Einen Schneesturm im Auto überleben

Die meisten Leute haben keine negative Erinnerungen an Schneestürme und Blizzards, da sie während des kalten Wetters im Haus waren, vielleicht sogar mit einem warmen Getränk und Freunden zusammen ums Feuer saßen. Wenn man ein solches Unwetter jedoch im Auto eingesperrt erlebt, ganz egal ob man sich in einer bewohnten oder einer eher abgelegenen Gegend befindet, kann sich dieses Ereignis sehr schnell zu einem kalten Alptraum entwickeln – von Durst und Hunger einmal ganz abgesehen. Es ist wichtig, ruhig zu bleiben, wenn du einen Schneesturm im Auto überleben willst. Dann kannst du zwei fundamentale Bedürfnisse abdecken: Du musst versuchen, warm zu bleiben, damit du nicht erfrierst und du brauchst genug Trinkwasser. Es hilft, wenn du für die Situation ausgerüstet bist, d.h. dass du Trinkwasser, Essen und Decken dabei hast. Es geht darum, im Auto auszuharren, bis der Sturm vorbei ist und dann schnell weiter zu fahren.

Teil 1 von 6: Sich auf ein Disaster vorbereiten

  1. Lass dein Auto regelmäßig warten. Solltest du vorhaben, auch im Schnee zu fahren, musst du vor Wintereinbruch sicherstellen, dass du sowohl Frostschutz als auch genug Scheibenwischerwasser hast, dass die Scheibenwischer gut funktionieren, die Reifen genug Druck haben und die Reifen auch genügend Profil für winterliche Straßen haben. Bremsen und Batterie des Fahrzeugs sollten auch in gutem Zustand sein. Überprüfe alle Lampen und den Ölstand. Temperaturen unter Null und schlechte Straßenbedingungen strapazieren die Mechanik und Elektronik jedes Fahrzeugs; Schnee und Eis erschweren auch das Fahren und Lenken des Wagens selber.
  2. Überprüfe, dass dein Benzintank fast voll ist. Besonders bei schlechtem Wetter solltest du nicht mit halb leerem Tank fahren. Gefährliches Winterwetter und Sturmwarnungen können bis zu 72 Stunden andauern. Je mehr Benzin du hast, desto unwahrscheinlicher ist es, dass du mit dem Wagen irgendwo liegen bleibst. Du brauchst auch Benzin, um warm zu bleiben und sicher zu stellen, dass die Benzinleitung nicht einfriert, die Batterie nicht schlapp macht und noch Benzin übrig ist, um nach dem Unwetter weiter zu fahren.
  3. Kauf dir eine Kühlbox und einen Plastikcontainer. Um für eine solche Situation ausgerüstet zu sein, brauchst du einiges an Vorräten, die du im Auto lagern solltest. Am Wichtigsten sind Vorräte, die du brauchst um warm zu bleiben, Nahrungsmittel, Wasser und dann auch Werkzeug, das sich während des Wartens im Auto als nützlich erweist. Eine stabile Kühlbox für Nahrung und Trinkwasser ist unerlässlich. Ein weiterer Plastikcontainer für die anderen Vorräte ist hilfreich. Der Container sollte gut verschließbar sein, damit der Inhalt nicht nass wird, solltest du ihn aus dem Auto nehmen müssen.
  4. Lagere Artikel im Auto, die dich warm halten. Während eines Blizzards oder Schneesturms, wenn die Temperaturen unter Null sinken, kann man nur etwa drei Stunden lang ohne Windschutz und Schutz vor der Nässe überleben. Wind und Wasser entziehen dem Körper Wärme. Da das Fahrzeug dir Obdach gewährt, solltest du es so ausrüsten, dass a) Wärme im Fahrzeug erzeugt werden kann b) und deine Körpertemperatur nicht zu tief sinkt. Kleidung und Decken geben zwar keine Wärme ab, doch sie sind unentbehrlich, da sie die Wärme, die der Körper erzeugt, erhalten und einfangen.
    • Unterkühlung tritt schon dann ein, wenn die menschlichen Körpertemperatur um etwa 2-3 Grad sinkt und ist die Hauptursache für den Erfrierungstods bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Das erste Anzeichen ist die Unfähigkeit klar zu denken.
    • Für jede Person, die sich im Auto befindet, solltest du eine Wolldecke dabei haben und im Container lagern, zwei extra Wolldecken sind empfehlenswert. Wolle trocknet am schnellsten, wenn sie nass wird und hält auch wärmer als viele andere Materialien
    • Du solltest auch Kleidung zum Wechseln für jede Person dabei haben und zwei paar zusätzliche Socken pro Person. Wollsocken sind am besten.
    • Schals, Mützen und wasserfeste Handschuhe helfen ebenfalls, Wärmeverlust zu vermeiden. Am Kopf, am Hals und an den Händen verliert man am schnellsten Wärme. Du solltest versuchen, deine Hände trocken zu halten.
    • Kaufe 15 Stück Handwärmer pro Person. Diese gibt es in Camping- und Freizeitläden.
    • Bringe 5-10 Zeitungen mit, um die Fenster deines Wagens zu isolieren. So kannst du vermeiden, dass die Körperwärme, die die Personen im Auto produzieren, und auch die Heizung des Autos, wenn du diese anschaltest, sofort nach draußen zieht. Die Zeitung dient als Barriere gegen den Wind.
