Debattieren

Es gibt viele Arten von Debatten, sie reichen vom britischen Parlament über Grundsatzdebatten, bis hin zum guten alten Schlagabtausch im Garten. Ob du in einem Team bist oder das alleine machst, wird dieser Artikel dir einige allgemeine Tatsachen über das Debattieren vermitteln und dir Tipps bieten, wie du deine Technik verbessern kannst.

Methode 1 von 2: Formelle Debatte im Team

  1. Sei bereit ein Thema zu bekommen, über das debattiert werden wird. Ein Team muss dabei die „zustimmende“ Seite sein und das andere dagegen. Das Team, das dem Thema zustimmt, wird bejahend genannt, während das Team, das dagegen ist, negativ genannt wird.
    • Beide Teams werden in der Nähe der Vorderseite des Raumes sitzen, in dem sie sprechen werden – das bejahende Team auf der Linken, das negative Team auf der rechten Seite.
    • Der Vorsitzende wird die Debatte eröffnen und der erste Redner wird seine Rede halten. Die Reihenfolge der Sprecher ist normalerweise vorherbestimmt und bejahend, negativ, bejahend, negativ und so weiter.
  2. Wenn nötig, dann definiere das Thema. „Die Todesstrafe ist eine gerechte und effektive Strafe“ zu diskutieren ist wahrscheinlich schon ziemlich klar, aber was, wenn dir ein Thema wie „Glück ist ein noblerer Zug als Weisheit“ gegeben wird? Vielleicht wirst du eine Definition liefern müssen, bevor du weitermachst.
    • Das bejahende Team bekommt immer die erste und beste Möglichkeit, um das Thema zu definieren. Der erste Bejahende sollte die Sicht einer „Person von der Straße“ liefern test:
      • Wie würde eine durchschnittliche Person von der Straße das Thema definieren? Ist es vernünftig zu denken, dass eine „normale“ Person auf eine bestimmte Weise über das Thema denkt?
    • Das negative Team bekommt die Möglichkeit, die Definition abzulehnen und ihre eigene anzubieten, aber nur, wenn die Definition der Bejahenden unlogisch ist oder die negative Position obsolet macht. Der erste negative Sprecher muss die bejahende Definition ablehnen, wenn er dagegen angehen möchte.
  3. Schreibe dein Argument während der vorgegebenen Zeit auf. Abhängig davon, für welche Position du eintrittst, musst du bestimmte Write Dinge befolgen, etwa das Thema zu definieren oder ein wichtiges Argument zu liefern.
    • Stütze deine Meinungen/ Anmerkungen. Wenn du sagst „ich denke, dass die Todesstrafe abgeschafft werden sollte“, dann sei bereit zu beweisen, warum dies das Beste wäre.
    • Bringe Religion nur an, wenn dies angemessen ist. Dinge, die in der Bibel, der Thora, dem Koran usw. geschrieben stehen, sind normalerweise keine vernünftigen Quellen, um dein Argument zu stützten, da nicht jeder diese Quellen als wahr ansieht.
    • Wenn etwas nicht weißt, dann debattiere nicht darüber, es sei denn, du hast keine andere Wahl. Wenn du nicht viel über das Thema weißt, dann versuche zumindest mit einer vagen, ambigen Information zu kommen, damit dein Gegner es schwer haben wird, etwas dagegen vorzubringen. Wenn sie es nicht verstehen, können sie nicht dagegen vorgehen. Behalte im Hinterkopf, dass der Richter dich wahrscheinlich auch nicht so gut verstehen wird, es zu probieren ist aber wahrscheinlich besser als zu sagen „Ich weiß nichts. Ich überlasse meinen Gegnern das Wort“.
    • Verwende keine rhetorischen Fragen. Gib immer eine klare Antwort auf jede Frage. Eine Frage offen zu lassen bietet deinen Gegnern Raum, um dagegen vorzugehen.
  4. Bringe dein Argument vor. Wenn du an der Reihe bist, dann leg los und präsentiere dein Argument. Halte deine Rede mit Leidenschaft – eine monotone Stimme wird dazu führen, dass die Leute abdriften und sie verpassen dann vielleicht den Punkt, den du vorbringen möchtest. Sprich daher klar, langsam und laut.
    • Stelle Blick mit demjenigen her, der den Gewinner der Debatte bestimmen wird. Es ist zwar in Ordnung, ab und an deine Gegner anzusehen, du solltest aber versuchen, dein Argument an der Richter zu richten.
    • Gib zunächst ein Layout deines Arguments. So werden deine Hörer wissen, was sie erwarten können und dein Richter wird dich nicht unterbrechen, wenn du nicht die Zeit überschreitest.
  5. Stelle ein Gleichgewicht zwischen der Präsentation der Punkte deines Teams und dem Widerlegen der Punkte der Gegner her. Da die Teams abwechselnd debattieren, kannst du immer ein Gegenargument zu den Argumenten der Gegner anbringen, wenn du nicht der erste Redner bist. Hier kommt ein möglicher Ablauf, wie beide Teams ihre Debattierstrategie organisieren könnten:
