Einen Hund streicheln

Der Hund mag zwar der beste Freund des Menschen sein, das heißt aber nicht, dass er sich auch immer so verhält. Befolge die nachstehenden Anleitungen, wenn du dich einem fremden Hund näherst, achte auf Anzeichen, dass er aggressiv ist, und streichle ihn auf eine Art und Weise, die nicht bedrohlich auf ihn wirkt. Ratschläge dazu, wie du deinen eigenen Hund oder einen, den du gut kennst, streicheln solltest, sind ebenfalls in einem eignen Abschnitt zusammengestellt.

Teil 1 von 3: Vorsichtig auf einen Hund zugehen

  1. Frage den Besitzer, ob du den Hund streicheln darfst. Der Hund kann durchaus freundlich wirken, doch wenn du ihn nicht kennst, kannst du nicht wissen, wie er auf Fremde reagiert. Wenn dir der Besitzer andere Anweisungen, als die hier beschriebenen, gibt, befolge seine. Sollte dir der Besitzer erlauben, den Hund zu streicheln, frage ihn, wo es sein Hund am liebsten hat.
  2. Sei vorsichtig, wenn der Hund keinen Besitzer hat. Wenn du einen Hund ohne Besitzer freilaufend auf der Straße siehst, solltest du vorsichtig auf ihn zugehen und notfalls bereit sein, dich zu verteidigen. Hunde, die angekettet sind, sich in einem Garten oder einem anderen umzäunten Bereich befinden, neigen eher dazu zu beißen; das Gleiche gilt für Hunde, die am Fressen sind oder auf etwas kauen. Nähere dich solchen Hunden mit Vorsicht und verabschiede dich von dem Vorhaben, sie zu streicheln, wenn dir jegliche, der unten beschriebenen Anzeichen auf Aggression auffallen.
  3. Ziehe dich zurück, wenn sich bei dem Hund Anzeichen auf Aggression oder Unbehagen zeigen. Zu den Verhaltensweisen, die auf Aggression schließen lassen, gehören Knurren, Bellen, ein steif erhobener Schwanz, aufgestellte Nackenhaare und eine angespannte Körperhaltung. Wenn der Hund Unbehagen, Angst oder Unruhe empfindet, könnte er sich die Lefzen lecken, das Weiße seiner Augen könnte sichtbar sein, er könnte Augenkontakt vermeiden, den Schwanz hängen lassen, gähnen oder die Ohren nach hinten ziehen. Wenn sich der Hund nicht innerhalb von 30 Sekunden beruhigt oder sich dir nähert, stelle deinen Versuch ein.
  4. Beuge dich nach vorne oder gehe in die Hocke, um den Hund einzuladen, zu dir zu kommen. Lade den Hund dazu ein, den ersten Schritt zu machen, indem du dich hinkniest, um mit ihm auf einer Höhe zu sein. Bei Hunden, die selbstsicherer sind, braucht man sich lediglich nach vorne zu beugen. Beuge dich jedoch nicht direkt über den Hund, da er sich dann bedroht fühlen könnte.
    • Hocke dich niemals in der Nähe eines Hundes hin, wenn er keinen Besitzer hat, oder wenn er sich aggressiv verhält (siehe die oben aufgeführten Anzeichen). Bleibe stattdessen stehen, um dich im Notfall gegen den Hund verteidigen zu können.
  5. Locke einen scheuen Hund, damit er näher kommt. Wenn selbst das Hinhocken den Hund nicht dazu verleitet hat, näher zu kommen, und er sich scheu oder nervös verhält (er rennt weg oder versteckt sich), dann wende deinen Blick von ihm ab, da Augenkontakt auf Hunde bedrohlich wirken kann. Gib sanfte, lockende Laute von dir. Es ist nicht wichtig, welche das sind, solange du laute Geräusche oder solche, die den Hund erschrecken könnten, vermeidest. Drehe deinen Körper außerdem seitwärts, um kleiner und weniger bedrohlich zu wirken.
    • Frage den Besitzer nach dem Namen des Hundes und benutze ihn, um den Hund anzulocken. Manche Hunde sind darauf trainiert, auf den Klang ihres Namens zu reagieren.
  6. Strecke deine Faust aus. Wenn der Hund nach diesen Schritten dafür offen scheint, gestreichelt zu werden, oder wenigstens entspannt wirkt und keine Anzeichen auf Aggression oder Unbehagen zeigt, biete ihm an, deine Faust zu erkunden. Halte sie ihm in Richtung seiner Schnauze, aber nicht direkt an sein Gesicht. Lasse ihn selbst näher kommen und deinen Handrücken so lange beschnüffelt, wie er möchte.
    • Biete einem fremden Hund nicht deine offene Hand an, da er dir in die Finger beißen könnte.
    • Wenn der Hund dich beschnüffelt, tut er dies, um dich abzuschätzen, und nicht, weil er von dir gestreichelt werden möchte. Warte daher, bis der Hund mit dem Beschnüffeln fertig ist, ehe du weiter vorgehst.
  7. Bestimme, ob sich der Hund wohlfühlt. Wenn die Muskeln des Hundes entspannt und somit weder steif noch verkrampft sind, wenn er kurzen Augenkontakt zu dir sucht oder mit dem Schwanz wedelt, dann fühlt er sich in deiner Gegenwart wahrscheinlich wohl. Gehe weiter zum nächsten Abschnitt, höre jedoch auf, ihn zu streicheln und biete ihm still deine Faust an, wenn er versucht, sich dir zu entziehen.

