Parfüm selbst herstellen

Möchtest du deinen eigenen unverkennbaren Duft herstellen? Oder suchst du vielleicht nach einer einzigartigen, selbstgemachten Geschenkidee? Dann kannst du deine ganz eigenen, aufregenden Düfte mit Zutaten aus dem Supermarkt herstellen.

Teil 1 von 4: Die Wissenschaft der Parfümherstellung verstehen

  1. Kenne die verschiedenen Duftnoten. Ein Parfüm ist eine Mischung von Riechstoffen aus verschiedenen Duftgruppen, auch als Duftnoten bezeichnet. Wenn du dir ein Parfüm auf die Haut sprühst, durchwandert es diese Duftnoten in der folgenden Reihenfolge:
    • Die Kopfnote ist das, was du als Erstes riechst. Es ist auch der Geruch, der sich als Erstes verflüchtigt, meistens innerhalb von zehn bis fünfzehn Minuten.
    • Die Herznote oder auch Mittelnote kommt durch, sobald sich die Kopfnote verflüchtigt hat. Dies ist das Herzstück des Parfüms, welches entscheidet, zu welcher Duftfamilie das Parfüm gezählt wird — z.B. orientalisch, holzig, frisch oder blumig.
    • Die Basisnote betont und festigt den Duft der Herznote, sodass sie zusammen den Duftcharakter des Parfüms bestimmen. Außerdem bildet sie die Basis des Parfüms und sorgt dafür, dass der Duft vier bis fünf Stunden auf deiner Haut bleibt.
  2. Beschäftige dich mit beliebten Kopfnoten. Zu den beliebten Kopfnoten gehören Basilikum, Bergamotte, Grapefruit, Lavendel, Zitrone, Limone, Minze, Neroli, Rosmarin und Süßorange.
  3. Beschäftige dich mit beliebten Herznoten. Hierzu gehören Schwarzer Pfeffer, Kardamom, Kamille, Zimt, Nelke, Tannennadel, Jasmin, Wacholder, Zitronengras, Neroli, Muskatnuss, Rose, Rosenholz und Ylang-Ylang.
  4. Beschäftige dich mit beliebten Basisnoten. Hierzu gehören Zedernholz, Zypresse, Patschuli, Kiefer, Sandelholz, Vanille und Vetiver.
  5. Kenne dich mit den Mischungsverhältnissen aus. Beim Anmischen eines Parfüms musst du zuerst deine Basisnoten, dann deine Herznoten und zum Schluss deine Kopfnoten hineingeben. Das ideale Mischungsverhältnis für die Duftnoten ist 30 % Kopfnoten, 50 % Herznoten und 20 % Basisnoten.
    • Manche Parfümeure empfehlen, maximal drei bis vier dominante Duftnoten miteinander zu mischen.
  6. Kenne das Grundrezept. Zur Parfümherstellung bedarf es mehr als bloß die Kopf-, Herz- und Basisnoten, du brauchst auch eine Flüssigkeit, in die du sie geben kannst.
    • Dieser Prozess beginnt mit einem Trägeröl. Zu den beliebten Ölsorten gehören Jojoba-, Süßmandel- und Traubenkernöl.
    • Als Nächstes gibst du deine Basis-, Herz- und Kopfnoten tröpfchenweise zum Trägeröl hinzu.
    • Zum Schluss musst du dann noch etwas hinzufügen, was dazu beiträgt, dass sich die Zutaten miteinander verbinden. Alkohol ist hierfür eine beliebte Wahl, weil er sich schnell verflüchtigt und dabei hilft, dass sich die Duftnoten des Parfüms verbreiten. Hobbyparfümeure verwenden häufig qualitativ hochwertigen, 40- bis 50-prozentigen Wodka.
    • Wenn du ein festes Parfüm herstellen möchtest, das eher einem Lippenbalsam ähnelt, benutze als Fixateur geschmolzenes Bienenwachs anstatt Alkohol oder Wasser.
  7. Finde heraus, welche Duftnoten deine Lieblingsparfüms enthalten. Wenn du dir unsicher bist, woraus dein Parfüm bestehen soll, dann sieh dir die Zutaten deiner kommerziellen Lieblingsdüfte an.
    • Sollte es dir schwerfallen, die Inhaltsstoffe zu finden oder sie in die verschiedenen Duftnoten zu unterteilen, dann ist die Basenotes- Webseite (auf Englisch) eine große Hilfe. Auf ihr werden beliebte Parfüms in ihre einzelnen Duftnoten unterteilt.