  5. Bringe genug Trinkwasser mit. Ein Erwachsener kann drei Tage lang ohne Wasser überleben, obwohl dies natürlich keine angenehme Erfahrung sein wird. Um den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen, sollte man pro Tag 2 Liter trinken. Die durchschnittliche Wasserflasche enthält etwa 0,5 l. Dies bedeutet, dass man 12-13 Flaschen pro Person dabei haben sollte, um 72 Stunden zu überleben. Für eine fünfköpfige Familie wäre das eine unrealistische Menge von Flaschen, die man nicht ständig im Auto mit sich führen kann. Während Plastikcontainer zwar eine Alternative sind, ist es aber auch wahrscheinlich, dass das Plastik sich über einen längeren Zeitraum zersetzt, vor allem wenn es extremen Temperaturen ausgesetzt ist. Daher empfehlen wir Folgendes:
    • Lagere genug Wasserflaschen in der Kühlbox, dass sie pro Person für einen Tag lang ausreichen. Für eine fünfköpfige Familie wären das etwa 20 Flaschen. Solltest du extra Platz haben, kannst du natürlich noch mehr Flaschen mitnehmen.
    • Da dies nicht genug Wasser ist, wenn du länger als einen Tag im Auto verbringen musst, kannst du Schnee schmelzen. Hierfür brauchst du 2-3 Kaffeedosen ohne Deckel, ein paar wasserfeste Streichholzschachteln, zwei Kerzen und ein bis zwei Metallbecher.
  6. Bringe das richtige Essen mit. Ohne Nahrung, hat der Körper auch keine Energie um Wärme zu produzieren. Wenn der menschliche Körper Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ausgesetzt ist, wird er mehr als die Hälfte aller Kalorien allein dafür verbrauchen die normale Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Je kälter es also wird, desto mehr Nahrung verlangt er. Bei normalen Temperaturen kann eine ausreichend hydrierte Person zwischen ein bis sechs Wochen ohne Nahrung überleben; dies hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kann man nicht länger als drei Wochen überleben.
    • Durchschnittlich braucht ein Erwachsener 2300 Kalorien am Tag. Die Hälfte davon werden verbraucht, um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, wenn man sich bei eisigen Temperaturen in einem Auto aufhält. Daher wird der Mindestverbrauch an Kalorien in dieser Situation auf 3500 Kalorien angesetzt.
    • Dies wäre wiederum eine Menge Essen für eine fünfköpfige Familie über 72 Stunden. Damit alles in der Kühlbox untergebracht werden kann, solltest du dich auf haltbare, kalorienreiche Nahrungsmittel , wie z.B. Granola Bars, Beef Jerky, Nüsse, Dosenobst und Schokolade beschränken.
  7. Sammle die übrigen Vorräte. Du brauchst Werkzeug, um das Auto eventuell aus dem Schnee auszugraben, um es anderen zu ermöglichen, deinen Standort zu orten und um dich dich über die Wetter- und Straßenverhältnisse zu informieren. Nachdem du die Artikel der hier folgenden Liste erworben hast, lagerst du sie in einer Plastikbox. Überprüfe deine Vorräte in regelmäßigen Abständen und versichere dich, dass sie funktionieren und sich in gutem Zustand befinden.
    • Fackeln um deinen Standort anzuzeigen.
    • Ein Stück roten Stoff in etwa 0,25-1,25m Größe.
    • Ein Kurbel- oder ein Transistorradio mit etlichen extra Batterien, damit du dich über Wetter und Straßenbedingungen informieren kannst.
    • Taschenlampen mit sehr hellen Birnen und zahlreiche extra Batterien. Du brauchst diese nachts und um eventuellen Rettungsteams Signale zu geben.
    • Überbrückungskabel brauchst du eventuell nach dem Unwetter, um deine Batterie wieder zu beleben.
    • Eine zusammenklappbare Schneeschaufel aus Metall.
    • Abschleppseil um entweder a) das Fahrzeug aus dem Schnee zu ziehen oder b) um das eine Ende am Auto festzumachen und das andere Ende um die Hüfte einer Person zu wickeln, falls es nötig werden sollte, das Auto während des Sturms zu verlassen.
    • Ein Kompass.
    • Ein Sack mit Sand, Salz oder Katzenstreu, um es vor die Reifen zu streuen, falls das Auto im Schnee stecken bleiben sollte.
    • Vier Dosen Reifenflickmittel im Fall eines Reifenschadens.
    • Einen Fensterkratzer mit langem Stiel und Bürste.
    • Weiteres Werkzeug.
    • Ein Taschenmesser mit Dosenöffner.
    • Eine aufziehbare Uhr.
    • Erste-Hilfe-Ausrüstung.
    • Medikamente für 72 Stunden.
    • Hohe, wasserfeste Stiefel für den Fahrer des Autos.
    • Tempotaschentücher, Küchenpapier und Abfalltüten zur Abfallentsorgung.
    • Damenhygieneartikel und Babynahrung, Windeln und Nasstücher, falls nötig.

