Entenküken pflegen

Frisch geschlüpfte Entenküken brauchen eine warme und sichere Umgebung, um gesund und stark aufwachsen zu können. Wenn du ihnen ein Zuhause ohne Gefahren und ausreichend Wasser und Futter bietest, werden deine neugierigen und verspielten Entchen im Handumdrehen selbstständig herumwatscheln und schwimmen. Dieser Artikel gibt dir wertvolle Tipps, wie du richtig für deine Küken sorgst, ihnen das richtige Futter gibst und sie vor Gefahren schützt.

Teil 1 von 3: Ein Zuhause für deine Entenküken schaffen

  1. Finde einen geeigneten Brutkasten. Nachdem die Küken aus ihren Eiern geschlüpft sind und sich etwa 24 Stunden an ihre neue Umgebung gewöhnt haben, sind sie bereit, in einen Brutkasten umzuziehen. Für diesen Zweck eignen sich Sammelbehälter aus Plastik, stabile Pappkartons oder ein großes Glasaquarium.
    • Die Box sollte über eine gute Isolation verfügen, da die Entenküken warmgehalten werden müssen. Wähle keine Schachtel mit zu vielen Löchern in den Seiten oder im Boden.
    • Kleide den Boden deines Brutkastens mit Holzspäne oder alten Handtüchern aus. Vermeide Zeitungen oder rutschiges Material. Die Küken sind in den ersten Wochen noch sehr unsicher auf den Beinen und können leicht ausrutschen und sich auf Oberflächen wie Plastik oder selbst Zeitungspapier schnell verletzen.
  2. Baue eine Brutlampe ein. Baby-Enten müssen in den ersten Lebenswochen sehr warm gehalten werden, damit sie sich an die kühle Luft außerhalb ihrer Eier gewöhnen können. Kaufe in einer Tierhandlung oder einem Baumarkt eine Brutlampe und befestige sie über deinem Brutkasten.
    • Benutze zu Beginn eine 100-Watt-Glühbirne. Für sehr junge Entchen sollte diese die richtige Menge an Wärme erzeugen.
    • Stelle sicher, dass ein Teil des Brutkastens weiter von der Hitze entfernt ist, damit die Entchen sich zurückziehen und abkühlen können.
    • Stelle sicher, dass die Glühbirne nicht zu nah an deinen Küken hängt. Ansonsten könnten sie unter den zu hohen Temperaturen leiden oder sich bei Berührung der Glühbirne sogar verbrennen. Wenn dein Brutkasten sehr flach ist, solltest du die Lampe mithilfe eines Holzstücks oder einer anderen robusten Stütze etwas höher hängen.
  3. Achte auf die Einstellung der Brutlampe. Überprüfe regelmäßig die Einstellung und Platzierung der Lampe, um sicherzustellen, dass deine Entenküken die angemessene Menge an Wärme bekommen.
    • Die Hitze und Watt-Zahl der Lampe sollte dem Verhalten und dem Alter deiner Entenküken angepasst werden.
    • Wenn die Entenküken sich direkt unter der Lampe dicht zusammendrängen, könnte es ihnen zu kalt sein; du solltest die Lampe etwas tiefer hängen oder eine stärkere Glühbirne mit höheren Wattzahlen verwenden.
    • Sollten die Entenküken sich verstreuen und schwer atmen, ist es ihnen sehr wahrscheinlich zu warm; du musst die Lampe weiter entfernt anbringen oder eine schwächere Glühbirne mit weniger Watt verwenden. Zufriedene Entchen sollten warm und ausgeglichen sein.
  4. Passe die Brutlampe dem Alter der Entenküken an. Wenn deine Enten älter werden, benötigen sie weniger Wärme. Hebe die Lampe etwas höher oder wechsle zu einer schwächeren Glühbirne, wenn sie nicht mehr darunter schlafen.

