Asthma diagnostizieren

Asthma ist eine schwerwiegende und manchmal tödliche Krankheit. Mit dem richtigen Wissen und guter medizinischer Beratung können die meisten Menschen ein sicheres und glückliches Leben trotz Asthma führen. Konsultiere für eine offizielle Diagnose und Behandlung immer einen Arzt.

Methode 1 von 3: Die Anzeichen erkennen

  1. Kenne die Notfallsymptome. Bei einem schwerwiegenden Asthmanfall ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich. Werde aktiv, wenn du eine der folgenden Dinge bemerkst:
    • Die Lippen oder Nagelbetten nehmen eine grauen Farbton an
    • Schwierigkeiten zu gehen oder zu sprechen
    • Die Haut zwischen den Rippen oder über dem Brustbein sinkt beim Atmen ein
    • Schnelle Bewegung der Nasenflügel, Rippen oder des Magens beim Atmen
    • Aufgeblähte Brust, die beim Ausatmen nicht zusammenfällt
    • Schmerzen in der Brust
    • Bei kleinen Kindern – Weigerung zu essen und Unfähigkeit, die Eltern zu erkennen
  2. Vereinbare bei anderen Symptomen einen Untersuchungstermin. Es ist schwer, Asthma zu Hause zu diagnostizieren. In einigen schwerwiegenden Fällen kann das sogar tödliche Folgen haben. Wenn du eines er unten aufgeführten Symptome hast, solltest du einen Termin mit deinem Arzt vereinbaren. Wenn dein Arzt keine Diagnose gestellt hat und du eines der folgenden Symptome bei dir beobachtet hast, solltest du einen Spezialisten für Allergien und Asthma aufsuchen.
    • Suche deinen Arzt auch auf, wenn deine Symptome nicht zu Asthma passen. Du kannst eine andere ernsthafte Erkrankung haben.
    • Die Symptome können mit jeder Asthmaattacke wechseln. Sie können während der Attacke andauern oder noch für längere Zeit spürbar sein.
  3. Achte auf ein enges Gefühl in der Brust. Viele Asthmapatienten beschreiben ein Gefühl der Enge, Schmerzen oder ein ungewöhnliches Gefühl in der Brust. Du kannst das Gefühl haben, dass jemand auf deiner Brust sitzt.
  4. Denke an die Situationen, in denen du kurzatmig warst. Hast du dich je unfähig gefühlt, zu atmen oder genügend Sauerstoff in deine Lungen zu saugen? Das ist ein sehr häufiges Symptom bei Asthma.
    • Sportliches Training kann dieses Gefühl wahrscheinlich bei jedem hervorrufen. Ein Anzeichen für Asthma kann allerdings sein, wenn sogar ein leichtes Training dieses Gefühl auslöst. Bis du eine offizielle Diagnose hast, solltest du dein Training so einschränken, dass deine Atmung nicht beeinträchtigt wird.
  5. Achte auf Keuchen. Keuchender Atem klingt in deiner Brust wie Pfeifen und Quietschen. Das hat verschiedene mögliche Ursachen, aber Asthmapatienten keuchen häufig, wenn sie Allergenen oder viralen Infektionen (wie einer Erkältung) ausgesetzt sind.
  6. Verfolge deinen Husten. Manche Menschen mit Asthma leiden unter Hustenanfällen. Das passiert oft in der Nacht oder am frühen Morgen und erschwert den Schlaf.
  7. Überprüfe die Familiengeschichte hinsichtlich Allergien und Ekzemen. Wenn du oder deine biologische Familie unter Allergien, Ekzemen oder Hautausschlägen leiden, ist es wahrscheinlicher, dass du Asthma bekommst.
  8. Verstehe Asthma bei Kindern. Kinder unter fünf Jahren keuchen häufig aufgrund einer Infektion oder Erkältung, auch wenn sie kein Asthma haben. Ein Arzt kann bei einem Kind in diesem Alter noch nicht die richtige Diagnose stellen, aber er kann eine Behandlung vorschlagen, die dem Kind Erleichterung verschafft. Wenn die Symptome mit einem Alter von fünf Jahren noch immer anhalten, ist es wahrscheinlich, dass das Kind Asthma hat.
    • Kinder teilen ihre Symptome nicht unbedingt anderen mit. Suche nach indirekten Anzeichen für Probleme inklusive Erschöpfung und der Vermeidung von sportlichen oder sozialen Veranstaltungen. Säuglinge mit Atembeschwerden können Schwierigkeiten beim Schlucken haben oder während des Stillens ächzen.

