Einen Computer bauen

Einen neu zusammengebauten Computer einzuschalten ist etwas Besonderes. Das leise Summen der Kühler, das Piepsen der Komponenten und das erste Signal auf dem Bildschirm signalisieren dir, dass du es wieder einmal geschafft hast einen funktionierenden Computer zu bauen. Die Gefühle der Ungewissheit und der Erwartung treiben die Liebhaber von Computern weiter dazu an ihr Hobby zu verfolgen. Auch du wirst diese Gefühle erleben wenn du deinen eigenen Computer zusammenbaust. Außerdem kannst du durch den Eigenbau Geld sparen und dein System genau an deine Anforderungen anpassen. Egal ob es sich um einen normalen Computer für Bürotätigkeiten oder um einen leistungsstarken Rechner für Videospiele handelt, im folgenden Artikel findest du heraus wie es geht.

Methode 1 von 8: Besorge die Komponenten

  1. Bestimme die Rolle deines Computers. Wenn du einen Computer für einfache Bürotätigkeiten und E-Mails bauen möchtest, hat dieser selbstverständlich andere Anforderungen an die Komponenten als beispielsweise ein high-end Computer für Videospiele oder Videobearbeitung. Die Rolle deines Computers bestimmt letztendliche, welche Komponenten du für einen erfolgreichen Betrieb benötigst.
    • Verschwende dein Geld nicht für teure Komponenten, welche du diese möglicherweise nicht brauchst. Wenn du mit dem Computer nur einfache Arbeiten (bspw.: MS Office, E-Mails, etc.) erledigen möchtest, kannst du Geld sparen, indem du weniger leistungsfähige und billigere Komponenten benutzt. Wenn du noch mehr sparen möchtest, kannst du natürlich auch gebrauchte Komponenten kaufen. Ein guter Platz hierfür ist beispielsweise Ebay.
  2. Finde die benötigten Komponenten. Die folgenden Basiskomponenten müssen, unabhängig von der späteren Rolle des Computers, auf jeden Fall vorhanden sein:
    • Prozessor – Der Prozessor ist das Gehirn deines Computers. Nahezu alle heutigen Prozessoren haben mehrere Kerne. Da jeder Kern für sich selbst betrachtet wiederum ein eigener Prozessor ist, bekommt man heute mit dem Kauf eines CPUs gleich mehrere Prozessoren in einer Einheit. Dies macht die Berechnung der Geschwindigkeit etwas kompliziert. Neben der Geschwindigkeit sollten auch der Energieverbrauch und die Kühlfähigkeit eines Prozessors bei der Kaufentscheidung mit einbezogen werden.
    • Motherboard –Das Motherboard verbindet alle Komponenten in deinem Computer. Beachte hierbei, dass die Größe des Prozessors bzw. des Prozessoren Sockels ausschlaggebend für die Wahl des geeigneten Motherboards ist. Der Prozessor kann nur dann mit dem Motherboard verbunden werden, wenn das Motherboard für die Sockelgröße des Prozessors ausgelegt ist.
      • Motherboards gibt es in zwei grundlegenden Ausführungen: ATX und mATX. ATX ist der Standard für PC Motherboards. mATX Motherboards sind kleiner als die ATX und werden hauptsächlich in kleineren Computern und mobile Geräten verwendet. Für einen normalen Computer ist daher ATX die beste Wahl.
      • Überprüfe ob die gewählten Komponenten alle kompatibel zu dem Motherboard sind. Für eine leistungsstarke Grafikkarte brauchst du beispielsweise einen PCI-E Anschluss auf dem Motherboard. Wenn du einen großen Arbeitsspeicher einbauen möchtest, sollte das Motherboard mindestens 4 Anschlüsse für die Speicherriegel besitzen.
    • Arbeitsspeicher (RAM) – Im Arbeitsspeicher können Programme Dateien und Informationen speichern, die für einen kurzfristigen Abruf schnell verfügbar sein müssen. Wenn du nicht genug Arbeitsspeicher besitzt laufen die Programme daher wesentlich langsamer. Bei der Auswahl des richtigen Speicherriegels ist wieder einmal das Motherboard ausschlaggebend. Die Taktrate des Speicherriegels muss von dem Motherboard unterstützt werden.