Teil 2 von 6: Das Steckenbleiben unter aller Umständen vermeiden

  1. Achte auf das Wetter. Wenn ein Sturm anrückt und du nicht unbedingt losfahren musst, bleibe zuhause. Du solltest den Unterschied zwischen einem Wintersturm und einer Sturmwarnung verstehen. Die Ankündigung eines Wintersturms bedeutet, dass es mit bis zu 50-80% Wahrscheinlichkeit zu Schneeregen, Schnee, Eisregen oder einer Kombination dieser Niederschläge in einer bestimmten Gegend kommen wird. Eine Wintersturmwarnung bedeutet, dass 80% Wahrscheinlichkeit besteht, dass Schnee und starker Wind von mindestens 60 Kilometern Geschwindigkeit pro Stunde die Sicht extrem reduzieren und in den nächsten 12-72 Stunden auftreten wird.
    • Denk daran: Auch wenn du dir sicher bist, dass du als erfahrener Autofahrer dein Auto auch in widrigem Wetter beherrschst, gibt es doch sehr viele andere auf der Straße, die mit weniger Erfahrung fahren. Die Natur überrascht selbst die geübtesten Fahrer mit immer neuen Straßenbedingungen.
    • Solltest du trotzdem unter gefährlichen Bedingungen unterwegs sein müssen, informiere ein Familienmitglied oder einen guten Bekannten über deine Pläne und die Strecke, die du fahren wirst.
  2. Solltest du stecken bleiben, kontrolliere zuallererst, ob Schnee deinen Auspuff verstopft. Solltest du auf der Straße liegen bleiben und im Schnee stecken, musst du den Wagen ausschalten und nachsehen, dass der Auspuff nicht mit Schnee verstopft ist; sollte er verstopft sein, kann sich das Auto schnell mit giftigem Kohlenmonoxid auffüllen. Ziehe Handschuhe an, schalte den Wagen aus und hole soviel Schnee wie möglich aus dem Auspuff. Wenn du keine Handschuhe hast, kannst du mit einem Zweig oder etwas Ähnlichem arbeiten.
  3. Entferne Schnee und Eis um das Fahrzeug herum. Solltest du schon eine Weile feststecken, solltest du zuerst den Schnee vom Dach entfernen und dich dann nach unten vorarbeiten. Während du dabei bist, kannst du den Motor und die Abtauheizung einschalten, um das Eis auf der Frontscheibe und Heckscheibe zu schmelzen. Danach nimmst du eine Schaufel und entfernst so viel Schnee wie möglich um die Reifen herum und an den Seiten des Fahrzeugs. Versuche auch einen Pfad in die Richtung frei zu schaufeln in die du fahren möchtest. Entferne das Eis auf der Front-und Heckscheibe ganz am Schluss. Solltest du keinen Eiskratzer haben, kannst du auch eine Kreditkarte oder eine CD verwenden, vor allem da das Eis schon fast geschmolzen sein sollte.
    • Wenn du keinen Eiskratzer mit einer Bürste hast, um den Schnee vom Auto zu entfernen, kannst du einen Baumzweig oder eine Zeitung (was immer sich dafür eignen sollte und gerade zur Hand ist) benutzen.
    • Solltest du keine Schaufel haben, benutze was immer sich anbietet, wie z.B. eine Radkappe oder eine Frisbeescheibe.
  4. Drehe die Reifen in alle Richtungen. Um das Auto aus dem Schnee zu fahren, drehst du die Reifen ein paarmal von der einen Seite zur anderen und dann schiebst du den restlichen Schnee zur Seite. Solltest du Allradantrieb haben, musst du überprüfen, dass alle vier Räder greifen. Schalte in den Vorwärtsgang (oder den niedrigsten Gang, der verfügbar ist), gib vorsichtig Gas und lass den Wagen nach vorne rollen. Selbst wenn es nur ein paar Zentimeter sein sollten, ist das Fortschritt. Schalte dann in den Rückwärtsgang, gib wieder vorsichtig Gas und rolle ganz langsam zurück. Wiederhole diese beiden Schritte bis die Reifen genug Griff haben, um aus dem Schnee heraus und weiterzufahren.
    • Sollten die Reifen sich zu drehen beginnen, gehst du vom Gas und hältst an, da du dich so nur noch tiefer eingräbst.
    • Bitte einen Mitfahrer, draußen zu stehen und dabei die Innenseite des Fensters auf der Fahrerseite zu greifen und zu schieben.
    • Lass niemals jemanden hinter dem Wagen stehen und anschieben, weil das Auto nach hinten rutschen kann und jemanden ernsthaft verletzen würde.
    • Wenn du mit dieser Methode nicht weiter kommst, solltest du auf andere Weise Bodenhaftung schaffen. Du kannst Katzenstreu, Salz oder Sand um die Vorderreifen oder Hinterreifen herum streuen, je nachdem ob du Vorderrad oder Hinterradantrieb hast. Solltest du Allradantrieb haben, streust du um alle vier Reifen herum.
    • Hast du kein Streumaterial, kannst du die Bodenmatten des Wagens, kleine Steine, Tannenzapfen, Zweige oder kleine Äste benutzen.
  5. Versuche, wenn es irgendwie geht, das Steckenbleiben zu vermeiden. Sollte der Sturm gerade erst beginnen und dein Auto steckt schon fest, kannst du versuchen, andere Fahrer anzuhalten oder den ADAC Notdienst anzurufen. Es kann nur schlimmer werden, wenn du wirklich mit dem Wagen liegen bleibst. Bestimmte Entfernungen werden dir auch näher oder weiter weg vorkommen, da der Schneesturm alles verhüllt. Daher solltest du den Wagen nur dann verlassen, wenn du weißt, dass Hilfe kommt und genau weißt, wohin du dich begibst. Wenn keine Hilfe auf dem Weg ist, hast du eine weitaus größere Chance das Winterunwetter im Auto zu überleben als im Freien.