Methode 2 von 3: Auslöser identifizieren

  1. Notiere die möglichen Auslöser nach jeder Attacke. Jedes Mal, wenn du eines der oben aufgelisteten Symptome beobachtest, solltest du notieren, was du gerade getan hast und welche Erfahrung du genau gemacht hast. Nutze diese Aufzeichnungen, um die Substanzen und Aktivitäten zu identifizieren, die du vermeiden solltest.
    • Nimm diese Aufzeichnungen mit, wenn du einen Arzt oder einen Spezialisten für Allergien und Asthma konsultierst.
  2. Erwäge verbreitete Allergene. Inhalierte Allergene können deine Atemwege entzünden und Symptome von Asthma erzeugen. Die häufigsten Beispiele sind:
    • Staub
    • Tierhaare
    • Schimmel
    • Kakerlaken
    • Pollen
  3. Vermeide das Einatmen von Reizstoffen. Diese Substanzen können bei vielen Asthmapatienten eine Attacke auslösen:
    • Rauch inklusive Tabakrauch
    • Autoabgase
    • Luftverschmutzung
    • Chemische Sprühprodukte inklusive Haarspray und Raumspray
    • Heimdekor inklusive Farbe und Reinigungsprodukte
  4. Minimiere den Kontakt mit kalter Luft. Kalte Luft kann deine Atemwege zusammenziehen und eine Asthmaattacke auslösen. Wenn dir das passiert, solltest du einen Termin mit deinem Arzt vereinbaren. In der Zwischenzeit solltest du die folgenden Vorkehrungen bei kaltem Wetter treffen:
    • Inhaliere durch die Nase und nicht durch den Mund
    • Winde einen Schal über deine Nase und den Mund
    • Vermeide sportliches Training in einer kalten Umgebung
  5. Lerne mit Asthma zu trainieren. Wenn du während des Trainings Atemschwierigkeiten hast, solltest du so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen. Es kann gefährlich sein, mit dem Training fortzufahren, bevor du ein Medikament gegen Asthma und eine ärztliche Empfehlung hast.
    • Asthmapatienten können lernen, sicher zu trainieren. Das gilt selbst für olympisches Niveau. Ein Training mit kurzen intensiven aktiven Phasen wird weniger wahrscheinlich eine Attacke auslösen.
  6. Suche an deinem Arbeitsplatz nach Auslösern. Chemikalien am Arbeitsplatz können deine Lungen reizen. Gehe nicht einfach davon aus, dass eine Chemikalie sicher ist, weil du sie seit Jahren benutzt. Du kannst auch eine Allergie entwickelt haben, die Asthma auslöst. Treffe Vorsichtsmaßnahmen, um diese Auslöser zu vermeiden, wenn sich deine Atmung in der Freizeit bessert. Dies sind die häufigsten Auslöser für Asthma am Arbeitsplatz:
    • Salzsäure, Ammoniak oder Schwefeldioxid
    • Latexhandschuhe
    • Farbhärter
    • Pulverisierte Medikamente
    • Produktion von Plastik oder Harz
    • Produktion von Waschmittel
    • Insektizide
    • Mehl
    • Alle Allergene und Reizstoffe, die vorher im Artikel aufgelistet wurden
  7. Achte auf Sulfite in Lebensmitteln und Getränken. Manche Menschen reagieren auf Sulfite. Das ist ein Konservierungsstoff in verarbeiteten Lebensmitteln. Die folgenden Lebensmittel enthalten häufig Sulfite, aber sie sind meist auch in Zubereitungen ohne Sulfit erhältlich:
    • Getrocknete Früchte oder Gemüse
    • Wein und Bier
    • Shrimps (inklusive frischer Shrimps)
    • Zitronen oder Limettensaft in Flaschen
    • Viele verarbeitete oder eingelegte Lebensmittel und besonders Kartoffelprodukte