      • RAM sollte immer aus zueinander passenden Speicherriegeln bestehen. Alle Speicherriegel sollten dieselbe Taktrate haben. Am besten nimmt man für den gesamten Arbeitsspeicher das gleiche Modell. Es ist ebenfalls ratsam eine gerade Anzahl an Speicherriegel zu verwenden. Um 8 GB Arbeitsspeicher einzubauen kann man beispielsweise zwei 4GB Speicherriegel oder vier 2GB Speicherriegel benutzen, nicht jedoch einen 4 GB und zwei 2GB Riegel.
      • Wenn du mehr als 4 GB Arbeitsspeicher einbauen möchtest brauchst du dafür ein 64-bit Betriebssystem. Ältere 32-bit Betriebssysteme erkennen und nutzen maximal 4 GB der eingebauten Speicherriegel als RAM.
    • Festplatte(n) – Auf der Festplatte werden deine Dateien und installierten Programme gespeichert. In den letzten Jahren hat sich der Preis für Speicherplatz sehr stark verringert, daher solltest du heutzutage ziemlich günstig an mehrere Terrabyte Festplattenspeicher kommen.
      • Festplatten für den PC gibt es zurzeit in drei verschiedenen Ausführungen: 7200 RPM, 10000 RPM und Solid State. RPM beschreibt hierbei die Umdrehungen pro Minute, daher sind Festplatten mit 10000 RPM grundlegend schneller als ihre Pendants mit 7200 RPM. Die mit Abstand schnellste Ausführung ist jedoch die Solid State (SSD). SSDs sind dafür aber auch deutlich teurer als die traditionellen Festplatten.
      • Wenn du das Betriebssystem und die wichtigsten Programme auf einer (kleineren) Festplatte installierst und alle anderen Dateien und Programme auf eine andere (größere) Festplatte speicherst, kannst du die Ladezeiten deines Systems verringern. Die größte Ersparnis hast du bei der Nutzung einer SSD für das Betriebssystem.
    • Grafikkarte – Eine gute Grafikkarte ist notwendig um die neuesten Videospiele spielen zu können. Für einen normalen Computer, welcher hauptsächlich für Bürotätigkeiten genutzt wird, ist sie jedoch vernachlässigbar. Viele Motherboards bieten bereits integrierte Grafikprozessoren an, welche vollkommen für das gelegentliche Surfen im Internet ausreichen.
    • Gehäuse – Das Gehäuse beherbergt später die ganzen Komponenten deines Computers. Die Größe des Gehäuses ist hierbei auschlaggebend für die maximale Anzahl an Laufwerken und die maximale Größe des Motherboards. Die Auswahl reicht hier von billigen und funktionalen bis zu protzigen und teuren Gehäusen.
      • Desto leistungsfähiger deine Komponenten sind, desto mehr Wärme wird produziert. Achte daher bei leistungsfähigen Computern darauf, dass gute Lüfter verbaut werden und das Gehäuse für eine leistungsstarke Kühlung ausgelegt ist.
    • Netzteil - Das Netzteil versorgt alle Komponenten in deinem Computer mit Strom. Einige Gehäuse werden mit bereits eingebauten Netzteilen ausgeliefert. Im Normalfall musst du dies jedoch selber besorgen und später auch selber einbauen. Die Leistung des Netzteils sollte ausreichen um alle Komponenten unter Volllast versorgen zu können. Achte jedoch darauf, dass das Netzteil nicht deutlich mehr Leistung hat als gebraucht wird, da dein Computer sonst mehr Strom verbraucht als notwendig wäre.
  3. Informiere dich über Komponenten, welche du nutzen möchtest. Viele Magazine und Webseiten bieten eine Vielzahl an Informationen zur Computerhardware an. Da die Hardware später die Leistungsfähigkeit deines Computers bestimmt, solltest du dich in diesem Schritt ausreichend informieren um die optimale Kaufentscheidung treffen zu können. Tests und (Preis-)Vergleiche findest du beispielsweise bei:
    • PC World (ENG)
    • PC Magazine (ENG)
    • Maximum PC (ENG)
    • Custom PC (ENG)
    • Chip (GER)
    • Computer Bild (GER)
    • GameStar (GER)