Teil 3 von 6: Deinen Schutzraum im Auto einrichten

  1. Verlasse deinen Wagen nicht. Sollte das Auto tatsächlich stecken geblieben sein, musst du bleiben, wo du bist – der Wagen wird dir den besten Schutz bieten. In Temperaturen unter dem Nullpunkt kann man nur drei Stunden lang ohne Schutz überleben. Es sei denn, du siehst ein Gebäude ganz in deiner Nähe, in dem du Unterschlupf finden könntest oder du siehst Helfer kommen, solltest du das Auto nicht verlassen. Vergiss nicht, dass Entfernungen in einem Schneesturm täuschend nah wirken können, aber trotzdem weiter weg sind. Außerdem verdeckt der Schnee Löcher, scharfe Objekte und andere Gefahren, so dass es risikoreich ist, mitten in einem Wintersturm zu Fuß aufzubrechen.
  2. Benachrichtige Polizei oder Feuerwehr mit deinem Handy. Heutzutage haben die meisten Menschen immer ein Handy dabei. Ehe die Handybatterie leer ist, solltest du mit dem GPS des Telefons oder deines Autos deinen genauen Standpunkt orten und dann den Notruf informieren und berichten, wo du festliegst und wer sich im Auto befindet. Informiere die Helfer auch darüber, wie viel Benzin, Wasser und Nahrung ihr dabei habt und ob jemand von euch medizinische Hilfe braucht.
    • Sollte dein Telefon noch ausreichend geladen sein, kannst du auch noch jemanden aus der Familie oder einen Bekannten anrufen, der in deinem Namen mit den Behörden verhandeln kann und Hilfe in deine Richtung schickt. Informiere diese Person genau über deinen Standort.
    • Schalte dann dein Telefon aus, um die Batterie für einen späteren Notfall zu sparen.
  3. Sieh zu, dass Retter oder Helfer dich finden können. In einem größeren Unwetter können tausende von Menschen in Autos liegen bleiben. Manche verlassen ihre Wagen; andere bleiben. Da das Rettungspersonal nach Menschen in Autos sucht und nicht nach verlassenen Fahrzeugen, solltest du signalisieren, dass ihr euch im Auto befindet. Zieh deine wasserdichten Stiefel über deine Hosen an, ziehe auch Mütze, Schal, Handschuhe und Mantel über, damit du nicht nass wirst. Nässe solltest du unter allen Umständen vermeiden. Denn wenn du in Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nass geworden bist, wird deine Körpertemperatur schnell sinken und du gehst das Risiko der Hyperthermie ein.
    • Binde das rote Stück Stoff an die Antenne deines Fahrzeugs als Signal für die Rettungsmannschaft. Solltest du keine Antenne haben, suche dir eine hohe Stelle an deinem Fahrzeug, wo das Stoffstück im Wind wehen kann oder binde es an einen der Türgriffe, der in die Richtung zeigt aus der die Helfer höchstwahrscheinlich kommen.
    • Solltest du keinen roten Stoff dabei haben, suchst du etwas im Auto, das du stattdessen benutzen kannst. Die Helfer werden dies als Signal dafür erkennen, dass du Hilfe brauchst.
    • Solltest du dich in einer entlegenen Gegend befinden, kannst du “HILFE” oder “SOS” ganz groß in den Schnee stapfen oder schreiben, damit der Wagen aus der Luft erkennbar ist. Solltest du Zweige zur Verfügung haben, kannst du auch mit diesen deine Buchstaben legen. Eventuell musst du das Signalzeichen neu anfertigen, sobald es aufhört zu schneien.
