Muttermilch erwärmen

Abgepumpte und im Kühlschrank oder Eisschrank aufbewahrte Muttermilch muss erwärmt werden, bevor du sie deinem Baby geben kannst. Muttermilch aufzuwärmen ist ganz einfach. Dennoch solltest du einige Dinge beachten: die Milch darf nicht zu heiß sein und sollte schonend erwärmt werden, damit wertvolle Inhaltsstoffe nicht verloren gehen. So wärmst du Muttermilch sicher auf:

Methode 1 von 4: Erste Möglichkeit: Auftauen im Kühlschrank

  1. Stelle den Behälter mit der gefrorenen Muttermilch in den Kühlschrank
    • Achte darauf, die Muttermilch aufzutauen, bevor sie schlecht wird. Muttermilch hält sich im Eisschrank etwa 6 bis 12 Monate, im Tiefkühlfach eines Kühlschrankes jedoch nur gute 2 Wochen.
    • Taue immer die Milch auf, die sich am längsten im Eisschrank befindet. Dazu ist es erforderlich vor dem Einfrieren die Behälter mit dem aktuellen Datum zu beschriften.
    • Stelle den Behälter mit der gefrorenen Muttermilch nach vorn in den Kühlschrank. Dort ist es etwas wärmer als im hinteren Bereich, aber immer noch kalt genug, um die Muttermilch sicher aufzutauen.
  2. Lass die Milch über Nacht auftauen. Muttermilch braucht etwa 8 Stunden, bis sie vollständig im Kühlschrank aufgetaut ist.
    • Überprüfe, ob die Milch vollständig aufgetaut ist, indem du den Behälter öffnest und die Milch mit einem Löffel umrührst. Wenn du dabei immer noch gefrorene Stücke entdeckst, stelle die Milch für ein, zwei Stunden zurück in den Kühlschrank, damit sie zu Ende auftauen kann. Wenn du nicht mehr so lange warten kannst, kannst du den Behälter auch unter kaltes bis lauwarmes Wasser halten und so fertig auftauen.
  3. Lagere die aufgetaute Milch für maximal 5 Tage. Aufgetaute Milch solltest du nach Möglichkeit sofort verbrauchen, allerdings kannst du sie für maximal 5 weitere Tage im Kühlschrank lagern.
    • Stelle die aufgetaute Milch dafür in den hinteren Bereich des Kühlschranks, da dort die Temperatur noch etwa niedriger ist.
    • Beschrifte die Behälter mit dem Ablaufdatum, damit du den Überblick behältst.
  4. Friere die Milch nicht erneut ein. Ein erneutes Einfrieren der Milch könnte zur Bildung von Lipiden führen und die Milch abbauen. Die Milch würde dann eine schlechtere Qualität haben und könnte schlecht werden.

Methode 2 von 4: Zweite Möglichkeit: Auftauen unter fließendem Wasser

  1. Halte den Behälter mit der gefrorenen Milch unter kaltes Wasser. Falls du sofort mit dem Erwärmen der gefrorenen Muttermilch beginnen willst, fange mit kaltem Wasser an.
    • Das Wasser sollte etwas kälter sein als die Raumtemperatur.
    • Benutze zunächst kaltes Wasser, da du so die Temperatur der gefrorenen Muttermilch schrittweise erhöhst. Fängst du sofort mit heißem Wasser ein, so wird sich die Außenseite sehr schnell erhitzen, während die Muttermilch innen immer noch gefrorenen ist. Außerdem zerstörst du dabei wertvolle Enzyme in der Muttermilch.
    • Verwende so lange kaltes Wasser, bis du das Gefühl hast, dass die Milch nun aufgetaut sei. Wenn du in den Behälter schaust, sollte die Milch komplett aufgetaut sein, d.h. es dürfen keine gefrorenen Stückchen zu sehen sein. Du kannst den Behälter auch leicht schütteln, um eventuell vorhandene Stückchen zu erkennen.
  2. Erhöhe langsam und schrittweise die Wassertemperatur, nachdem die Milch aufgetaut ist.
    • Erhöhe die Wassertemperatur von kalt bis auf Raumtemperatur, dann auf warm und schließlich auf heiß. Auf diese Weise werden weniger Enzyme zerstört und die Milch erwärmt sich gleichmäßig.
    • Achte darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist und gar zu dampfen beginnt. Die Milch darf nicht so heiß werden, dein Baby würde sich den Mund verbrennen.
    • Dein Baby darf durchaus abgekühlte Milch trinken, aber manche Babys mögen das nicht. Sie bevorzugen Milch, die etwa Körpertemperatur hat – so wie sie es gewohnt sind.
  3. Abgekühlte Milch kannst du unter fließend Warmwasser erwärmen. Falls du die Milch im Kühlschrank aufgetaut oder sie von vornherein dort aufbewahrt hast, kannst du sofort mit dem Erwärmen beginnen und den Behälter unter fließend Warmwasser halten.
    • Erhöhe langsam die Wassertemperatur, aber achte darauf, dass sie nicht zu heiß wird.
  4. Schüttle die Milch. Achte darauf, dass sich die Milch gleichmäßig erwärmt, indem du den Behälter während des Erwärmens sanft schüttelst.
    • Natürlich kannst du Milch auch mit einem Löffel umrühren und so die Temperatur im Behälter ausgleichen.