Methode 2 von 8: Bereite dich und das Gehäuse auf die Arbeiten vor

  1. Öffne das Gehäuse. Am besten trägst du bei dieser Arbeit Handschuhe, da die Innenseite von Metallgehäusen sehr oft scharfe Kanten hat.
  2. Baue das Netzteil ein. Manche Gehäuse haben das Netzteil bereits eingebaut aber normalerweise musst du dieses separat kaufen und selber einbauen. Achte darauf, dass das Netzteil korrekt angebracht ist und der Lüfter des Netzteils durch nichts blockiert wird.
    • Überprüfe ob die Leistung des Netzteils für alle Komponenten ausreicht. Gerade bei leistungsfähigen Computern ist dies sehr wichtig, da hochklassige Grafikkarten einen sehr hohen Energieverbrauch haben können.
  3. Sorge dafür, dass du entladen bist. Nutze am besten ein antistatisches Erdungsarmband um eine elektrostatische Entladung (ESD) auf eine deiner Komponenten zu vermeiden. Derartige Entladungen können bei manchen Komponenten große Schäden anrichten. Falls du kein derartiges Armband zur Verfügung hast, kannst du dich auch über das Netzteil entladen. Stecke es hierfür in eine Steckdose und lasse bei der Arbeit mit ESD sensiblen Bauteilen immer eine Hand auf der Erdung des Netzteils liegen. Selbstverständlich solltest du das angeschlossene Netzteil während der Arbeit nicht einschalten.

