Farbe von Holz entfernen

Es gibt viele Möglichkeiten, Farbe von Holz zu entfernen. Wenn es sich nur um kleine Spritzer handelt, kannst du sie in der Regel ohne viele Umstände einfach abwischen. Je größer die Flächen sind, von denen die Farbe entfernt werden soll, desto mehr Aufwand ist nötig, und du wirst Hitze, viel Anstrengung oder chemische Mittel anwenden müssen.

Methode 1 von 4: Das Entfernen von Farbklecksen

  1. Entferne frische Latexfarbe mit Wasser. Ein kleiner Fleck von Latexfarbe kann normalerweise entfernt werden, indem man ihn mit einem weichen nassen Lappen einfach abwischt.
    • Tränke einen weichen sauberen Lappen mit warmem Wasser.
    • Wringe überschüssiges Wasser aus, damit der Lappen nicht tropft.
    • Wische den Farbklecks ab. Eventuell musst du den Lappen mehrfach ausspülen und nachwischen, um die Farbe zu entfernen.
    • Wische das Holz mit einem trockenen Lappen nach.
  2. Benutze vergällten Alkohol, wenn sich die Farbe nicht mit Wasser beseitigen lässt. Wenn du einen Farbspritzer auf Holz hast, den du nicht einfach mit Wasser ablösen kannst, wische ihn stattdessen mit vergälltem Alkohol weg.
    • Befeuchte einen sauberen Lappen mit Alkohol, ohne ihn jedoch tropfnass zu machen.
    • Streiche mit dem alkoholgetränkten Lappen über den Flecken, um ihn zu entfernen. Spüle ihn aus, tränke ihn erneut mit Alkohol und wiederhole den Vorgang so häufig wie nötig.
    • Trockne die Stelle mit einem sauberen und trockenen Lappen ab, wenn du fertig bist.
  3. Entferne frische Ölfarbe mit Petroleum. Farben auf Ölbasis lassen sich nicht mit Wasser von Holz abwischen, also verwende einen weichen Lappen, den du in Petroleum getupft hast.
    • Tupfe einen weichen, sauberen Lappen in eine kleine Schale mit Petroleum. Statt den ganzen Lappen zu tränken, tauche nur den Bereich des Lappens in das Petroleum, mit dem du den Farbfleck bearbeiten willst.
    • Wische die Farbe ab, indem du mit dem Petroleum über den Farbspritzer streichst. Spüle den Lappen aus und tränke ihn erneut, bis alle Farbe entfernt ist.
    • Trockne den Bereich mit einem trockenen Lappen ab.
  4. Entferne angetrocknete Farbe mit gekochtem Leinsamenöl. Angetrocknete Farbflecken können aufgeweicht werden, indem man sie mit gekochtem Leinsamenöl bestreicht und dann abreibt.
    • Tauche einen sauberen Lappen in gekochtes Leinsamenöl.
    • Drücke den getränkten Lappen für etwa 30-60 Sekunden auf den Farbfleck. Dabei zieht das Leinsamenöl in die Farbe ein.
    • Wische die aufgeweicht Farbe mit dem getränkten Lappen ab.
    • Trockne den Bereich mit einem anderen Lappen ab.
  5. Wenn nötig, verwende einen Spachtel, um hartnäckige, angetrocknete Farbflecken zu entfernen. Wenn du die Farbe auch nach dem Aufweichen mit Leinsamenöl nicht abwischen kannst, versuche, sie vorsichtig mit einem Spachtel abzukratzen und vom Holz abzuheben.
  6. Reibe Farbreste mit Leinsamenölpaste ab. Jede Art von angetrockneter Farbe kann durch Reiben mit einer Paste aus gekochtem Leinsamenöl und zerstoßenem Bimsstein entfernt werden.
    • Mische genügend gekochtes Leinsamenöl und Bimssteinpulver in einer kleinen Schale, die du später entsorgen kannst, um eine dicke Paste herzustellen. Verwende zum Umrühren ein Holzstäbchen.
    • Gib etwas von der Paste auf einen sauberen Lappen und reibe die Paste in Maserrichtung in das Holz ein.
    • Wische anschließend die Paste mit einem sauberen Lappen ab.