    • Erster Bejahender:
      • Definiere das Thema (optional) und präsentiere die Linie deines Teams.
      • Skizziere kurz, worüber jeder bejahende Redner sprechen wird.
      • Präsentiere die erste Hälfte der bejahenden Argumente.
    • Erster Negativer:
      • Akzeptiere oder weise die Definition zurück (optional) und präsentiere die Linie deines Teams.
      • Skizziere kurz, worüber jeder negativer Rednersprechen wird.
      • Liefere eine Gegenposition zu einigen der Punkten, die durch den ersten Bejahenden präsentiert wurden.
      • Präsentiere die erste Hälfte der Argumente des negativen Teams.
    • Zweiter Bejahender:
      • Bestätige nochmal die bejahende Linie.
      • Biete Gegenargumente zu einigen der Punkte, die durch den ersten Negativen vorgebracht wurden.
      • Präsentiere die zweit Hälfte der bejahenden Argumente.
    • Zweiter Negativer:
      • Bestätige die Linie des negativen Teams.
      • Liefere Gegenargumente zu einigen der Punkte, die du den zweiten Bejahenden präsentiert wurden.
      • Präsentiere die zweite Hälfte der Argumente des negativen Teams.
    • Dritter Bejahender:
      • Bestätige die Linie der bejahenden Teams.
      • Liefere Gegenargumente zu allen noch offenen Argumenten des negativen Teams.
      • Liefere eine Zusammenfassung des bejahenden Standpunktes.
      • Schließe die Debatte für das bejahende Team ab.
    • Dritter Negativer>
      • Bestätige die Linie des negativen Teams.
      • Liefere Gegenargumente zu allen verbleibenden Argumenten des bejahenden Teams.
      • Liefere eine Zusammenfassung der Beispiele des negativen Teams.
      • Schließe die Debatte für das negative Team ab.
  6. Bedenke die drei Regeln des Widerlegens. Wenn du ein Argument des anderen Teams widerlegst, dann denke an drei grundlegende Regeln:
    • Liefere Beweise für deine Widerlegung. Liefere nicht einfach eine energische Behauptung. Zeige dem Vorsitzenden, warum das Argument des anderen Teams völlig falsch ist; sage es nicht einfach nur.
    • Attackiere die wichtigsten Teile ihres Arguments. Es ist nicht besonders effektiv, wenn du dich einem seltsamen Teil des Arguments des Gegners annimmst. Halte dich an der Kern des Arguments und nimm es mit der absoluten Effizienz eines Chirurgen auseinander.
    • Keine Attacken auf eine Person. Eine Attacke auf eine andere Person ist, wenn du die Person, anstelle ihrer Ideen kritisierst. Attackiere die Idee, nicht die Person.
  7. Nutze all deine Zeit (oder das meiste davon). Je mehr du sprichst, desto mehr wirst du den Richter überzeugen. Bedenke, dass dies bedeutet, dass du viele Beispiele geben solltest und nicht nur herumlabern. Je mehr der Richter hört, warum du Recht hast, desto mehr wird er dazu neigen, dir Glauben zu schenken.
  8. Du solltest wissen, für welche Aspekte der Debatte du beurteilt wird, wenn du sie richtig anwendest. Meist werden Debatten nach drei Kriterien beurteilt: Bedeutung, Art und Methode.
    • Bedeutung:
      • Menge der Beweise. Wie viele Beweise liefert der Redner, um seine Behauptungen zu stützen?
      • Relevanz der Beweise. Wie stark stützen die angewandten Beweise das Argument?
    • Art:
      • Blickkontakt. Wie gut bezieht der Redner das Publikum mit ein? Verbringt der Redner zu viel Zeit mit seinen Karteikarten?
      • Stimme. Wie gut betont die Stimme des Sprechers sein Argument? Zeigt er Unterschiede im Volumen, der Höhe und dem Tempo, um wichtige Teile zu betonen?
      • Körpersprache. Wie gut nutzt der Sprecher seinen Körper, um seine Argumente zu betonen und Autorität und Ruhe zu vermitteln?
      • Nervöse Angewohnheiten. Wie gut vermeidet der Sprecher verbale und körperliche Ticks, während er redet? Stammelt, zappelt oder läuft es hin und her?
      • Aussprache. Wie deutlich spricht der Redner die Wörter aus? Verwendet der Redner Wörter, oder verwenden die Wörter ihn?
    • Methode:
      • Zusammenhalt des Teams. Wie gut organisiert das gesamte Team seine Argumente und Widerlegungen? Wie gut passen die Argumente und die Widerlegungen zusammen? Wie klar und beständig ist die Linie des Teams?
      • Individuelle Fähigkeiten. Wie gut sind die einzelnen Individuen, wenn sie sprechen? Wie klar markiert er oder sie das Ende des einen und den Anfang des anderen Arguments?