Methode 3 von 8: Baue das Motherboard ein

  1. Packe das Motherboard aus. Lege es nach dem auspacken auf den Karton. Lege es NICHT auf die antistatische Tüte, da deren Außenseite elektrisch leitend ist. Auf dem Motherboard werden nun einige Komponente angebracht, welche später zusammen mit dem Motherboard in das Gehäuse eingebaut werden.
  2. Packe den Prozessor aus. Betrachte den Prozessor und suche nach den fehlenden Stiften. In diese Plätze müssen die Stifte des Sockels auf dem Motherboard eingeführt werden. Zusätzlich gibt es auf einigen Prozessoren noch goldene Pfeile, die ebenfalls bei dem korrekten Einbau des Prozessors helfen.
  3. Stecke den Prozessor auf das Motherboard. Öffne den CPU Sockel und schiebe den Prozessor vorsichtig in die Öffnung. Benutze hierfür nicht zu viel Kraft. Wenn du merkst, dass es klemmt, dann ist der Prozessor mit großer Wahrscheinlichkeit falsch herum. Sobald der Prozessor eingesteckt ist kannst du den Sockel schließen. Achte darauf, dass der Prozessor fest in dem Sockel sitzt. Manche Sockel bieten zusätzliche Klammern um ihn zu öffnen bzw. fest zu verschließen.
  4. Bestreiche die Oberfläche des Prozessors mit guter Wärmeleitpaste. Nutze hierfür nicht mehr als einen etwa erbsengroßen Tropfen und trage die Paste in einer dünnen Schicht auf dem Prozessor auf. Wenn die Schicht der Passte zu dick ist wird die Wärmeabfuhr verringert. Dies kann dazu führen, dass der Prozessor länger zum abkühlen braucht und damit während des Betriebs heißer wird.
    • Wenn Prozessoren mit einem Kühlkörper ausgeliefert werden, kann es sein, dass bereits Wärmeleitpaste bei der Herstellung aufgetragen wurden. Suche auf der Unterseite des Kühlkörpers nach einer Schicht der Paste. Wenn diese bereits vorhanden ist brauchst du keine mehr selbst auftragen.
  5. Baue den Kühlkörper auf den Prozessor. Der Einbau unterscheidet sich hierbei sehr stark zwischen den verschiedenen Modellen. Es ist daher wichtig das Handbuch und die Einbauanleitung gut durchzulesen. Die meisten Kühler können direkt auf den Prozessor gesteckt und am Motherboard eingehängt werden. Jedoch gibt es auch Modelle, welche Laschen oder Klammern für die Verbindung mit dem Motherboard nutzen.
  6. Baue den Arbeitsspeicher ein. Platziere den Speicherriegel über der davor vorgesehenen Position und öffne die Klammern. Beachte hierbei, dass die Anschlüsse nummeriert sind und möglicherweise verschiedene Farben aufweisen. Dies zeigt dir welche Anschlüsse zuerst besetzt werden sollten falls nicht genug Riegel für alle Anschlüsse vorliegen. Nun solltest du den Riegel mit gleichmäßigem Druck in den Anschluss schieben können. Wenn er korrekt sitzt kannst du die Klammern wieder schließen und den Speicherriegel damit befestigen
    • Es ist wichtig den RAM korrekt in die dafür vorgesehenen Schlitze zu stecken. Lies das Handbuch des Motherboards um die richtigen Anschlüsse zu finden.
  7. Baue die innere Rückplatte aus dem Gehäuse aus. Mit dem Motherboard wird meistens eine angepasste Rückplatte mitgeliefert. In seltenen Fällen passt die Rückplatte des Gehäuses bereits zu dem Motherboard und kann dann für dieses genutzt werden.
    • Du musst wahrscheinlich ein bisschen Kraft aufwenden um die Rückplatte zu entfernen. Manche Rückplatten sind mit dem Gehäuse verschraubt aber oftmals sind sie nur durch Klemmverschlüsse eingespannt. In diesem Fall musst du von hinten auf die Klammern drücken um die Verschlüsse zu lösen.
  8. Entferne alle Schutzfolien von der Rückplatte des Motherboards. Baue die Rückplatte dann an die korrekte Stelle im Gehäuse des Computers ein. Achte darauf, dass du es richtig herum einbaust.
  9. Baue die Abstandsbolzen in den dafür vorgesehenen Positionen ein. Nahezu alle Gehäuse kommen mit einer kleinen Tasche voll Abstandsbolzen. Diese Bolzen sorgen dafür, dass das Motherboard nicht direkt auf dem Gehäuse aufliegt. Außerdem besitzen sie Gewinde um das Motherboard mithilfe von Schrauben zu befestigen.
    • Dein Gehäuse bietet wahrscheinlich mehr Löcher als du zur Befestigung des Motherboards brauchst. Lege das Motherboard kurz in das Gehäuse um herauszufinden über welchen Löchern du Abstandsbolzen anbringen musst.
  10. Befestige das Motherboard. Sobald die Abstandsbolzen eingebaut sind kannst du das Motherboard auf die Rückplatte drücken und an den vorgesehenen Stellen festschrauben. Überprüfe auch noch einmal ob die Abstandsbolzen alle am richtigen Platz sind.
  11. Schließe die Anschlüsse des Gehäuses an das Motherboard an. Die Kabel solltest du alle im vorderen Bereich des Gehäuses finden. Achte darauf, dass du alle USB Anschlüsse, den Start- und Resetschalter, die Audioausgänge und sonstigen im Gehäuse platzierten Anschlüsse an das Motherboard anschließt. Die Reihenfolge ist hierbei egal. In dem Handbuch für das Motherboard findest du die für diese Anschlüsse vorgesehenen Buchsen.
    • Es gibt normalerweise nur eine Möglichkeit um die Anschlüsse an das Motherboard anzuschließen. Nutze daher nicht zu viel Kraft, wenn du auf einen klemmenden Anschluss triffst, sondern überprüfe lieber noch einmal ob die ausgewählte Buchse auch die richtige ist.