Methode 3 von 3: Konsultiere einen Arzt

  1. Bereite dich auf die Tests vor. Es gibt einige Aktivitäten, die störend auf die diagnostischen Tests wirken können. Damit du die besten Chancen hast, die Diagnose am gleichen Tag zu erhalten, solltest du dich auf den Arztbesuch vorbereiten:
    • Rauche am Tag vor deinem Besuch keine Substanz irgendeiner Art.
    • Vermeide Koffein am Tag vor deinem Besuch.
    • Vermeide Training und den Kontakt mit kalter Luft.
    • Informiere deinen Arzt darüber, ob du kürzliche eine schlimme Erkältung oder eine virale Infektion hattest oder eine Impfung (Spritze) erhalten hast.
  2. Informiere deinen Arzt über deine Symptome. Versuche die Auslöser zu benennen, die deine Attacken verursachen können. Teile deinem Arzt mit, wenn sie an bestimmten Orten, zu bestimmten Jahreszeiten oder zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten öfter auftreten.
    • Erwähne auch Fälle deiner Familiengeschichte in Bezug auf Allergene und anderen Hauterkrankungen.
  3. Erwähne verwandte Krankheiten. Manche gesundheitlichen Zustände können dein Asthma verschlimmern. Lasse deinen Arzt wissen, ob du regelmäßig unter den folgenden Beschwerden leidest:
    • Laufende Nase
    • Schmerzen der Nebenhöhlen oder Infektion
    • Aufstoßen von Magensäure (Sodbrennen)
    • Stress
    • Schlafapnoe (Schnarchen und unruhiger Schlaf)
  4. Erwarte einen Spirometrie-Test. Ein Spirometer testet, wie gut du atmen kannst. Atme entsprechend der Anweisungen deines Arztes in ein Mundstück. Normalerweise atmest du zuerst voll ein und dann – nach Anweisung - entweder langsam oder schnell aus. Der Test sollte für ein akkurates Ergebnis mindestens dreimal durchgeführt werden.
    • Informiere deinen Arzt zuerst, wenn du kürzlich einen Herzanfall, einen Schlaganfall, Brustschmerzen, einen Pneumothorax ("punktierte Lunge"), eine Augenoperation, eine Abdominalchirurgie oder Hemoptysis (Bluthusten) hattest. Starkes Ausatmen kann Druck auf die betroffenen Bereiche ausüben.
    • Bitte deinen Arzt, dir die Ergebnisse zu erklären. Dein Arzt wird das Ergebnis im Verhältnis mit deiner Größe und Gewicht interpretieren und es ist deshalb wichtig, dass er die richtigen Informationen hat.
  5. Lasse dich noch einmal testen, nachdem du Medikamente eingenommen hast. Dein Arzt kann dir einen Bronchodilator oder ein Medikament verschreiben, das deine Atemwege erweitert. Wenn sich deine Lungenstärke deutlich bessert, hast du wahrscheinlich Asthma.
    • Der Arzt kann entscheiden, dir eine Probe eines Asthmamedikaments zu geben und dich dann am nächsten Tag zu weiteren Tests zu bestellen.
  6. Versuche einen Test mit Stickoxid. Manche Ärzte lassen dich in einen anderen Apparat ausatmen, der das Stickoxid misst. Entzündungen in deinen Atemwegen können dieses Gas produzieren.
  7. Verstehe die anderen Tests. Wenn deine Symptome und Testergebnisse nicht mit der offensichtlichen Ursache übereinstimmen, kann dein Arzt andere Tests anordnen. Dazu gehören normalerweise einer oder mehrere der folgenden Tests:
    • Bronchoprovocation: Das ist ein Test der Lungenfunktion nach dem Kontakt mit kalter Luft, Anstrengung oder Reizung der Lungen mit einem Spray oder Pulver. Das kann unangenehm sein, aber der Arzt wird die negative Wirkung nach dem Test lindern.
    • Röntgenaufnahme deiner Brust
    • CT Scan (CAT Scan) deiner Nebenhöhlen (eine computergesteuerte Röntgenaufnahme deines Kopfes)
    • Allergietests der Haut, normalerweise in der Praxis eines Allergie-Spezialisten
    • EKG: Ein Test zur Aufdeckung von Herzproblemen, die ähnliche Symptome wie Asthma auslösen können.
    • Bluttest zur Messung des Immunoglobulin E. Das ist ein Antikörper, der bei allergischen Reaktionen produziert wird.

Tipps

  • Du kannst deine Lungenfunktion mit einem tragbaren Spitzenfluss-Luftmengenmesser messen. Das Gerät ist nicht so akkurat, wie ein Spirometer beim Arzt. Wenn du weißt, dass du Asthma hast, kannst du es zur Messung deiner täglichen Lungenstärke oder während einer Attacke verwenden.
  • Ein Arzt kann Asthma nicht immer beim ersten Untersuchungstermin diagnostizieren. Wenn du während des Besuchs keine Symptome hast, kannst du einen Folgetermin vereinbaren.
  • Bei richtiger Behandlung können die meisten Asthmatiker ein normales Leben führen und an Sport und Hobbys teilnehmen.

Warnungen

  • Asthma kann sehr gefährlich oder sogar tödlich sein. Bilde dich selbst über die Krankheit, aber versuche nicht, deinen Arzt zu ersetzen.
  • Auch wenn du Asthma ausschließen kannst, können Besorgnis erregende Symptome, ein Zeichen für andere Probleme sein. Konsultiere deinen Arzt und lasse dich untersuchen.
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