Teil 2 von 4: Deine Materialien zusammenstellen

  1. Kaufe Behälter aus dunklem Glas. Viele Parfümeure empfehlen den Gebrauch von Behältern aus dunklem Glas, weil sie dabei helfen, das Parfüm vor Licht zu schützen. Dies ist wichtig, da Lichteinstrahlung die Haltbarkeit deines Parfüms verkürzen kann.
    • Du solltest außerdem sicherstellen, dass deine Glasbehälter vorher keine Lebensmittel enthalten haben, da sich selbst geringe Geruchsrückstände auf das Parfüm übertragen würden.
    • Eine Ausnahme wäre es natürlich, wenn du den Geruch des vorherigen Inhaltes deines Glasbehälters ebenfalls nutzen möchtest. (Warnung: Erdnussbutter-Schokoladen-Bananen-Parfüm schmeckt wahrscheinlich besser als es riecht!)
  2. Kaufe ein Trägeröl. Das Trägeröl bringt die Duftnoten des Parfüms auf deine Haut. Diese Öle sind daher meistens geruchlos. Sie werden auch dazu verwendet, um konzentrierte Öle oder Aromastoffe zu verdünnen, da sie sonst deine Haut reizen könnten.
    • Du kannst jedes Öl deiner Wahl als Trägeröl verwenden. Selbst Olivenöl, sofern dich der Geruch nicht stört.
    • Ein bekannter Parfümeur lässt Rosenblätter in nativem Olivenöl köcheln und vermischt dies anschließend mit Vitamin-E-Öl, um die Mischung zu stabilisieren und haltbar zu machen.
  3. Kaufe den stärksten Alkohol, den du bekommen kannst. Hobbyparfümeure benutzen häufig qualitativ hochwertigen, 40- bis 50-prozentigen Wodka. Andere bevorzugen Alkohol mit 80 Vol.-%.
    • Eine beliebte Wahl bei 80-prozentigem Alkohol ist Ethylalkohol, u.a. auch als Weingeist, Trinkalkohol oder Primasprit bezeichnet. In Supermärkten und über das Internet sind sie meistens preiswerter als in Apotheken.
  4. Wähle deine Düfte aus. Dein Parfüm kann aus einer großen Bandbreite an Inhaltsstoffen bestehen. Zu den häufig genutzen Duftstoffen für Parfüme gehören ätherische Öle, Blütenblätter, Blätter und Kräuter.
  5. Entscheide dich für eine Methode. Je nach deinen Inhaltsstoffen gibt es bei den Methoden, mit denen du dein Parfüm herstellen kannst, geringfügige Unterschiede. Zwei Duftstoffe, die häufig zur Parfümherstellung verwendet werden, sind Pflanzenmaterialien (Blüten, Blätter und Kräuter) und ätherische Öle. Die Herstellungsmethoden sind bei diesen beiden Duftstoffgruppen unterschiedlich.

