Die Angst überwinden vor Publikum zu reden

Wusstest du, dass in der Öffentlichkeit zu sprechen die Angst Nr.1 in Nordamerika ist? Die zweitgrößte Angst ist der Tod! Wenn du Angst hast, in der Öffentlichkeit zu sprechen, bist du damit nicht allein. Du musst zunächst erkennen, was „Angst“ ist. Angst ist die Erwartung von Schmerz. Ist deine Angst real, oder bildest du sie dir nur ein?

Teil 1 von 4: Dich deinen Ängsten stellen

  1. Erkenne die Ursache deiner Angst. Kurz und knapp, es liegt daran, dass du nicht weißt, was passieren wird, wenn du vor all den Leuten stehst und deine Rede oder Präsentation hältst. Deine Angst ist nicht, dass du dein Thema nicht kennst. Sie gründet darauf, dass du nicht weißt was passieren wird, wenn du auf das Podium oder zum Rednertisch gehst.
    • Die Angst beurteilt zu werden, Fehler zu machen, dem Ganzen nicht gewachsen zu sein, mental oder physisch verletzt zu werden, kann einer guten Leistung (Rede, Seminar, Verkaufspräsentation usw.) im Wege stehen. Denke daran, dass die Leute im Publikum sich wirklich wünschen, dass du Erfolg hast. Niemand sitzt da und hofft, dass du langweilig oder schlecht sein wirst. Wenn du authentisch bist und den Stoff klar rüberbringst, hast du ¾ deines inneren Kampfes mit der Angst gewonnen.
  2. Stelle dich deinen Ängsten. Wenn du merkst, dass du vor Angst zittrige Knie bekommst, dann erinnere dich daran, dass Angst eine falsche Annahme ist, die real zu sein scheint. Beinahe sicher wird das, wovor du Angst hast, nicht passieren. Wenn es sich um eine berechtigte Sorge handelt, etwa weil du ein wichtiges Requisit vergessen hast, dann tu etwas dagegen und höre dann auf dich zu fürchten. Denke daran, dass du die Angst durch deinen Verstand immer besiegen kannst.

Teil 2 von 4: Vorbereitet sein

  1. Bereite dich vor. Stelle sicher, dass du den Stoff beherrschst, über den du sprechen wirst. Erstelle einen detaillierten Entwurf und teile ihn in grundlegende Punkte auf, die du auswendig lernst. Füge auch Unterpunkte und einen Titel für deine Rede hinzu. Hier kommt eine Idee, wie du eine flüssige Rede aufbauen könntest:
    • Assoziiere jeden Teil des Entwurfs mit einem „Zimmer“ in deinem Haus. Dein erster Punkt ist der Eingangsbereich. Der zweite Punkt ist der Flur/die Küche/ das Wohnzimmer (stell dir vor, du gehst durch dein Haus) usw.
    • Assoziiere jeden Unterpunkt mit Bildern an der Wand. Die Bilder sollten etwas darstellen, was dir hilft dir den Punkt zu merken. Je lächerlicher, desto besser wirst du dir die Rede merken können (solange du nicht abgelenkt wirst).
    • Gehe am Morgen der Rede im Geiste durch „das Haus“, um die Merktechnik zu entschlüsseln.
  2. Übe. Finde Unternehmen, Netzwerke und Clubs an deinem Wohnort, die dir die Möglichkeit zu üben bieten. Denke daran Themen zu wählen, in denen du schon Experte bist. Über ein Thema zu sprechen, mit dem du dich nicht auskennst, wird deinen Stress erhöhen und deine Leistung beeinflussen.
  3. Kaufe dir eine Aufnahmesoftware und nimm alles auf deinem Laptop auf. Höre es dir an um zu sehen, wo du dich verbessern kannst. Lass Vortrags Profis deine Präsentation anhören und hole dir Feedback von ihnen ein. Gib dir selbst die Möglichkeit, jedes Mal mehr zu lernen.

Teil 3 von 4: Entspannen

  1. Atme tief durch. Zunächst eine Atemübung durchzuführen wird deinen Körper und Geist entspannen. Hier kommt eine, die du überall machen kannst, sogar während des Auftritts. Stehe still und fühle den Boden unter deinen Füßen. Schließ die Augen und stell dir vor, du würdest an einem dünnen Faden von der Decke hängen. Höre einfach nur deinem Atem zu und sage dir, dass kein Grund zur Eile besteht. Verlangsame deine Atmung, bis du beim Einatmen 6 Sekunden und beim Ausatmen 6 Sekunden zählen kannst. Jetzt wirst du in einer ganz entspannten und selbstbewussten Stimmung weitermachen.
  2. Entspann dich. Dich zu entspannen ist der beste Weg loszulassen. Es gibt viele Wege, um loszulassen. Du kannst dir vorstellen, du seist aus Gummi. Oder du kannst ruhig vor einem Spiegel sitzen und mit den Lippen wiehern. Oder warum legst du dich nicht auf den Boden und tust so, als würdest du auf dem Wasser treiben? Oder du lässt dich einfach wie eine schlaffe Puppe auf den Boden fallen. Loszulassen entspannt deinen Körper und du fühlst dich dadurch wohler und relaxter.
  3. Drücke gegen die Wand. Diese Technik wurde von Yul Brynner, einem Star des Musicals „Der König und ich“, angewendet. So funktioniert sie:
    • Stelle dich etwa 45 cm vor eine Wand und lege die Handflächen flach auf sie.
    • Drücke gegen die Wand. Beim Drücken werden deine Bauchmuskeln sich anspannen. Wenn du ausatmest, dann zische und spanne die Muskeln unter deinem Brustkorb so an, als würdest du mit einem Boot gegen den Strom rudern.
    • Mach dies mehrere Male und du wirst das Gefühl der Bühnenangst vertreiben.
  4. Du solltest wissen, dass das Adrenalin das Blut in die Kampf-/ Fluchtzentren deines Gehirn an der Schädelbasis strömen lässt. Lege deine Hand auf deine Stirn und drücke sanft gegen die knöchernen Stellen. Das wird das Blut in die Teile des Gehirns bringen, die benötigt werden um deine Rede bestmöglich zu halten.

