. All die Sänger im Radio singen Musik ihres Genres aus einem guten Grund - kannst du dir Frank Sinatra, Josh Groban oder Michael Buble beim Singen eines Countrysongs vorstellen?!
    • Du wirst wissen, wenn du das richtige Genre gefunden hast. Es wird sich ganz natürlich anfühlen. Es dauert vielleicht ein wenig, aber wenn du mit Pop, Klassik, Country, Musiktheater, Jazz, Blues, Folk, R&B und Rock experimentiert hast, wirst du genau wissen, wobei du dich am wohlsten fühlst und kannst von dort aus deine Nische suchen. Wenn du mehr als ein perfektes Genre für dich gefunden hast, kannst du diese ja zu mischen versuchen.
  2. Übe, übe, übe. Du weißt schon, je öfter du etwas tust, desto besser wirst du und desto natürlicher fühlt es sich an. Nun, je öfter du singst, desto angenehmer wird es für dich, dich zu hören. Und je wohler du dich dabei fühlst, deine eigene Stimme zu hören, desto weniger wird es dich stören, wenn andere sie ebenfalls hören.
    • Leider macht Übung nicht perfekt; aber sie macht Gewohnheit. Also mache dir gesundes Singen zur Angewohnheit. Übe eine gute Haltung ein, atme tief und höre auf, wenn deine Stimme sich beansprucht anfühlt.
  3. Wärme dich auf. Du würdest auch nicht einfach so einen Marathon laufen, warum solltest du dann aus dem Stegreif gut singen können? Deine Stimme aufzuwärmen wird dich zudem einfach entspannen. Sobald du entspannt bist, wirst du dich selbstbewusster fühlen.
    • Beginne mit Lippenflattern, Tonleitern und Arpeggios. Vergiss nicht, deinen ganzen Körper zu verwenden! Zusätzlich zum Training deiner Haltung (stelle dir eine unsichtbare Angelschnur vor, die dich hochhält) und deines Zwerchfells solltest du deine Kiefermuskeln entspannen, indem du sie mit deinen Fingern massierst. Schwinge bei hohen Noten deine Arme nach oben. Diese Körperlichkeit ist überraschend hilfreich.
  4. Blende alles andere aus. Wähle dir ein paar Lieder aus, die du so gut kannst, dass du das Lied auch dann noch singen könntest, wenn deine Augen geschlossen, deine Hände hinter dem Rücken gefesselt und deine Beine abgefallen wären. Es gibt nur eine Sache, auf die du dich konzentrieren solltest: deine Stimme.
    • Das bedeutet, dass du das Tempo draufhaben musst. Du musst wissen, wann deine Einsätze sind und wann du aufhören musst, wann du langsamer werden solltest, wann schneller. Wenn du mit jemandem singst, musst du zudem auch genau wissen, in welcher Tonlage du singst. Wenn du den Song rückwärts, vorwärts und seitwärts in- und auswendig kennst, kannst du dich voll und ganz auf deine Technik konzentrieren. Wenn du dann singen gehst, wirst du nur an den bestmöglichen Klang denken.
  5. Arbeite mit einem Profi. Es ist ja klar, der einfachste Weg, um deinem Selbstvertrauen einen Schub zu verleihen, ist es, deine Fähigkeiten zu verbessern. Du wirst besser werden, mehr lernen und jemanden haben, der dich stets motiviert, wenn du mit einem professionellen Gesangslehrer arbeitest.
    • Sprich mit deinem Lehrer über deine Bedenken. Lasse ihn wissen, dass dies ein Gebiet ist, auf welchem du dich verbessern möchtest. Er wird dann Songs für dich aussuchen, die dich strecken und dir ein inneres Selbstvertrauen abfordern. Mit genug Übung wird das ein alter Hut werden.

