Blockierte Eileiter behandeln

Die Eileiter befördern bei gesunden Frauen die reifen Eier von den Eierstöcken zur Gebärmutter. Damit Frauen schwanger werden können, muss mindestens einer dieser Eileiter geöffnet sein. Falls Behinderungen vorhanden sind, können die Spermien und Eier nicht in den den Eileitern zusammentreffen, wo die Befruchtung normalerweise stattfindet. Blockierte Eileiter sind bei etwa 40% der unfruchtbaren Frauen das Problem und ihre Erkennung und Behandlung ist deshalb besonders wichtig.

Methode 1 von 3: Behandlung blockierter Eileiter

  1. Bitte deinen Arzt um Fruchtbarkeitsmedikamente. Falls nur einer deiner Eileiter blockiert ist und du ansonsten gesund bist, kann dir dein Arzt eine Kur mit Fruchtbarkeitsmedikamenten, wie Clomid®, Serophene®, Femera®, Follistim®, Gonal-F®, Bravelle®, Fertinex®, Ovidrel®, Novarel®,Antagon®, Lupron® oder Pergonal® empfehlen. Diese Medikamente veranlassen deine Hirnanhangdrüse zur Freisetzung von Follikel-stimulierender Hormone (FSH). Die Wahrscheinlichkeit für einen Eisprung und damit, schwanger zu werden, wird somit bei Benutzung des offenen Eileiters erhöht.
    • Beachte, dass diese Behandlung nicht funktioniert, wenn beide Eileiter blockiert sind. Falls das bei dir der Fall ist, musst du mit aggressiveren Methoden vorgehen.
    • Die häufigsten Risiken bei der Einnahme von Fruchtbarkeitsmedikamenten sind eine Mehrfachschwangerschaft oder ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS). OHSS tritt auf, wenn deine Ovarien mit zuviel Flüssigkeit gefüllt sind.
  2. Erwäge eine laparoskopische Operation. Falls dein Arzt glaubt, dass du ein guter Kandidat für diese Art von Operation bist, kann er dir einen laparoskopischen Eingriff vorschlagen, um deine blockierten Eileiter zu öffnen und das vorhandene Narbengewebe zu entfernen. Die laparoskopische Operation ist nicht immer erfolgreich. Der Erfolg dieser Prozedur ist von deinem Alter und der Ursache, sowie des Ausmaßes der Blockade abhängig.
    • Falls dein blockierter Eileiter relativ gesund ist, hast du eine Chance zwischen 20% und 40%, nach der Operation schwanger zu werden.
    • Diese Prozedur ist nicht schmerzhaft, weil du unter Vollnarkose operiert wirst. Die Risiken bei einer laparoskopischen Operation sind Blaseninfektionen und Hautirritationen im Umfeld des Eingriffs.
    • Falls du eine besondere Art von Blockade der Eileiter hast, die auch als Hydrosalpinx bekannt ist, und sich dein Eileiter mit Flüssigkeit füllt, kannst du ein guter Kandidat für eine Operation sein. Diskutiere diese Option mit deinem Arzt.
    • Diese Art von Operation erhöht das Risiko für ektopische Schwangerschaften in der Zukunft. Falls du nach einer Laparoskopie schwanger wirst, sollte die Schwangerschaft von deinem Arzt genau überwacht und auf Anzeichen einer ektopischen Schwangerschaft untersucht werden.
  3. Diskutiere die Option einer Salpingektomie mit deinem Arzt. Bei der Salpingektomie wird ein Teil des Eileiters entfernt. Diese Prozedur wird durchgeführt, wenn sich im Eileiter eine Flüssigkeit namens Hydrosalpinx angesammelt hat. Diese Prozedur wird normalerweise vor dem Versuch einer Vitro-Befruchtung durchgeführt.
    • Sollte ein Ende des Eileiters aufgrund von Hydrosalpinx verstopft sein, kann eine Salpingektomie durchgeführt werden. Diese Prozedur bildet nahe der Eierstöcke eine Öffnung in den Eileitern. Diese Eileiter werden häufig erneut durch Narbengewebe blockiert, das sich nach diesem Eingriff bilden kann.
  4. Probiere eine selektive Kanülierung des Eileiters. Falls du eine Blockade hast, die dicht am Uterus sitzt, kann dir dein Arzt auch eine selektive Kanülierung des Eileiters vorschlagen. Das ist ein medizinischer Eingriff, bei dem eine Kanüle durch den Muttermund, die Gebärmutter und den Eileiter geführt wird. Die Kanüle wird zur Öffnung des blockierten Teils des Eileiters benutzt.
    • Diese Prozedur wird ambulant durchgeführt und sie ist weniger invasiv als die laparoskopische Operation. Möglicherweise brauchst du eine Vollnarkose oder auch nicht.
    • Die tubale Kanülierung wird nicht empfohlen, falls du auch andere Erkrankungen, wie eine genitale Tuberkulose, eine erfolgte Operationen am Eileiter, ernste Schädigungen oder Narbengewebe am Eileiter hast.
    • Mögliche Risiken bei dieser Prozedur sind ein Einreißen deines Eileiters, Peritonitis (eine Entzündung des Gewebes um deine Organe) oder eine nicht erfolgreiche Restauration deiner Eileiterfunktionen.
  5. Wechsele zur Vitro-Befruchtung. Falls diese Behandlungen nicht funktionieren (oder dein Arzt glaubt, dass du kein geeigneter Kandidat für diese Behandlungen bist), hast du immer noch andere Optionen, schwanger zu werden. Die häufigsten dieser Optionen sind die Vitro-Befruchtung (IVF), bei denen dein Arzt das Ei außerhalb deines Körpers mit Sperma befruchtet und den daraus entstehenden Embryo oder die Embryonen in deinen Uterus einpflanzt. Diese Methode umgeht die Eileiter und die Blockade ist kein demnach Problem.
    • Der Erfolg dieser Methode ist von vielen unterschiedlichen Faktoren, inklusive deinem Alter und der Ursache deiner Unfruchtbarkeit abhängig. IVF ist zudem sehr zeitaufwendig und teuer.
    • Die Risiken von IVF bestehen aus einer ektopischen Schwangerschaft, Mehrfachgeburten, Frühgeburten und einem niedrigen Geburtsgewicht, eines ovariellen Hyperstimulationssyndroms, Fehlgeburten und Stress aufgrund der emotionalen, mentalen und finanziellen Belastungen.

