Mehl herstellen

Die meisten von uns kaufen Mehl wahrscheinlich so selbstverständlich ein, dass sie gar nicht darüber nachdenken, wie es hergestellt wird. In Wirklichkeit kannst du es nämlich innerhalb von Sekunden selbst machen. Warum solltest du also verarbeitetes Mehl, das seit Wochen im Regal steht und Vitamine verliert, verwenden, wenn du hochqualitatives Mehl selbst machen kannst? Dazu benötigst du nur Getreidekörner, die sich für die Mehlproduktion eignen, und eine geeignete Mühle (zum Beispiel eine Getreide- oder Kaffeemühle).

Teil 1 von 3: Deine Küche ausstatten

  1. Kaufe Getreide, Samen, Nüsse, Bohnen… also Dinge, die du mahlen kannst. Du kannst aus praktisch allem Mehl machen - sogar aus Quinoa, Popcorn und Erbsen. Traditionellere Optionen sind Reis, Weizen, Hafer und Gerste. Frisches Vollkorngetreide erhältst du im Reformhaus, wo es häufig in großen Mengen verkauft wird. Die Körner können weiß, rostbraun, violett oder bernsteinfarben sein. Indem du große Mengen kaufst, bezahlt du sogar weniger als für fertiges Mehl!
    • Entscheide, welche Art von Mehl du herstellen möchtest. Vollkornmehl? Dann benötigst du Vollkorngetreide. Roggenmehl? Dann benötigst du Roggenkörner. Es ist eigentlich ganz einfach.
  2. Falls du Weizenmehl herstellen möchtest, solltest du wissen, wofür du es in der Küche einsetzen möchtest. Jede Art eignet sich für verschiedene Verwendungszwecke. Dinkel, Emmer und Einkorn feiern derzeit ein Comeback und sind gesunde Weizenarten. Für Hefebrot eignet sich roter Hartweizen am besten.
    • Für Brot ohne Hefe (wie Muffins, Pfannkuchen und Waffeln) ist weiches, weißes Weizenmehl die beste Wahl. Dinkel, Kamut und Triticale funktionieren ebenfalls.
  3. Wähle deinen Mahlmechanismus. Falls du die Körner mit einer manuellen Mühle mit Handkurbel mahlen möchtest, um deine Oberarmmuskeln zu trainieren, ist das natürlich möglich. Du kannst die Körner/Samen/Nüsse/Bohnen auch in einen Mixer, eine Küchenmaschine oder eine Kaffeemühle geben. Falls du ein elektrisches Gerät verwendest gilt: je höher die Leistung, desto feiner wird dein Mehl sein.
    • Die manuelle Mühle hat einen Vorteil: sie produziert keine Hitze, die den Nährstoffen in den Körnern schaden könnte. Du benötigst aber viel Zeit dafür.
    • Der Nachteil von elektrischen Getreidemühlen ist, dass sie nur mahlen können und relativ teuer sind.
    • Der einzige Nachteil der Verwendung eines Mixers, einer Küchenmaschine oder einer Kaffeemühle ist, dass du eventuell nicht das feinste Mehl erhältst. Das hängt aber vom verwendeten Modell ab.

Teil 2 von 3: Die Körner mahlen

  1. Fülle die Körner in deine Mühle oder deinen Mixer. Stelle nur die Menge her, die du gerade verwenden möchtest - frisches Mehl kann schnell schlecht werden. Fülle den Behälter nur bis zur Hälfte.
    • 180 g Weizenkörner ergeben rund 225 g Mehl. Auch aus Bohnen und Nüssen produzierst du die 1,5-fache Menge Mehl.
  2. Mahle die Körner. Falls du eine manuelle Mühle verwendest, drehe die Handkurbel, bis alle Körner gemahlen sind. Falls du einen Mixer verwendest, wähle die höchste Einstellung und mixe die Körner rund 30 Sekunden. Schalte den Mixer dann aus, mache ihn auf und rühre mit einem Gummispatel um. Verschließe den Mixer danach wieder und mixe das Mehl noch einmal.
    • Der Mechanismus deiner Maschine bestimmt, wie schnell die Körner gemahlen werden. Falls du einen Hochleistungsmixer (wie Blendtec oder Vitamix) verwendest, wird dein Mehl sofort fertig sein. Falls du manuell mahlst, hast du dir hoffentlich den Nachmittag frei genommen.
  3. Mahle weiter, bis das Mehl die gewünschte Konsistenz hat. Du kannst das kontrollieren, indem du das Mehl in eine Schüssel siebst und es dir genau ansiehst. Berühre es, um sicherzustellen, dass es die richtige Konsistenz hat (wasche dir aber zuvor die Hände) - falls nicht, mahle es erneut.
    • Deine Kaffeemühle wird es nicht schaffen, die Körner sehr fein zu mahlen. Du musst das Mehl daher eventuell sieben, um größere Stücke zu entfernen, und kannst nur den Rest verwenden. Es wird aber trotzdem lecker sein!