Methode 4 von 8: Baue die Grafikkarte ein

  1. Drücke die Schutzabdeckungen der PCI-E Anschlüssen raus. Nahezu alle modernen Grafikkarten nutzen heutzutage den PCI-E Standard. Die Schutzabdeckungen für den Ausgang der Grafikkarte findest du hierbei auf der Rückseite des Gehäuses.
  2. Stecke die Grafikkarte ein. Du musst möglicherweise eine Schlaufe über dem Anschluss für die Grafikkarte zur Seite schieben um die Karte in diesen Schlitz einstecken zu können. Diese Schlaufe hält später die Grafikkarte an ihrem Platz, was besonders bei schweren Hochleistungskarten sehr wichtig ist. Nutze hier nur wenig Kraft und verteile den Druck gleichmäßig bis sie korrekt mit ihrem Anschluss verbunden ist.
  3. Befestige die Karte. Sobald du die Karte eingesteckt hast kannst du sie mit einer Schraube an der Rückwand des Gehäuses festschrauben. Wenn du sie nicht festschraubst kann die Karte langfristig Schaden nehmen.
  4. Baue die restlichen PCI Karten ein. Wenn du noch weitere PCI Karten einbauen möchtest, beispielsweise eine Soundkarte, kannst du diese nach demselben Schema wie bei der Grafikkarte beschrieben anschließen.

Methode 5 von 8: Baue die Festplatte(n) und Laufwerke ein

  1. Drücke alle Schutzabdeckungen für die einzubauenden Laufwerke raus. Viele Gehäuse haben auf der Vorderseite Schutzabdeckungen für die Laufwerke. Diese kannst du normalerweise aus dem Gehäuse herausdrücken. Für die Festplatten gibt es keine zu entfernenden Schutzabdeckungen.
  2. Baue die Laufwerke von der Vorderseite des Gehäuses aus ein. Nahezu alle Gehäuse kommen mit Laufwerkschienen, in welche das Laufwerk von der Vorderseite des Gehäuses aus eingeschoben werden kann. Sobald das Laufwerk richtig sitzt kann es mit Schrauben fixiert werden.
  3. Baue die Festplatte(n) ein. Die Festplatten haben ebenfalls vorbestimmte Plätze und bereits in das Gehäuse eingebauten Halterungen. Schiebe die Festplatte einfach in die 3.5” Halterung und fixiere sie mit Schrauben. Manche Gehäuse bieten auch Klammern o.ä. um die Festplatten zu fixieren.
  4. Schließe die SATA Kabel an. Alle Laufwerke und Festplatten nutzen heutzutage den SATA Standard. Nutze daher SATA Kabel um diese mit den SATA Anschlüssen auf dem Motherboard zu verbinden.
    • Um später potenzielle Fehler schneller zu finden solltest du die ersten Steckplätze auf dem Motherboard für die Festplatten verwenden. Wenn du Laufwerke und Festplatten in zufälliger Reihenfolge an die SATA Anschlüsse anschließt läufst du Gefahr die Übersicht zu verlieren.
    • SATA Kabel haben auf beiden Seiten die gleichen Anschlüsse. Daher ist es egal in welcher Richtung du sie anschließt.