    • Drücke auf deine Hupe und benutze den Morsecode für SOS, aber NUR wenn das Auto läuft um die Batterie zu schonen. Hupe dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz, dann warte etwa 10-15 Sekunden und wiederhole den Vorgang.
    • Stelle die Haube des Wagens auf, nachdem es aufgehört hat zu schneien, um auch damit zu signalisieren, dass du Hilfe brauchst.
    • Wechselt euch ab mit dem Wachbleiben und Schlafen, damit ihr es nicht verpasst, falls jemand vorbeikommt und nach euch sucht!
  4. Befreie den Auspuff regelmäßig von Schnee. Auch wenn du den Auspuff schon sauber gemacht hast, während du versuchtest, dein Auto aus dem Schnee zu fahren, solltest du dies wiederholen. Vor allem wenn es nicht aufhört zu schneien. Wenn du den Motor des Autos ab und zu laufen gelassen kannst, ist dies besonders wichtig, da du vermeiden musst, dass Kohlenmonoxid ins Wageninnere dringt. Kohlenmonoxid führt schnell zur Vergiftung und kann schon nach kurzer Zeit tödlich sein, sollte man großen Mengen davon ausgesetzt sein. Die ersten Anzeichen einer Vergiftung sind Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel.
  5. Benutze so wenig Benzin wie möglich. Du weißt nicht, wie lange du im Auto ausharren musst. Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab: von der Dauer und Stärke des Unwetters, von deinem Standpunkt, den Möglichkeiten und Fähigkeiten der Rettungsmannschaft und wie viele andere Leute Hilfe brauchen. Es ist daher wichtig, dass du so wenig Benzin wie möglich verbrauchst. Sollte keine Hilfe kommen und du dich in einer entlegenen Gegend befindest, brauchst du das Benzin, um dich zu evakuieren, sobald der Sturm vorüber ist.
    • Sollte dein Tank noch fast voll sein, kannst du den Motor jede Stunde zehn Minuten lang laufen lassen. Während dieser Zeit solltest du ein Fenster einen Spalt weit aufstellen, um einer Kohlenmonoxidvergiftung vorzubeugen.
    • Solltest du nur wenig Benzin haben, lässt du den Motor nur ein- bis zweimal am Tag für etwa zehn Minuten laufen, so dass die Batterie nicht stirbt und die Benzinleitung nicht einfriert. Mach dir die Wärme der Sonne zunutze in diesem Fall und lass den Motor in der Nacht laufen. So wirst du dich auch während der Nacht etwas wärmen.
  6. Benutze deine Energie sparsam. Du hast nur eine begrenzte Menge von Energie und musst daher deine Bedürfnisse und deine Vorräte klug abwägen. Deine wichtigste Energiequelle ist das Benzin des Fahrzeugs, welches Energie für Beleuchtung im Wagen und draußen etc. bereitstellt. Wenn du für den Notfall ausgerüstet bist, hast du auch Taschenlampen, Streichholz, Kerzen, Batterien und ein Radio dabei. Benutze nur eine, höchstens aber zwei Energiequellen zur gleichen Zeit. Benutze keine Taschenlampe, wenn du eine Kerze angemacht hast, um Schnee zu schmelzen. Schalte alle batteriebetriebenen Geräte sofort aus, wenn du sie nicht mehr benutzt.