Teil 2 von 3: Deine Entenküken mit Wasser und Nahrung versorgen

  1. Sorge für viel Wasser. Lege eine Trinkschale in deinen Brutkasten. Wähle eine sehr flache Schale, in die deine Küken zwar ihre Schnäbel, aber nicht den gesamten Kopf halten können. Enten ziehen es vor, beim Trinken ihre Nasenlöcher freihalten zu können. Wenn du ihnen Zugang zu tiefem Wasser verschaffst, könnten sie hineinklettern und ertrinken.
    • Wechsle täglich das Wasser, damit deine Küken nicht durch verschmutztes Wasser erkranken.
    • Falls du denkst, dass deine Trinkschale zu tief ist, kleide den Boden mit Kieselsteinen oder Murmeln aus, damit sie sicherer ist.
  2. Füttere deine Küken mit Entenstarter. In den ersten 24 Stunden nach dem Schlüpfen fressen die Küken nichts, da sie immer noch Nährstoffe aus dem Eidotter absorbieren. Danach fressen sie Entenstarter, ein Futter, das aus winzigen Körnern speziell zur Aufzucht von Küken besteht; du kannst es in der Tierhandlung kaufen. Kaufe eine Futterschale aus Plastik, fülle sie und platziere sie in deinem Brutkasten.
    • Falls die Küken sehr langsam essen, gib etwas Wasser zu dem Futter hinzu, damit sie es leichter schlucken können. Du kannst in den ersten Tagen eine kleine Menge Zucker in ihr Wasser geben, um ihnen einen guten Start mit viel Energie zu verschaffen.
  3. Füttere schwache Küken mit Eidotter. Sehr schwache Küken benötigen möglicherweise zunächst ein paar zusätzliche Eidotter-Nährstoffe, bevor sie für eine Fütterung mit Entenstarter bereit sind. Füttere sie mit dem Eidotter aus zerstampften Enteneiern, bis sie sich mehr für Körnerfutter interessieren.
  4. Ermögliche den Küken durchgehend Zugang zu Futter. Achte darauf, dass die Entenküken jeden Tag 24 Stunden Zugang zum Futter haben. Immer wenn sie Hunger haben, sollten sie in der Lage dazu sein, etwas zu fressen, da sie in diesem Lebensabschnitt sehr schnell wachsen. Sie benötigen außerdem Wasser, welches beim Schlucken ihrer Nahrung hilft. Halte also die Trinkschale stets gut gefüllt.
    • Nach etwa zehn Tagen können die Küken auch Aufzuchtfutter fressen, welches quasi das Gleiche wie Entenstarter ist, nur mit etwas größeren Körnern.
  5. Stelle auf Entenfutter um. Wenn die Enten erwachsen werden, also nach etwa 16 Wochen, kannst du sie mit richtigem Entenfutter für erwachsene Enten füttern.
  6. Vermeide es, deinen Entenküken Futter anzubieten, das nicht für Enten gedacht ist. Viele von Menschen konsumierte Lebensmittel, wie z.B. Brot, liefern deinen Küken nicht die benötigten Nährstoffe und können sie sogar krank machen.
    • Selbst wenn die Küken an Lebensmitteln wie Brot interessiert sind, ist es trotzdem nicht gut für sie.
    • Du kannst ihnen sehr dünn geschnittenes Obst und Gemüse als Snack anbieten, aber der Großteil ihrer Nahrung sollte aus Entenfutter bestehen.
    • Gib deinen Entenküken kein Futter, das eigentlich für Hühnerküken gedacht ist. Es besitzt nicht die richtige Nährstoffmischung für deine Entchen.
    • Verfüttere niemals mit Medikamenten behandeltes Futter. Das kann zu Organschäden führen.

