Weihnachten feiern, ohne pleitezugehen

Hast du die Nase voll vom alljährlichen Konsumrausch vor Weihnachten? Bist du es leid, die Kreditkartenabrechnung von Dezember zu öffnen und dabei fast in Ohnmacht zu fallen? Wenn du das Konsumdenken aus deinem Weihnachtsfest verbannst und dem Fest stattdessen seine wahre Bedeutung zurückgibst, wirst du sicherlich feststellen, dass du Weihnachten wieder viel mehr genießen kannst, ohne dich dabei in Unkosten zu stürzen.

Vorgehensweise

  1. Weniger und einfachere Dekorationen. Zwar kannst du für relativ wenig Geld viele Dekoartikel kaufen, allerdings summieren sich die Kosten schnell und wenn zu viel Deko im ganzen Haus verteilt ist, kann es oft überladen und kitschig wirken. Stelle weniger Dekoartikel auf, aber wähle dafür ein paar schöne, hochqualitative Stücke an strategischen Orten, z.B. ein Gesteck auf dem Esszimmertisch, ein Deko-Objekt auf dem Kaminsims und ein paar schlichte, aber elegante Weihnachtskugeln oder andere Baumanhänger für den Weihnachtsbaum.
    • Alternativ kannst du gänzlich auf Dekoartikel verzichten und nur die weihnachtlichen Grußkarten, die sicherlich bald eintrudeln werden, einen kleinen Weihnachtsbaum auf dem Esstisch und ein paar Servietten mit Weihnachtsmotiv als Deko verwenden. Selbst ein paar wenige, einfache Dinge können eine weihnachtliche Atmosphäre zaubern.
    • Stelle deine eigenen Dekorationen her. So kannst du einerseits den Einstieg in ein Leben als Selbstversorger schaffen, wozu auch Handarbeiten und andere handwerkliche Tätigkeiten gehören und andererseits eine Menge Geld sparen.
    • Ändere deine Einstellung und spende Dekoartikel, die du in den letzten Jahren angehäuft hast, anstatt dir Jahr für Jahr neue bedeutungslose Konsumgüter zu kaufen. Verschenke deine Deko an eine Wohltätigkeitsorganisation oder einen Secondhandladen. Wenn du ein einfacheres Leben führen willst, solltest du dir bewusst machen, dass es dabei darum geht, weniger materiellen Besitz anzuhäufen und sich stattdessen an jenen Dingen zu erfreuen, die man bereits besitzt.
  2. Setze dir ein Budget. Überlege dir, wie viel Geld du an Weihnachten für Geschenke, Nahrungsmittel und andere Kleinigkeiten ausgeben kannst und halte dich auch wirklich an dieses Budget. Nutze dieses strikte Budget, um mehr darauf zu achten, was du wiederverwenden und wiederverwerten kannst. Versuche, mit jenen Dingen auszukommen, die du bereits besitzt.
    • Halte dich an dein Budget. Viele Menschen setzen sich ein Budget und nutzen diesen festgelegten Betrag dann lediglich als ungefähren Richtwert. Stattdessen solltest du dein gesetztes Budget als verpflichtende, notwendige Einschränkung betrachten. Halte dich unter allen Umständen an deinen festgelegten Geldbetrag. Es fühlt sich gut an, tugendhaft zu sein.
    • Halte dich von Kaufhäusern und Einkaufszentren fern, wenn sie voll mit Menschen sind. Der Gruppenzwang, der entsteht, wenn eine Horde von Menschen zwanghaft und auf den letzten Drücker Geschenke einkauft, kann riesig sein und bewirken, dass du Dinge kaufst, die viel mehr kosten als du eigentlich ausgeben wolltest, nur damit du diesem Wahnsinn so schnell wie möglich wieder entfliehen kannst.
  3. Reduziere Geschenke. Vereinbare im Vorfeld mit deiner Familie und deinen Freunden, dass ihr euch dieses Jahr nur wenige oder günstige Geschenke schenken werdet. Am besten setzt du ein Limit von einem Geschenk pro Person und vielleicht kannst du sogar einen gewissen Geldbetrag festlegen, den ein Geschenk maximal kosten darf. Besinnt euch darauf, dass es an Weihnachten vor allem darum geht, im Kreis der Liebsten eine schöne und besinnliche Zeit zu verbringen und nicht darum, sich gegenseitig mit Geschenken zu übertrumpfen.
  4. Bastele deine Geschenke selbst. Egal, welche Fähigkeiten und Talente du besitzt, es gibt unzählige Möglichkeiten, wie du selbst Geschenke herstellen kannst, z.B. gehäkelte und gestrickte Dinge, Papierkunst und Origami, Holzarbeiten, ein Gedicht schreiben, eine Webseite für jemanden erstellen etc. Nutze deine Fähigkeiten!
    • Hier ein paar Vorschläge für Handarbeiten, die du ausprobieren kannst, wenn du dringend ein Geschenk brauchst:
      • Ein Untersetzer aus Weinkorken, hergestellt aus den Überbleibseln von Weinflaschen und etwas Klebstoff.
      • Ein Halsband für ein Haustier, hergestellt aus einem Stück Stoff.
      • Ein Armband mit Herzen oder ein Halskette aus Perlen.
      • Ein Sammelalbum oder Skizzenbuch, hergestellt aus einem alten Spielbrett.
      • Duftsäckchen und Blumensträuße, hergestellt aus gut duftenden Blumen und Kräutern.
      • Hübsche, handgemachte Ornamente und Verzierungen.