Methode 2 von 2: Debatten in Gesprächen oder informelle Debatten

  1. Stelle Fragen, um nach und nach ein Argument zu liefern. Da du dich nicht in einer formellen Debatte befindest, weißt du nicht wirklich, welche Seite des Arguments die andere Person einnehmen wird oder woran sie eigentlich glaubt. Stelle Fragen, um die Dinge einzugrenzen.
    • "Glaubst du also, dass die Lücke in der fossilen Überlieferung etwas über den Darwinismus aussagt?"
    • "Hast du eine Meinung zu der Frage Natur versus Erziehung?"
    • "Was ist deine Einstellung, wenn es um Fördermaßnahmen für Minderheiten geht?"
  2. Verstehe genau, was die Position der anderen Person ist oder frage sie, um alle Unklarheiten zu beseitigen. Niemandes „Weltanschauung“ ist völlig kohärent. Aber es ist schwer mit jemandem zu debattieren, wenn er völlig zerstreut ist. Versuche, dein Gegenüber sanft zu einer Argumentationslinie zu bekommen, die mehr oder weniger konsistent ist.
    • Wenn du dir nicht sicher bist, was ihre Argumente sind, dann helfe ihr auf eine nicht erschreckende Art und Weise: "Wenn ich richtig verstehe, was du sagst, dann meinst du, dass der Penny abgeschafft werden sollte, weil es mehr kostet, als es kostet einen Penny zu produzieren?"
  3. Stelle deine Gegenargumente dar. Deine Gegenargumente darzustellen, nachdem die andere Person ihr Argument klargemacht hat, fühlt sich weniger antagonistisch an, auch wenn es sich noch immer um eine Debatte handelt.
    • Liefere Beispiele zu deiner These, warum du etwas Bestimmtes glaubst:
      • "So sehe ich es: Ich denke, dass der übermäßige Gebrauch politischer Korrektheit im Grunde dazu geführt hat, dass wir Angst haben, überhaupt etwas zu sagen. Anstatt zu sagen, was wir eigentlich meinen, sagen wir, was wir denken, dass die Leute hören wollen. Wir machen uns mehr Sorgen darum, andere Leute zu beleidigen, als darüber die Wahrheit zu sagen."
  4. Widerlege die Argumente der anderen Person. Bringe zuerst dein Gegenargument vor und liefere dann alle Widerlegungen, die dir einfallen.
    • "Macht es wirklich Sinn zu sagen, dass jede Art der Regierung – kommunal, staatlich oder föderal – Gesetze zur Sexualmoral erlassen sollte? Es ist nicht eine Frage des Könnens – sie sind mehr als in der Lage, es zu tun; es ist eher eine Frage dessen, ob es richtig für sie ist zu sagen, wie wir mit unseren Körpern in der Privatsphäre unseres Zuhauses umgehen sollten. Wo hört es auf, wenn wir zulassen, dass sie einen Fuß in die Tür bekommen? Wäre das nicht eine Einladung für sie, über mehr und mehr private Aspekte unseres Lebens zu richten? Wann hören unsere Leben auf, die ihren zu werden? "
  5. Antworte auf alle Widerlegungen der anderen Person. Mehr als wahrscheinlich wird die Person, mit der du debattierst, Probleme mit einigen der Dinge haben, die du sagst. Erinnere dich an ihre Widerlegungen und gehe auf sie ein, wenn die andere Person zu Ende gesprochen hat.