Teil 4 von 4: Mit dem Publikum arbeiten

  1. Lerne, wie du dein Publikum einbeziehst und einnimmst. Wenn du keinen professionellen Fortbildungskurs über das Halten von Reden belegt hast, dann überlege dir, ob du nicht einen deinen Bedürfnissen entsprechenden Kurs belegst, in dem das Sprechen vor Publikum trainiert wird. Die Kunst des Reden Haltens kann deine Ergebnisse im Sitzungssaal oder bei Verkaufspräsentationen verbessern und dir sogar helfen, auf der Karriereleiter aufzusteigen. Es ist eine erforderliche Fähigkeit für Führungskräfte und/ oder Firmenbesitzer.
  2. Erkenne, dass die Leute deine Nervosität nicht sehen können. Wenn du auf die Bühne trittst und auf das Podium zugehst weiß niemand, dass du nervös bist. Dein Bauch könnte verrückt spielen und du hast vielleicht das Gefühl, es würde dir schlecht werden, aber du zeigst wirklich kein nervöses Verhalten. Manchmal kannst du bei öffentlichen Reden das Gefühl haben, die Leute könnten deine Nervosität bemerken. Das macht dich noch nervöser. Es gibt nur einige, subtile Anzeichen die zeigen, dass eine Person nervös ist und diese sind so klein, dass eine normale Person ihnen keine weitere Beachtung schenkt. Mach dir nicht so viele Sorgen. Die Leute erkennen deine Nervosität nicht.
    • Bluffe. Stehe gerade, die Schultern zurück und die Brust raus. Lächle. Auch wenn du dich nicht glücklich oder selbstbewusst fühlst, mach es trotzdem. Du wirst selbstbewusst aussehen und dein Körper wird dein Gehirn austricksen und es dazu bringen zu denken, dass du selbstbewusst seist.
  3. Überinterpretiere die Reaktionen des Publikums nicht. Beruhige dich, wenn du auf der Bühne stehst oder öffentlich sprichst. Denke daran es zu ignorieren, auch wenn du siehst, dass die Leute dich ansehen als seist du verrückt. Was sie denken ist egal. Wenn es wirklich etwas gibst, wovon du weißt, dass du es falsch machst, dann korrigiere es so schnell wie möglich.
    • Gähnen, ein gelangweilter Gesichtsausdruck und ähnliche, negative Gesichtsausdrücke werden im Publikum immer vorkommen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass manche dieser Leute unabhängig vom Anlass gelangweilt sein werden; manchen dieser Leute kann man es schwer recht machen; andere wiederum sind müde; manche dieser Leute sind abgelenkt. Keine dieser Reaktionen liegt an dir.

Tipps

  • Denke daran, dass du nicht so nervös aussiehst, wie du dich fühlst.
  • Denke daran, dass auch die absoluten Profis bei jedem Auftritt jedes Mal etwas Neues lernen!
  • Sage dir selbst „man wird bewundert, wenn andere zu einem aufsehen.“
  • Wenn du denkst, dass die Leute, zu denen du sprichst, dich zu sehr beurteilen, dann sage dir, dass sie nicht sie selbst sind. Denke dir, es seien deine Geschwister oder Freunde. Leute, die dich respektieren und dich nicht verurteilen, wenn du einen Fehler machst.
  • Denke daran, dass du nichts falsch machen kannst, wenn du gebeten wirst zu reden und eine Dienstleistung erbringen sollst. Denke daran, dass es nicht um dich geht. Es geht um sie – dein Publikum. Nicht du bist der Star, sie sind es.
  • Wenn du zur Schule gehst, dann lies freiwillig den Text vor, wenn deine Klasse aus dem Lehrbuch liest.
  • Nur du weißt, was du sagen oder tun solltest und daher ist es in Ordnung, wenn du während der Präsentation etwas veränderst. (Es ist in Ordnung, sie nicht Wort für Wort so zu halten, wie du sie geschrieben hast.)
  • Lächle und versuche Witze über deine Nervosität zu machen. Das Publikum wird lachen (allerdings natürlich auf eine gute Art!) und es wird denken, du seist wirklich lustig. Versuche aber nicht, in ernsten Situationen wie bei einer Beerdigung oder einem wichtigen Meeting witzig zu sein, da dir das wirklich Ärger einbringen könnte!

Warnungen

  • Gib keine falsche oder uninformierte Antwort. Verschiebe sie auf später und frage „ist es in Ordnung, wenn ich nach der Pause auf Sie zurückkomme? Ich möchte sichergehen, das Thema richtig zu beantworten und dass Sie die richtige Antwort bekommen.“
  • Wenn du die Antwort auf eine Frage nicht kennst, dann frage das Publikum, ob jemand die Frage beantworten kann (du musst nicht zugeben, dass du es nicht weißt… frage einfach das Publikum).
  • Vermeide es, hinter einem Podium, Tisch oder irgendeiner physisches Barriere zwischen dir und dem Publikum zu stehen.
  • Vermeide eine todlangweilige PowerPoint Präsentation; ein übermäßiger Gebrauch von Slides wird dein Publikum während der Präsentation einschläfern.
  • Nimm nichts persönlich.
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