Methode 2 von 3: Diagnose von blockierten Eileitern

  1. Verstehe, dass du möglicherweise keine Symptome haben wirst. Obwohl einige Frauen mit einer besonderen Form von blockierten Eileitern möglicherweise unter Bauchschmerzen oder vermehrtem vaginalem Ausfluss leiden, haben die meisten von ihnen überhaupt keine Symptome. In den meisten Fällen entdecken Frauen dieses Problem erst, wenn sie Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden.
  2. Vereinbare einen Termin mit deinem Arzt, falls du nicht in der Lage bist, schwanger zu werden und du es bereits seit einem Jahr versuchst. Aus medizinischer Sicht bedeutet "Unfruchtbarkeit", dass du nach mindestens einem Jahr ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht schwanger bist. Falls das in deinem Fall zutrifft, solltest du so bald wie möglich einen Termin mit deinem Arzt oder Gynäkologen vereinbaren.
    • Falls du über 35 Jahre alt bist, solltest du kein Jahr abwarten. Vereinbare einen Termin mit deinem Arzt, nachdem du sechs Monate regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest.
    • Beachte, dass "Unfruchtbarkeit" nicht das Gleiche wie "Sterilität" ist. Falls du unfruchtbar bist, kannst du immer noch in der Lage sein, mit oder ohne medizinische Hilfe ein Kind zu empfangen. Gehe nicht einfach davon aus, dass du niemals in der Lage sein wirst, schwanger zu werden.
  3. Vereinbare eine Termin zur Untersuchung deiner Fruchtbarkeit. Dein Arzt wird wahrscheinlich eine vollständige Fruchtbarkeitsuntersuchung bei dir und deinem Partner vornehmen. Dein Partner wird eine Spermaprobe abgeben müssen, damit der Spezialist mögliche Probleme mit der Spermazahl oder ihrer Beweglichkeit ausschließen kann. Du wirst wahrscheinlich verschiedene Tests durchlaufen müssen, die deine normalen Hormonwerte und einen regelmäßigen Einsprung bestätigen. Falls all diese Tests normal ausfallen, kann dein Arzt eine Untersuchung deiner Eileiter empfehlen.
  4. Erwäge ein Sonohysterogramm. Den Arzt kann dir empfehlen, dich einem Sonohysterogramm zu unterziehen. Das ist eine medizinische Prozedur, die mit Ultraschall nach Massen im Uterus sucht. Diese uterinen Massen können manchmal die Eileiter blockieren.
  5. Lasse ein Hysterosalpingogramm erstellen. Ein Hysterosalpingogramm (HSG) ist eine medizinische Prozedur, bei der ein spezieller Farbstoff durch deinen Gebärmuttermund in deine Eileiter injiziert wird. Über eine anschließend erfolgende Röntgenuntersuchung kann festgestellt werden, ob die Eileiter geöffnet oder blockiert sind.
    • Hysterosalpingogramme werden ohne Anästhesie durchgeführt und du solltest auf milde Krämpfe oder Unbehagen vorbereitet sein. Die Einnahme von Ibuprofen, etwa eine Stunde im Voraus, kann bei der Linderung der Beschwerden hilfreich sein.
    • Diese Prozedur dauert normalerweise 15 bis 30 Minuten. Mögliche Risiken sind eine Beckeninfektion oder eine Schädigung des Zellgewebes aufgrund der Strahlenbelastung.
    • Falls dein Arzt den Verdacht hat, dass deine Eileiter blockiert sind, kann er für diese Prozedur einen auf Öl basierenden Farbstoff verwenden. Das Öl kann manchmal die Blockade auflösen.
  6. Frage deinen Arzt, ob eine Laparoskopie angemessen ist. Abhängig von den Ergebnissen deines Sonohysterogramms und des Hysterosalpingogramms kann dein Arzt eine Laparoskopie empfehlen. Bei dieser medizinischen Prozedur wird ein Einschnitt dicht am Nabel vorgenommen, um nach Gewebe zu forschen, das deine Eileiter blockiert.
    • Generell sollte die Laparoskopie erst dann durchgeführt werden, wenn alle anderen Tests abgeschlossen sind. Der Grund dafür ist teilweise, dass die Prozedur risikoreicher ist. Sie wird unter Vollnarkose vorgenommen und es bestehen die gleichen Risiken, wie bei jeder größeren Operation.
  7. Lasse eine Diagnose erstellen. Die Ergebnisse der Tests sind für die Entscheidung ausschlaggebend, ob einer oder beide Eileiter blockiert sind. Bitte deinen Arzt, dir den Umfang deiner Blockade zu beschreiben. Der Behandlungsplan kann am besten anhand einer möglichst genauen und spezifischen Diagnose erstellt werden.