  5. Kaufe Geschenke, die von Menschen in Entwicklungsländern per Hand hergestellt wurden. Unterstütze Organisationen, die Fair Trade, Ausbildungsprogramme und finanzielle Eigenständigkeit für ihre Mitarbeiter unterstützen. Auf diese Weise kannst du Handwerker und Künstler unterstützen und dafür sorgen, dass sie ein sicheres Einkommen bekommen und für ihre Familien sorgen können. Viele dieser handgefertigten Gegenstände sind einzigartig, daher sind sie perfekte Geschenke, für die man keine Unsummen ausgeben muss.
    • Schenke eine wohltätige Spende anstatt eines materiellen Geschenks. So schenkst du ein Geschenk, das nicht einmalig Freude bereitet, sondern einem anderen Menschen langfristig hilft. Kontaktiere eine namhafte wohltätige Organisation, die dein Geschenk zu Menschen in Not bringen kann. Kaufe ein Tier, Saatgut oder andere nützliche Dinge für eine notleidende Familie in einem Entwicklungsland. Spende dieses Geschenk im Namen eines Familienmitgliedes oder eines Freundes und verschenke zu Weihnachten einen Brief, in dem erläutert wird, wie das Geschenk einem anderen Menschen zu einem besseren Leben verhilft.
  6. Veranstalte eine Mitbringparty zu Weihnachten. Bitte alle eingeladenen Gäste, ihr Lieblingsgericht mitzubringen. So bleiben die Arbeit und die Kosten nicht nur an einer Familie/einem Haushalt hängen. Auf diese Weise könnt ihr von einem abwechslungsreichen Abendessen profitieren und die Arbeit gerecht aufteilen.
    • Es ist eine gute Idee, unterschiedliche Gäste um Hauptgerichte, Desserts und andere Gänge zu bitten, um sicherzustellen, dass von allem reichlich vorhanden ist. Definiere deinen Gästen gegenüber nicht das konkrete Rezept, nur den jeweiligen Gang.
    • Vergiss nicht auf Vegetarier, Veganer und Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten und besonderen Ernährungsbedürfnissen.
    • Bitte die anwesenden Kinder, den Tisch zu decken und nach dem Essen wieder abzuräumen. So können auch sie ihren Teil zu einem Weihnachten, bei dem Besinnlichkeit, Hilfsbereitschaft etc. an erster Stelle stehen, beitragen.
    • Denke darüber nach, ins Restaurant zu gehen. Nachdem du alle notwendigen Nahrungsmittel eingekauft und mehrere Stunden in der Küche verbracht hast, könntest du feststellen, dass ein Restaurantbesuch eigentlich günstiger gewesen wäre. Zudem ist ein Restaurantbesuch eine massive Erleichterung für jene Person, die die Mahlzeit zu Hause vorbereiten und kochen würde.
  7. Hilf anderen. Vielleicht kannst du ehrenamtliche Arbeit leisten oder Menschen eine Freude bereiten, die vielleicht aufgrund von schwierigen Familienverhältnissen oder weil sie in einem fremden Land leben kein Weihnachtsfest feiern können. Das sind Dinge, die dich nicht viel Geld, sondern nur Zeit und vielleicht ein paar kleine Spenden kosten, allerdings wirst du wesentlich mehr zurückbekommen als du investiert hast. Zudem ist es eine wichtige Lektion für dich und deine Familie: Es ist eine Lektion im selbstlosen Geben der eigenen Zeit und Fähigkeiten, ohne im Gegenzug etwas dafür zu verlangen. Es ist eine Lektion, wie wertvoll Gemeinschaftssinn und Hilfsbereitschaft sind – alles Dinge, die man durch aktives Vorleben an zukünftige Generationen weitergeben, aber nicht mit Geld kaufen kann.
  8. Konzentriere dich auf den wahren Geist von Weihnachten. Besuche öfter den Gottesdienst. Finde heraus, welche kostenlosen Veranstaltungen es in deiner Kirchengemeinschaft gibt, besuche sie alle und verbringe dort eine schöne Zeit mit deiner Familie. Es ist ganz einfach, in der Advents- und Weihnachtszeit so beschäftigt zu sein, dass dir gar nicht auffallen wird, dass du kein Geld ausgibst!
    • Falls du nicht gläubig bist oder nicht in die Kirche gehst oder falls du nicht ans Christentum glaubst, aber die säkularen Traditionen von Weihnachten schätzt, ist es dennoch eine gute Zeit, um über deine spirituellen, gesellschaftlichen und humanistischen Werte nachzudenken. Denke darüber nach, wie du Weihnachten zu einem bedeutungsvollen und gemeinschaftlichen Ereignis machen kannst.

Tipps

  • Spare das ganze Jahr über. Wenn du dein Gehalt bekommst und einen Anteil davon auf dein Sparkonto legst, solltest du davon noch eine kleine Summe abzweigen, vielleicht 80 bis 100 Euro pro Monat. Spare diesen kleinen Betrag auf einem separaten, zinsbringenden Konto. Wenn du bereits im Januar damit beginnst, solltest du im Dezember ungefähr einen Betrag von 1000 Euro zur Verfügung haben, den du für Geschenke, Dekorationen, Essen etc. ausgeben kannst.
  • Verwende Bargeld oder eine Debitkarte für alle Einkäufe, damit du den Überblick über deine Ausgaben behalten kannst. So wirst du im nächsten Monat keine unangenehme Überraschung in Form der Kreditkartenabrechnung erleben.

Warnungen

  • Wenn du dich selbst für benachteiligt hältst, weil du zu Weihnachten keine großen finanziellen Ressourcen zur Verfügung hast, dann wirst du dich auch so fühlen. Versuche stattdessen, die geringeren monetären Ausgaben für Weihnachten als Befreiungsschlag und als Methode zu sehen, wie du die wahre Bedeutung von Weihnachten wieder aufleben lassen kannst.
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