Teil 4 von 6: Während des Sturms warm bleiben

  1. Bringe Kleider und Decken heraus. Um die Körperwärme zu erhalten, solltest du so viele Schichten wie möglich tragen. So kannst du die Wärme einfangen. Jeder Mitfahrer sollte trockene Kleider zur Verfügung haben und ein paar extra Socken, die zusätzlich übergezogen werden, Schals, Mützen und Handschuhe sind auch unentbehrlich. Solltest du keine extra Kleider haben, kannst du die Hosen in die Socken stecken und dein Hemd in die Handschuhe. Versuche so wenig sie möglich Kälte an deine Haut zu lassen. Mit einem Messer oder etwas Ähnlichem, wie z.B. einem Schraubenzieher, einem spitzen Stift oder einem Plastik- bzw. Metallteil des Autos kannst du Stoffstücke aus den Sitzen schneiden und dich mit diesen einwickeln. Auch die Bodenmatten kannst du als Isolierung benutzen.
    • Zerknülle Straßenkarten, Papiere aus deinem Handschuhfach, Zeitungen, Küchenpapier, Servietten und isoliere damit zwischen deine Kleidern.
    • Benutze die Wolldecken, um dich zu wärmen.
    • Rationiere die Handwärmer und setze sie ganz strategisch ein. Leg sie in deine Handschuhe und in deine Jacken- oder Hosentaschen, wenn dir kalt ist, aber auch in deine Socken, unter die Mütze, um Ohren usw. zu wärmen.
  2. Blockiere ungenutzten Platz und isoliere Fenster. Dein Auto ist deine Schutzhütte. So wie du auch dein Haus gegen Winterwetter isolieren würdest und die Türen eines geheizten Raumes schließen würdest, wenn du ein warmes Feuer im Kamin brennen hast, geht es darum, die Kälte draußen zu halten und die Fenster zu isolieren. Zuerst solltest du den vorhandenen Raum im Auto verkleinern, dadurch wird weniger Kälte nach innen dringen. Wenn du eine extra Wolldecke hast und ein großes Auto, kannst du die Decke oben an der Autodecke befestigen und über den Rücksitz herunterhängen lassen, so dass der Raum hinter dem Sitz abgeblockt ist. Klebe Zeitungen an die Fenster, um diese zu isolieren.
    • Solltest du keine Decke haben, um ungenutzten Raum abzublocken, benutze, was auch immer dir zur Verfügung steht. Du kannst auch die Sitzkissen dafür herausschneiden und verwenden. Platziere diese dann strategisch so, dass ungenutzter Freiraum abgeblockt wird und sich der Gesamtraum im Auto verkleinert.
    • Wenn du keine Zeitung hast, um die Fenster zu isolieren, schau dich um und sieh, was du sonst benutzen könntest. Hast du Zeitschriften dabei, Küchentücher, Servietten, Schulbücher? Auch die Fußmatten eignen sich dazu. Wenn du kein Klebeband hast, kannst du Heftpflaster, Kaugummi oder Nagellack verwenden.
  3. Nutze die Körperwärme einer anderen Person. Wenn du nicht alleine bist, ist der Mensch neben dir mit Abstand das Wärmste, was sich in deiner Nähe befindet. Er oder sie mag zwar am Zittern und Frieren sein, doch 36-37 Grad Celsius sind bestimmt etwas mehr an Wärme als alles andere, was dich umgibt. Und wenn ihr euch eng aneinander oder nebeneinander aufhaltet, könnt ihr diese Wärme noch besser ausnutzen oder sogar vergrößern. Baut einen Kokon um euch herum mit den Decken, Mänteln und was immer euch zur Verfügung steht, um warm zu bleiben.
  4. Bewege dich. Bewegung erhöht die Zirkulation und so entsteht Energie, die dich warm hält. Der Körper produziert fünf- bis zehnmal soviel Wärme, wenn du körperlich aktiv bist. In einer solchen Notsituation, in der du eventuell nicht genug Essen dabei hast, macht es jedoch wenig Sinn, sich allzu aktiv zu verhalten. Zuviel Bewegung ist nicht gut. Doch du solltest deine Glieder alle ein wenig bewegen. Im Sitzen kannst du Hände und Füße kreisen lassen, die Finger kannst du anspannen und entspannen, auch Arme und Beine kannst du strecken und beugen.