  6. Achte auf eine informelle (und unausgesprochene) Etikette. Es zahlt sich aus, nett zu anderen Leuten zu sein, auch wenn du gerade mit ihnen debattierst. Denke an:
    • Reiße das Gespräch nicht an dich. Es handelt sich um eine Debatte, was bedeutet, dass ein frei fließender Austausch von Ideen stattfinden sollte und du nicht nur darauf herumreiten solltest, warum du Recht und der andere Unrecht hat.
    • Gehe davon aus, dass die andere Person es gut meint. Sie könnte dich missverstehen und die Debatte könnte unbeabsichtigt aufgeheizt werden. Am besten ist es anzunehmen, dass die Person in der Erwartung eines rein freundschaftlichen Schlagabtausches teilnimmt und es nicht darauf abgesehen hat, dich zu verletzen.
    • Erhebe nicht deine Stimme und lass nicht zu, dass die Dinge sich aufheizen. Versuche, dich nicht so sehr in die Debatte hineinzusteigern, dass du deine Ruhe verlierst. Eine Debatte sollte zivilisiert und erhellend sein, und nicht eine Lektion in Tyrannei.
  7. Kaue nicht das gleiche Argument immer und immer wieder durch. Manche Debatten drehen sich immer und immer wieder im Kreis, weil keine Partei bereit ist, nachzugeben. Wenn du an einer Debatte beteiligt bist, die niemals zu enden scheint, dann treibe sie nicht voran. Sage einfach "Ich respektiere deine Meinung. Ich stimme dir nicht zu, aber vielleicht werde ich das in der Zukunft. Gib mir ein wenig Zeit, das zu überdenken, ok? "
  8. Wickle die Dinge freundschaftlich ab. Niemand wird mit dir debattieren wollen, wenn du ein schlechter Verlierer bist oder dich weigerst, deinen Sparringpartner mit Respekt zu behandeln. Wie aufgeheizt die Debatte auch gewesen sein mag, solltest du versuchen freundlich zu sein, wenn du die Dinge zu Ende bringst. Du bist dir vielleicht mit jemandem uneinig, das bedeutet aber nicht, dass ihr keine Freunde sein könnt.

Tipps

  • Wenn der Vorsitzende dich auffordert zu reden, dann solltest du sofort bereit sein, oder zumindest innerhalb von fünf Sekunden.
  • Bedanke dich in deiner Danksagung zuerst beim gegnerischen Team, dann beim Schiedsrichter, beim Vorsitzenden, der Person, die die Zeit stoppt und beim Publikum.
  • Versuche ab und an zu üben, damit du dich im Umfeld einer Debatte/ einer Diskussion wohlfühlst.
  • Es gibt keine in Stein gemeißelten Regeln. Tu das, was dir am logischsten erscheint. Wenn du einhundert Anmerkungen machen willst, dann tu das. Wenn du nur eine Anmerkung machen willst und für diese während der gesamten Debatte eintreten willst, dann mach das. Es gibt kein Richtig oder Falsch.
  • Streite dich niemals mit dem Schiedsrichter.
  • Studiere vorherige Debatten. Klaue aber nicht Wort für Wort die Anmerkungen, die in einer Debatte gemacht wurden.
  • Eine Minute vor dem Ende der Zeit wird eine einzelne Glocke läuten, ein doppeltes Läuten wird nach Ende der Zeit ertönen und es wird dreimal klingeln, wenn du dreißig Sekunden über der Zeit bist.
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