Teil 2 von 2: Während des Singens

  1. Habe keine Angst vor Fehlern. Du kannst nicht wachsen, wenn du keine Risiken eingehst. Und Risiken versprechen niemals Erfolg. Du wirst Fehler machen. Aber manchmal zahlt sich dies umso mehr aus und das ist es, was zählt. Nicht das Fehlermachen ist empfehlenswert, sondern keine Angst vor ihnen zu haben. Dich selbst zurückzuhalten ist das Schlimmste, was du deinem Selbstvertrauen antun kannst.
    • Wenn wir unserer Stimme erlauben, alles zu tun, was sie will, dann wird das gruselig. Du weißt nicht, was dabei herauskommt. Aber wenn das Ergebnis schön ist, wie hättest du davon erfahren, wenn du es nicht probiert hättest? Wenn du Risiken eingehst, wirst du dich auf Territorium begeben, auf welches du noch nie einen Fuß gesetzt hast. Vielleicht findest du auch dort dein Selbstvertrauen.
  2. Sei offen und akzeptiere deine Stimme. Wenn du sie nicht magst, wird sich das in deinem Gesicht und deiner Körpersprache widerspiegeln. Wenn du dich nicht wohl fühlst, wird das jeder bemerken. Ganz egal, wie du klingst, liebe deine Stimme. Du hast nur die eine.
    • Unglaublich berühmte Sänger leben nicht nur von ihrer Stimme. Haben Madonna und Britney Spears besonders schöne Stimmen? Nein, haben sie nicht. Mach dir nichts vor. Aber was sie haben, dass sind einnehmende Persönlichkeiten - ein unglaubliches Selbstvertrauen. Wenn deine Stimme an sich nicht fantastisch ist, dann schließe es nicht aus, anderen vorzumachen, sie wäre es.
  3. Habe Spaß. Manchmal sehen wir Menschen, die so viel Spaß haben, dass wir vor Neid fast platzen. Singen funktioniert auf ähnliche Weise - wenn du Spaß an deiner Stimme hast, werden andere diesen Spaß mit dir teilen wollen. Die Millionen von Karaokesängern da draußen sind bei weitem keine professionellen Sänger und Sängerinnen; sie haben einfach nur unglaublichen Spaß an der Sache.
    • Entspanne dich. Das hier ist keine Hirn-OP und keine biologische Kriegsführung; keiner wird aufgrund deiner Performance sterben (auch du nicht). Der einzige Druck, den es gibt, ist der, den du auf dich nimmst, also lass es einfach sein und entspanne dich. Wenn du Spaß hast, kann dir diesen niemand nehmen.
  4. Verliere dich im Song. Die hundert Leute im Publikum? Die gibt es nicht mehr. Du bist einfach du und du singst davon, wie dir dein Herz gebrochen worden ist, aber du wirst schon wieder. Dieser Song ist deiner. Du singst niemandem vor, du drückst nur deine Gefühle aus. Höre auf die Worte und lasse sie dich ganz weit fort tragen.
    • Auch wenn du in einer Sprache singst, die du nicht verstehst, die Musik kann dich noch immer bewegen. Wenn der Song süß und wie ein Schlaflied klingt, dann lasse dich von den Bildern der Musik einwickeln. Wenn er gewagt und provokativ klingt, dann nähre dich an seiner Energie. Lasse den Song deine Umgebung gestalten - die Realität hat in diesem Moment keinen Einfluss auf dich.

Tipps

  • Atme. Vergiss niemals das Atmen. Es hilft dabei, deinen Herzschlag ruhig zu halten, was dir die Anspannung nimmt.
  • Wenn du schüchtern bist, kannst du damit anfangen, vor deinen Haustieren zu singen, dann vor deinen Geschwistern und dann vor deinen Freunden. Früher oder später wirst du auch vor Gruppen von Menschen singen können.
  • Singe zunächst mit ein paar Freunden. Das wird dir Selbstvertrauen geben und Spaß macht es auch noch, was dich auflockert. Nimm dich selbst nicht zu ernst.
  • Es sind nicht immer unsere Gedanken, die bestimmtes Verhalten hervorrufen - es klappt auch andersherum. Also lächle! So kannst du deinem Verstand vorgaukeln, dass du glücklich und bereit bist.
  • Wenn du nicht selbstbewusst genug bist, dann rede es dir ein, bis du es bist! Tue so, als hättest du ein großes Selbstvertrauen, bis du es wirklich hast!
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