Zerbrich ein Glas mit deiner Stimme

Das Bild wie Jazzsängerin Ella Fitzgerald ein Glas mit ihrer Stimme zerschmettert ist Teil des amerikanischen Kollektivgedächtnis. Grund dafür ist eine Fernsehwerbung von Memorex (Tonbandhersteller) aus den 1980ern. Mit einem guten Tongespür und einer starken Stimme oder einem guten Verstärker kannst auch du ein Glas zerbrechen. Wichtig: Solltest du irgendwelche Schwierigkeiten haben, Tonhöhen zu unterscheiden oder verschiedene Töne nach Gehör zu singen, musst du erst mal in ein paar Gesangsstunden investieren, bevor du versuchst ein Glas zu zerbrechen.

Methode 1 von 2: Mit dem Verstärker

  1. Setz dir eine Schutzbrille auf, damit deine Augen vor den Splittern geschützt sind. Zerspringendes Glas erzeugt sehr kleine Splitter und diese können dauerhaften Schaden anrichten. Sei vorsichtig.
  2. Trag einen Ohrenschutz. Der Verstärker muss sehr laut eingestellt werden damit das Ganze funktioniert. Deine Ohren und das Trommelfell sollten davor geschützt werden. Sei bitte vorsichtig.
  3. Verbind den Verstärker mit dem Wechselstrom. Die Lautsprecher sollten entgegengesetzt von dir sein. So wird der hohe Pegel von dir weggelenkt.
  4. Stell ein Kristallglas direkt vor den Verstärkerlautsprecher. Schau durch das Gitter des Verstärkers um den genauen Punkt der Lautsprecher zu finden oder zumindest einen Lautsprecher, falls es mehrere gibt. Eine Taschenlampe kann hilfreich sein.
  5. Schließ das Mikrofon an den Verstärker an und nimm es soweit wie möglich vom Verstärker weg, je nachdem wie weit das Kabel reicht.
    • Setz das Mikrofon auf einen Ständer, falls du ihn zur Hand hast. So hast du deine Hände frei und kannst dich auf deine Energie konzentrieren.
    • Sollte das Mikrofon einen Ein- und Ausschalter haben, kannst du es jetzt einschalten.
  6. Lauf zu dem Verstärker und schalt ihn an. Nimm das Mikrofon aber nicht mit. Wenn dieses zu nah an den Verstärker kommt, kommt es zu unschönen und hörschädigenden Rückkopplungen. Auch deshalb ist es besser einen Ständer zu benutzen. Lass das Mikrofon sonst einfach auf dem Tisch liegen.
  7. Schalt die Lautstärke des Verstärkers auf einen relativ hohen Pegel. 50 % ist ein guter Anfangspunkt. Solltest du keine Zeit verlieren wollen, dreh auf 75 %. Vergiss auf keinen Fall den Ohrenschutz.
  8. Tipp das Glas mit deinen Fingerspitzen an und hör dir den vibrierenden Klang an.
    • Du kannst deine Finger auch anfeuchten und die Fingerspitze entlang des Gläserrandes gleiten lassen. Solang bis es hörbar mitschwingt.
    • Die Tonhöhe, die du hörst, ist die schwingende Frequenz des Glases. Wenn du diese Tonhöhe mit deiner Stimme laut genug wiedergeben kannst, wird das Glas stärker vibrieren und irgendwann brechen.
  9. Während du noch neben dem Verstärker und dem Glas stehst, mach weiter mit dem Tippen und fang an zu summen und zu singen.
  10. Geh nun zum Mikrofon und sing den passenden Ton.
    • Versuch mit einem „ah” zu singen und öffne deinen Mund soweit wie möglich.
    • Atme tief ein und halt die Note so lange wie möglich.
    • Sollte das Glas nicht beim ersten Versuch brechen, mach weiter: Tief atmen und mit jedem Versuch lauter singen.
    • Sobald du die perfekte Mischung der exakten Tonhöhe und der nötigen Lautstärke erreicht hast, wird das Glas zersplittern.
    • Wenn es noch nicht klappt und dein Verstärker auf 50 % eingestellt ist, kannst du den Pegel nun nach und nach erhöhen und alle Schritte noch einmal wiederholen.
  11. Beseitige das zerbrochene Glas. Trag Handschuhe, damit du dir keine Schnitte und Schrammen holst. Prüf, ob du wirklich alle Glassplitter im Zimmer entfernt hast. Am Ende solltest du gründlich staubsaugen.