Methode 6 von 8: Schließe den Computer an

  1. Schließe das Netzteil an das Motherboard an. Die meisten modernen Motherboards haben sowohl einen Anschluss mit 24 Stiften als auch einen Anschluss mit 6 oder 8 Stiften. Beide Anschlüsse müssen in das Motherboard eingesteckt werden. Glücklicherweise passen diese Anschlüsse nur in die dafür vorgesehenen Buchsen, daher kann man hier nicht viel falsch machen. Drücke die Anschlüsse in die Buchsen bis du den Verschluss einschnappen hörst.
    • Der Anschluss mit 24 Stiften ist der größte Anschluss des Netzteils und damit leicht zu identifizieren.
  2. Schließe die Grafikkarte an das Netzteil an. Falls du eine Grafikkarte nutzt muss diese wahrscheinlich ebenfalls an das Netzteil angeschlossen werden. Manche Karten brauchen eine Kabelverbindung, andere brauchen zwei. Den Anschluss findest du normalerweise auf der oberen Seite der Grafikkarte.
  3. Schließe die Festplatte(n) und Laufwerke an das Netzteil an. Alle Festplatten müssen über SATA Kabel mit dem Netzteil verbunden werden. Laufwerke nutzen dieselben Kabel, daher kannst du diese ebenfalls nach dieser Methode anschließen.
  4. Befestige die Kabel, sodass sie den Luftstrom nicht behindern. Die Befestigung der Kabel kann, besonders bei der Nutzung kleinerer Gehäuse, sehr frustrierend sein. Dennoch ist es notwendig um einen konstanten Luftstrom innerhalb des Gehäuses zu ermöglichen. Nutze Kabelbinder und versuche die Kabel an leeren Laufwerksplätzen innerhalb des Gehäuses zu befestigen. Sorge dafür, dass kein Lüfter durch den Kabelsalat blockiert wird.

Methode 7 von 8: Baue mehr Lüfter ein

  1. Schließe die Lüfter des Gehäuses an. Nahezu alle Gehäuse haben bereits einen oder zwei Lüfter eingebaut. Diese müssen an das Motherboard angeschlossen werden um zu funktionieren.
  2. Baue zusätzliche Lüfter ein. Wenn du leistungsstarke Komponenten verwendest solltest du zusätzliche Kühler und Lüfter einbauen. 120mm Lüfter sind üblicherweise ziemlich leise und verbessern die Kühlfähigkeit des Gehäuses erheblich.
  3. Optimieren den Luftstrom. Lüfter an der Vorder- und Rückseite sollten im Normalfall Luft einsaugen. Lüfter an den Seiten sollten Luft ausstoßen. Dieses System sorgt für eine konstante Frischluftzufuhr zu den Komponenten des Computers. An den Seiten des Lüfter Gehäuses findest du Pfeile, welche dir die Richtung des Luftstroms anzeigen.

Methode 8 von 8: Fahre den Computer hoch

  1. Schließe das Gehäuse. Es ist sehr ratsam das Gehäuse zu schließen bevor der PC gestartet wird. Die Geometrie der Gehäuse optimiert den kühlenden Luftstrom. Die Kühlwirkung der Lüfter ist daher weniger effizient wenn das Gehäuse noch offen ist. Schraube oder Schiebe daher alles zusammen, sodass die Verschlüsse fest verschlossen sind.
  2. Schließe den Computer an. Schließe einen Bildschirm an. Nutze hierfür entweder einen Ausgang der Grafikkarte oder einen Anschluss am Motherboard. Schließe zusätzlich noch Maus und Tastatur an die USB Anschlüsse an. Die USB Anschlüsse findest du auf der Vorder- oder/und auf der Rückseite.
    • Schließe keine zusätzlichen Geräte an bevor das Betriebssystem einsatzbereit ist.
  3. Starte den Computer. Ohne Betriebssystem kannst du noch nicht viel mit dem Computer machen. Nutze die Zeit daher um die Funktionsfähigkeit der Lüfter zu überprüfen und um den POST (Power On Self Test) ausführen zu lassen.
  4. Führe das Program MemTest86+ aus. Dieses Programm kann umsonst heruntergeladen und über eine CD oder einen USB Stick gestartet werden. Ein Installiertes Betriebssystem ist hierfür nicht notwendig. Mit MemTest86+ kannst du deinen Arbeitsspeicher überprüfen lassen. Dieser besitzt nämlich eine höhere Ausfallrate verglichen mit den anderen Komponenten des Computers. Gerade bei billigen Speicherriegeln ist eine vorherige Überprüfung der Funktionsfähigkeit noch vor der Installation des Betriebssystems sehr anzuraten.
    • Ohne installiertes Betriebssystem musst du den Computer womöglich zunächst von einer CD/DVD oder einem USB-Stick booten lassen. Gehe hierzu im BIOS in das Boot Menü. Hier kannst du das Laufwerk auswählen, von welchem aus du das Betriebssystem starten willst.
  5. Installiere das Betriebssystem. Auf selbst zusammengebauten Computer kannst du entweder Microsoft Windows oder eine Linux Distribution installieren. Windows kostet Geld aber bietet hierfür eine einfache Bedienung und sehr gute Kompatibilität mit Hardware und Programmen. Linux ist umsonst und wird von vielen unterschiedlichen Entwicklern betreut und weiterentwickelt. Es können jedoch Probleme bei der Benutzung von bestimmten Hardware Komponenten auftreten. Die Kompatibilität mit auf Windows ausgelegten Programmen ist ebenfalls nicht gewährleistet.
  6. Installiere die notwendigen Treiber. Sobald das Betriebssystem einsatzbereit ist solltest du die Treiber für deine Hardware installieren. Diese Treiber findest du auf den mitgelieferten Datenträger oder auf den Webseiten der Hardware Hersteller. Neuere Versionen von Windows und Linux installieren die notwendigen Treiber meist automatisch sobald du den Computer an das Internet anschließt.

