Tränende Augen behandeln

Tränende Augen können sehr nervig sein. Sie können viele verschiedene Ursachen haben – von allergischen Reaktionen bis hin zu bakteriellen Infektionen. Unabhängig davon, was deine Augen stört, kannst du Einiges unternehmen, um das ständige Triefen einzustellen. Zu den häufigsten Hilfsmitteln gehören das Spülen der Augen, der Gebrauch von Augentropfen und der Einsatz von warmen Kompressen. Doch auch dein Arzt kann dir helfen, indem er versucht, die Ursache für dein Problem zu diagnostizieren, und dir eine passende Behandlung anbietet. Es gibt zudem noch einige Dinge, die du tun kannst, um tränenden Augen vorzubeugen, wie z.B. das Tragen von Schutzbrillen bzw. Sonnenbrillen und der Gebrauch deines eigenen Make-ups.

Methode 1 von 3: Häufige Hilfsmittel anwenden

  1. Vergewissere dich, dass du keinen Fremdkörper in deinem Auge hast. Wenn etwas in deinem Auge festsitzt, dann kann dies dein Auge tränen lassen. Versuche aber nicht, einen Fremdkörper mit deinen Fingern oder einer Pinzette aus deinem Auge zu entfernen. Um einen Fremdkörper aus deinem Auge zu entfernen, musst du es spülen.
    • Um dein Auge zu spülen, musst du es mit sauberen Händen unter einem sanften Strahl lauwarmem Wasser offen halten. Du kannst dies auch unter der Dusche machen, indem du das Wasser auf deine Stirn laufen lässt und dein Auge offen hältst, während das Wasser dein Gesicht hinabfließt. Alternativ kannst du dein Auge auch mit einer Augenspülstation oder in einer Augenbadewanne spülen.
    • Reibe dir nicht die Augen, wenn du glaubst, dass sich ein Fremdkörper in ihnen befindet. Deine Augen zu reiben, wenn sich kleine Teilchen in ihnen befinden, kann zu Augenschäden führen.
  2. Benutze Augentropfen oder Tränenersatzflüssigkeit. Es mag widersinnig scheinen, Tränenersatzflüssigkeit gegen tränende Augen einzusetzen, doch tatsächlich können Augentropfen nötig sein, um tränende Augen loszuwerden. Augentropfen eignen sich gut, wenn deine Augen aufgrund von übermäßiger Trockenheit tränen. In solchen Fällen helfen Augentropfen dabei, die Augen zu befeuchten und zu schmieren, sodass wieder weniger Tränenflüssigkeit gebildet wird. Nachstehend erfährst du, wie man Augentropfen benutzt:
    • Lege deinen Kopf in den Nacken und ziehe dein Unterlid nach unten. Halte das Fläschchen mit den Augentropfen zweieinhalb bis fünf Zentimeter von deinem Auge entfernt. Achte darauf, dass die Spitze der Flasche dein Auge nicht berührt.
    • Gib je drei Tropfen (oder so viele wie dein Arzt dir verschrieben hat) in deine Augen, indem du das Fläschchen drückst und einen Tropfen zur Zeit in dein Auge tropfen lässt. Benutze die Tränenersatzflüssigkeit alle vier Stunden oder bei Bedarf.
  3. Entferne deine Kontaktlinsen. Wenn du Kontaktlinsen trägst und deine Augen einfach nicht aufhören, zu tränen, dann versuche, die Kontaktlinsen herauszunehmen. Kontaktlinsen können das Tränen der Augen verschlimmern und unter Umständen die Wirkung von Augentropfen hemmen. Wende dich an deinen Augenarzt, wenn du befürchtest, dann deine Kontaktlinsen für deine tränenden Augen verantwortlich sind.
    • Halte dich zur Reinigung deiner Kontaktlinsen an die Anweisungen deines Augenarztes. Wenn du Einmalkontaktlinsen trägst, trage sie niemals öfter als einmal. Entsorge sie immer nach dem Gebrauch.
    • Schlafe niemals mit deinen Kontaktlinsen, es sei denn, dein Augenarzt hat es dir erlaubt.
    • Versuche, deine Kontaktlinsen beim Schwimmen und Duschen möglichst nicht zu tragen.
  4. Mache dir eine Augenkompresse, um gereizte Augen zu beruhigen. Warme Kompressen helfen, Verkrustungen von den Augen zu entfernen, und tragen dazu bei, jegliche Giftstoffe, die die Tränenkanäle verstopfen könnten, zu lösen. Sie helfen auch die Rötung und Reizung zu lindern, die oft bei tränenden Augen auftreten. Halte einen Waschlappen unter warmes bis heißes Wasser, drücke das überschüssige Wasser heraus und lege den Waschlappen auf deine Augen. Lege dich zurück und lasse den Waschlappen fünf bis zehn Minuten auf deinen Augen liegen.

