Nägel lackieren

Perfekt lackierte Nägel können etwas über deine Stimmung sagen, zu deinem Outfit passen und deine Persönlichkeit widerspiegeln – besonders, da es heutzutage viele unterschiedliche Farben gibt: klassisches Rot, fröhliches Gelb, kreatives Grün, geheimnisvolles Lila, leuchtendes Blau u.v.m. Bei all dieser Auswahl vergisst man leicht, dass richtiges Lackieren gar nicht so leicht ist, wenn man sauber und ordentlich arbeiten will. Hier erfährst du, wie du selbst für wunderschön lackierte Nägel sorgen kannst, so dass du dafür vielleicht nie mehr in ein Nagelstudio musst.

Methode 1 von 3: Vorbereitung

  1. Wähle einen Nagellack in deiner Lieblingsfarbe aus.
    • Wähle eine Farbe, die sowohl zu deiner Stimmung als auch zu deinem Outfit passt. Dunkle Farben wie Lila, Schwarz oder Dunkelrot lassen deine Nägel länger wirken. Wähle so eine Farbe nur, wenn du diesen Effekt haben möchtest.
    • Nimm keinen Nagellack, der zu alt ist. Alter Nagellack wird dickflüssig und klebrig und ist deshalb schwer aufzutragen.
    • Wenn du älteren dickflüssigen Nagellack nicht wegwerfen willst, kannst du ihn mit etwas Nagellackentferner wieder dünnflüssiger machen. Füge ein paar Tropfen Entferner in den Lack, verschließe ihn gut und schüttele das Fläschchen, damit sich die Flüssigkeiten gut vermischen. Es gibt dafür auch speziellen Nagellackverdünner von den meisten gängigen Marken.
  2. Suche dir den passenden Ort. Du solltest deine Nägel auf einer sauberen, stabilen Oberfläche in einem gut beleuchteten Raum lackieren. Ein Schreib- oder Küchentisch eignet sich gut. Lege ein paar Papiertücher unter deine Hände, damit kein Lack auf den Tisch kommt. Der Raum sollte auch gut gelüftet sein, da Nagellack und -entferner unangenehme Dämpfe abgeben, die der Gesundheit nicht zuträglich sind.
  3. Lege alles Nötige bereit. Dazu gehören Wattebäuschen oder -pads oder Kosmetiktücher, Wattestäbchen, Nagellackentferner, Nagelknipser, Nagelfeile, ein Holzstäbchen und farbloser Nagellack. Mit diesen Dingen geht das Lackieren schnell und die Gefahr, einen Nagel zu verschmieren, wird minimiert.
  4. Entferne den alten Nagellack. Gib reichlich Nagellackentferner auf das Wattebäuschen und halte es 10 Sekunden auf den Nagel. Dann wische den alten Nagellack ab. Benutze für die Ecken ein Wattestäbchen, um auch dort den Nagellack zu entfernen. Es empfiehlt sich, hierfür Entfernerpads oder Kosmetiktücher zu verwenden, da durch die Watte kleine Fasern auf dem Nagel kleben bleiben können.
    • Auch wenn du keinen Nagellack auf den Nägeln hast, solltest du sie vor dem Lackieren mit etwas Entferner abreiben, um ölige Stellen zu beseitigen. Auf diese Weise kannst du den Lack leichter auftragen und er hält länger.
  5. Schneide oder feile deine Nägel. Benutze einen Nagelknipser, wenn deine Nägel zu lang oder unregelmäßig sind. Alle Nägel sollten ungefähr dieselbe Länge haben. Mit einer Feile, z.B. einer Glasfeile, solltest du scharfe Kanten abfeilen. Du kannst deine Nägel rund oder gerade feilen, ganz wie du es magst.
    • Beim Feilen der Nägel solltest du jeden Nagel einzeln vom Rand zur Mitte feilen und immer nur in eine Richtung. Reibe nie wie bei einer Säge hin und her, da du sonst die Nägel schädigst und sie brechen können.
  6. Schiebe die Nagelhaut zurück. Die Nagelhaut ist das kleine Stück Haut unten am Nagel. Wenn du sie nicht zurück schiebst, sieht die Lackierung unsauber aus. Es ist leicht, die Nagelhaut zurück zu schieben, wenn du sie vorher einweichst. Dazu solltest du die Nägel ein paar Minuten in ein Schälchen mit lauwarmem Wasser halten. Trockne danach Hände und Nägel gut ab und schiebe bei jedem Nagel die Nagelhaut vorsichtig mit einem Rosenholzstäbchen zurück.
  7. Reibe das Nagellackfläschchen 30 Sekunden lang zwischen deinen Händen. So wird er erstens aufgewärmt und zweitens werden die Inhaltsstoffe, wie Farbpigmente, aufgewirbelt. Schüttele das Fläschchen nicht, damit keine Bläschen entstehen und deine Fingernägel gleichmäßig lackiert werden.