Methode 3 von 3: Die Ursachen blockierter Eileiter verstehen

  1. Verstehe, dass sexuell übertragbare Infektionen (STIs) zu blockierten Eileitern führen können. Kenntnisse über die Ursache deiner blockierten Eileiter können deinem Arzt möglicherweise helfen, einen effektiven Behandlungsplan aufzustellen. Sexuell übertragbare Infektionen sind die häufigsten Ursachen für Blockaden. Chlamydien, Gonorrhö und andere sexuell übertragbare Erkrankungen können Narbengewebe entwickeln, das eine Schwangerschaft verhindert. Das kann sogar dann ein Problem sein, wenn deine Geschlechtskrankheiten behandelt und geheilt wurden.
  2. Kenne die Rolle von Beckenentzündungskrankheiten oder Unterleibsentzündungen bei der Verursachung blockierter Eileiter. Beckenentzündungskrankheiten (PID) können von sexuell übertragbaren Infektionen resultieren und zu Blockaden führen. Falls du eine Beckenentzündungskrankheit hast oder in der Vergangenheit hattest, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Blockade der Eileiter und Unfruchtbarkeit.
  3. Sei dir der möglichen Risiken in Verbindung mit Endometriose bewusst. Bei Frauen mit Endometriose kann das Gebärmuttergewebe außerhalb der normalen Position wachsen und sich in den Ovarien (Eierstöcken), den Eileitern oder anderen Organen implantieren. Falls du Endometriose hast, solltest du wissen, dass dieses Leiden zu blockierten Eileitern führen kann.
  4. Kenne die Rolle von Gebärmutterentzündungen. Falls du je eine Gebärmutterentzündung in Verbindung mit einer Fehlgeburt oder einem Abort hattest, ist es möglich, dass sich Narbengewebe gebildet hat und nun einen oder beide Eileiter blockiert.
    • Obwohl diese Krankheit in Industrieländern eher ungewöhnlich ist, kann eine Becken-Tuberkulose ebenfalls für blockierte Eileiter verantwortlich sein.
  5. Berücksichtige vergangene ektopische Schwangerschaften. Ektopische Schwangerschaften sind Schwangerschaften, bei denen sich das befruchtete Ei an der falschen Stelle einnistet. Normalerweise geschieht die Einnistung im Eileiter. Diese Schwangerschaften können nicht ausgetragen werden und wenn sie bersten oder entfernt werden, können sie Narben und Blockaden verursachen.
  6. Denke an vorausgegangene Operationen. Falls du eine abdominale Operation hattest, ist dein Risiko für eine Blockade der Eileiter erhöht. Operationen an den Eileitern sind relativ risikoreich.

Tipps

  • Wisse, dass du andere Optionen hast, falls nichts funktioniert, um deine Eileiter frei zu bekommen oder schwanger zu werden. Erwäge eine Adoption oder eine Leihmutterschaft, wenn die Mutterschaft so wichtig für dich ist.
  • Denke daran, dass du auch ohne Behandlung schwanger werden kannst, wenn nur ein Eileiter blockiert ist. Ob du deshalb eine Behandlung verfolgen solltest oder nicht, ist von deinem spezifischen Fall der Blockade und der Gesundheit deiner Fortpflanzungsorgane abhängig. Rede mit deinem Arzt über deine Optionen.
  • Unfruchtbarkeit kann extrem belastend und frustrierend sein und es ist deshalb wichtig, mit deinen Emotionen umzugehen. Erwäge, einen Therapeuten aufzusuchen oder werde Mitglied in einer Selbsthilfegruppe falls du dich überwältigt fühlst. Versuche außerdem, deine gesunden Gewohnheiten, wie eine nährstoffreiche Diät, regelmäßige Bewegung und viel Schlaf beizubehalten.
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