Methode 2 von 4: Farbe mit Hitze entfernen

  1. Halte eine Heißluftpistole nahe an die Oberfläche des Holzes. Halte die Heißluftpistole nach dem Einschalten etwa 15 cm bis 20 cm über der mit Farbe gestrichenen Holzfläche.
    • Verwende einer Heißluftpistole oder einen elektrischen Farbentferner. Eine Lötlampe liefert auch die nötige Hitze, aber dabei besteht ein größeres Risiko, das Holz anzubrennen, so dass ihre Verwendung nicht empfohlen wird.
    • Trage Handschuhe und eine Schutzbrille, wenn du mit der Heißluftpistole arbeitest.
    • Achte darauf, dass die Heißluftpistole nicht direkt mit dem Holz in Berührung kommt und auch nicht zu nahe daran. Wenn dies geschieht, können Brennstellen entstehen.
  2. Bewege die Heißluftpistole langsam über die zu bearbeitende Fläche. Führe die Heißluftpistole über den Abschnitt des Holzes, den du gerade bearbeitest. Bewege sie ständig und unaufhörlich auf und ab und hin und her.
    • Lasse die Hitze nicht zu lange an derselben Stelle einwirken. Dadurch könnte das Holz anbrennen oder gar Feuer fangen.
  3. Kratze die Farbe ab, wenn sie runzlig wird. Sobald die Farbe beginnt, Blasen zu werfen und runzlig zu werden, kratze sie sofort mit einem breiten Farbschaber ab.
    • Wenn möglich, fahre fort, die Farbe mit der Heißluftpistole in der einen Hand aufzuheizen und die Blasen werfende Farbe mit der anderen Hand abzukratzen. Wenn es dir jedoch schwer fällt, beides gleichzeitig zu tun, wechsele die Anwendung von Hitze und das Abkratzen ab.
  4. Bleibe ruhig, wenn ein Feuer entstehen sollte. Obwohl es möglich ist, dass das Holzfeuer fängt, so sind diese Feuer normalerweise zu Beginn klein und können schnell gelöscht werden, solange du einen kühlen Kopf behältst.
    • Eine kleine Flamme kann gewöhnlich leicht erstickt werden, indem man sie mit der flachen Seite des Farbkratzers ausdrückt.
    • Du solltest für alle Fälle aber einen Eimer mit Wasser bereithalten, während du diese Arbeit verrichtest. Somit kannst du ein Feuer schnell mit Wasser löschen, wenn du es nicht auf andere Weise ersticken kannst.

Methode 3 von 4: Farbe mit Gewalt entfernen

  1. Schütze dich selbst. Trage eine Schutzbrille und eine Gesichtsmaske, um dich vor Farb-und Holzstaub zu schützen, wenn du die Farbe abschleifst, egal, welche Schleifmethode du auch anwendest.
  2. Wenn möglich, schleife die Farbe per Hand ab. Wenn du Farbe aus einer Spalte oder von einem kleinen empfindlichen Holzgegenstand entfernst, solltest du dies per Hand tun.
    • Schleifmaschinen wenden beachtliche Kräfte an und können ein empfindliches Stück beschädigen. Dazu ist es auch schwierig, diese Maschinen an kleinen und engen Stellen einzusetzen.
    • Verwende grobes Sandpapier, das sich nicht so leicht mit Schleifstaub zusetzt.
    • Schleife in Richtung der Maserung des Holzes, nicht dagegen.
    • Wechsele zu Sandpapier mit mittlerer Körnung, sobald du die Holzmaserung durch die Farbe scheinen siehst.
    • Gehe zu feinerem Sandpapier über, wenn nur noch kleinere Farbstellen übrig sind.
  3. Nimm eine Schleifmaschine, wenn du größere Flächen bearbeiten musst. Für größere Flächen von bemaltem Holz, einschließlich großer Möbelstücke, großer Kommoden oder Holzverkleidungen, verlasse dich lieber auf eine Schleifmaschine, um Zeit zu sparen.
    • Entscheide dich zwischen einem Handschleifer oder einer elektrischen Schleifmaschine. Mit dem Handschleifer kann man feinere Arbeiten vornehmen und er ist eine gute Wahl, wenn du möglichst wenig von dem Holz unter der Farbe abschleifen möchtest. Mit der Schleifmaschine geht die Arbeit jedoch schneller voran, was sie zu einer guten Wahl für besonders umfangreiche Arbeiten macht.
    • Bandschleifer, Tellerschleifer oder Walzenschleifer sind alles gute Möglichkeiten, die man in Erwägung ziehen sollte, wenn es darum geht, sich für eine Schleifmaschine zu entscheiden.
    • Verwende grobes Papier auf Schleifmaschinen, da sich Sandpapier mit feineren Körnungen schnell mit Farb-und Holzstaub zusetzt und somit nicht mehr sehr wirksam ist.
    • Schleife immer in Richtung der Maserung, statt dagegen, um eine Beschädigung des Holzes möglichst gering zu halten.
    • Gehe zu feinerem Sandpapier über, sobald die meiste Farbe abgeschliffen ist und nur noch kleine Stellen übrig bleiben.