Teil 5 von 6: Wasser und Essen einteilen

  1. Nahrungsmittel und Wasser musst du rationieren. Du solltest etwa 0,15 l pro Stunde trinken, um hydriert zu bleiben. Dies entspricht etwa einem halben Kaffeebecher oder einem Drittel einer Wasserflasche. Du solltest auch jede Stunde eine Kleinigkeit essen, damit dein Körper genug Energie hat, um Wärme zu produzieren. Benutze deine Uhr - nicht das Handy oder die Autouhr (die wiederum von der Autobatterie abhängt), um zu wissen, wie viele Stunden vergangen sind. Wenn du keine Uhr hast, kannst du die Zeit am Stand der Sonne ablesen.
    • Vermeide Kaffee und Alkohol. Beide verstärken die Wirkung, die die Kälte auf deinen Körper hat, auch wenn du glaubst, dass eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wein in der Situation entspannend wirken würden.
    • Es sollte dein Ziel sein, Körpertemperatur, Flüssigkeitsstand und Blutzuckerstand so weit zu regulieren, dass du den Sturm überleben kannst und deine Vorräte ausreichen.
  2. Lass Schnee schmelzen, um Wasser zu erhalten. Da du nur eine begrenzte Anzahl von Wasserflaschen hast, solltest du Schnee schmelzen. Du solltest niemals einfach Schnee essen, ganz egal wie durstig du bist. Dadurch kann deine Körpertemperatur sehr schnell sinken. Wenn du Vorsichtsmaßnahmen getroffen hast, hast du eine Kaffeedose, wasserfestes Streichholz und Kerzen im Kofferraum. Fülle die Dose bis zur Hälfte mit Schnee und halte entweder Streichhölzer oder Kerzen darunter. Fülle die Dose nicht zu voll mit Schnee, er sollte locker darin liegen.
    • Öffne das Fenster eine kleinen Spalt, während die Kerze an ist. Schon ganz kleine Kerzen können Kohlenmonoxid produzieren.
    • Solltest du diese Gegenstände nicht dabei haben, schau dich um und sieh zu, ob du einen Metall- oder Plastikcontainer findest, in dem du Schnee sammeln kannst. Vielleicht kannst du sogar das Handschuhfach ausbauen.
    • Wenn du das Auto anschaltest, kannst du den Schnee in die Nähe des Gebläses halten, um ihn zu schmelzen. Solltest du kein Benzin mehr haben, kannst du Schnee in kleineren Behältern in die Sonne stellen oder an einer wärmeren Stelle im Auto auftauen.
  3. Lagere dein Wasser korrekt. Wasserflaschen sollten in der Kühlbox gelagert werden. Wenn du keine Kühlbox hast, kannst du die Flaschen in eine Decke wickeln, um sie zu isolieren. Geschmolzener Schnee kann auch in Wasserflaschen gelagert werden. Wenn das Wasser zu matschig werden sollte, kannst du es in die Sonne stellen oder direkt neben das Heizungsgebläse im Wagen, wenn du den Motor anstellst. Wasser kann auch in einem luftdichten Behälter aufbewahrt werden, den man etwa 30 cm tief im Schnee vergräbt. Auch wenn die Lufttemperatur unter dem Gefrierpunkt liegt, wird die Luft, die sich im Schnee befindet, genug Isolierung geben, um das Wasser vor dem Gefrieren zu schützen.
  4. Benutze alles, was du an Essen finden kannst. Man kann in Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ohne Essen bis zu drei Wochen überleben, so lange man genug zu trinken und eine trockene Unterkunft hat. Es wird nicht einfach sein, aber man kann nur drei Stunden ohne trockene Unterkunft überleben. Schau in deinem Wagen nach Essen - vielleicht ist irgendwo ein Müsliriegel zwischen die Sitze gerutscht - oder es finden sich noch ein paar Zuckerpäckchen in deiner Tasche, die du in einem Cafe mitgenommen hast.
    • Solltest du etwas zu essen finden, ist es am besten, diese Lebensmittel zu rationieren. Verzehre nur ein wenig auf einmal, kaue langsam. So wirst du das Gefühl haben, mehr gegessen zu haben.
    • Wenn du vermutest, das jemand der Mitreisenden an Unterkühlung leidet und nicht mehr klar denkt, solltest du besonders vorsichtig sein, vor allem wenn derjenige Hunger hat. Lass ihn oder sie auf keinen Fall das Auto verlassen, um Essen zu suchen.

Teil 6 von 6: Was ist nach dem Sturm zu tun?