Teil 2 von 3: Einen fremden Hund streicheln

  1. Streichle den Hund an den Ohren. Wenn der Hund keine Anzeichen auf Aggression zeigt, kannst du ihn langsam streicheln oder sanft an den Ohrwurzeln kraueln. Führe deine Hand seitlich seines Kopfes an ihn heran und greife nicht von vorne über sein Gesicht.
  2. Gehe weiter zu anderen Bereichen. Wenn du bis zu diesem Punkt erfolgreich warst, kannst du an anderen Stellen weitermachen. Du könntest deine Hand über seinen Rücken gleiten lassen oder zu seinem Kopf führen und ihn dort sanft mit den Fingern kraueln.
    • Viele Hunde genießen es, am Rücken seitlich der Wirbelsäule gekrauelt zu werden. Wenn du ihn am vorderen Teil nahe dem Hals und den Schultern streichelst, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er unruhig wird, geringer, als wenn du ihn nahe dem Schwanz und den Hinterbeinen streichelst.
    • Freundliche Hunde genießen es manchmal, unter dem Kinn oder an der Brust gestreichelt zu werden, doch manchen gefällt es gar nicht, wenn sie ein Fremder unterhalb des Kiefers berührt.
  3. Höre auf, wenn der Hund abweisend reagiert. Du solltest wissen, dass manche Hunde „kopfscheu“ sind, es also nicht mögen, oben am Kopf gestreichelt zu werden. Anderen Hunden wiederum gefällt es nicht, am hinteren Ende gestreichelt oder an anderen Bereichen ihres Körpers berührt zu werden. Jedes Knurren, ein nach unten gerichteter Schwanz oder plötzliche Bewegungen sollten für dich ein Hinweis sein, mit dem, was du tust, aufzuhören und stillzuhalten. Sobald sich der Hund wieder beruhigt hat und auf dich zukommt, kannst du ihn an einer anderen Stelle weiterstreicheln.
  4. Mache keine plötzlichen Bewegungen. Kraule ihn nicht plötzlich oder stark, tätschle oder klopfe ihm nicht die Seiten und wechsle nicht ruckartig an eine andere Stelle. Wenn der Hund es genießt, an einer bestimmten Stelle gestreichelt zu werden, kannst du vom Streicheln zu einem sanften Kraueln übergehen, oder es, anstatt nur mit einer, mit beiden Händen machen. Bleibe dabei sanft, da du nicht weißt, wie dieser fremde Hund auf kräftigeres Streicheln reagiert. Schnelles oder starkes Streicheln kann selbst einen lieben Hund übermäßig aufregen, und dazu führen, dass er sich erschrickt oder nach deinen Händen schnappt.

