Limericks schreiben

Ein Limerick ist ein kurzes, komisches und beinahe musikalisches Gedicht, das oftmals ans Unsinnige oder Obszöne grenzt. Es wurde auf Englisch von Edward Lear populär gemacht (und deshalb wird der Limerick Day an seinem Geburtstag, dem 12. Mail gefeiert). Sie zu schreiben braucht anfangs ein bisschen Übung, aber nach kurzer Zeit bist du süchtig danach, diese geistreichen, schrulligen Reime hervorzubringen.

Methode 1 von 2: Deinen Limerick formen

  1. Du musst die grundlegenden Charakteristiken eines Limericks kennen. Während es leichte Variationen in diesem Poesiestil gibt, landen sie alle im selben rhythmischen Topf. Ein echtes Limerick hat fünf Zeilen; die erste, zweite und fünfte reimen sich aufeinander, und die dritte und vierte reimen sich aufeinander. Zusätzlich zum Reim berücksichtige:
    • Anzahl der Silben. Die erste, zweite und fünfte Zeile sollten acht oder neun Silben haben, während die dritte und vierte Zeile fünf oder sechs haben sollten.
    • Metrik. Ein Limerick hat einen bestimmten "Rhythmus", der dadurch erzeugt wird, wie die Silben betont werden.
      • Anapaestisches Metrum - zwei kurze Silben werden von einer langen (betonten) gefolgt (da-da-DAHM, da-da-DAHM). Hier ist ein Beispiel (beachte, dass die Betonung ganz natürlich auf die kursiven Silben fällt): Twas the night before Christmas and all through the house
      • Amphibrachisches Metrum - eine lange (betonte) Silbe ist zwischen zwei kurzen eingefasst (da-DAHM-da, da-DAHM-da). Beispiel: There was a young lady of Wantage
      • Zeilen können auf zwei, einem oder gelegentlich keinem unbetonten Takt beginnen. Manche bevorzugen, den Rhythmus von einer über die nächste Zeile fortzuführen, insbesondere wenn ein Satz über Zeilen weiterläuft, aber dies ist nicht wesentlich.
  2. Wähle die Endung deiner ersten Zeile aus! Diese erste zu kennen hilft dir, gedanklich Reime zu sichten. Die Endung der Anfangszeile ist gewöhnlich ein geographischer Ort. Nimm "Piits"burgh! Beachte, dass die erste Silbe von Pittsburgh betont wird, was zu einer kurzen Silbe am Ende der Zeile führt! Ein weiteres Beispiel: New "York". Beachte, dass die zweite Silbe von New York betont wird! Dies erzeugt zwei sehr unterschiedliche Limericks.
    • Du musst keinen Ort auswählen! Oder dieser Ort muss keine Stadt sein - "There once was a girl in a shoe" ist lebendiger als ein Mädchen, dass in einer schlichten, alten Stadt wohnt.
  3. Überleg dir verschiedene Wörter, die sich auf die Endung deiner ersten Zeile reimen! Lass die Geschichte und die Pointe deines Limericks durch die Reime, an die du denkst, inspiriert werden! Letztlich ist ein Limerick zusammenhängend und schlau. Lass uns zu "Pittsburgh" und "New York" zurückkehren!
    • Da Pittsburgh auf der ersten Silbe betont wird, musst du mit beiden Silben reimen. Die ersten Dinge, die einem da einfallen, sind: kids lurk, zits work, bits jerk, hits perk, lit smirk oder vielleicht eine andere Kombination aus diesen Wörtern.
    • Da New York auf der zweiten Silbe betont wird, brauchst du nur mit dieser zu reimen. Die ersten Dinge, die einem da einfallen, sind: cork, pork, stork, fork. Schreib dir selbst eine ausgedehnte Liste!
  4. Assoziiere mit den Reimwörtern! Die beiden Beispiele, die wir benutzen, fangen gerade an, ihr eigenes Gefühl zu formen. Bei der Stahlstadt mit Wörtern wie kids und zits und private bits könntest du dir ein Limerick über Pubertät aussuchen. Und beim Big Apple könntest du dir durch die Kombination von cork, pork und fork ein Limerick über ein schickes Abendessen mit jeder Menge Fleisch und Wein vorstellen.
    • Geh die Liste durch, die du gemacht hast, und lass dir kleine Geschichten einfallen, was passiert sein könnte und wie deine Ideen miteinander verbunden werden könnten! Die Assoziation braucht nur locker zu sein. Manchmal, ist das Limerick umso lustiger, je unsinniger es ist. Solange es ein Bild im Kopf deines Lesers malt, ist dein Limerick erfolgreich.
  5. Nimm eine Geschichte, die dich anspricht! Entscheide darüber, wer die Person(en) ist, die du in Zeile 1 vorstellst! Was ist an ihm oder ihr wichtig? Konzentrierst du dich auf ihren Beruf oder Sozialstatus, oder auf Alter, Gesundheit oder besonderes Stadium in seinem oder ihrem Leben?
    • Beim Pittsburgh Limerick könntest du das Wort "adolescent" nehmen. Etwas, womit sich jeder identifizieren kann!
    • Beim New York Limerick könntest du an das Wort "distinguished" mit etwas darauf Folgendem denken.