Tipps

  • Die Unterstützung einer Freundin/eines Freundes mit Computerkenntnissen kann sehr vorteilhaft sein. Gerade bei der Zusammenstellung der Komponenten solltest du fachliche Meinungen einholen.
  • Nutze Kabelbinder um die Kabel zusammen zu binden. Versuche die Kabel so zu platzieren, dass die Luftzirkulation nicht blockiert wird. Verzichte wenn möglich auch auf IDE Komponenten, da das standardmäßige IDE Kabel durch seine flache Geometrie den Luftstrom stark beeinträchtigen kann.
  • Lasse die Komponenten nicht für längere Zeit auf dem Boden liegen. Dies kann zu elektrostatischen Entladungen und damit zu Beschädigungen an den Komponenten führen. 10 Volt sind bereits ausreichend um eine sensible Komponente zu zerstören. Solange keine Verbindung zu Motherboard und Gehäuse vorliegt sollten die Komponenten in ihren antistatischen Tüten bleiben. Alternativ können sie auch auf nichtleitenden Oberflächen (bspw.: Glas oder Holz) abgelegt werden.
  • Wenn der Computer beim ersten Start nicht funktioniert solltest du alles außer dem Netzteil, Motherboard, Arbeitsspeicher, Prozessor und Grafikkarte ausbauen. Überprüfe nun im BIOS ob diese Komponenten alle korrekt angeschlossen und funktionsfähig sind. Schalte dann den Computer wieder aus und baue die Festplatte(n) ein. Überprüfe wieder im BIOS ob die Festplatten angeschlossen und funktionsfähig sind. Verfahre mit allen Bauteilen nach diesem Verfahren. Am Schluss hast du entweder ein funktionsfähiges System oder wenigstens die Komponente gefunden, welche Fehler verursacht.
  • Jeder Anschluss des Netzteils passt nur in die dafür vorgesehene Buchse. Oft ist ein bisschen Krafteinsatz notwendig um die Verschlüsse der Kabel einschnappen zu lassen. Sei jedoch vorsichtig wenn du neuere Anschlüsse wie den 8 Stift EPS 12V oder den 8 Stift PCI Express Anschluss benutzt. Bei diesen Anschlüssen solltest du nicht zu viel Kraft einsetzen.
  • Manche Netzteile haben einen eingebauten 115/230V Transformator. Nutze in den USA die Einstellung für 115V, ansonsten die Einstellung für 230V.
  • Wenn du eine OEM Version von Windows kaufst kannst du in der Packung oft einen Aufkleber mit dem Lizenzschlüssel finden. Bringe diesen an dem Gehäuse deines Computers an, damit du bei der Installation von Windows schnell und einfach auf die Informationen zugreifen kannst.