Methode 4 von 4: Farbe mit chemischen Abbeizmitteln entfernen

  1. Wähle die richtige Art von Abbeizmittel. Dies richtet sich nach der Art von Farbe, die du entfernen willst. Du hast auch die Wahl zwischen einem flüssigen Abbeizmittel oder einem in Pastenform.
    • Flüssige Chemikalien werden oft aufgesprüht und werden gewöhnlich zum Entfernen von Beschichtungen oder einigen Lagen von Farbe verwendet.
    • Pastenförmige Chemikalien werden mit dem Pinsel aufgetragen und zum Abtragen von vielen Farbschichten verwendet. Wenn du 10 oder mehr Schichten entfernen musst, nimm eine Paste.
    • Lese die Anweisungen gründlich durch, bevor du mit der Arbeit beginnst. Während der Vorgang des Auftragens bei den meisten Abbeizmittel ziemlich ähnlich ist, so können doch die genauen Details variieren. Deshalb beachte immer die Instruktionen, die mit dem Abbeizmittel geliefert werden.
  2. Gieße eine kleine Menge des Abbeizmittels in eine Blechdose mit großer Öffnung. Eine kleine Menge Abbeizmittel in eine kleine Dose zu gießen, macht es leichter, das Abbeizmittel zu benutzen.
    • Wenn möglich, verwende eine Dose mit einem Plastikdeckel zum Verschließen.
  3. Trage das Abbeizmittel mit einem Pinsel auf. Nimm einen breiten, flachen Pinsel, um die Chemikalie dick und gleichmäßig auf der gesamten Oberfläche des gestrichenen Holzes aufzutragen.
    • Streiche mit dem Pinsel nur in eine Richtung.
    • Pinsele nicht mehrfach über Flächen, die bereits mit Abbeizmittel bedeckt sind.
  4. Alternativ dazu kannst du das Abbeizmittel auch aufsprühen. Wenn du eine Sprühdose verwendest, halte die Düse etwa 10 cm von der Oberfläche entfernt und trage die Chemikalie in einer gleichmäßig dicken Schicht auf.
    • Beim Sprühen bildet sich ein Schaum, der auf der Oberfläche haften bleibt.
  5. Lasse ihn solange einwirken, wie auf der Packung angegeben ist. Gewöhnlich sollte das Abbeizmittel etwa 20 Minuten bis 30 Minuten lang auf der Oberfläche belassen werden, jedoch variieren diese Zeiten je nach Mittel.
    • Lüfte den Raum, indem du arbeitest, gründlich, da bei der Verarbeitung von Abbeizmitteln leicht giftige Gase entstehen können.
  6. Teste die Farbe. Kratze mit der Klinge eines Farbschabers in kreisförmigen Bewegungen über die Fläche. Wenn der Schaber Spuren in der Farbe hinterlässt, hat die Chemikalie richtig gewirkt.
    • Vergewissere dich, dass der Schaber resistent gegen Chemikalien ist.
  7. Kratze die Farbe mit dem Metallschaber ab. Schiebe den Schaper unter die aufgeweicht Farbschicht, um sie abzuziehen.
    • Entferne bei den ersten Strichen so viel Farbe wie möglich.
    • Arbeite immer nur in eine Richtung.
  8. Anschließend solltest du die Fläche mit angefeuchteter Stahlwolle nacharbeiten. Sollte es noch ein paar Farbrückstände geben, tauche mittelgrobe Stahlwolle in etwas Abbeizmittel und schrubbe damit die verbliebenen Stellen.
    • Alte Lumpen oder Scheuerschwämme können auch benutzt werden.
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