Teil 3 von 4: Frische Blüten, Blätter und Kräuter verwenden

  1. Besorge dir einen sauberen Glasbehälter. Die Art des Behälters ist hierbei nicht so wichtig wie sein Material: Achte lediglich darauf, dass er zum Einen sauber ist und zum Anderen aus Glas besteht. Zudem muss der Behälter noch einen festverschließbaren Deckel haben.
    • Generell empfehlen Parfümeure den Gebrauch von dunklem Glas, da es das Parfüm vor Licht schützt und dadurch seine Haltbarkeit verlängern kann.
    • Vermeide den Gebrauch von Gläsern, in denen sich zuvor Lebensmittel befanden, selbst wenn du sie gründlich ausgewaschen hast, da das Glas ihren Geruch trotzdem noch abgeben kann.
  2. Besorge dir ein geruchloses Öl. Beliebte Öle zur Parfümherstellung sind Jojoba-, Mandel- und Traubenkernöl.
  3. Sammle Blüten, Blätter oder Kräuter, deren Gerüche dir gefallen. Achte darauf, die Pflanzenmaterialien dann zu sammeln, wenn ihr Geruch am stärksten und die Blätter trocken sind. Wenn du sie offen liegen lässt, können sie welken und an Geruch verlieren.
    • Es ist ratsam, mehr Pflanzen zu sammeln und zu trocknen, als du brauchst, für den Fall, dass du später doch noch mehr hinzufügen möchtest, um den Geruch des Öles zu verstärken.
  4. Entferne alle unnützen Pflanzenbestandteile. Wenn du Blüten verwendest, dann nimm nur die Blütenblätter. Bei dem Gebrauch von Blättern und Kräutern solltest du Stängel und andere Bestandteile entfernen, die den Geruch beeinträchtigen könnten.
  5. Zerdrücke die Pflanzenteile ein wenig. Dieser Schritt ist optional, er könnte aber dazu beitragen, dass mehr Duftstoffe freigesetzt werden. Du solltest die Pflanzenteile hierzu nur ganz leicht mit einem Holzlöffel zerdrücken.
  6. Gieße ein wenig Öl in den Glasbehälter. Es muss bloß eine kleine Menge sein — gerade so viel, dass die Blüten/Blätter/Kräuter gut bedeckt sind.
  7. Gib die Pflanzenteile in das Öl und schließe den Deckel. Vergewissere dich, dass der Deckel fest verschlossen ist.
  8. Lasse das Glas für ein bis zwei Wochen an einem kühlen, dunklen Platz stehen.
  9. Öffne das Glas, siebe das Öl durch und wiederhole das Ganze. Wenn das Öl nach ein bis zwei Wochen noch nicht so intensiv riecht, wie du möchtest, dann kannst du die alten Pflanzenteile absieben und durch neue ersetzen. Lasse das Duftöl anschließend nochmals ziehen.
    • Du kannst diesen Prozess über mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate, hinweg wiederholen, bis das Öl deine gewünschte Duftintensität erreicht hat.
    • Achte darauf, das Öl zu behalten! Entsorge lediglich die alten Pflanzenteile.
  10. Mache dein Duftöl haltbar. Sobald du mit deinem Öl zufrieden bist, kannst du ein bis zwei Tropfen eines natürlichen Konservierungsmittels wie Vitamin-E- oder Traubenkernöl hinzugeben, um seine Haltbarkeit zu verlängern.
    • Wenn du das Öl gerne als Balsam nutzen möchtest, kannst du auch Bienenwachs hinzugeben. Schmilz hierzu ein wenig Bienenwachs in der Mikrowelle (oder auf dem Herd), vermische es mit deinem Parfüm und gib die ganze Mischung dann zum Abkühlen und Aushärten in einen Behälter.