Methode 2 von 3: Den Lack auftragen

  1. Trage einen klaren Basislack auf. Du solltest unbedingt einen klaren Basislack auftragen. Er sorgt für eine glatte Oberfläche, so dass dein farbiger Lack besser hält. Außerdem sorgt der Basislack dafür, dass sich dein Nagel durch den farbigen Lack nicht verfärbt. Der Basislack sollte gut trocknen bevor du fortfährst.
    • Beim Auftragen des Basislacks musst du nicht allzu vorsichtig sein. Da er durchsichtig ist, fällt es nicht auf, wenn ein kleines bisschen davon auf die Haut kommt.
    • Es gibt zwei Arten von Basislack. Einer ist ein sog. Rillenfüller, der die Nägel glättet und für eine glatte, matte Grundierung sorgt. Der andere ist ein sog. Nagelstärker, der die Nägel schützt und sie länger und stabiler wachsen lässt. Wenn du willst, kannst du von beiden eine Schicht auf deine Nägel auftragen.
  2. Drücke deine Hände fest auf den Tisch. Lass sie nicht einfach locker liegen. Sie könnten sonst zittern oder sich bewegen. Drücke die Hand fest auf die Oberfläche des Tisches und spreize dabei die Finger weit auseinander. Fange mit dem Zeigefinger an und mache dann mit jedem Nagel bis zum kleinen Finger weiter. Hebe dann die Hand an und platziere den Daumen an der Tischkante, um ihn zu lackieren.
    • Es ist egal, ob du mit deiner dominanten Hand anfängst oder nicht. Mache es so, wie es dir am besten gelingt. Es ist anfangs immer schwieriger, mit der nicht dominanten Hand zu lackieren, aber auch hier macht Übung den Meister.
  3. Öffne den Nagellack und entferne überschüssigen Lack vom Pinsel. Die richtige Menge Lack auf dem Pinsel zu haben, ist eines der wichtigsten Dinge für perfekt lackierte Nägel. Streiche überschüssigen Lack an der Innenseite des Fläschchens ab. Die richtige Menge auf dem Pinsel zu haben, ist eine Kunst, die du mit der Zeit lernst.
    • Achte darauf, welche Form der Pinsel hat. Die meisten Pinsel waren früher rund aber es gibt immer mehr, die breiter und flacher sind. Letztere machen das Auftragen leichter und es geht weniger daneben.
  4. Trage einen Tropfen Lack unten am Nagel auf. Positioniere den Pinsel mittig unten am Nagel, gleich über der Nagelhaut. Trage einen Tropfen (soviel, um den ganzen Nagel damit zu lackieren) auf und streiche vorsichtig in Richtung Nagelrand.
    • So machen es professionelle Kosmetikerinnen. Es dauert eine Weile, bis man das hinbekommt, aber auf diese Weise geht es am einfachsten und man erzielt das beste Ergebnis.
  5. Lackiere den Nagel mit drei Pinselstrichen. Kosmetikerinnen und Schönheitsexperten sind sich einig, dass es am einfachsten und saubersten ist, den Nagel mit drei Pinselstrichen zu lackieren: Gib etwas Lack unten auf den Nagel und streiche die Farbe in einer geraden Bewegung nach oben bis zum Rand. Gehe ein zweites Mal nach unten und streiche die Farbe in einer leichten Kurve nach links bis nach oben und wiederhole es ein drittes Mal für die rechte Seite.
    • Du solltest genug Lack auftragen, um den gesamten Nagel mit einer dünnen Schicht Lack zu überziehen, ohne den Pinsel nochmals in das Fläschchen zu tauchen. Wenn du den Lack zu dick aufträgst, brauchen die Nägel länger zum Trocknen und können verschmieren.
    • Wenn du die seitlichen Pinselstriche machst, solltest du den Lack nicht ganz bis an den Rand streichen, sondern einen hauchdünnen Rand frei stehen lassen. Dieser Rand ist kaum zu sehen und du vermeidest, Lack auf die Haut der Finger zu übertragen.
  6. Die erste Lackschicht sollte gut trocknen, bevor du die zweite aufträgst. Fast alle Nagellacke müssen zweimal, manche sogar dreimal aufgetragen werden. Es ist besser, mehrere dünne Schichten als eine dicke aufzutragen. Das Ergebnis sieht besser aus und verschmiert nicht so leicht. Zwischen den Schichten sollte der Lack komplett durchtrocknen. Das dauert in der Regel zwischen fünf und zehn Minuten, abhängig vom Lack.
    • Trage die zweite Schicht genauso auf wie die erste. Sei genauso sorgsam und werde nicht ungeduldig. Wenn du zu schnell arbeitest, gefährdest du das Ergebnis. Auch die zweite Lage sollte gut trocknen. Erst dann solltest du, wenn du möchtest, eine dritte Schicht auftragen.
    • Wie du siehst, dauert es eine ganze Weile, wenn du die Nägel ordentlich lackieren willst. Du solltest eine halbe bis eine Stunde einplanen. Deshalb solltest du DAVOR einen Snack bereit legen, auf die Toilette gehen oder den Fernseher einschalten. So vermeidest du, dass du Langeweile bekommst während du darauf wartest, dass die Nägel trocknen.
  7. Trage einen Überlack auf. Wenn die zwei oder drei Schichten des Lacks trocken sind, kannst du einen farblosen Überlack auftragen. So verhinderst du, dass die Farbe abplatzt und sorgst für extra Glanz. Trage den Überlack über den farbigen Lack von unten bis an die Spitze auf. Zum Schluss solltest du auch den überstehenden Nagel von innen lackieren. So verhinderst du, dass die Farbe dort abreibt und sorgst für extra Halt bei langen Nägeln.
  8. Mache sauber. Wenn deine Nägel lackiert und trocken sind, solltest du kleinere Unfälle beseitigen. Tauche ein Wattestäbchen mit möglichst feiner Spitze in den Nagellackentferner und entferne den Lack, der möglicherweise auf der Haut gelandet ist.
    • Arbeite dabei langsam und vorsichtig, sonst besteht die Gefahr, dass du abrutscht und den Lack auf den frisch lackierten Nägeln ruinierst.
    • Benutze für jeden Nagel ein frisches Wattestäbchen, sonst könntest du versehentlich Lackreste davon auf die Haut übertragen.