Warnungen

  • Berühre weder die Wiederstände noch die Fassung des Prozessors.
  • Kontrolliere noch einmal alle Anschlüsse bevor du den Computer startest. Obwohl die elektrischen Anschlüsse nur in die davor vorgesehenen Buchsen passen sollten, kann es doch vorkommen, dass ein Anschluss durch hohen Kraftaufwand in die falsche Buchse oder um 180 Grad verdreht eingesteckt wurde. Dieses Problem tritt häufig bei der Nutzung von zweireihigen Kontakten (DIMM) für den Arbeitsspeicher auf. Bei diesen Anschlüssen ist es schwer zu erkennen, ob der Speicherriegel korrekt oder inkorrekt in den Anschluss gesteckt wurde. Im Falle eines inkorrekten Einbaus kann es in diesem Bauteil zu einem Kurzschluss kommen, welcher den gesamten Speicherriegel zerstören kann. Es ist daher sehr wichtig das Handbuch zu Rate zu ziehen und auf Hinweise auf den Speicherriegeln und dem Motherboard zu achten.
  • Schließe nichts mit Gewalt an. Glücklicherweise passen die meisten Anschlüsse nur in die dafür vorgesehenen Buchsen. Es ist hierbei auch wichtig das Kabel richtig herum angeschlossen werden. Manche Anschlüsse haben daher bestimmte geometrische Grundrisse, die einen falschen Anschluss verhindern sollen. Bei koaxialen Kabeln spielt die Richtung für den Anschluss meist keine Rolle.
  • Wenn du dir bei einer Sache nicht sicher bist dann besorge dir professionelle Hilfe. Am besten fragst du jemanden mit Computerkenntnissen aus deinem Umfeld ob sie/er dir nicht kurz bei dem Einbau der Komponente helfen kann. Oftmals lassen sich Fragen aber auch mithilfe der mitgelieferten Handbücher und Anleitungen beantworten. Sollte keine Anleitung vorhanden sein kannst du natürlich auch den Kundenservice des Hardware Herstellers kontaktieren.
  • Versuche nicht Anschlüsse mit Gewalt in die Buchsen zu stecken. Heutige Anschlüsse haben zwar sehr geringe Toleranzen, aber grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die Anschlüsse ohne große Kraftaufwendung in die dafür vorgesehenen Buchsen gesteckt werden können. Ein klemmender Anschluss ist oft das Zeichen dafür, dass die falsche Buchse gewählt wurde. Die einzigen Komponenten die mit etwas Kraft in die Anschlüsse gedrückt werden müssen sind die Speicherriegel. Achte bei diesen jedoch darauf, dass du sie korrekt in die dafür vorgesehenen Positionen einsetzt.
  • Vermeide elektrostatische Entladungen während der Arbeit mit den Komponenten. Trage dazu ein antistatisches Erdungsarmband oder berühre regelmäßig metallische Teile des Gehäuses um dich zu entladen.
  • Sei vorsichtig beim anschließen von CPUs oder PATA (IDE) Komponenten. Solltest du einen der Stifte umbiegen, kannst du ihn mit einer kleinen Zange vorsichtig wieder gerade biegen. Sobald du aber einer der Stifte an dem CPU abbrichst funktioniert der Prozessor nicht mehr richtig. Bei dem IDE Anschluss hast du bei dem Verlust eines Stiftes wenigstens noch eine 7 zu 40 Chance, dass der fehlende Stift teil einer Stiftgruppe war und seine Funktion daher von anderen Stiften übernommen werden kann.
  • Bleibe immer in Kontakt mit einer Erdung wenn du den Computer zusammenbaust. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass du eine Hand auf dem Netzteil lässt, welches in einer Steckdose eingesteckt ist. Sorge aber dafür, dass das Netzteil ausgeschaltet ist. Dadurch ist kein Strom auf den Komponenten des Computers aber es existiert dank einer Sicherheitsmaßnahme trotzdem eine Erdung des Netzteils.
  • Sei vorsichtig bei der Arbeit mit scharfen Metallteilen. Gerade an kleinen Computergehäusen können die Kanten sehr scharf sein. Pass auf, dass du dich hier nicht schneidest.
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