Einen Obstbaum zurückschneiden

Das Zurückschneiden verbessert das Baumwachstum, die Obstproduktion und gibt dem Baum eine schöne Weinglasform. Es ist besonders wichtig Bäume auf die richtige Art zurück zu schneiden, so dass sie einen guten Fruchtertrag bringen. Lerne mit dieser Anleitung wann und wie du deine Bäume am besten zurück schneidest, so dass du gesündere, produktivere Bäume hast.

Methode 1 von 3: Wann zurückschneiden?

  1. Schneide Obstbäume im Winter zurück, wenn der Baum in Winterruhe ist. Winterruhe bedeutet, dass der Baum keine Blätter oder Früchte produziert. Das macht es leichter an die Bereiche heran zu kommen, die du zurück schneiden möchtest und unterstützt das bestmögliche Wachstum.
    • Zurückschneiden im Sommer verlangsamt den Reifeprozess und setzt die Früchte der Gefahr eines Sonnenbrandes aus.
    • Wenn du aber sowieso das Wachstum des Baumes etwas verlangsamen möchtest, dann kannst du ihn auch am Anfang des Sommers zurück schneiden.
  2. Schneide Bäume direkt nach dem Pflanzen zurück. Kürze den Stamm bis auf 65 bis 75 cm Länge. Schneide alle Seitenzweige ab bis auf die letzten zwei Knospen.
  3. Schneide junge Bäume in den ersten drei Jahren stark zurück. Starkes Zurückschneiden am Anfang hat einen niedrigeren Ertrag zur Folge, aber langfristig wird dein Baum stärker und ertragreicher.

Methode 2 von 3: Die Grundtechniken

  1. Wähle das richtige Werkzeug. Benutze scharfe Baumscheren bei jungen Bäumen deren Zweige noch nicht dicker als 1.25 cm sind. Benutze spezielle Sägen für größere Bäume.
  2. Beschäftige dich mit den verschiedenen Schnittarten. Die Schnittart bestimmt die Richtung, in die das neue Wachstum gehen wird.
    • Verwende einen Kopfbaumschnitt um eine schöne Baumform zu erhalten. Schneide den Ast oberhalb einer nach außen zeigenden Knospe in einem 30-Grad-Winkel ab damit der Zweig in Richtung oben und außen wächst, so dass der Baum die Form eines Rotweinglases erhält. Wenn du über einer nach innen zeigenden Knospe schneidest, wächst der Zweig nach innen, was aber nicht wünschenswert ist.
    • Verwende einen Lichtungsschnitt um mehr Sonnenlicht durch zu lassen. Scheide dafür die Zweige direkt am Ast ab, aber achte darauf den Astring nicht zu verletzen.
    • Verwende einen Radikalschnitt um starke nach oben wachsende Äste zu entfernen. Ein Radikalschnitt wird verwendet um die Mitte des Baumes zu lichten. Er sollte allerdings nicht oft angewendet werden.
  3. Wähle die Zweige aus, die du abschneiden möchtest. Äste, die im 45-Grad-Winkel aus dem Stamm wachsen, können bleiben. Alles, was in einem ganz anderen Winkel wächst, sollte zurück geschnitten werden.
  4. Schneide dort wo du neues Wachstum möchtest in einem 30-Grad-Winkel. Der Schnitt beeinflusst nur die nächste Umgebung und nicht den gesamten Baum.
  5. Schneide immer an einem Astring oder einer Knospe. Je mehr Knospen du wegschneidest, desto stärker wird dein Baum wachsen.

Methode 3 von 3: Das Erhalten deiner Obstbäume

  1. Mache einen Kopfschnitt am Anfang des Frühlings gerade nachdem die ersten Knospen erschienen sind. Für diesen Schnitt kürze den Stamm auf 65 bis 85 cm. Bleibende Äste wachsen dann zwischen 10 und 30 cm unter dem Kopfschnitt.
  2. Entwickle einen einzelnen Leittrieb. Wenn mehrere senkrecht wachsende Äste darum konkurrieren Leittrieb zu sein (der Ast, der den Stamm nach oben verlängert), wähle einen aus und schneide die anderen am Stamm ab.
  3. Schneide senkrechte Äste zurück um das Wachstum und die allgemeine Entwicklung des Baumes zu fördern. Indem du senkrechte Äste zurück schneidest, kann mehr Sonnenlicht durch kommen.
  4. schneide horizontale Äste zurück um überschüssige Früchte zu entfernen und den Ast zu revitalisieren. Wenn du horizontale Äste nicht zurück schneidest, bringen sie einen höheren Fruchtertrag.
  5. Schneide kranke, verfärbte oder abgebrochene Zweige oder wilde Triebe ab. Wilde Triebe sind Zweige, die unten aus dem Stamm heraus wachsen. Junge wilde Triebe können vorsichtig unten abgebrochen werden. Falls sie allerdings schon etwas dicker sind, sollten sie mit der Baumschere entfernt werden. Entferne alle Zweige, die ungesund aussehen oder mit einer Krankheit infiziert sein könnten.
  6. Entferne konkurrierende und nach unten wachsende Zweige. Zweige, die nach unten wachsen, haben normalerweise nicht viele Früchte. Entferne alle Zweige, die eng zusammenwachsen oder um Raum konkurrieren.
  7. Versuche oben am Baum mehr zurück zu schneiden als unten. Damit kann mehr Sonnenlicht zu den beschatteten Zweigen durchdringen, so dass sie auch mehr Früchte hervorbringen können. Horizontale Äste bringen normalerweise mehr Früchte als senkrechte.

Tipps

  • Schneide deinen Baum zurück, wenn er gepflanzt wird, wenn er nicht schon im Geschäft zurück geschnitten wurde.
  • Pfirsich-, Nektarinen- und Kiwi-Bäume wachsen sehr schnell. Du musst wahrscheinlich die Hälfte vom Vorjahreswachstum zurück schneiden. Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäume wachsen langsamer und du solltest nur ungefähr ein Fünftel des Vorjahreswachstums zurück schneiden. Bei Zitrusbäumen brauchen nur die Zweige, die den Boden berühren, zurück geschnitten werden.
  • Wenn du in Nordkalifornien lebst, schneide deine Aprikosenbäume im Sommer.

Warnungen

  • Schlechte Schnitttechnik kann zu Krankheit und Schädlingsbefall führen. Schnitte, in denen Wasser stehen bleiben kann, können leicht von Schimmel befallen werden und vermodern.
  • Schneide sauber ab und lasse keine Stummel stehen.
  • Schneide Kirschbäume nur sehr vorsichtig zurück.
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