Methode 2 von 2: Ohne Verstärker

  1. Setz die Schutzbrille auf. Es macht eher weniger Spaß, wenn du dir mit dem Glasbruch die Augen ruinierst.
  2. Tipp gegen das Glas und hör gut zu.
    • Du kannst ebenso den Trick mit den angefeuchteten Fingern anwenden.
    • Auch hier gilt: Wenn du die Tonhöhe laut genug wiedergeben kannst, wird das Glas zerbrechen.
  3. Dein Mund sollte fast genau am Glas dran sein. Das musst du nicht machen. Erfahrene Sänger können das Glas auch aus Entfernung brechen. Aber, je näher du am Glas bist, desto mehr konzentriert sich deine stimmliche Energie auf das Glas.
  4. Sing den gehörten Ton so laut du kannst.
    • Sing den „ah”-Ton. Öffne den Mund so weit wie möglich.
    • Atme tief ein und halte den Ton.
    • Wiederhole wenn das Glas nicht sofort bricht und sing lauter.
    • Bei der perfekten Mischung wird das Glas brechen.
  5. Wie schon oben beschrieben: Entsorg das Glas sorgfältig.

Tipps

  • Einige Tests zeigen, dass billigere Gläser schneller brechen: Schon bei 80-90 Dezibel. Teurere Kristallgläser brauchen mehr Dezibel bevor sie zerspringen, um die 105 Dezibel oder mehr.
  • Jedes Glas ist anders und hat eine andere Frequenz. Das hängt von der Größe, der Form und der Dicke des Glases ab. Eine Tonhöhe, die mit dem einen Glas funktioniert, wird es bei einem anderen wahrscheinlich nicht tun.
  • Wenn du einen Strohhalm in das Glas stellst, kannst du besser sehen, dass es vibriert und so die richtige Tonhöhe leichter finden.
  • Für die sehr Musikalischen: Du kannst die Schwingfrequenz auch eine Oktave höher (doppelte Frequenz) oder tiefer (halbe Frequenz) singen und das Glas wird trotzdem zerspringen.
  • Sei immer vorsichtig!
  • Solltest du keine Schutzbrille haben, kannst du auch ein transparentes Tuch um deine Augen wickeln. Mag komisch sein, ist es aber wert.
  • Trag Schutzbrillen, um keine herumfliegenden Glassplitter ins Auge zu bekommen.
  • Mit Kristallgläsern ist es einfacher als mit anderen Gläsern. Fensterscheibenglas und günstige Becher sind relativ weich. Sie vibrieren schlecht und haben keinen schönen Ton. Kristall kreiert einen klaren Ton, Bleioxide machen es stark und durch die Form wird die Tonhöhe ummantelt.
  • Der Schlüssel ist den Ton, den du beim Streichen oder Antippen des Glases hörst, nachzusingen. Genau das ist die mitschwingende Frequenz. Durch das Vibrieren entsteht ein klingender Ton. Wenn du den gleichen Ton laut genug singst, vibriert das Glas so stark, dass es zerspringt.

Warnungen

  • Den Verstärker auf die maximale Lautstärke einzustellen, kann dem Verstärker und deinen Ohren Schaden zufügen.
  • Sei nicht zu dicht am Glas, wenn es zerspringt.
  • Ein Glas mit deiner Stimme ohne Verstärkung zu zerbrechen ist sehr schwer. Es zeigt sich, dass selbst ausgebildete Gesangslehrer oftmals erst nach mehreren Versuchen das Glas zum Zerspringen bringen.
  • Sei sehr vorsichtig mit dem fliegenden Glas. Du kannst dich leicht verletzen.

Was du brauchst

  • Ein Kristallglas (es sollte dir egal sein, ob es kaputt geht)
  • Schutzbrille
  • Ohrenschutz
  • Verstärker mit einem Mikrofoneingang (falls ein Verstärker genutzt wird)
  • Mikrofon (falls ein Verstärker genutzt wird)
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