Teil 3 von 3: Das Mehl verwenden und lagern

  1. Sobald du mit deinem Mehl zufrieden bist, fülle es in einen wiederverschließbaren Beutel oder Behälter. Du musst eventuell mehrere verwenden, falls du sehr viel Mehl hast. Es lohnt sich definitiv, es frisch zu halten. Und hier ist es: fertiges Mehl für den Teig deiner Träume!
    • Lagere das Mehl an einem kühlen, dunklen Ort. Das verhindert, dass Insekten und Sonne irreparable Schäden anrichten. Du kannst auch ein Lorbeerblatt in dein Mehl legen, um zu verhindern, dass es von Schädlingen befallen wird.
  2. Falls du sehr große Mengen produzierst, lagere sie im Kühlschrank oder Gefrierschrank. Vollkornmehl wird besonders schnell schlecht und hält in einem Küchenschrank nur wenige Monate. Falls es die Farbe verändert oder schlecht riecht (was nicht passiert, wenn es kalt aufbewahrt wird), musst du es wegwerfen.
    • Um das Mehl einzufrieren, gib es in einen wiederverschließbaren Behälter und lege es in den Gefrierschrank. Es wird sich jahrelang halten. Vergiss aber nicht, es gelegentlich auch zu verwenden!
  3. Experimentiere zuerst mit deinem Mehl. Du wirst bemerken, dass hausgemachtes Mehl einen anderen Geschmack hat und anders reagiert, wenn es gekocht wird (Grund dafür ist, dass es so frisch ist). Verwende es daher nicht sofort für ein extrem wichtiges Projekt. Experimentiere zuerst damit.
    • Frisches Mehl liefert Hefe mehr Nahrung, was zu stärkerer Fermentierung führt. Das kann den Geschmack von Rezepten verändern, die du seit Jahren backst. Er sollte sich aber definitiv zum Besseren verändern!

Zutaten

  • Alle Arten von Getreide, Nüssen oder Bohnen, die gemahlen werden können (Weizen, Gerste, Hafer, Roggen, Quinoa, Mais, Reis, Erbsen, Kichererbsen etc.)

Tipps

  • Falls du mit der manuellen Mühle nicht die gewünschte Konsistenz erhältst, verwende danach deinen Mixer. Obwohl es der Zweck einer Handmühle ist, aus Körnern Mehl zu machen, kann ein Mixer die Aufgabe manchmal effizienter erledigen.
  • Indem du einen Teelöffel Zitronensaft pro 300 g Mehl hinzufügst, geht das Mehl besser auf.
  • Beachte, dass die verschiedenen Getreidesorten unterschiedliche Nährstoffe enthalten. Informiere dich, bevor du dich entscheidest, aus welchen du Mehl machen möchtest.

Warnungen

  • Weizenmehl ist extrem entflammbar. Mehl sollte sich daher nie neben einer offenen Flamme befinden!
  • Wie andere Feldfrüchte, kann auch Getreide Schadstoffe und natürliche Giftstoffe enthalten, wasche es daher gut, bevor du es isst.

Was du brauchst

  • Eine Mühle (Getreidemühle/Küchenmaschine/Mixer/Kaffeemühle)
  • Gummispatel (optional)
  • Sieb (optional)
  • Schüssel
  • Behälter zum Einfrieren
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