Teil 4 von 4: Ätherische Öle verwenden

  1. Hole deine Materialien zusammen. Du wirst die folgenden Zutaten und Utensilien benötigen:
    • 2 TL eines Trägeröles (z.B. Jojoba-, Mandel- oder Traubenkernöl)
    • 6 TL 50- bis 80-prozentigen Alkohol
    • 2 1/2 TL Tafelwasser (kein Leitungswasser)
    • 30 Tropfen ätherisches Öl (wenigstens einen Tropfen pro Basis-, Herz- und Kopfnote)
    • Kaffeefilter
    • Trichter
    • 2 saubere Glasflaschen
  2. Gib zwei Teelöffel deines Trägeröles in eine Glasflasche.
  3. Füge deine ätherischen Öle hinzu. Du solltest insgesamt etwa 30 Tropfen hinzugeben. Beginne mit deinen Basisnoten, füge dann deine Herznoten hinzu und zum Schluss deine Kopfnoten. Das ideale Mischungsverhältnis liegt bei 20 % Basisnoten, 50 % Herznoten und 30 % Kopfnoten.
    • Achte auf die Duftnoten, die du hinzugibst: Wenn ein Duftstoff sehr viel intensiver ist als die anderen, dann solltest du von diesem etwas weniger nehmen, damit er die anderen Duftstoffe nicht vollkommen überdeckt.
  4. Füge den Alkohol hinzu. Benutze einen qualitativ hochwertigen, hochprozentigen Alkohol. Wodka ist unter Hobbyparfümeuren eine beliebte Wahl.
  5. Lasse das Parfüm wenigstens 48 Stunden stehen. Schließe den Deckel und lasse das Parfüm wenigstens 48 Stunden ziehen. Du kannst es aber auch bis zu sechs Wochen stehen lassen. Danach wird sein Duft am intensivsten sein.
    • Sieh regelmäßig nach der Flasche und prüfe, wie intensiv dein Parfüm duftet.
  6. Füge zwei Teelöffel Tafelwasser hinzu. Sobald du mit deinem Duft zufrieden bist, gib zwei Teelöffel Tafelwasser zu deinem Parfüm hinzu.
  7. Schüttle die Flasche gründlich. Tue dies eine Minute lang, um sicherzustellen, dass sich die Inhaltsstoffe gut vermengt haben.
  8. Fülle das Parfüm in eine andere Flasche. Gieße dein Parfüm durch einen mit Kaffeefilterpapier ausgekleideten Trichter in eine saubere, dunkle Glasflasche. Wenn du das Parfüm verschenken möchtest, kannst du es auch in eine besondere Flasche umfüllen.
    • Du solltest vielleicht einen Aufkleber auf die Flasche kleben, auf dem du die Inhaltsstoffe und das Herstellungsdatum notierst, damit du feststellen kannst, wie lange das Parfüm hält. Auf diese Weise wirst du später wissen, ob du das nächste Mal mehr oder weniger Parfüm herstellen musst.
  9. Probiere eine Variation aus. Um ein festes Parfüm (wie Lippenbalsam) herzustellen anstatt eines flüssigen, kannst du das Wasser durch geschmolzenes Bienenwachs ersetzen. Du würdest hierzu das geschmolzene Bienenwachs zu deinem Parfüm hinzugeben und die noch warme Mischung zum Aushärten in einen Behälter gießen.
    • Bienenwachs ist in den meisten Reformhäusern erhältlich.

Tipps

  • Übertreibe es mit deinen Düften nicht. Rieche an jeder Zutat und überlege dir genau, ob sie alle gut zueinanderpassen. Zu viele Duftnoten können ein Parfüm ruinieren.
  • Zum Reinigen eines Glasbehälters solltest du ihn in möglichst heißem Wasser waschen, ihn dann auf ein Backblech legen und bei 110 °C im Backofen trocknen.
  • Erwäge einen Duft nach deinem Lieblingsgericht oder -getränk zu kreieren. So könntest du z.B ein Chai-Parfüm aus Zimtrinden-, Süßorangen-, Nelken- und Kardamomöl herstellen. Ein weiteres Beispiel wäre Kürbiskuchen, wobei dein Parfüm die folgenden ätherischen Öle enthalten könnte: Zimtrinde, Nelke, Ingwer, Muskatnuss, Vanille und Orange.

Warnungen

  • Vermeide es, Fruchtsäfte in dein Parfüm zu geben. Sie können es klumpig machen oder ranzig werden lassen. Zudem sind Zitronen phototoxisch, was bedeutet, dass deine Haut in der Sonne verbrennen kann, wenn du ein Parfüm auf deine Haut aufträgst, in dem Zitronensaft enthalten ist.
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