Methode 2 von 2: Es zusammensetzen

  1. Mach die erste Zeile schön und auf das Metrum passend! Deine Wortwahl bestimmt, welche Art von Metrik du anwendest; keine Sorge, du hörst, was geht und was nicht. Lass uns mit unseren beiden Beispielen weitermachen:
    • Beispiel 1, adolescent und Pittsburgh: Adolescent wird auf der 3. Silbe betont. Pittsburgh beginnt mit einer betonten Silbe. Dies bedeutet, dass wir eine weitere lange Silbe am Anfang brauchen und nur Platz für eine kurze Silbe zwischen "adolescent" und "Pittsburgh" haben. So bekommen wir vielleicht: "A young adolescent from Pittsburgh".
    • Beispiel 2, distinguished und New York: Distinguished wird auf der zweiten Silbe betont. Kombiniert mit "from New York" lässt uns das nur zwei Silben für dazwischen, wobei die zweite betont wird. Du könntest dies lösen, indem du zum Beispiel eine Anleihe in einer Fremdsprache machst: "The distinguished beau monde of New York".
  2. Wähle eine Situation oder Handlung, in der deine Person loslegt! Dies ist der Startpunkt deiner Geschichte oder deines Witzes. Verwende eins der reimenden Wörter aus deiner Liste, um deine zweite Zeile zu vervollständigen!
    • Beispiel 1: "A young adolescent from Pittsburgh, was just finding out how his bits work." Jetzt ist es ein Ansatz für einen Limerickerfolg.
    • Beispiel 2: "The distinguished beau monde of New York, was heavily dining on pork." Beachte, wie der Rhythmus in Zeile 2 zum Thema in Zeile 1 zu passen scheint, während es eigentlich anders herum ist! Publikum überlistet!
  3. Überleg dir eine 'Wendung' oder 'Wende' in deiner Geschichte! Während du dir Reimwörter für die 3. und 4. Zeile überlegst, spare die Pointe für deine letzte Zeile auf! Der Spaß beim Limerick kommt in der 4. Zeile und lässt auf den Knaller am Ende warten.
    • Natürlich wird die "bits"-Geschichte voraussichtlich schmutzig - exzellent! Da Limericks oftmals ans Obszöne grenzen, könntest du die Hormone deines Helden ihm das Beste nehmen lassen (ohne es zu explizit zu machen). Wie wär's mit: "He dreamt every night, of a girl by his side"? Das ist familienfreundlich.
    • Beispiel 2: Wenn du an cork und pork denkst, bemerkst du vielleicht, wie sich wine auf swine reimt. Das wäre eine tolle Nachfolge und würde dein Bild gut darstellen.
  4. Schließ die Geschichte mit einer Pointe ab! Komm auf deine Liste von Reimwörten zurück und such ein schönes aus, das alles zusammen fixiert! Dies ist der schwierigste Teil. Lass dich nicht abhalten, falls deine ersten paar Limericks nicht witzig genug sind! Denk daran, dass es zu allererst Geschmacksache ist und zweitens: "Übung macht den Meister"! Und manchmal ist es nur eine Frage des Findens des richtigen Ausgangswortes, um mit deinen reimen loszulegen!
    • Unser Pittsburgh-Beispiel hat sich schön entwickelt: "A young adolescent from Pittsburgh, was just finding out how his bits work. He dreamt every night, of a girl by his side, but his zits seemed to make all the kids smirk."
    • Das für New York auch. "The distinguished beau monde of New York, was heavily dining on pork. They drank so much wine, that instead of the swine, many were chewing on cork."

Tipps

  • Falls du steckenbleibst, probiere aus, ein paar Limericks durchzusehen, die andere Leute geschrieben haben; die Limericks jedes Schriftstellers haben ein besonderes, individuelles "Gefühl" an sich. Du weißt nie, welches vielleicht direkt aus deinem Schreibblock springt.
  • Wähle Tiere, Pflanzen oder Leute als Themen für Anfänger! Fang nicht mit etwas zu Abstraktem an!
  • Liebesgedichte sind schwerer zu schreiben. Limericks sind Witze, keine Liebesgedichte.
  • Lies ein paar von Edward Lears Limericks und Unsinn-Gedichte!
  • Klatsch in die Hände, wenn du deine Limericks laut rezitierst! es hilft dir, das 'Gefühl' für die Metrik zu finden und zu überprüfen, ob es richtig fließt.
  • Wenn du dich mit den Grundlagen auskennst, versuch mit internen Reimen zu experimentieren, mit Alliterationen oder Assonanzen, um dein Gedicht noch besonderer zu machen!
  • Benutze das Alphabet! Dies erlaubt es dir, dir schnell eine unbegrenzte Anzahl an Reimen einfallen zu lassen. Nimm zum Beispiel das Wort "Wiki" und lass den "iki"-Teil durch das Alphabet laufen: aicki...bicki.... Wenn du gedanklich alle 26 Buchstaben überprüft hast, hast du zumindest chickie, hickey, mickey, picky, tricky etc.
  • Es gibt viele Reimwörterbücher gedruckt und im Internet, die helfen können. Im Internet kannst du auch nach kürzeren Wortendungen und auch nach ganzen Wörtern suchen (zusätzlich zu Silben, natürlich).
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