Methode 3 von 3: Nageldesign

  1. Benutze Nagelsticker. Nagelsticker sind sehr leicht anzubringen und es gibt sie in einer Vielzahl von Formen, Farben und Designs. Du musst nur die Schutzfolie von der selbstklebenden Fläche entfernen (manchmal brauchst du auch etwas Nagelkleber) und den Sticker für 10-20 Sekunden fest auf den Nagel drücken. Sticker mit Glitzersteinchen, wie oben im Bild, sind sehr beliebt und in vielen Drogerien zu bekommen.
    • Es kann hilfreich sein, die Sticker mit einer Pinzette anzubringen. Mit einer Pinzette fällt der Sticker dir nicht so leicht herunter und bleibt nicht irgendwo kleben, wo du es nicht willst.
    • Nagelsticker sollten nur auf komplett durchgetrocknetem Lack angebracht werden.
  2. Lass deine Nägel funkeln. Glitzernde Nägel sind auch sehr angesagt. Du kannst diesen Effekt mit künstlichem Glitter oder Zucker erreichen. Streue etwas davon auf deine Nägel, wenn der Überlack noch nicht trocken ist. Wenn der Lack dann trocken ist, sieht es aus, als hättest du kleine Kristalle auf den Nägeln – ein cooler Effekt!
  3. Du kannst auch echte Nagelkunst probieren. Nagelkunst umfasst verschiedene Designs und Techniken. Du brauchst dafür eine ruhige Hand und viel Übung. Du kannst kleine Pünktchen mithilfe eines Zahnstochers oder Blumen oder Marienkäfer malen. Du kannst auch mit verschiedenfarbigen Lacken arbeiten und einzigartige Designs erschaffen – bis hin zu Farbverläufen und Batikoptik.
  4. Versuche Colorblocking. Beim Colorblocking verwendet man zwei, drei oder mehr Lacke in Kontrastfarben, um coole, geometrische Designs auf die Nägel zu malen. Dazu benutzt du besser einen sehr feinen Pinsel zum Malen und nicht den Pinsel aus dem Nagellackfläschen.
  5. French Manicure. Eine French Manicure heißt, dass der Nagel in einer natürlich-wirkenden Farbe wie Rosa oder Pfirsich lackiert wird und der Nagelrand in Weiß. Das ist ein sehr edler Look, den man aber mit ein bisschen Übung auch selbst hinbekommt.
    • Anders als man glaubt, wird der weiße Rand zuerst mithilfe eines weißen Speziallacks aufgetragen, den es oft in Manikürsets gibt. In diesen Stets gibt es auch meist spezielle Klebestreifen, die auf den Nagel aufgeklebt werden, um eine perfekte gerade weiße Linie hin zu bekommen. Wenn du eine sehr ruhige Hand hast, schaffst du es auch ohne.
    • Wenn die Spitzen aufgetragen und getrocknet sind, kannst du darüber einen Lack in einer natürlich wirkenden Farbe auftragen und alles mit einem Überlack fixieren.
  6. Probiere andere Techniken aus. Wenn du die Grundtechniken beherrscht, sind deinen Ideen keine Grenzen gesetzt. Du kannst ganze Galaxien malen oder deine Nägel im Leopardendesign stylen. Probiere die Splatter-Nail-Methode, bei der Farbe mit einem Strohhalm auf den Nagel gepustet wird – lebe deine Kreativität aus, die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Tipps