Teil 3 von 3: Deine Entenküken zu gesunden Enten heranziehen

  1. Ermutige deinen Entenküken zum Schwimmen. Enten lieben das Schwimmen und sie fangen direkt nach dem Schlüpfen damit an, wenn du sie lässt. Sie sollten allerdings niemals unbeaufsichtigt schwimmen. Entenküken sind mit Daunen bedeckt, die nicht wasserundurchlässig sind, und ihre Körper sind in dieser Lebensphase noch zu schwach, um allein zu schwimmen.
  2. Mache einen kleinen Swimmingpool aus der Wanne eines Farbroller-Sets. Die Wanne für eine Farbroller ist ein toller Swimmingpool für kleine Enten. Die schräge Fläche der Wanne erzeugt eine kleine Rampe, mit deren Hilfe deine Küken sicher in und aus dem Wasser kommen.
    • Lasse die Entchen nicht zu lange schwimmen, sonst verkühlen sie sich. Wenn sie mit dem Schwimmen fertig sind, trockne sie vorsichtig ab und bringe sie zum Aufwärmen zurück in ihren Brutkasten.
    • Du kannst auch ein Heizkissen mit einem sauberen Handtuch abdecken und deine Küken für einige Minuten darauf aufwärmen.
  3. Lass deine erwachsenen Enten ohne Aufsicht schwimmen. Wenn deine Küken über ihr vollständiges Federkleid verfügen, mitsamt den wasserundurchlässigen Entenfedern, können sie auch ohne deine Aufsicht schwimmen. Je nach Entenart sollte das Gefieder nach etwa neun bis zwölf Wochen fertig ausgebildet sein.
  4. Vorsicht vor älteren Enten. Achte darauf, dass du deine Entchen immer beaufsichtigst, solange sie noch nicht ausgewachsen sind und selbstständig schwimmen können. Ältere Enten, welche die gleichen Teiche oder Gewässer benutzen, versuchen möglicherweise, die jüngeren Enten zu ertränken oder zu töten.
  5. Schütze die Entchen vor Raubtieren. Enten, gerade wenn sie noch jung sind, sind oft das Ziel von Raubtieren. Du kannst deine Enten frei herumlaufen lassen, wenn sie erst einmal ausgewachsen sind, aber denke daran, dass du wahrscheinlich gelegentlich eine an ein Raubtier verlieren wirst. Du solltest versuchen, sie so gut es geht vor Raubtieren zu schützen.
    • Wenn du deine Küken in der Garage oder außerhalb in einer Scheune aufziehst, solltest du dich vergewissern, dass kein anderes Tier in ihre Nähe gelangt. Ansonsten können sie Wölfen, Füchsen und sogar größeren Raubvögeln, auch z. B. Fischreihern, zum Opfer fallen.
    • Selbst wenn du deine Küken daheim aufziehst, musst du sie vor Hunden und Katzen schützen. Diese könnten sie angreifen, aber auch einfach nur zu heftig mit ihnen spielen.
    • Sobald deine Küken von ihrem Brutkasten in ein größeres Gehege umgezogen sind, solltest du dich vergewissern, dass kein Raubtier hineingelangen kann.
  6. Achte darauf, dass sich die Enten nicht zu sehr an dich gewöhnen. Zwar ist es sehr verlockend, mit diesen süßen, flauschigen Entenküken zu kuscheln, aber wenn du eine zu enge Verbindung mit ihnen aufbaust, gewöhnen sie sich möglicherweise zu sehr an dich. Damit deine Küken zu unabhängigen und gesunden Enten heranwachsen können, solltest du ihnen mit Spaß beim Spielen zuschauen, aber dich nicht zu sehr daran beteiligen.
  7. Verschaffe deinen Enten einen größeren Lebensraum. Sobald deine Enten zu groß für den Brutkasten geworden sind, schaffe sie in einen großen Hundezwinger oder einen Schuppen mit verschließbarer Tür. Füttere sie mit richtigem Entenfutter und lasse sie in einem Teich herumschwimmen und plantschen. Achte darauf, dass du sie für die Nacht in ihren Unterschlupf zurückbringst, damit sie vor Raubtieren geschützt sind.

Tipps

  • Füttere deine Entchen nicht mit Beeren oder Trauben.
  • Du solltest deinen Küken keinerlei Zwiebeln, Vogelfutter jeder Art oder irgendwelches Brot zum Fressen geben. Füttere sie stattdessen mit Entenstarter, Erbsen, Mais, grünen Bohnen, Limabohnen, gekochten Karotten, hartgekochten Eiern, Tomaten, Grillen, Würmern, kleinen Futterfischen, Gras, Milch und Truthahnfleisch.
  • Wenn deine Enten in einem Teich oder anderen Gewässern schwimmen, kannst du kleine Mengen an Fisch- oder Entenfutter auf der Oberfläche treiben lassen. Stelle ihre Ernährung auf unbehandeltes Wasservögel- oder Geflügelfutter um, das du in vielen Tierhandlungen finden kannst.
  • Falls deine Küken krank werden, rufe einen Tierarzt oder suche umgehend im Internet nach einer Lösung.
  • Falls du andere große Tiere wie Hunde oder Katzen besitzt, solltest du deine Küken von ihnen fernhalten.
  • Wenn du ein Entenküken streicheln willst, streichle es sehr sanft. Entenküken haben sehr zerbrechliche Knochen.
  • Wenn du die Entenküken das erste Mal bekommst, sorge dafür, dass sie ausreichend Platz in ihrem neuen Zuhause haben. Wie würdest du dich fühlen, wenn du in eine neue Gegend umziehen musst und in ein kleines Zimmer gesperrt wirst? Lass den Entchen ein wenig Zeit, bis sie sich an die neue Umgebung gewöhnt haben.

Warnungen

  • Habe immer sauberes Wasser neben den Futterquellen, da Enten ihre Nahrung nicht richtig ohne Wasser herunterschlucken können.
  • Lasse deine Entenküken niemals unbeaufsichtigt schwimmen.
  • Lasse deine Entenküken niemals ohne Aufsicht draußen, da wilde Tiere sie verletzen oder fressen können.
  • Füttere deine Entenküken niemals mit einem mit Medikamenten behandeltem Geflügelfutter.
  • Lass deine Entenküken niemals am ersten Tag unbeaufsichtigt.

Was du brauchst

  • Einen Brutkasten
  • Eine Brutlampe und eine 100-Watt-Glühbirne
  • Heu oder eine andere Unterlage (z.B. saubere Handtücher)
  • Futternapf mit Entenstarter und Aufzuchtfutter
  • Eine flache Wasserschale
  • Wanne von einem Farbroller-Set
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