Methode 3 von 4: Dritte Möglichkeit: Erwärmen im Wasserbad

  1. Erhitze einen Topf Wasser. Fülle eine kleine Kasserolle zur Hälfte mit Wasser und erhitze es. Sobald das Wasser anfängt zu verdampfen, aber noch bevor es richtig kocht, ziehst du den Topf vom Herd.
    • Achte darauf, dass das Wasser nicht anfängt zu kochen, die Muttermilch würde sich sonst zu schnell erwärmen.
    • Zieh den Topf immer von der Herdplatte, bevor du den Behälter mit der Muttermilch hineinstellst. Erwärme Muttermilch niemals direkt auf dem Herd.
  2. Stell den Behälter mit der Muttermilch in das heiße Wasser. Du kannst den Behälter einfach hineinstellen oder ihn auch im Wasser hin und her bewegen.
    • Der Behälter darf den Boden des Topfes berühren, solange der Topf nicht mehr auf der heißen Herdplatte steht. Wenn dir das nicht geheuer ist, dann halte den Behälter fest, so dass er den Boden nicht berührt.
    • Du kannst mit dieser Methode sowohl gefrorene als auch kalte Milch erwärmen. Gekühlte Milch braucht nur ein paar Minuten, bis sie die richtige Temperatur erreicht hat. Aufgetaute Milch braucht etwa doppelt so lange.
  3. Achte darauf, dass die Temperatur gleichmäßig verteilt ist. Bewege dazu den Behälter im Topf hin und her, so dass sich die Temperatur ausgleichen kann.
    • Du kannst die Milch auch mit einem Löffel umrühren. Damit erzielst du denselben Effekt.

Methode 4 von 4: Vierte Möglichkeit: Erwärmen im Flaschenwärmer

  1. Lies die Bedienungsanleitung. Jeder Flaschenwärmer ist etwas anders, daher ist es erforderlich, dass du dir vor der Nutzung die Bedienungsanleitung gründlich durchliest.
    • Trotz aller Unterschiede gleichen sich die Flaschenwärmer im Allgemeinen.
    • Viele Flaschenwärmer, aber längst nicht alle, eignen sich auch zum Erwärmen von Babybreien.
  2. Es gibt Flaschenwärmer, die die Flasche in einem heißen Wasserbad erwärmen und solche, in denen Dampf benutzt wird. #*Flaschenwärmer, die die Flasche in einem Wasserbad erwärmen, wenden im Prinzip die Topfmethode an. Die Flasche mit der Muttermilch wird direkt in das heiße Wasser gestellt.
    • Flaschenwärmer, die Dampf benutzen, brauchen weniger Wasser. Das Wasser wird in einem Extra-Behälter mittels eines Heizstabes oder einer Heizplatte erhitzt und der Dampf steigt auf in den Bereich, in dem sich die Flasche befindet. Die Muttermilch wird mit dieser Methode schrittweise erwärmt.
  3. Fülle Wasser in den Flaschenwärmer. Fülle Leitungswasser bis zur Markierung in den entsprechenden Behälter.
    • Falls es keine Markierung gibt, lies in der Bedienungsanleitung nach, wie viel Wasser du in den Flaschenwärmer einfüllen musst.
    • Flaschenwärmer, die die Wasserbadmethode anwenden, verbrauchen mehr Wasser als solche, die mit Dampf funktionieren.
    • Das Wasser sollte nach jedem Vorgang gewechselt werden. Es gibt aber Flaschenwärmer, die erst aufgefüllt werden müssen, wenn der Wasserstand in dem Behälter unter ein bestimmtes Niveau fällt. Dieses wird dir mittels einer Kontrolllampe oder ähnlichem angezeigt.
  4. Stelle die Flasche in den Flaschenwärmer. Achte darauf, dass die Flasche entsprechend der Bedienungsanleitung sicher im Flaschenwärmer steht.
    • In manchen Flaschenwärmern steht die Flasche lose, bei anderen ist es erforderlich sie in irgendeiner Weise zu befestigen.
  5. Stelle die erforderliche Temperatur ein und erwärme die Milch. Befolge die Anweisungen der Bedienungsanleitung und stelle die korrekte Temperatur ein, falls dein Flaschenwärmer einen Temperaturregler besitzt. Drücke den Startknopf und warte, bis sich das Gerät ausschaltet.
    • Die meisten Flaschenwärmer verfügen über eine Kontrollleuchte, die ausgeht, sobald der Vorgang abgeschlossen ist. Andere verfügen über einen Signalton, der ertönt, sobald der Vorgang abgeschlossen ist.

Tipps

  • Überprüfe immer die Temperatur der aufgewärmten Milch, bevor du sie deinem Baby zu trinken gibst. Dafür gibst du ein paar Tropfen der Milch auf die Innenseite deines Handgelenks. Die Milch sollte warm sein, aber nicht so heiß, dass es dir unangenehm ist.

Warnungen

  • Erhitze Muttermilch niemals so weit, dass sie zu Kochen beginnt.
  • Erhitze Muttermilch niemals in der Mikrowelle. Dadurch tötest du lebende Immunzellen in der Muttermilch ab, die deinem Baby helfen, Krankheitserreger zu bekämpfen. Außerdem wird die Muttermilch in der Mikrowelle nicht gleichmäßig erwärmt, so dass sich das Baby verbrennen kann.

Was du brauchst

  • kleine Kasserolle
  • Löffel
  • Flaschenwärmer
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