  • Du kannst die Ränder der Nägel auch abkleben. So verhinderst du, dass Nagellack auf die (Nagel)Haut gelangt.
  • Du kannst eine Stecknadel benutzen, um coole und lustige Designs deiner Wahl zu malen.
  • Klebeband kann auch helfen, die French Manicure sauber hin zu bekommen.
  • Reibe Vaseline auf die Haut um die Fingernägel. Sollte Lack auf die Haut kommen, kannst du ihn so problemlos wieder beseitigen.
  • Arbeite vom kleinen Finger zu den anderen. So minimierst du die Gefahr, versehentlich feuchten Lack zu verschmieren, wenn du am nächsten Finger weiter machst.
  • Du kannst auch Klebeband um die Nägel kleben, um deine Haut zu schützen. Wenn du die Nägel lackiert hast, musst du nur das Band abziehen. Wenn etwas daneben geht, ist es so kein Problem und du bekommst makellos lackierte Nägel.
  • Wenn du die linke Hand lackierst, halte beide Hände auf den Tisch. Du kannst auch deine Hand bewegen und den Pinsel an derselben Stelle halten, wenn das bei dir besser klappt.
  • Wenn deine Nägel brüchig sind und sie mit Nagellack nicht schön aussehen, kaufe dir einen Nagelhärter. Den bekommst du in der Kosmetikabteilung von Drogerien oder Kaufhäusern. Wenn du ihn regelmäßig vor dem Lackieren aufträgst, werden deine Nägel schön und stark und sehen dann auch lackiert gut aus.
  • Wenn du Nagellack auf die Haut bekommst, warte bis deine Nägel getrocknet sind. Dann reibe den Lack unter warmem Wasser ab. So bleibt der Lack auf den Nägeln und das Entfernen von der Haut geht schnell, einfach und schmerzlos.
  • Übung macht den Meister. Mit seiner nicht dominanten Hand zu lackieren braucht etwas Übung.
  • Male nicht über die Nagelhaut, lasse eine kleine Lücke zwischen Nagel und Haut.
  • Wenn du jemanden hast, der dich an sich üben lässt, mach es. Trainiere bei einer Freundin, bis du glaubst, es bei dir selbst hin zu bekommen.
  • Benutze auf jeden Fall einen Basislack. So verhinderst du Verfärbungen deiner Nägel und der Lack an Händen oder Füßen hält länger.
  • Trage den Nagellack nicht zu dick auf. Wenn du mehrere dünne Schichten aufträgst, wird die Oberfläche dunkler und sieht viel besser aus.

Warnungen

  • Wenn du keinen Basislack unter den farbigen Lack aufträgst, können deine Nägel gelb und fleckig werden. Diese Flecken kannst du entfernen, indem du deine unlackierten Nägel in frischen Zitronensaft tauchst. Achte darauf, dass du keine Risse in der Haut hast, sonst brennt es.
  • Verschließe den Nagellack immer gut, damit er nicht austrocknet.
  • Achte darauf, den Nagellack so wie andere Chemikalien sicher vor Kindern aufzubewahren.

Was du brauchst

  • Klarlack (als Unter- und Überlack)
  • Farbigen Nagellack
  • Nagellackentferner
  • Wattebäuschen oder Kosmetikpads
  • Wattestäbchen
  • eine glatte Oberfläche, um die Nägel zu lackieren
  • Klebeband (sog. Striping Tape gibt es extra für Fingernägel)
  • Nagelfeile
  • Rosenholzstäbchen o.ä. zum Zurückschieben der Nagelhaut
  • Papiertücher
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