  1. Wie sind die Straßenbedingungen_ Solltest du nach dem Ende des Sturms immer noch feststecken, musst du dich entscheiden, ob du beim Wagen bleiben oder loslaufen willst. Dies hängt von deinem Standort ab, wie lange ihr schon fest liegt und in welcher körperlichen Verfassung ihr euch befindet. Wenn ihr ein Transistorradio habt oder sogar ausreichend Benzin, um das Autoradio anzustellen, könnt ihr versuchen herauszufinden, wie die Straßenbedingungen sind.
    • Sprich mit anderen Leuten, die entlang der Straße fest liegen. Sollte dein Handy noch funktionieren, kannst du jemanden anrufen und nachfragen, ob Hilfe unterwegs ist.
  2. Überlege es dir gut, ob du den Wagen verlassen willst, wenn in deiner Nähe noch andere Fahrzeuge fest stecken. Wenn du dich in der Nähe einer Stadt befindest, besteht die Chance, dass ihr bald gerettet werdet, nachdem sich das Wetter gelegt hat und die Rettungsmannschaften leichter zu euch durchkommen. Wenn aber sehr viele Menschen Hilfe brauchen, kann es natürlich lange dauern, bis diese ankommt. Eventuell kannst du nicht so lange warten. Geh wenn möglich nicht alleine, sondern mit anderen, wenn du dich entschließen solltest, zu Fuß aufzubrechen. Lass eine Notiz im Wagen mit der Nachricht, in welche Richtung du aufgebrochen bist und was du vor hast, damit Retter und Angehörige wissen, wo sie nach dir suchen sollen, wenn sie das Auto zuerst finden. Zieh mehrere Schichten von Kleidung übereinander und bringe so viel Nahrung und Essen mit dir, wie du ohne Schwierigkeiten tragen kannst.
    • Wenn du genug Benzin übrig hast und glaubst, dass du den Wagen aus dem Schnee herausfahren kannst, solltest du das auf jeden Fall versuchen.
    • Wenn du dich entscheidest, im Wagen zu warten, solltest du alles tun, was dazu beiträgt, dass ihr auch gesehen und gefunden werden könnt.
  3. Losfahren oder beim Wagen bleiben in einer entlegenen Gegend? Niedrige Temperaturen machen dem Herz zu schaffen und auch das Schneeschaufeln, Autoanschieben und über weite Strecken durch den tiefen Schnee zu stapfen, können Herzproblemen auslösen oder bestehende chronische Bedingungen erheblich verschlechtern. Solltet ihr euch in einer entlegenen Gegend befinden und in gutem Gesundheitszustand und zudem genug Benzin haben, um die nächste Tankstelle oder ein Hotel zu erreichen, solltest du erwägen, das Auto auszugraben. Wenn du nicht genug Benzin im Tank hast, musst du entscheiden, ob du loslaufen willst oder beim Wagen bleibst und dort alles mögliche unternimmst, damit du gefunden werden kannst.
    • Solltest du bleiben, schreibst du SOS in den Schnee und legst Zweige in die Buchstaben, fait sie besser zu erkennen sind. Mit einer CD oder auch mit dem Autospiegel (den du abbrechen musst), kannst du in regelmäßigen Abständen winken. Wenn sich die Sonne in der CD spiegelt, werden Retter dies als Signal verstehen.
    • Solltest du ein Feuer anfachen können, da es jetzt aufgehört hat zu schneien, tu das und lass es brennen. So bleibst du wärmer und vor allem in der Nacht ist dies auch ein Signal für die Rettungsmannschaft.
    • Solltest du dich entscheiden loszulaufen, lass eine Nachricht im Wagen mit der Information, in welche Richtung du aufgebrochen bist und was du genau vorhast. Halte dich an diesen Plan. Zieh dich warm genug an und bring Essen und Wasser mit. Geh morgens früh los und mache genügend Pausen, trinke genug und iss genug.

Tipps

  • Wenn du dich in einer ganz verzweifelten Situation befindest und das Auto ohne Stiefel verlassen must, zerreisse die Sitzkissen und wickle diese um deine Füße und Waden. Befestige sie mit Klebeband oder dem Seil.
  • Draht aus dem Auto kann für die verschiedensten Zwecke benutzt werden, doch sei vorsichtig bei der Auswahl des Drahtes.
  • Wenn du dich mit anderen im Auto befindest, solltet ihr über Dinge reden, die nichts mit eurer Notsituation zu tun haben. Wenn du alleine bist, must du auch versuchen, dich bei Laune zu halten. Lies, wenn du ein Buch dabei hast, erzähle dir selber Witze, geh im Geist die notwendigen Schritte durch, die dein nächstes project bei der Arbeit erfordert. Die geistige Einstellung ist am wichtigsten, um eine Notsituation zu meistern.
  • Sollest du ein Tier bei dir im Auto haben, ist es wichtig, dass es nur nach draußen geht, wenn es absolut notwendig ist und dass du es danach gut abtrocknest. Bedecke das Tier mit einer Decke. Wenn du regelmäßig mit Haustieren unterwegs bist, solltest du auch Tiernahrung mitführen.

Warnungen

  • Sollte jemand ganz nass geworden sein, müsst ihr sofort die Kleidung wechseln. Solltest du Hypothermie oder Frostbeulen vermuten , versuche mit deiner eigenen Körperwärme zuallererst den Rumpf der frierenden Person zu. Versuche niemals zuerst Arme oder Beine zu erwärmen, da es zu Herzversagen kommen kann. Danach sollte die Person trockene Kleider anziehen und sic hunter einer Decke wärmen, falls ihr eine habt.
Information
Users of Guests are not allowed to comment this publication.