Methode 2 von 3: Ärztliche Hilfe bekommen

  1. Sprich mit deinem Arzt über Antihistaminika, wenn Allergien deine tränenden Augen verursachen. Manchmal werden tränende Augen von einer allergischen Reaktion ausgelöst. Ein Antihistaminikum oder Antiallergikum einzunehmen kann zur Linderung einer allergiebedingten Augenreizung beitragen. Bedenke jedoch, dass ein Antihistaminikum dir nicht helfen kann, wenn deine tränenden Augen nicht durch eine Allergie ausgelöst wurden. Sprich mit deinem Arzt, wenn du dir nicht sicher bist, ob eine Allergie die Ursache für deine tränenden Augen ist.
    • Das häufigste Antihistaminikum ist Diphenhydramin in Tablettenform, das oral eingenommen wird. Erwachsene sollten alle vier bis sechs Stunden 25 bis 50 mg Diphenhydramin einnehmen. Wenn es bei dir Magenbeschwerden hervorruft, kannst du es mit Milch oder zu den Mahlzeiten einnehmen.
    • Eine der Hauptnebenwirkungen von Antihistaminika ist Schläfrigkeit. Fahre nicht und bediene auch keine schweren Maschinen, wenn du Antihistaminika einnimmst.
  2. Frage deinen Arzt nach Antibiotika. Wenn du wegen deiner tränenden Augen einen Arzt konsultierst, kann es sein, dass er dir bei dem Verdacht auf eine Infektion Antibiotika verschreibt. Bakterielle Infektionen reagieren gut auf Antibiotika. Wenn deine tränenden Augen aber durch ein Virus ausgelöst wurden, kann es sein, dass der Arzt dir keine Medikamente verschreibt und dich bittet, einige Wochen abzuwarten, um festzustellen, ob sich dein Zustand verbessert.
    • Das häufigste Antibiotikum, das bei tränenden Augen verschrieben wird, ist Tobramycin. Tobramycin ist ein antibakterielles Arzneimittel speziell gegen Augeninfektionen, das in Form von Augentropfen verabreicht wird. Nimm es immer weisungsgemäß. Gewöhnlich bedeutet dies, dass du einen Tropfen des Mittels zweimal täglich über eine Dauer von sieben Tagen in das betroffene Augen gibst. Tue dies einmal am Morgen und einmal am Abend vor dem Zubettgehen.
  3. Berücksichtige die Medikamente, die du einnimmst. Tränende Augen können bei manchen Medikamenten als Nebenwirkung auftreten. Lies dir die Packungsbeilage deiner verschreibungspflichtigen Medikamente durch und wende dich bei Zweifeln an deinen Arzt. Wenn tränende Augen eine anhaltende Nebenwirkung eines deiner Medikamente sind, dann sprich mit deinem Arzt über einen möglichen Wechsel zu einem anderen Mittel. Stelle die Einnahme des Medikamentes aber nicht ohne vorherige Absprache mit deinem Arzt ein. Zu einigen der geläufigen Medikamente, die zu tränenden Augen führen können, gehören:
    • Adrenalin
    • Chemotherapie-Medikamente
    • Anticholinergika
    • Manche Augentropfen, wie z.B. Ecothiopatiodid und Pilocarpin
  4. Sprich mit deinem Arzt über andere mögliche Ursachen. Es gibt ein weites Spektrum an Gesundheitsproblemen, die tränende Augen verursachen können. Wenn du die Ursache für deine tränenden Augen nicht herausfinden konntest, dann bitte deinen Arzt um Hilfe. Zu einigen Problemen, die deine tränenden Augen verursachen könnten, gehören:
    • Eine Blepharitis (Lidrandentzündung)
    • Ein verstopfter Tränenkanal
    • Eine Erkältung
    • Eingewachsene Wimpern
    • Eine Bindehautentzündung
  5. Sprich mit deinem Art über andere Behandlungsmöglichkeiten. Wenn du aufgrund von verstopften Tränenkanälen häufig unter tränenden Augen leidest, dann brauchst du vielleicht eine Tränenwegsspülung, eine Intubation oder einen chirurgischen Eingriff, um die Abflussstörung zu beseitigen. Diese Verfahren sind aber erst erforderlich, wenn andere Methoden zum Lösen der Verstopfung nicht gewirkt haben und/oder deine tränenden Augen chronisch sind (als Epiphora oder Triefauge bezeichnet).
    • Erweiterung des Tränenpünktchens: Wenn die Tränenflüssigkeit durch die Öffnung des Tränenkanals nicht richtig abfließen kann, kann eine Erweiterung des Tränenpünktchens durchgeführt werden. Der Augenarzt betäubt das betroffene Augen mit einer Lokalanästhesie. Ein Instrument wird dann benutzt, um die Öffnung des Tränenkanals zu weiten, damit die Tränenflüssigkeit wieder richtig abfließen kann.
    • Tränenwegsintubation: Bei diesem Verfahren zieht der Arzt einen dünnen Schlauch durch einen oder beide Tränenkanäle. Der Schlauch weitet die Öffnung deiner Tränenkanäle, sodass deine Tränenflüssigkeit besser abfließen kann. Die Schläuche werden etwa drei Monate in den Tränenkanälen gelassen. Dieser Eingriff kann unter örtlicher Betäubung und unter Vollnarkose durchgeführt werden.
    • Tränenwegsoperation von außen (Toti-Operation): Die Toti-Operation ist ein chirurgischer Eingriff, der erforderlich sein kann, wenn andere, weniger invasive Verfahren keinen Erfolg gebracht haben. Bei dieser Operation wird ein neuer Kanal für den Abfluss der Tränenflüssigkeit geschaffen. Der Chirurg nutzt hierbei den bestehenden Tränensack an deiner Nase, um einen neuen Kanal zu erschaffen. Dieses Verfahren erfolgt in der Regel unter Vollnarkose, kann aber auch unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Methode 3 von 3: Deine Augen schützen