Teil 3 von 3: Einen vertrauten Hund streicheln

  1. Lerne, wo sich die Lieblingsstellen des Hundes befinden. Während du den Hund kennenlernst, versuche herauszufinden, was ihm am besten gefällt. Manche Hunde mögen es, den Bauch gekrauelt zu bekommen, andere wiederum lieben es, wenn man ihnen die Beine massiert. Und wieder andere knurren, sobald du dich diesen Bereichen näherst. Achte auf die Körpersprache des Hundes und konzentriere dich auf die Bereiche, die er am meisten genießt. Ein Schwanzwedeln, entspannte Muskeln und ein Jaulen, wenn du aufhörst und weggehst, sind Zeichen dafür, dass der Hund das Streicheln genossen hat. Sabbern kann auch ein Zeichen für Erregtheit sein und bedeutet nicht immer, dass der Hund entspannt ist.
  2. Sei vorsichtig, wenn du den Bauch eines Hundes krauelst. Wenn ein Hund auf dem Rücken liegt, kann dies bedeuten, dass er Angst hat und versucht, dich zu beschwichtigen, und nicht darum bittet, gestreichelt zu werden. Selbst ein lieber Hund, der das Bauchkraueln genießt, kann sich manchmal aus anderen Gründen ebenso verhalten. Kraule einem Hund daher nicht den Bauch, wenn er nervös, angespannt oder unglücklich wirkt.
  3. Bringe Kindern bei, wie sie mit Hunden umgehen sollten. Hunde sind in Gegenwart von Kindern oft nervös, selbst wenn sie mit ihnen groß geworden sind, da sich Kinder beim Streicheln manchmal unbeholfen verhalten. Vergewissere dich daher, dass alle Kinder in deinem Zuhause wissen, dass sie einen Hund weder umarmen noch greifen oder küssen sollten, da diese Handlungen, wenn sie zu unbeholfen ausgeführt werden, einen Hund stressen und sogar dazu führen könnten, dass er beißt. Bringe Kindern außerdem bei, dass sie einem Hund niemals am Schwanz ziehen oder ihn mit Gegenständen bewerfen sollten.
  4. Gib dem Hund gelegentlich eine ausgiebige Massage. Nimm dir hin und wieder 10 bis 15 Minuten Zeit, um den vertrauten Hund vom Kopf bis zum Schwanz zu massieren. Massiere dem Hund mit kreisenden Bewegungen das Gesicht, den Bereich unter dem Kinn und die Brust. Arbeite dich dann am Hals hoch, zu den Schultern hin und den Rücken entlang bis zum Schwanz. Manche Hunde lassen sich vielleicht auch an den Beinen herab massieren.
    • Zusätzlich dazu, dass der Hund eine angenehme Massage bekommt, kannst du dich so auch auf dem Laufenden darüber halten, welche Erhebungen normal und immer vorhanden sind und welche sich neu gebildet haben und auf mögliche Gesundheitsprobleme hinweisen könnten.
  5. Massiere ausgewachsene Hunde und Welpen an den Pfoten. Es könnte sein, dass manche Hunde nicht zulassen, dass du ihre Pfoten berührst. Wenn du die Pfoten aber unbeschadet anheben kannst, dann reibe sie sanft, um die Blutzirkulation anzukurbeln und Sandkörner, Steine oder scharfe Objekte ausmachen zu können, die bei deinem Hund Schmerzen verursachen könnten. Wenn die Unterseiten der Pfoten eingerissen und trocken wirken, bitte einen Tierarzt, um eine geeignete Feuchtigkeitspflege für Hunde und reibe die Pfoten deines Hundes damit ein.
    • Welpen die Pfoten zu massieren, kann später das Krallenschneiden erleichtern, weil es für sie zur Gewohnheit wird, dass ihnen die Pfoten berührt werden.
  6. Massiere Welpen im Maulbereich. Es kann sein, dass junge Welpen, die dich gut kennen, es zulassen, dass du ihnen das Maul und die Pfoten massierst. Das Maul massiert zu bekommen, fühlt sich für zahnende Welpen oft wunderbar an, und es hilft ihnen, sich daran zu gewöhnen, an diesem Bereich berührt zu werden. Auf diese Weise lässt sich später auch einfacher an ihren Zähnen arbeiten.
    • Um das Maul eines Welpen zu massieren, reibe ihm die Wangen und den Kiefer mit sanften, kreisenden Bewegungen. Um auch sein Zahnfleisch zu massieren, kannst du eine spezielle Fingerzahnbürste benutzen, die in Tierhandlungen und Tierarztpraxen erhältlich ist.

Tipps

  • Bevor du einem Hund ein Leckerli gibst, solltest du immer den Besitzer fragen, ob es ihm recht ist. Manche Hunde reagieren auf bestimmte Nahrungsmittel empfindlich, wie z.B. auf Gluten, das sich in vielen preiswerteren Hundesnacks befindet.
  • Der beste Weg, um das Vertrauen eines Hundes zu gewinnen, ist ihn zu füttern.
  • Beobachte deinen Hund, wenn andere Leute ihn streicheln. Bitte Fremde höflich darum, ihre Streichelmethode zu verändern oder einzustellen, wenn es dem Hund unangenehm ist.

Warnungen

  • Streichle einen Hund niemals, wenn er frisst oder auf etwas kaut. Manche Hunde beschützen ihre Knochen oder Spielsachen stark und könnten dich angreifen, aus Angst, du könntest ihnen ihre Sachen wegnehmen.
  • Selbst freundliche Hunde könnte es überfordern, wenn sie von mehr als einem Fremden zur Zeit gestreichelt werden.
  • Sei vorsichtig, wenn es so scheint, als wolle ein Hund dich beißen! Entferne dich langsam und gelassen von ihm und behalte ihn dabei im Auge.
  • Tadle deinen Hund niemals, wenn er knurrt. Hunde knurren, um auszudrücken, dass sie sich bei dem, was passiert, unwohl fühlen. Wenn du deinen Hund anschreist, weil er knurrt, könnte es sein, dass er das nächste Mal, wenn er sich unsicher fühlt, nicht mehr knurrt, sondern beißt.
  • Streichle einen fremden Hund niemals am Kopf, da dies auf einen Hund bedrohlich wirken kann und ihn zum Beißen animieren könnte.
Information
Users of Guests are not allowed to comment this publication.