  1. Trage eine Schutzbrille, um deine Augen vor Fremdkörpern zu schützen. Achte darauf, immer eine Schutzbrille oder einen anderen Augenschutz zu tragen, wenn du mit Chemikalien und Elektrowerkzeugen arbeitest oder in einem Bereich, in dem sich viele Schwebeteilchen in der Luft befinden (z.B. Sägemehl). Diese Stoffe können in deine Augen gelangen und das Tränen verursachen. Das Tragen einer Schutzbrille hilft aber auch dabei, deine Augen vor großen und auch kleinen Gegenständen zu schützen, die deine Augen treffen und verletzen könnten.
  2. Trage eine Sonnenbrille. Eine Sonnenbrille schützt deine Augen vor den schädigenden UV-Strahlen, die tränende Augen verursachen können. Sie kann aber auch als Schutz vor Partikeln und anderen Verschmutzungen dienen, die über den Wind in deine Augen gelangen können.
    • Bevor du eine Sonnenbrille aufsetzt, solltest du dich vergewissern, dass du jeglichen Staub, der sich auf ihr angesammelt haben könnte, abwischst.
  3. Benutze nur dein eigenes Augen-Make-up und andere Augenprodukte. Einer der einfachsten Übertragungswege für bakterielle oder virale Augeninfektionen ist das Teilen von Produkten und Hygieneartikeln wie Make-up, Augentropfen und Waschlappen. Aus diesem Grund solltest du am besten darauf verzichten, persönliche Produkte und Gegenstände, die mit den Augen in Berührung kommen, mit anderen Personen zu teilen.

Tipps

  • Gehe bei der Entsorgung bzw. Reinigung von Papiertaschentüchern und Waschlappen, mit denen du deine Augen gewischt hast, immer gründlich vor. Wenn du eine bakterielle oder virale Infektion hast, kannst du sie auf andere übertragen, wenn sie mit deinen Papiertaschentüchern oder Waschlappen in Kontakt kommen.
  • Verzichte auf Tätigkeiten, die eine gute Sehkraft erfordern (z.B. Autofahren), bis deine Augen nicht mehr tränen. Tränende Augen können sehorientierte Tätigkeiten schwierig oder gar gefährlich machen.
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